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Central-Verein-Zeitung · 1931-10-16 · 42 (16.10.1931) · p. Seite 492

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
42 (16.10.1931)
Date
1931-10-16
Page
Seite 492 (sequence 4)
Language
German
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! 4n Dem öeurschen VirLschsfLsflihrLo SV Cml %■■!*> p VI' <A<T o- '7 <r , ■ \ rt/-.!,‘ ::■ -j ■■■ i. v - V v V * .* t.vV ZUM 13. Oktober 19Z1 Wenn die Neichsregierung ihren Plan, einen Wirtschaft l reizen Generatstab ein zwecken, rerwirkiichen sollte, wird zu den Scannern, die als Brüssel an den Verhandlewgen den Traa und teil. Gr wird dcunchw Mi.glled des Fw.auzaus'chw'es des Völkerburcke^. Gr begleitet nn Februar 1929 den Ncick sbvckarästdenten Gchaelst zur Vorberatung des Poung-Vl.mcs nach Pari? und ninunt auch an den Haager Konferenzen teil. Inniner wieder gelinge es Melchior bei diesen Besprechungen, wir die er sicktz in selbstloser 29eise znr Verfügung stellt, schritt für Schritt den gegnerischen llwerhän.dlcru Boden abzugewinnen.^ Tl\i Becht hat deshalb der hamburgische ^euat bei der Ueberreichuug der höchüen hamburgischee: 'Auszeichnung, der Swlten-Medaille, an Tr. Carl Melchior^betont, er habe als v or b ild l iche r B ü rg e r H a m b u r g s :t n d d e s deutschen Volk sst a a t e s U n v e r g ängl i ch e s f ü r sei n Volk geleistet. K. Z. * Ter Gent r a l v c r c i n Hai feinem Irenen?Nitßliede un.d bewäbrtcn Gönner zn seinem CO. G.rnristnae ein herzliches Clück'wunsch'chreiben nbernültelt. hi rrs! ständige Berater dein Neichskabinett in wirkjchasilrchen 2!ngelcge::heiten zur Beite stehen werden, auch Tr. Carl Melchier gehören. Tenn von allen deutschen Wirtschastssührern. ist in den letzten Jahren kaum jemand so oft in die vorderste' Schlachtliuie in dem Neparationskriege. der dem blutigen Waffengangs folgte, gestellt worden wie Carl Melchior. Taß cs jetzt gelungen ist, bei den Verhandlungen der Sachverständigen in Basel mit den ausländiüchen Gläubigern zu einer erträglichen Verständigung zu kommen, hat Deutschland nicht zuletzt denn bewährten Geschick des großen Hamburger Bankiers zu verdanken. Carl Joseph Melchior, der am 13. Oktober 1871 in Hamburg geboren wurde, stammt väterlicher- und mütterlicherseits aus jüdüchen Familien mit alter Tradition und hohem Bildnngsstrebcn. Sowohl die Familie Nlelchior wie die Familie Nöe, der seine Mutter angee.ört, sind dänischen Ursprungs. Tie Melchior? und die Nöcs spielten als Industrielle, als Politiker und als Gelehrte in Dänemark und in Hamburg eilte große Nolle. Carl Melchior, ursprünglich Jurist und für die Nichterlaustahn bestimmt, verdankt seine:! Ausstieg in bic Sphäre der Wirtschastssührer (einer i:n Jahre 1902 erfolgten Berufung zum Syndikus des alten Bankhauses M. M. War bürg L C o. in Hamburg. Tie internationale Bedeutung dieser Firma ermöglicht erihm. die verschiedensten Beziehungen anzukuüpfeu. Ter Jurist wird immer mehr zum Bankier. Ter Bankier zum Unterhändler. Ter Unterhändler zum Diplomaten. Erst der Krieg macht Carl Melchior weithin bekannt. Als Tberleutuant der Artillerie rückt er ins Feld. Infolge einer schweren Berwlmdung kommt er zunächst zur Zcmraleinkaussge'ellsch.cht, für die er in Nmnänicm mit der dortigen Negierung schwierige Vcrbaacklungen über die Lieferung von Getreide führt. Zum Hauptmann befördert kehrt er 1916 arl die Front zurück. Tie Neich-regiernng ist inzwischen auf ihn austnerkstm: geworden rmd entsendet ihn 1918 mit dem Grastu Mirbach als Finanzattachä nach Moskau. Aach dem Kriege gibt es kaum eine der großen wirtschaftlichen internationalen Konferenzen, an der Melchior nicht teilnimnu. Gr gehört zu den sechs T elegierten, die in Versailles das Fricdensdikrar euckwgcnnehmen mästen. Seine 'Warnung, cs sbUibühnen, wird nicht beachtet. Melchior nimwu dann Von Tr. Enge n N o t h (Stettin) wer schwere wirlstaastlicae Truck, der über Teurschtand lastet, macht sich in dear vorwiegend agrari'chen Gebieten östlich der Tdcr ganz^ besonders bemerkbar. Auch der j ü d i s ch e M i L L el st a n d in den größeren und kleineren Städten der Provinzen Tstpreußen. Vostn-West- Preußen, Schlcncn und Pommern, dessen Hanptkundschast die Landbevölkerung bildete, verarmt mehr und mehr. Tenn zu dem wir!schaftlichen Truck, der über allen Teilen der Bevölkerung lastet, kommt die gewiüencko'e Hetze jener Politiker, die die Not des Volkes durch Agitation gegen die jüdi'chen Kaufleute, Handwerker und Akademiker betreiben. Tie Fälle sind immer ltzäustgcr, in denen wirrstchastliche und gefell'chaftliehe Aechtung Cristenzen vernichte. Tie Tslhilst, die die Negierungen vor Monaten schon begonnen habe:', kommt in erster Linie der Landwirtschaft und den Jndustrieunternehmungen zugute, ihre Auswirkung ans andere Bevölkerungs Büch Leu, zumal auf den gewerblichen Mittelstand, ist noch nicht spürbar. Tie 2iot der jübneben ' K a i: s :n c u n s ch a f t im £|tcn steigt ständig. Jn'olvenzen und Konkurse mehren sich in erschreckender Zahl. Wer heute in einer Zeitung Tudemstlstands die traurige Liste der Zahlungseinstellungen liest, erkennt mit . Gntsttzen den unverhältnismäßig hohen Aisteil Ich hatte unsere Groß-Berliucr Privatzusa.mmen- “.' ' . fünfte erwähnt, als sich eine der Tameu sowrt bemit Neckst, denn stets haben steh gerade die Juden in den wirkstchaft!ich, 'politisch und kulturcu bedrängten Gebtcteu/es sei nur an Tber sck lesien erinnert, als die treuesten Timer des /Vaterlandes erwi-.seu. Teehalb wäre es auch für das Tentschkmn ein unersetzbarer Verlust, wenn nickst gelänge, den bliedergaug dieser Juden in: deutscnen Tuen aufzuhalteu. Und so könn.ten die deutsehen Juduu wenn sie heute aneh za materieller Unterstützen.u.g der Juden östlich der Tder nickst in der Laze sind, doch diese geistige Tsthstse aufreehlerralten: Wen heute wirtschaftliche Beziehungen zum demsck'en Tstcn :md zu den Jucken in den T st Provinzen binde::, der juche diese Verbindungen aeisrechnuerhalteu. Wer ans den Gtädteu des Tüens stammt und in einer anderen Gegend Tcutserstands eine sichere Gristenz aestmden hat, der hwse der Gemeinde und den Cinrichnmgen seiner Heimatstadt. Tie jüdischen Traanisatione:i aber, v v r a n der Gent r a.! v c r e i n, mögen auch in dieser Notzeit die Arbeit für den Tuen nicht vernachlässigen. Gerade in Zeiten tvirtsehastlicher 'No: sind die Nlensthen dankbar, wenn sie das Be:owhlseiu haben, daß sie nicht allein sind, daß mau mit ihnen fühlt und ihnen Helsen will. Gerade den Menschen in kleineren Trten stchlt o't scheu die Möglichkeit, sich durch Aussprache über ihre Sorgen. eine kleine Erleichterung zu schassen.. Wie dankbar wird der Bestich eines aurwärtigei: Neduers, der ein Herz für die Nckmichen und einen sicheren Blick für die ja leider ofr nur geringen Möglichkeiten der Hilie hat. in einer kleinen Gemeinde empfunden. Tie Juden im Lsten Tentschlands werden eine solche verstärkte Anteilnahme ganz besonders dankbar begrüßen und mit neuern Mut an die Verteidigung ihrer Gristenz und au die Erhaltung ihrer Giurichtungen gehen. £. V.-Veranstaltungsn ln Herliner Privathm-sern Fast 100 sichen schon bereit Tcr Ausruf an unsere Hausfrauen in Groß- Berlin, ihre Wohnungen für Ausfprachenachmittage oder -abende zur Verfügung zu stellen, hcw eine unserer Arbeit entsprechende würdige Ausnahme gesunden. Fast 109 Privachäuser haben sich in dankenswerter Weise uns zur Verfügung gestellt, und es wird unsere Aufgabe sein, diese Ardeck.sidee schöpferisch ausznwertcn. Cs werden an dieser Stelle von Zeit zu Zeit genaue Berichte über die Anregungen erfolgen, die wir aus dieser Arbeit gewinnen werden. Um die Möglichkeit von Veranstaltungen in Privathäustrn auch im Nciche zu erproben, habe ich gelegentlich einer Bortragsreise im Thüringer Land einen Vormittag für eine solche Aussprache genutzt. Cs war der Vormittag nach einer voran- IjCr.den abenblichcn Trtsgruppenveranstaltung. jüdischer Nonnen. Ticstr Nictero-emg des jüdischen Nckittetstandes ist aber weit über die Grenzen der Tstprovinzen einer besonderen Betrachtung voert, weit durch die stchlechte Vermögenslage des einzelnen die j ü d i s ch e n G e m e i n - den des Tstens in schwere Bedrängnis geraten. Tie Institutionen und Vereine in den größeren und kleineren Genieinden des Tstens vermögen heute nur mck: größter cklüne die notwendigen Mittel für die wichtigsten Aafeaben zu erhalten. Aus diese besonderen Verhältnisse im Tsten sollte man auch, in jüdisck'.en .'kreisen seine ga::z besondere Ausmerkstrw.keiL richten, damit nicht aus der w i r : s ch a s t l i ch e n Not ein kultureller Niedergang des Judentums in diesen Teilen Teutsckstauds folgt. Ter Geutralvcrei n hat immer in vorbildlicher Weise die lFnteressen der deutschen Juden in den Grenzgebieten und in den abgetretenen Gebieten gefördert. Und dies reit erklärte,' die Probe auf das Crem.pct zu macben. Sie wollte a:u kommenden Morgen etwa 12 Damen, von denen der größte Teil al>cnds nicht amoescnd war, zu einer G. V. - V o r - m ittags st it n b c eiuladeu. Als ich mich um VA'2 Uhr cimand, in der Annahme, daß unsere Hatissrauen sich nicht so plötzlich ihrer Hausfrauenpflichten entledigen lönuten. hatten sieb schon zehn Tarnen zusanuuengesnnden. Dieser Widerhall loste in mir die ganze Begeisterung zur G. V.-Frauenarbeit aus, und in einem mehr als eiustüudigem Neferat war die eigene Liebe zur Arbeit auch die Gothaer Tannen übertragen, die sofort eine C. V.-Fraueu-A'rb-eitsgemeinsch.cht begründeten. Ich bin überzeugt, daß überall im Ten Lücken Reich unsere Arbeit vertieft werden rvird, wenn Privatveranstattungen zur Ausgabe dicüs Winters werden. ^Inrcrnrete Fried. Winterhilfe ist vaterländische Pflicht!

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