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Central-Verein-Zeitung · 1931-11-13 · 46 (13.11.1931) · p. Seite 525

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
46 (13.11.1931)
Date
1931-11-13
Page
Seite 525 (sequence 1)
Language
German
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Berlin, 13. November 1931 X. Fahrgang ♦ Nr. 46 Einzelnummer 20 Pfennig rf fö* *) yfi \rn<r? ‘'A><H>yö* ifesfö v-eGAW MD i^v sj/Vv/A |i| LNhZKB §.V. Allgemeine Zeifung desOudentums Blerteljabrc-abonnement 2,50 NM. Lzuzüsl. Lcs:rllge!d). Ccclag Jtni> LchristlciM-z: Sixtir. W 15, Cmfct Str. 42. Fer-sprechrr: J2 Dliott 5074. .:. P-Oschcck.'l>!i!°: Berlin 304 72. .:. Bxnllrnto: eresbner Dank. D-posti-nkafl- 8 2. Lsrlin-Dilmersdorf 1, Hrmnzoll-rndamm 196, und von EdldschmidL - Nochschild L Lo., D-rärr ^8. «lleinlg« Snieiflener.nelxr.ex L-nnon-en-Err-Liti-n Rudolf Särje, Berlin SW 109, und deren Filiale. Anz-ig-npre-sr:.0,S0 fer-ixr .;-,xo!!-n° 3--l° n-4 Ru.^IrM^-e» 5tormalzeilenmeffer Nr. 4, Zcinili er. Anzeigen. und Gtcücr.ßefufe (nicht Stellenangebote) für STZitglicber des Centralvereins 0,io</.cH, bis v-mm breite Vic.icr.icjei.e 3,~J -.<.«. MchAMg, MWZSZ! Die Vorgänge auf öer Hauptversammlung öes Hartmann-öunöes Ter Berband der Aerzt- Tcutschtands (Hartmann-Bunch har cm 1. November in Leipzig eine aui>:rcrb::itlicr: Haup!verstrmmlLMa abgehalten, in dev za dein zwistheu der Aerzte- \±an und den llvavkentmenverbändeu zu treffenden Abkommen Stellung genommen werden sollte. Tas Abkommen bringt grundlegende Aenderungeu in da- Beroältnizwischen Krankenkassen und Aevzten, verlang' aus der einen Teile van den Aerzten materielle Opstr, bringt ibnen aber tun d er anderen Teite große Vorteile organisatori'cher Art. Es war selbstverständlich, das; das Abkommen innerhalb der Llerzteschaft großem Widerstand begegnen mußte. Während zu erwarten war. daß dieser sich auf berusspolstüchrm (erbiet äußern würde, tarn es zur allgemeinen lleberrasehung zu s ch w e r st en K ä m Pfen parteipolitischer Natur, indem der schon feit einiger Zeit bestehende Nationalsozialistische A o r z t e b u n d gescklo''stn in den .stampf cintrat. Tiefer richtete sich gegen die Beroandsleitung. führte aber auch zu einer ö s s e n t - i: eij c n Verl ü n d ung de- P a r t e i p r o - gram nt s de- Nation a i so z i a l i st ischen Aerztebundes, der in cinmi 'einer Hauptpunkte verlangt, daß deutsche Volksgenossen nur von deutschst ä in in i g e n c x 51 c n b e - handelt werden dürfen. 6s war erfreulich, feststellen zu dürfen, daß weder die Verbandsleittmg noch die stimmberechtigten Bertretcr sich durch da- Auftreten d-er Nationalsozialisten irrema.cheu ließen, daß vielmehr der Abschluß des Abkommens mir einer sehr großen Mehrheit gebilligt wurde. Das Auftreten der llmtwmalsozialisteit ließ aber über deren P.'äne und Ziikunstsabstchten keinen Zweifel anskommm, und die jüdische La -'' '-' ' ■■ ''• -■ i!-':' '' ndlagswahl en in Hesse n am 15. Novem 1 b e r Auf jede Stimme kommt e<; an! Gegen d en ese: Radikalismus Acrztcschast wird gut daran tun, sich auf die kommenden Kämpfe vorzrrbereilcn. Ties gi'.r aber nicht nur für die jüdische Aerzteschast, sondern auch für die gesamte jüdische und darüber hinaus die nichts üdische deutsche Oefsenttichkei!, die heute stchnn Vorbereitungen treffen muß, um zu verhüten, daß das Bolkswoht in Abhängigkeit von parteipolitischen Bestrebungen gebracht lvird. Ter Ecntralverem ist die geeignete Ttelle, alles zu tun, um dem nationa'.wzialisti'cheu Vorstoß gegenüber gerüstet zu sein. Sie ArbeiisausiÄußMMg des O. A. H. Jede Führung har nur innere Berechtigung, wenn sie in sich Theorie und Praris vereint. wenn sie den Pulsschlag der Umwelt zu registrieren vermag, ohne sich von der Nervosität der Außenwelt in tver Beurteilung der grundlegenden politischen und geistigen strästeverhältume und damit in der Geradlinigkeit und Bedachtsaw.keit ihres Weges beirren zu lassen, voenu sie die Arbeitsidee stets am realen Arbeitsvermögen mißt und die Tagesarlstit sich immer wieder an der Arbeitsidee neu orientieren läßt: '<ro saß: die Führung des C. V. ihre Ausgabe auß Ter Arbeitsausschuß des 6. V. trat am 8. d. M. .zi: einer Beratung zusammen. In seiner lebten Pistung, am?J). August, war es ihm geltmgen, die Kräne und den Witten, die im 6. V. wirksam sind, richtig ein Zuschüßen: nach wenig mehr als drei Monaten, einem heute unendlich langen Zeit raume, war cs möglich, auf der Grundlage der Bechlüsse vom August weiterznarbeiteu. Ter Klärung voichtiger organisatorischer Fragen war der Vorabend gewidmet. 6iue größere Anzahl von Vorstßenben um'erer Landesverbände beriet unter Leitung de- Vorstßenden d.s Verwaltuugsausschnsses, I. Baruch, und in Anwesenheit von Justizra: Tr. B r v d u i t; über organisatorische Iragen. Nlancher mag meinen, das; in den gegenwärtigen Zeiten die Erörterung solcher Angelegenheiten überflüssig, Zeitvermmmüs. mangelnde Einsicht in den Ernst der Lage des deutschen Judentums sei. Wenn nur im Eentralverein die Organisation als 3 c T 6 ft z w e ck sähen, batten die Kritiker recht. Wenn aber die Ueberprüfung der Bereiusorganisation dem Willen entspringt. Form und Fnhalt immer stärker zur Einheit zu fügen, die Aktivität der Menschen im Verein ebenso zu erhöhen wie die Äampstrast des Vereins nach außen zu stärken, wird sie zu einer zeitgemäßen und drängenden?lufgabe. Tie sorgsältige Arbeit dieser Vorkonferenz ermöglichte in der Titzung de-Arbeitsausschupeam. 8. d. M. selbst eine 'schnelle und inhaltsvolle Beratung und Beschlußfassung. Unter Vorsitz des Bereinsoorsißendeu. Justizrat Tr. Brodnitz, begannen die Beratungen in den Räumen der Hauvtgeschästssiettc am frühen Vormittag und endeten nach kurzer Unterbrechung am späten Abend. Arbeitsaus'chuß, Landc-verband-vorfißcnde und Verwalmnasaus'chuß berieten, um das be'ouderen Zweckes willen erstmalig gemeinsam und bewältigten die umfangreiche Tagesordnung bis auf de:H letzten Vunkr. Referate von Rechtsanwalt Alfred L i ch t e n b e r g (Hannooer) über die Reorganisation der Landesverbände, von I. B a r u ch und Tr. Lllired H i r ch b e r g über Finanz- und Ve r waltungs f rag en. von Tr. Alfred Wiener über Probleme der Aliiglieder- und Finanzwerbung fanden in der Aussprache wertvolle und dankenswerte Ergänzungen. Zur freudigen Ueberra'chung oller Anwescndm konnte der Beferen: miueilen. daß aus Berlin, aus K ö l n ‘ aus E s s e n und au.s H e s se 11 - R assa u Hundewte von Neenanmelduugen vorkiegen und daß Sammlungen, die in Ostpreußen. lll i e d e r s ch I e s i e n und Berlin eingeleitet worden und, dank der verftändn:soollen"Oowrbereitschaf: unserer Freunde nennenswerte Ergebnisse gezeigt haben. Tie Bedeutung der Ttettungnahme unserer -Freunde ans t-em. Lande liegt darin, daß sie den wichtigste n Faktor unserer gesamten orgairisatoristcken und politischen Rechnung, die Acitgliederfchasr des Eentralvereins, zu einer bekannten und meßbaren Größe werd-en ließen, mit dar die Leitung des Eentralvereins in der nächsten Zeit rechnen kann und wird, weil der Lebenckwitte der deutschen Juden und dedeutschen Jeideutums durch die Zeit ungebrochen blieb. Wie real dieser Witte zur Behauptung ist, mit welchen Niöglichkeiten er rechnet, welche Kräfte er eimsttz-m kann und wie seine Aussichten sind, zeigte das Nestrat, mit dem Tr. Hans N e i ch m a n 11 die Nachnuma g-sümn g ein testete, und den Auftakt zu einer außerordentlich eingehendei: Au-so rache über die politische Lage und die p 0 l i t i sche Arbeit des Vereins gab. To sehr sich auch seinen Ausgaben gemäß der Arbeitsausschuß b e s 0 n derden Fragen zuwandte, für die der Eentralverein Antworten suchen im> geben muß, so notwendig war es. das; die wichtigsten allgemein-politischen Ereignisse der leisten Wochen gestreift und gewertet wurden. Tie bedeuname Tagung des Zeutrumsansschnsies mit den großen Reden von Prälat Tr. K a a s , Reicch-kauzler Tr. B r ü n i n g und llllinistm' Tr. T i e g e r w a! d wurden erwähn: und die Absaga de- Zentrums au den N'ation.alsozialismns in ihrer amgenblicklichen und künstrigen Bedeutung gewertet. Ter Eindruck von derfchwerwiegend-enWirkung der Wirtschast-kriso und des allgemeinen Berclendung-prozessts in den Reihen der demstchen Juden überschattete die Beratung und verstärkte in jedem der Anwesenden das Gefühl hoher Verantwortung bei Ttettungn.ahme und Entschließung.

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