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Central-Verein-Zeitung · 1931-12-11 · 50 (11.12.1931) · p. Seite 573

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
50 (11.12.1931)
Date
1931-12-11
Page
Seite 573 (sequence 5)
Language
German
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573 Sdhcorade „Versohnungsffesf im Jeraseifs" * „Meisterhaft hat es die freche jüdische Journaille verstanden, das Volk zu betrügen, zu verleumden und die wirtlichen Volksführer mit Treck zu überschütten. Tann kann sie sich auch nicht wundern, wenn einmal den jungen, heißblütigen, wahrhaft nationalistischen Kreisen die Galle überläuft und sich in Szenen wie am letzten Tonnabend am Kursürstendamm Lust macht. Hier liegt wirtliche Notwehr vor. Wenn die jüdische Lügenpresie weiter so sortfährt, uns und unsere Führer zu beschimpfen, dann kann.es dahin konunen, daß ebenso wie damals nach der Ermordung der Polizeiosjiziere es die Kommunisten taten, auch wir dem Berliner Polizeipräsidenten sagen mästen, wir haben die Masse unserer Anhänger aus unserer Führung verloren, wir tonnen für sie keine Garantie mehr übernehmen. lind jetzt schwindelt dieses freche Judengenndel noch, Tr. Goebbels ist der Anführer dieser Masten vom Kursürsteudamni gewesen. Tie Juden sollen sich nur nicht täuschen, Härten wir die Tuche organisiert, dann hätte sie ganz anders geklappt. Ten Juden wird ja ihr Neujahrsfest etwas unangenehm verlaufen sein. (Zuruf: Na. sie feiern ja nächstens Versöhnungsfeft.) Nun, zum Versöhnungssest wünschen wir ihnen, daß sie üch alle Mann mit ihren Vätern im Jenseits versöhnen mögen. (Während dieser ganzen Judendebatte löst ein Beifallssturm den anderen ab.)" (Ter nativnallozralisti'che Agitator Keller in einer Bttttebszcllenvermmmlung Gr das Casthausgewerbe cm 14. 2c!' der 1931 in Berlin im Wlhelmshost) ELDDöical dli© [Polcgstrai 109 Friedhofs- und Synagogenschandungen zahlt die Liste des Centralvereins. Schändlichste Auswirkung einer Verhetzung, die nicht einmal die Ruhe der Toten ungestört lässt. Selten, dass die Tater gefasst werden. In folgenden Fällen sind Nationalsozialisten festgestellt worden: Goftingen Am 10. August 1924 wurde ein vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten am Gefallenendenkmal niedergelegter Kranz gestohlen und vollkommen beschmutzt und besudelt^ an einer nicht näber zu bezeichnenden stelle aufgefunden. Ein Mitglied der NTTAP. wurde am 19. September 1924 in erster Instanz vom Amtsgericht Göttin gen zu 300 Mark Geldstrafe, in der Bcrurunc^instanz vom Schöffengericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Geroizhofen b. Schweinfurt In der Nacht vom 28. zum 29. August 3927 wurden fünf Grabsteine umgeworsen und die Leichenhalle mit Hakenkreuzen beschmiert. Tie jüdijck)e Gemeinde hat eine Belohnung von 100 Mark ausgesttzt, die später auf 300 Mark erhöht wurde. Am 18. Januar 1928 wurden die beiden Täter, von denen der ältere Mitglied der NTTAP. war. vom Amtsgericht in E>erolzhosen zu zwei Monaten bzw. vier Wochen Gefängnis verurteilt. Gladbeck In der Nacht vom 19. zum 20. Januar 1929 wurden fünf Grabsteine umgestürzt, mehrere Gräber verwüstet, Blumen abgeschnitten. Tie jüdische Gemeinde hatte eine Belohnung von 300 Mark aus gesetzt. Am 6. Februar erfolgte die Verhaftung der Täter. Am 19. Februar fand die Verhandlung vor dem Jugendgericht in Gladbeck statt. Tie beiden Angeklagten, die wenige Tage zuvor aus der NTTAP. mit der Begründung, die Bewegung sei ihnen nicht radikal genug, ausgetreten waren, wurden zu vier bzw. drei Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft und Bewährungsfrist verurteilt. Ten entstandenen Schaden mußten sie ersetzen. Trebnitz Im November 19-30 wurden aus dem jüdischen Friedhof 34 Tentsteine mit großen Hakenkrenzen besudelt und die Fenster der Leichenhalle vollkommen zertrümmert und die innere Wand mit Inschriften ..Heil Hitler, Juda verrecke" beschmiert. In der Miere war ein Galgen gezeichnet, an dem ein Jude gehängt ist. Tie Lrtsgrnppe Trrdnitz der NTTAP. rückte im „Trebniper An,zoiger" von den Tätern ab und lebte für denjenigen, der die ..Schmierfinken". die aui dem jüdischen Friedhof das Hakem kreuz für ihr niedriges Treiben mißbrauchten, so namhaft mache, daß sie ihrer Bestrasimg zugeführt werden können, eine Belohnung von 50 Mark aus. 21 Ttundeu später wurden ein 24jähriger Maler und .zwei Burschen jugendlichen Alters als die Täter festgestellt. Im April 1931 hauen sich die Täter, eingeschriebene Mitglieder der NTTAP., vor Gericht zu verantworten. Ter Haupttäter. A. Weiß, wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Tein Helfer. Schreiber, zu zwei Monaten. Tas Gericht hat eine Bewährungsfrist abeclehnt. Ter dritte Angeklagte mußte aus Mangel an Beweistu freige sprechen werden. Tas Urteil wurde am 12. Juni 193l von der Berufungsinstanz bestätigt. Schriesheim, Bergsfrassse In der Nacht vom 5. Juni 1931 sind zwei Grabdenkmäler von Krndergräbern umgeworsen und ein weiterer Grabstein zertrümmert worden. Tie Täter waren zwei Mitglieder der NTTAP. in Tchriesheim. gegen die die jüdische Gernein.de Strafantrag stellte. Einer der Täter erhielt bereits Anfang April d. I. einen richterlichen Strafbefehl in Höhe von 14 Tagen Gefängnis. „SSV/^stSCZMS ..Man dürre sich nicht wundern, wenn in Teutfchland der Antisemitismus wächst und der Judenhaß in den breiten Blästen Formen angenommen hat, die, ohne daß einer dazu aufzurufen brauchte, g e w a l ls a nt zur Entladung drängen." (Tr. Goebbels im „Angriff" vom 28. Februar 1931.) „Meke den jüdischen Drahtziehern" „Wir wollen keine Judenpogrome, aber wehe den jüdischen T ruht Hebern, wenn auch nur einem einzigen Führer ein Haar gekrümmt werden sollte. Einen solchen ^tnrm der Volksempörung wird Deutschland noch nicht gesehen haben, wie er dann über die Häupter der Schuldigen kommen wird." <..V ölkischcr Beobachter" vom 1. und 2. Tezcmber 1930.) kreisteti. Baden Tie Tannenhecke, die den israelitischen ' Friedhof umzäunt, wurde am 21. April 3931 von ztvei 19 Jahre alten Bur'chen in Brand gesetzt. Ter Haupttäter ist eifriger Anhänger der Nationalsozialisten. Berlin In der Nacht vom 16. zum 17. Februar 1930 wurde die Synagoge Kottbusser Tor in Berlin in einer Weife besudelt, wie dies bisher weder in Berlin noch im Reiche der Fall war. Zwanzig Hakenkreuze in Höhevon je einem Meter bedeckten die ganze Front des Gotteshauses und seiiwTüren, lieber die grnze Breite der Fan ade erstreckten sich die Worte: ,chmda verrecke, Judas den Tod, die Rache naht!" Bor Gericht entchuldigten sich fünf einem nationalsozialistischen Sturmtrupp angehörende ugendliche Täter damit, daß sie stark unter dem Einfluß von Alkohol gestanden hätten. Tas Berlsiner Schöffengericht hielt aber trotzdem eine cremplarnche Strafe für angebracht und verurteilte jeden der fünf Täter zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Ter Staatsanwalt hatte neun Monate beantragt. Buchen i. Boden Am Versasstmastag (11. August 1931) wurde. ein Fenster der Synagoge von in der Stadt herumrandalierend:» Rechtsradikalen eingeworfen. Ter Haupttäter Wittemann, der feit langem als Nationalsozialist gilt, wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Lberstaatsamvalr hat wegen des ihm nicht ausreick)end erscheinenden Strafmaßes gegen das Urteil Berufung eingelegt. Zum zweiten Male! Frey st© dt In den letzten Novembertagen wurden in L ü - nebutß von bisher unbekannt gebllebenen Tälern 15 kleine bunte Glas'Reiben der Synagoge durch ^teinwüne zertrümmert. Auch die Fenster der Svnagoge Frevstadt (Westpr.) wurden eingeworsen. Mit Rücksiäst darauf, daß dies schon das zweitemal geschehen ist. und daß in Frevstadt im Jahre 192.3 bedrohlichere juden'eindliche Aussckreitungen vorgekonunen sind, hat der Landesverband Ostpreußen des Eentralvereins den zuständigen r'andrat des Arrestes Rosenberg (Westpr.) gebeten, auf Grund des Ministerialerlasses des Preußinen Innenministers vom 17. September 1931 einen stärkeren polizeilichen Schutz rinzusetzen.

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