Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1931-11-27 · 48 (27.11.1931) · p. Seite 542

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
48 (27.11.1931)
Date
1931-11-27
Page
Seite 542 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2277379-2277886-2277934--07054-2287926
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

542 Goläsclieläer - Dlabsti&er - Hälirmltiel C1, Stellplatz S434_ hat sic gegen Iiäöenfeiv.d'chas: oder Boykott zu käiupfen. Auch für diest sozialen Röte findet die Frau i:n E. V. Verständnis und Mat. So braucht die Frau den E. V. — aber der E. V. braucht auch die Mitarbeit der Frauen. Tic Frau ist von je das ausgleichende und vermittelnde Elenreut, und deshalb muß ihr die Arbeit für die C- V.-Idee besonders liegen. Tenn der C. V. ist vor allem bestrebt, die religiösen mit den staatsbürgerlichen Forderungen zu durchdringen und die Spannungen zwiscHm Teutschtimi und Judentum zu innerem Ausgleich zu bringen. £b cs nun zweckmäßig ist, die Frauen in die Reihe der Männer und der Jugend zu stellen, ob Frauengvuppen befürwortet werden sollen, sei hier im einzelnen nicht erörterr. Wenn hin und wieder aus Wunsch der Frauen Sondergruppen in Form loser Arbeitsgew.eiuschasien oder anders gearteter Zusammenschlüffe. entstehen, so ist das lokal begreiflich und berechtigt. Tie Frauen wollen sich damit nicht von der allgemeinen Arbeit ausfchließeu, aber sie verlangen nach einem Bildungsprozeß umbauender, eindringlicher, systematischer Art, der zu ganz anderen Bildungswerten führt. Er soll die Blatter befähigen, die politische Grundlage, die Kultur ihres Hauses, ihrer Faunlie zu gestalten, soll die Bermsfrau die Zusammenhänge, in denen sie steht, tiefer erfassen lehren. Blanche Frauen wollen eben lieber von Frauen aufgeklärt werden: ihnen mästen Gedanken anders dargeboten werden als dem Manne, der mehr ans das Abstrakte undMittelbare gerichtet ist, während die Frauen sachliche und bildhafte Gedanckengäuge bevorzugen. Häufig wollen die Frauen sich auch erst in Sondergruppen bestere Politische und historische Kcnnmiste erwerben, che sie in die Zusammenarbeit mit dem Manne cintrek-n; auch die aus Unsicherheit der Kenntnisse oder seelischer Scheu beruhende Unsichcrheir überwinden viele leichter in den Fraucngemein'chaften. Niemals aber darf Frauenarbeit sich in Gegensatz zur Mänuerarbeit stellen bedeuten; in jedem Falle muß es ein Zusammenarbeiten, kein Streben nach Sonderrechten sein! Wir alle wisten, daß weder in der allgemeinen politi'chen Arbeit noch im Eentralvercin der Arbcitsanteil der Frauen so groß ist. wie er es sein sollte. Tie 'etfjulb lag bisher auf beiden Seiten, und beide Seiten sind willens, das zu ändern. Es geht ans die Tauer nicht an, daß man die Frau nur Vor Wahlkämpfen und bei ähnlichen dringenden Anlässen ruft, daß man sie aber in Zeiten der Ruhe und Sannnlung vergißt. Ihre Arbensfrcudigkeit und Begeisterung können sckmerzlich darunter leiden und gerade die Besten der Arbeit verlorengchen, wenn man sie nichr auch sonst zur Mitarbeit heranholt. Tie Frauen fordern rächt Anerkenntnis ihrer G'eill)- artig keir, sondern ihrer bleich wertig keil. Männer und Frauen aller Stände, Jugend und reifes Alter sollen sich zusammenschticßeu! Sie will der Eentralvercin umschließen, weil jede Bewegung beides nötig hat: den jugendlichen Schwung, Reise und Weisheit- * Und die Frauen wüsten endlich erkennen, daß sie nicht länger zu rückstehen dürfen! Erfreuliche Tinge sind es wahrlich nicht, die uns rufen — cber das ist in diesen Rotzeiten kein Kriterium! In einer Zeit, da bas deutsche Volk von Haß und Zank zerrieben wird, mästen und wollen wir Franen irn vollen Bewußtsein unserer Berautwortung hier und heute, arbeiten, in der Liebe und im Stauben zu 'unserem Vaterland, dem voir uns zugehörig fühlen, mit dem uns Sasicksal und ^11^' vereint. Tragen wir Frauen dazu bei, die Gegensinn zu mildern: unsere Arbeit innerhalb der Parteien und Bereinigungen! sei von dem Vorsah getragen, auszugleieheu und zu entgiften. Stärken wir die ausbauenden Kräfte, wo immer sie vorhandni sind, fördern wir die Entwicklung der Abwehr- und Rotgememschaft zu einer Tatgemeinscbast. Stärken wir das ethische und religiöse Bewußtsein der Frauen, beseelen wir cs mit neuen Erhalten. Tenn die Frau wird ihrer Natur neu um so stärker für unsere Eentralvereius-Saa e eintrcten können, je mehr sie ihre sittlichreligiöse Notwendigkeit erkannt hat. So trage eine jede von uns dazu bei, lhitc.f; zu lindern, Vorurteile wegzurüumen nach dem Worte aus den Sprüchen der Väter: „Kurz ist d-er Tag und groß ist das Werk' Tir liegt es nicht ob, das Werk zu Vollender. Aber dir steht cs auch nicht zm dich ih.u zu entziehen!" PSld FrCOycSiil}- bewegyrsg / Dr. eis© uiich-Beii Es kann {ür den, der die Geschichte kennt, kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Lebendigkeit des Lebens sich in der Gewalt polarer Spannungen sammelt und von dort aus stets zu neuem Ausgleich vorhandener Energien und Kruste drängt. Aus die klare und nüchterne Derstandesherrschast der Ausllärunaszeit folgt das tolle Treiben der Geuieperiode und nach der geistigen und seelischen Formvollendung der klassischen Zeit hebt die dunkle Mystik romantischer Gefühle an. Ter großen antithetischen Bewegung geschichtlicher Tynami: verbinden sich d i e Gegensähe, die durch die natürliche Folge der Generationen bedingt und, und steigern und verwirren zu gleicher Zeit das Bild. Vernachlässigte und übersehene .Kräfte drängen mit der Gewalt unterirdischer Quellbäche an die S verflache und gestalten das ihnen erreichbare Erdreich um. Tiefe Bewegung des Lebens, die ein Stück nationalen und menschheitlichen Seins darstellt. kann man beschreiben, verstehn, deuten, durch sein eignes Leben verwirklichen, bejahen oder verwerfen, man kann aber au diesen Formwendel des Lebens, des nationalen und des men'chhcitlichen Lebens, unmöglich mit den Maßstäben von Gut und Böse, von Wahr oder Falsch berangehen und sich unterfangen, sie von dort auzu westen und zu begrenzen. Hat die Wahrheit der Mystik irgend etwas mit der geschichtlichen Rotlvendigkeit der Scholastik zu tun? Ist Lastings „Rathau der Weise" dum schon des im io anders zu bewerten als Schillers „Räuber", weil das eine Werk in der Auskläruugszeit wurzelt und das andere den Sturm und Trang darstellt? Gibt cs nicht ein zeitloses Reich geistiger W-erte, das durch alle geschichtlichen und damit zeitbedingten Verbrämungen hindurch mit dem Anspruch unbedingter Gültigkeit vor uns dasteht? — Daß er dies nicht in der kämpferischen Auseinandersetzung — da wäre cs zu crtrageu —. sondern im Kern seiner Anschauungen incht wahrhaben will, ist die geistige Nrsünde tcs Rationalsozialisnms und macht die Aussprache mit ihm unfruchtbar und schwer. * Auch auf dem Gebiet der Frauenbewegung. Tie Frauenbewegung wird in der Togmatik der nationalsozialistischen Gedankenwelt als ein Kind des verhaßten Individualismus und Liberalismus mit Spott und Verachtung abgetan. Für den Rationalismus ist ja Individualismus jedes Bestreben, das vom einzelnen ausgeht und damit die Ichsucht zum Maßstab des Handelns macht. Indern aber Individualismus mit Ichsucht identifiziert wird, ist kurzerhand die Gleichung Individualismus — Liberalismus Von Ramchersorqen befreit <aü$Tri ist.werOesterreichischc Regie-Zigaretten raucht, Zigaretten von Wohlgeschmack und Rasse- Memphis ISi. Sorte Khedive 5 Pf. 6 Pf. 8 Pf. Sie werden unter diesen drei Sorten sicherlich die Ihrem Geschmack entsprechende finden MÖNCHEN!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.