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Central-Verein-Zeitung · 1931-11-13 · 46 (13.11.1931) · p. Seite 526

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
46 (13.11.1931)
Date
1931-11-13
Page
Seite 526 (sequence 2)
Language
German
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SLö Nationalismus -n y.-^ Th o : TL TI;; ' „j . ■ -; 3 o iL-2ß^ CUC. C^*£Ly ^»2S^»L jti 'voj'Ji Dr. Hans H e r z f e I d hat in der letzten Nummer dieser Zeitung die nationalen Strömungen geschildert, die, als Bewegung die Parteigrenzen übergreifend, Deutschland zurzeit durch fluten. Vdir haben zu diesem Aufsatz eine Reihe teils zustimmender, teils kritischer Zuschriften bekommen, die alle das Gewicht, aber auch die Problematik dieser Bewegung kennzeichnen. Bei der Aktualität des Stoffes und der grossen Anteilnahme, die seine Behandlung in unserem Leserkreis gefunden hat, eröffnen wir gern die Aussprache darüber und veröffentlichen heute eine Entgegnung, die wesentliche Gesichtspunkte zu der besonderen Frage, ob der deutsche Jude in dieser nationalen Front Mitarbeiten kann, bringt. Die Schriftleitung. Tie Ausführungen Tr. Herzststds sind hu sofern - von GcLuan ale sie une auf die Avt- Wendigkeit Hinweisen, im-i nie deutsche Juden mit den Bestrebungen de5 sogenannten ..Neuen deutschen Nationalrsmus" auseinanderzusetzen. Wir sind mm, hohe ich. mit Tr. Herzseld durchaus einig in der ÜmüJhma, daß der Nationalismus in seiner Heutigen e-orni und hcjonbcr-5 in seiner deutschen Ausprägung^ er dem. deutschen Juden unmöglich tnacht, sich in die sogenannte „Aatirrafe [s-icnt" einzurecheu: darüber Hinaus verliert die nationale Bewegung infolge ihrer einseitigen Begründung des Nationalstaates vom Aaüenmahigen her iwtwenAe an innerer Tiefe wie auch an Werbckrast im besten Timte. Ter in den Traditionen des deutschen Idealismus grostaewordeue deutsche Jude wird sich infolge der ost zutage tretenden idealistischen Grundhaltung der junguationalen Betvegung rein instinltmästig zu dieser hiugezogen fühlen. Gr wird sich jedoch keineswegs verhehlen dürstn, daß mit einer eventuellen A u s s ch a l t u n g des v ö l k i s ch e n P tiiu zipZ im Lager der nationalen Front das Problem für den Juden durchaus n i ch t gelöst ist. Zuerst ist es eine Frage, ob es überhaupt möglich ist, die Jndenseindschaft ans dem. eisernen Bestand des nationalistischen Programms auszumerzen. Teien wir uns doch darüber klar, daß diese Judenfeindschast nach innen ja nur eine notwendige Ergänzung der Auslaudsfeindschast nach außen darstellt. Beide Angrisssstellungen entspringen demselben Beweggrund: der bedingungslosen Ablehnung aller Bewegungen, die gewillt sind, die Zukunft der Menschheit auf der parlamentarisch-demokratischen Grundlage der Gleichber echki gnn g und H um a nit n t aufzubauen. Denn aber erst diese Grundlage iw. Tritten Reiche erschüttert ist, wo bleibt da noch eine Möglichkeit, nch für die juristische und moralische Gleichberechtigung der Inden cinzuseßen? Run gibt es tatsächlich innerhalb des deutschen Nationcli-mus auch einzelne Gruppen, die tnt kommenden Reiche auch für Juden eine Eristenzmöglichkeit sehen, aber nur für diejenigen, welche selbst die Forderungen des einheitlichen Nationalstaates anerkennen. Beriteheu wir uns aber recht, Herr Tr. Herzfeld: Erst dann ist die gleichberechtigte Gristcnz der Judcnheit gewährleistet, wenn diest Gleichberechtigung auch jedem Juden, unabhängig v o n seiner politischen oder kulturellen Einstellung, gewahrt wird. Ter junge Nationalisums aber, soweit er nicht von vornherein grundsätzlich nniifrmittfcf) ist, ist doch höchstens für die Gleichberechtigmtg der Juden zu haben, die willens firh, seiner eigenen Fahne zu folgen, nicht aber gilt dieses Zugeständnis dem pazifistischen, marristischen oder sonst politisch anders ein.gestelltcu Juden. Hier scheiden, sich die Wege derer, die unter Gleichberechtigung die Garantie für alle Juden verstehen, bmd derer, die nm ihrer Anerkennung von seiten des Nationalismus willen selbst ihre andersdenkenden Glaubensgeuomm dem Schicksal der Rechtlosigkeit überlassen würden. .Wir erkennen in diesem Zusammenhang aber auch, wie wenig die gesamte Frage rin rein jüdisches Problem ist, mm sehr sie vielmehr von grundsätzlicher Bedeutung 'ür die Gesaunbeurteilung des Nationalismus wird. Tie Juden spielen hierbei einzig und allein die Nolle des unglüetlichen Tewonstrauonsobstkts, an dessen Behandlung die ganze innere Einstellung der nationalistischen streife in voller Teutlichleit zum Ausdruck kommt. Beben wir alw vom Indischen ab, so mimen wir allein ab Menschen, die für friedliches Zusammenarbeiten der Auitimten sowie a l l g e m e i n e G l e i ch berechtigt! n g eintreteu, energisch von jedem Nationalismus abrüden und uns der Front zugeselleu, die ohne Einschränkungen und Bodiu- „Das alisiräer christiichs Geschäft" Ein wichtiges Llrieil des Oberlandesgerkchis Hamm In einer Ctadr Wesrdouischlands bestehen zwei handelsgerichtlich eingetragene Firmen desselben Geschäftszweiges, in denen neben genügenden Unterscheidungsmerkmalen der gleiche Zuname enthalten ist. Ter stonseisiou nach ist der Inhaber der älteren Firma Jude, der der anderen Firma Christ. ^Tiefer brachte an seinem Geschäftshaus eine Reklame au, in der er. ohne weitere Angabe über den Mitbewerber, sein Geschäft als. „d a s alleinige ch r i st - liehe Geschäft bezeichnete. Ter Inhaber der alteren Firnta sah darin einen unlauteren Wettbewerb. Er beantragte daher den Erlaß einer einstweiligen Beringung mit dem Ziele, dem Inhaber der christlichen Firma" auszugeben, die vorgenannte Peklame zu beseitigen. Tas Landgericht w'.es durch Urteil den Antrag auf Erlast einer solchen einstweiligen Bersügung ab mit der Begründung, das; sich die Betonung der Zugehörigkeit zu gewissen Gruppen, z. B. konfessioneller, politischer, lokalpolitiicher Art so allgemein durchgesctzl habe, das; auch die geschäftliche Ausnutzung solcher Gruppen Zugehörigkeit nach den Berkehrsanschanungen nicht als unlauter zu betrachten sei. Tie hiergegen von der Antragstellerin eingelegte B e r u s u n g hatte vollen Erfolg. Tie Antragegegucrin wurde nunmehr verurteilt, das Rellarneschild sofort zu beseitigen und die kosten beider Ncchtszüge zu tragen. Tas rcchtslrästige Urteil de- ^pezialsenates für ncuucrbücfjen Recht-sthuü de- Lberlandesgerichtin Hamm vom Ist. Hltober d. I. lAktenzeichen 3 U tLn/Oh entmidett dazu in den Eulseheidrrugsgründen u. a. folgende bemerkenswerten Grundsätze: „Tie Reklame der Autragsgegnerin in ihrer unstreitig gewählten Form enthält eine, trenn auch nicht^ausdrüdliche, ''o doch für jeden erkennbare Stellungnahme gegen die Antragstellerin. Es handelt sich, nm eine Form der Werbung, die man im Wettbewerbskamps aU- A bspc n ft i g m a ch en v o n st tt n d c n be 3f lehnet. Wie im allgemeinen jede Wettbewerb-Handlung. so ist auch das Absven st igmachen von stunden erlaubt, sofern leine unlautueen stampimittel angewandt werden, llnlatster sind aber Gcschästshandtuugcn, die den gungen die elementarsten Forderungen der Äemchkichkeit aus ihre Fahnen geschrieben hat. ganz gkeicu, ob die von den Forderungen betroffenen streife zu ihnen gehören oder nicht. lim mm noch auf die Zulunstsbef'mmgen eiuzugeben, die Tie anf den neuen Nationalismus jenen, so mö nie ich dam folgendes sagen: Auch andere Parteien und polituche Gruppen als die streife des Nationalismus arbeiten heute am Nenban der deutstlmu Nahen. Man mag über den Weg, den die einzelnen Parteien geben, verschiedener Meinung sein: einist aber ststzustellem steine dieser Parteien, mit der alleinigen Ausnahme der „Nationalen Front", bat sich bis jetzt jemals vermessen, denn politischen Gegner rnudweg die Zuständigdeit in Fragen der Nation abzusprechen. Tiefe schäbige, kurzsichtige, man könnte fast sagen, den nationalen Ausbau schädigende Haltung ist den -streifen Vorbehalten geblieben, die das Wort ..national" am hänfigsten im '-stunde führen. Bei aller Beachtung, die wir schon aus politischen Gründen der Enn.vidlung des jungen deutschen Nationalismus fdjenfen mimen. läßt sich doch das abjchiie-'ende Urteil nicht vermeiden: Ter deutsche Judo, der sein Judentum bewahren und zugleich am Neubau der deutschen Nation Mitarbeiten will, hat im Lager des deutschen Nationalismus von Hitler bis Jünger nichts verloren. Heinz Cohn. Kunden durch unsachliche Hunucisc, d. h. durch solche, die dcnr Geschäftsbetriebe an sich fremd sind, anzntockcn versuchet:. Hierher gehört insbesondere jede Werbetätigkeit, die unter Austerachtlannng des Grundsatzes der geschäftlichen Eachli'chkeit die privaten Berhältmife dos Konkurrenten zum Zwecke des Wettbewerbs an die Lcssentlichkeit zerrt. Deshalb verstößt auch der Inhalt der von der Antragsgegnerin angebrachten Aiauerausschrüt gegen die guten Litten. Tcun er bezweckt, in unzulässiger Weise durch Ausrrntznng der zwischen den beiden Inhabern der Geschäfte bestehenden religiösen und politischen Unterschiede aus die stundschast dahin einznwirkcn, von dem bestimmten Konkurrcnzgeschäst nicht zu kaufen. Wenn dao Landgericht ans'ührt. daß im Geschäftsleben die Gepflogenheit bestehe, sich durch seine gesinnungsmäßige Einstellung zu empfehlen, so trifft dies aus den hier zur Erörterung stehenden Tatbestand nicht zu, in welchem der Schwerpunkt nicht so aus der Empfehlung des eigenen Geschäfts, wie daraus liegt, das; der Inhaber eines bestimmten anderen Geschäftals Jude hingestellt wird. Gin Unterschied, ob die An^'orderung ausdrücklich oder versteckt an das Publikum ergeht, darf nicht gemacht werden, denn die beabüchtigte Wirkung ist in beiden Fällen die gleiches Tiefe klare Stellungnahme des Lßberl a n d e s g c r i ch r s ist des ungeteilten Beifalls aller derjenigen sicher, denen daran gelegen ist. das; auch der Wirtschastslampf mir rein sachlich geführt wird. Tie grundlegende Entscheidung ist hervorragend geeignet, einem Unfug zu steuern, der in erhöhtem Blaste den jüdistbeu Gewerbetreibenden zu treffen bestimmt und geeignet ist, aber auch allgemein dach ganze deutstche Wirtschaftsleben mit scb'.oeren Tchädeu bedreht. In allen derartigen Fällen empfiehlt cs sich daher, un.oerzüglich die crserderlichen gerichtlichen schritte zu ergreifen. Rechtsanwalt Dr. Paul Herzberg, Hamm i.W. Inmo? ü'gIuO Pölirts *3q möchte Ihnen rullleilen. daß wir fr.:*! über 15 Jahre die Zahnpaste Chlore jovA fnnur.em Noch nie hat sie uns enttäusch:! Wir hw.en ir.oner weiße Zähne nnd einen angenehmen (üejchna.1 mi wirrnde, um\o* mehr, da wir schon längere Zeit das Chlorodont-Mund« wa':tx benutzen. Auch benutzt die ganze Famllie nur Chrorodont-Zahnbür!ren." gez.C, Chudoc a, Fr... Man verlange nur die echte Cl)!orrdont-Zcchnpeste. Tube oi v!‘ u. vl) Pf., und weise jeden Ersatz dchüc zurü'k.

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