Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 42 (16.10.1931)
- Date
- 1931-10-16
- Page
- Seite 494 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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494 *iü[)verin des Bundes *eu:fcficr graucntcrcinc. .u\n\ legte ihr ^ixt r.::i>cr/ (rmma Endcr oanftc ihr in ri::r: oiivmr.djc, in der sie ii]ic unschätzbare Tr.tazcci:, }fnc cinzigurtPe Be- Scheidenhcit, ihre r-'.enschi'.che Güte und Freuud- Schaft feierte. o~riV-1 Bcnshcimer habe nie davon ..gesprochen, ree.-:- sie für den Bund getan habe, sondern innrer nur die Leistungen der anderen .-bewundert. „Jdj mächie nicht daran denken", .ragte Frau Enden „was aus dem Bunde geworden wäre, :vem: Frau Veusheimev nicht in .den schweren Triers- und Nachlriegsjahieu wie -ein Turm n:i:er den Fühvcvinuen gestanden hätte. Wir danke n i fl r f ö r das große *S eschenk ihrer Treue in jeder 'Stunde. Es war ii}r nichts zu gering, wem: cs mit dem Bunde zusammenhiug, und deshalb ist es eine große Ehre;ür den Bund, wen.n er -Sie, verehrte Frau Bensheimer, und ihre Buch arbeit sieh auch six.t nach ^sichert, nachdem Sic .von der großen Last des ^chriftsührerantts befreit sindB Unter nüruttulaugem BeiiaU der ganzen Berünnnnlnug wurde Frau Bcusheimev auf den Antrag des Borslandes hin auf .-L e b e n s z c i t zum E er r o n m i t g l i e d des € u gere n B 11 n desvor st a n des g e - w ä h l t. Frau Ben.sbeimer ßlbst betonte in ihrem Sank an die Blikarbeäterinwen, in welchem Maße ihr die Arbeit im Bunde -ö erze u s s a ch c geircfcii sei. Mau ir.üv: sciuem Leben dadurch einen Wert geben, das; man es für etwas ein - setzt. To baba sie sich :ür die deutsche Frauenbewegung den Bund deutscher Frauenvereine tinaner:, unddaß dicw Pflichterfüllung w .viel Anerkennung gesunden habe, mache sie glücklich. Gleichzeickg mit Ad.ee Beusheimev verbogt die bisherige Bundesversid.-ende Emum E n d e r ihr Amt. Tacküv. daß sie zehn Fahre lang mit Takt und unbeirrbarer Versöhnlichkeit den Bund um die Klippen: des Parteihaders herumge'chisst mid ihn so als Baneiaeundschastlicher, vorurteilsloser Zusanun.enarbeit erhalten hat, sei ihr auch au dieser ^tteW gedankt. Tie Persöu- Echkeit ihrer ncucrwählren Nachfolgerin Tr. . Agnes von Zahnö a r n a ck, deren tiefe, .von Herzen kommende Ablehnung jeden Judenhasses uns bekannt ist, sckmint uns die Gewähr -dafür zu sein, daß diese Insel der Einigkeit und .-Eintracht im deun'chen Fraueuteben auch weiter erhalten bleibe. Dr. M. E. In Sachen „Fridcricus". In Nr. M, der ,.E. B.-Zcitnng^ vom 28. August d. I. wußten wir uns mit dem .Friderieus" über angebliche llnstimrnigkcitcn in dem. Aickmtz von Tr. Holländer „Wabrfccit und Klarheit in brr Faden wage" über die Aichiißfrit der aas Bürger und H o s f m h n n v v n Fallersleben zitiuten Verse unterhalten. Ter „Frideiicus" ha: ans einer ^doppelten Antwort gewürdigt. Zunächst muß er zu geben, daß . Tr. Holländer die Bürgcrschen Verse richtig 3i ticit bat. Boa - aber Zitat uns Interpretation der Verß von H o ] ] n: a n n von Fallersleben anlaug:, wiederholt der „Fridoricus" seine Angriffe. Er versucht, noch einen „Fall Kahn" hinzuzukoustruiown, da er annimmt, das; wir nicht in der Lage wären, die Anthologie zu nennen, der düst Verte entnommen wurden: wir -sind aber dazu in der Ba'e. Ter „Fridericus" möge also zur Kenntnis nehmen, daß sie der 1919 erschienenen. ton Julius B a b heran-gegebenen Anthologie entnommen sind. Tort möge cr sie in dem Gedicht „Wie ist dräu die Zeitung interessant" Nachlesen. Zu nnstrem Zitat waren Nur alm voll berechtigt und schließen mit dieser Feststellung die Siskusswn. In der zweiten Vcri"cntlichung wendet sich der „Fridericus" direkt an den Ecntralvcrcin und inacht liebens)viir b; j e r er e:re das Angebot, ihm die Antwort seines Herrn Z i m. w. e r m a n n in der Korrettnr- : sahne zur Veruigung zu stellen; denn auf Grund der Notverordnung Ivnr.i: aus dem Abdruck eine ^Gefährdung der össtnt sichen Sicherheit unv Trd- »nng aus Lntisimiiischer Betätigung bcrgelcitet :werden. Wir können uns danach diese Antwort vorslctten. :i 1 ir;rniIiTere Elaborate kennen nur ,-;ur Genüge und von Wert wäre uns nur cine sachliche Sttlluncncckme gewesen. Ta die Antwort'des Herrn Zirnmnmann laut cigeirein Eingeständnis des ..Fridcricus" ein antistmitisches 'Pamphlet ist, sind w ir nicht neugierig. Wb!M Ä. Lwu ßSer: ■ M KrMe M MWMrlni, Tcv Teutsche Tpro^jvcrein vcranffaltcte am 8. Tttober im Schön ebergor An: Haus rir.cn Bortrngsnlu'nd, bei dem Theologen der drei Bekenntnisse über die Spruche des Go'ckesgclehrtcm sprachen. Nach einleitenden Worten des Borsitzenden, Latidgerichtsdireklor W a ch l e r , ergrifr Prosenor V. Tr. Hermann Wolsgaug Beyer (Universität Ereisewald) das Wort zu einer Ansprache, die den Gegenstand vom Standpunkt des Protestanten aus würdigte. Ihm folgte Professor Tr. Karl E s ch lv e i l e r (Akademie Braunsberg, SstPreusienP der die Stellung der katholischen Kirche zur Sprache zum Ausdruck brachte. Als dritter Redner sprach Rabbiner Tr. B a e ck. Er führte eüra folgendes mos.' „Tic Sprache ist ein Erbe, das uns durch Geburt zuteil nurd. Sie ist ein Erbe, das mau erworben muß, um cs zu besitzen. Im Sprechen ist jeder ein Kümstlcr, oder er sollte es sein. Wenn das Kind spricht, dann dichtet es. Es hat seine eigene Sprache. Später geht ihm dann leider Stück für Stück seiner linminelbarkeit verloren. Sprache aber sollte immer nur eigene Sprache seim Wenn Gefühle schöpseri''ch werden, dann beginnt die eigene Sprache zu sprechen, die Sprache beginnt sich zum Eigenen zu gestalten. Ebenso ist es in allem Geistigen. Neues Tenken ist neues Gestalten der Sprache. Alle Religion ist der Versuch, das Hnaus''prechbare aussprechbar zu machen, dem, was über das Wort erhaben ist, das Wort zu geben. Sie ist ein Ringen um das Wort, ein Kampf um die Sprache. Ihr ist die Ausgabe gcgebcu, von.: Göttlichen, Unendlichen, Ewigen, von dem, was wir in uns erleben, zu künden. Tas Geheimnis erschließt sich nur dem, der in sich das Geheimnis erfahren hat. Taher kann n:an nur ichhaft davon sprechen. Wer in entliehenen Worten, in Fremdworien davon sprechen wollte, der wollte in Fremdem davon reden, wovon nur Eigenstes, nur Ich reden kann. Bon dem, was im" Eigensten unsagbar ist, kann der Mensch mir dichten. Und dichten kann er nur ans den Urgründen seines Jchs hervor, nur in der eigenen Sprache. Nur!ver so ein Tichter ist, kann ein Gottcsgelehrter sein. N:rr im Gleichnis kann man vom Göttlichen sprechen, in: Gleichnis des Tichtcrs. So wird das Freuidwort zur Unechtheit oder zu einer Pflicht vor der Aufgabe, zn einem Stehenblciben auf halbem Wege. Wer sich mit der „Ternnnologie" begnügt, hat sich mit dem Schein begnügt, wo Echtc-r verlangt wird. Werke echter Frömmigkeit sind immer auch Werke echter Sprache gefvescn. Nur ans dem Ich hervor, aus dem Geheimnis, das der Mensch im Ich erlebt, vermag er vom Göttlichen zu sprechen. Tarum ist manches in der Theologie nugörttich, fast gottlos, weil es sich mit der „Ternnnologie" begnügt, wo cs sprechen sollte. Es ist nicht immer leicht, den Kamps zu bestehen. Tas schwerste Ringen ist das Ringen um den Ausdruck, der Kampf, das zu benennen, das sagbar zu machen, was unsagbar ist. Wer nickst den Willen zn diesen: Kampf hat, sollte fern bleiben. Wer die Gelegenheit findet, Böller und Länder zu beobachten, der wird immer eines erkennen: die Liebe zum Vaterland, die Ehrfurcht vor ihm ist beding! durch die Liebe zu seiner Sprache. Tie Böller, aus die wir i'.eidvoll sehen, Frankreich. Italien, sind ausgezeichnet durch cine ehrfürchtige Liebe zu ihrer Sprache. Es ist nicht nur Angelegenheit der Sprachkunde, sondern tiefste Angelegenheit des Vaterlandes, ob die Ehrcrbiciung vor der Sprache in: Bolle lebendig ist. Ebenso ist es mit der Religion. Jede Religion ist der Versuch, das Unaussprechbare aussprechbar werden zu lassen. Wer selbst einmal um das Letzte gerungen hat, wird Ehrerbietung haben vor jedem, der darum ringt. E-7 ist ein alte-- Gleichnis, daß im Himmel droben die Tiener Gentes singen und musizieren, Gott der Herr aber spricht. Tie Welt der Töne vermittelt zwar auch Knude aus der Hiuunelswelt. aber über ihr steht die Welt des llvorlles. „Gott sprach, das Bsiort des Envigen erging", so heißt es. Vom Letzten zu künden, vermag nur die Sprache. In anderen Wissenschaften kann sich der Mann der Wissenschaft mit der Terminologie begnügen. Ter Gottesgetehrte darf dorr nicht stillestehen. Seine Sprache zeigt, ob er Echtes oder Unechtes kündet, ob ein Km.upiender dafteht oder einer, der die Flucht ergriff. Jakob rang mit Gott und wurde Israel — so ist auch der Gottesgelchrte ein Kämpfer, der mit Gott und dem Ausdruck des Göttlichen kämpstck Im Schlußwort betonte der Versitzende, das: die Sprache und ihre Pflege ein einigendes Vaud um alle Bekenntnisse schlinge, wie der gelungene Abend dargetan habe. Auch wir können dem Sprachverein für seine Veranstaltung und den Rednern für ihre Worte nur!;crzlich dankbar sein. l)r. E. Rfoulet und feine wirre Schrift Ter Picust'i^r Jean Jzonlct bat eine verblüsstnde Eingebung schabt. Tie drei großen Wcltrcligivncn. Ehristentum, Judentum r:nd Islam, crschcir.cn ihm als eines Geistes Kind — ein Gcd-anke. der nicht r.cu ist und. soviel wir wissen, in jener nicht unbekannten Parabel von den drci Ringen im „Nathan der Weise" cine gewisse Rolle wie:!. Ta cs nun so sei, meint Jzoulct, wäre nich:s gcflcKr.cr, als sie wieder zu „einer neuen geistigen Ü'iöd'.r zmammen;ickchließcm die dann „das Hcilmickel für das Hebel" sein n-ürde. Tic''er Jnstnr.- men'chlnß wll in der Schaünng einer „höchsten Wel'nnivcisität zur Sssenbaruug der WeUsecle' givseln, wofür Jerusalem als Trt und das Judentum als Führer auscrsehen sind. Punktum. Ter verblüffende Plan des französischen Professors hat nur einen einzigen Fehler: Jzrallet meint den geistigen Stein der Weisen gesunden zu haben — aber den gibt cs (leider!) so wenig wie den anderen, der alle Krankheiten des Körvers heilen soll. Ter Plan hat darum auch seit 'einem Bckanntwcrden vor clliä)en Jahren keine Beachtung gefunden, nnd stin Schöpfer erfreut sic!', wie uns ans Paris gemeldet wird, keinerlei Autorität. Er gilt als das. was man sofort weiß, sobald m an cm di mir einen Blick ins Inhaltsverzeichnis geworfen hat: als ein P h a n t a st und ein W i r r k o p f. Tas mit Recht vergessene Buch ist nun wieder ausgegrab.'.n worden und in die deui'che Svradie übcrstht. Es ist bei Th. Weicher, Leipzig ll'.st!. unter dem Ti:el „Paris, Hauptstadt der dllligivnen oder Tic Bckssicn Israels" erschienen. Es ist un'erer Rer dattion zur Rezension zugegangen. nicht ebne Hinweis. daß. wenn ein Vcrsas'er ein Buch „in einer Verl'.errlichuna eines einzigen!leinen Voltsstammes auf Kosten aller anderen Völler der Erd-e ausllingcu läßt", cs „von diesen, und bestimmt auch von dem betroffenen Günstling selbst nicht unwiderlcgt bleiben" könne. Und in der Tat meldet sich die antistrmti'che Prcüe schon zum Wort, so daß wir uns veranlaß! sehen, diese Zeilen der Warnung vor der wirren Schrift zu vcrösscnilicheu. Zunächst wird — in einem fünf Seiten langen Aussatz im „Wclllamps" untcr der Uebcrichrist „Paris rüstet zum Einzüge Jehovas" — der Verdacht ausgesprochen, daß Jzoulet Jude sei. Wir haben an Lrt und Stelle nachgesorscht und stellen fest, daß c r weder Jude noch j ü d i s ch o r A b st n :n m u n g i st. Tann kommt eine (sehr berechtigte) Krstik an der Wisicnfchastlichlcil der Schrill, was aber den Verfasser nicht hindert, sie als Beweis dafür anzusehen, „daß das internationale Judentum und fein Erponen', das Freiisiaurertum, den Augenblick nahe heran gckvmmcn glauben, der die Verwirllichuug des hebräischen Wetckönigttaumes bringen soll". Tiew vollkommen lonsuse Schrisl eines an'aer.'gten nichtjüdü'cden Franzosen kann zrvar kein Beweis werden, aber wieder, wie schon so oft, ver'uch-en die Judenfeinde, sie als Waffe in ihrem antistmirifcheu Rüstzeug auszubcuten - - das ist ihre Gefahr. Torheit oder richtiger Bosheit ii: es aber, das Judentum nun auch scoon für Schriften von stllchkjudm'. haftpstichllg zu machen. Ka.