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Central-Verein-Zeitung · 1931-10-09 · 41 (9.10.1931) · p. Seite 483

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
41 (9.10.1931)
Date
1931-10-09
Page
Seite 483 (sequence 3)
Language
German
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4ZZ 6$ *a & ** fa SjM<lÜkj ^; V > v Kr. 107 Auf dem jüdischen Waldfried- Hof in Westcrcappcln in Westfalen wurden vier Grabsteine gewaltsam beschädigt und der Versuch gemacht, weitere Grabsteine umzuwerscn. Aus die Ergrenung der Täter hat die jüdische Gemeinde Westercappeln eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. * Die Lifts btt Friedhofsschändrrngen in Deutschland 1923—1931, über d-ereu Herausgabe durch den Centralverein wir hier berichteten, ist soeben in 2. Auflage er'ckneucn. Die Lifte mußte innerhalb von vier W v chr e n u ux vier weitere Fälle von Fried, hofsschan düngen vermehrt w erden.!! Sie enthält jetzt da? Material über 106 Schändungen jüdischer Fricdhwe und ist wirklich' ein crschücterndcs „Dokument der politischen ^und tulturellen Verwilderung unserer Zeit". §m WellMMfüiH öruWre LuNM Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände, die überparteiliche Spitzenorganisation zun Bekämpfung der Kriegsschuldlüge und des FriedensLiktates, der der Eentralderein seit Jahren als korporative- Mitglied anvchört, befaßte sich auf seiner diesjährigen, im Weißen Hir'ch bei Dresden veranstalteten Reichscagung insbesondere mit der Frage der Remsion des Doung-Blans. Ter soeben er» schienene Tagungsbericht gibt die einzelnen Borträge im' Wortlaut wieder. Sie weisen auch für die Ueberwindung der gegenwärtigen Katastrophe notwendige Woge, die in der Forderung nach Revision des Derpailler Friedensrertrages als des Ur'prungs der deutschen und europäischen "Not gip'eln. Zu den Neserenten gehörten u. a. Reichsbankprästdent a. D. Dc. Schacht, Or. d. e. Hans D r a c - ficr, Dr. Eugen Fss cher sowie die Reichstagsabgeordneten Ernst, ßenimei und Prälat Ulitzka. Bolen Der Generals ikrctär des American .lecviad Gocunu'tvc-e, Diorris W a l d m a n n, gab dem Vertreter der Jüdischen Delegrapheuogcntur ('II/J eine Schilderung seiner Eindrücke, die er in mehrwöchigem Ausentba'ue in Polen gewonnen hat. Er hat das große Elend der jüdistchcn Bevölkerung dort gesehen, glaubt aber doch zu einem gewissen Ortiunsmus berechtigt Zu sein. Polen müsse, so führte er aus, seine Industrie entwickeln und der südischan Bevölkerung den ihr gebührenden Anteil cm der industricllcn Entwicklung einräumen-^das werde nicht nur den Juden, sondern allen. Teilen der Bevölkerung Zugute konun.cn. Heute sei es Ausgabe der Negierung, den unnatürlichen Truck, dem die jü- Unser Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen in Ostseebädern und gegen deren Duldung durch die Kurverwaltungen hat in unseren Mitgliederkreisen und darüber hinaus einen lebhaften Widerhall gesunden. Wir haben eine Reihe von Zuschriften und mündlichen Nachrichten erhalten, die beweisen, daß wir mit dem energisch betriebenen Kamps gegen die Unwürdigkeiten in deutschen Bädern auf dem richtigen Wage sind. Bezeichnend ist, daß uns eine rechtsstehende nichtjüdische Persönlichkeit in unserem Vorgehen beipflichtcte, indem sie daraus hinwies, daß jeder einsichtige Deutsche, gleich welcher Politischen oder religiösen Richtung, dafür eintreten müsse, in Kurorten und Bädern jede Herausforderung politischer Art zu beseitigen. Solche Orte sollten nur der Erholung aller dienen. Indem wir diesen Kampf führen, sind wir uns bewußt, für eine Milderung der politischen Gegensätze, eine der dringendsten Ersorderniste der Gegenwart, einzutreten. Dieser Kampf muß aber weitergehen, um Erfolg Zu haben. Wir bitten daher alle unsere Freunde und Freeundinnen, die sich im Jahre 1931 in 'Ostseebädern cusgehalten haben, uns mitzuteilen: 1. welche schlechten Erfahrungen sic auf unserem Gebiete gernacht haben und in welchern Bade, 2. welche guten Erfahrungen sie gemacht haben und in welchem Bade. Aus Grund dieses Materials werden wir in der Lage sein, vorwärts zu fommen, um für einen von Hcraussorderungen nicht beeinträchtigten Besuch der Ostseebäder 1932 entsprechend Vorsorge Zu tresstn und Auskünfte, umfangreicher nnd anders als bisher, geben Zu können. Wir sind einer lebhaften Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands an dieser wichtigen Arbeit sicher. Eentralvcrcin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. bische Bevölkerung weit mehr als alle anderen Berölkerungselemeute ausgesetzt ist. Zu lindern .... Zum Schluß sprach Morris Waldmann die Hossnung aus, daß das beim Warschauer Institut zur Erforschung der Nationalitätenprob l e m e geschanene Komitee zur Untersuchung des wirtschaftlichen Lebens der Juden in Polen, in welchem jüdische wie nichtjüdische Volkswirtschaftler sitzen, einen Plan Zur Verbesserung der Lage der Juden ausarbeiten und der Regierung vorle-gen werde. Es sei Zu hoffen, daß die Regierung Mittel und Wege Zur Verwirklichung eines solchen Planes finden rverde. * Die jüdischen weltlichen Schulen in Polen, die bi? jetzt 75 v. H. ihres Budgets aus entfließenden Schulgeldern decken konnten, haben, so meldet die JTA, im letzten Jabre nur die Hälfte dieser Quote vereinnahmt. Die Hilfe aus Amerika für Schulzwecke ist gering. Tie Stadtverwaltungen und Privatorganisationen haben im Zeichen der Sparpolitik ihre Subventionen ganz oder teilweise gestrichen. Das jüdische weltliche Schulwesen in Polen umfaßt 73 Städte mit 104 Volksschulen und insgesamt 13 2(0 Schülern, ferner 43 Kinderheime mit 3300 Kindern, CO blbend'chulen und drei 0tunna« sien. Auch das hebräische cchub wejcn Polens, das 173 Volksschulen (21 174 Schüler), 10 Gymnasien (2174 schaler) umfaßt, ist in Bedrängnis, da Stadtverwaltungen, iüdi'che Gemeinden und auch das p o! n i sch 2 Im U rrichts in inist er i um die bisher gewährten Subventionen teilweise oder ganz gestrichen haben. An m mmmt LMMEM Ter „Schild", das Organ des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, teilt in seiner letzten Nummer mit: „Für ein GedaÄtniswerk zur Ehrung des Andenkens der im Asrikafeldzug des Weltkrieges gefallenen Kameraden werden die näheren persönlichen Angaben, wie Vorname, Geburtsort, Geburtsdatum, sowie die Angaben des Todestages und -ortes benötigt. Wir nennen nachstehend die Namen der uns bisher bekannten gefallenen jüdischen Asrikakämpser: Max L e v i, Rothschild, Schwarz, Fritz S i m e n a u e r, Alfred Wokssohn. Wir geben nachstehend der Vollständigkeit halber auch die Namen der übrigen jüdischen Kampfer an, die unter Lettow- Vorbecks Fahn.cn gestanden haben: Leutnant N e u mann, Oberarzt Frankel, Oberarzt P e r! - mann, Oberarzt Wolf, Vize- Wachtmeister H o h e n st e i n, Sergeant Alfred F r e u d e n b e r g e r, Landsturmmann Theodor Freudenborgor, Landsturmmann Lev i, Lar.dsturmmann Dcfter» reicher, Sanitätssreiwilliger U!!in a n r., Landsturm mann Paul W a l s s o h n. Wir bitten alle Asrikakämpser und die Hinterbliebenen der Gefallenen mn Angabe ihrer Oldreste." Auch nur sind bereit, der Buudesleitung de? Reichebundes jüdischer Frontsoldaten Nachrichten, die an uns gelangen, weitcrzu- Stben. Sn dir WM des „tlnpsf Ter Landesverband Groß-Berlin des C. D. schreibt uns: In Nr. 31 der ,,E. B.-Zertung" hatten wir die „Röedersächsi'ch--Altmärkisck>e SRuutiauu^ ein Blatt, das dem Ludcndoru- Kreise angehört, ausgemrdert, uns die näheren Unterlagen Zu einer von ihr veröffentlichten Notiz, „Jüdische Gemeinheit", bekanntzugeben. Tie „Nic-nnyachsisch - Altmärkische Rundschau" hatte darin behauptet, daß der jüdistche Chef einer bekamuen Berliner " Konsektionsfirma ^fernem Prokuristen zum 40-nhrigen Dienüjubiläum statt einer Ehrung ein Kündigungsschreiben überreicht habe. Obschon wir unsere Auiwrderung der „Nie-dersächsisch-AAmärkischon Rundschau" zugesand: hatten und eine gleiche Notiz auch in zwer Zeitungen abgedruckt wurde, die in dem Verbreitnngsgebiet der „Niedersächulcn-Ar.tmärkischen Rundschau" er'cheinen. wartet. Gnem der Blatter, die unsere Anprangerung abgedruckt hatten, hat die „Niodersächfisch-Altmärkische Rnndscl-au" mitgeteilt, sie hätte auf die Anpöbeleien des E. D. nicht geantwortet, „um diesen Herren nicht die Ehre einer Antwort zuteil werd-en zu lasten". Sie barmt jrch dann auf ihren großen Stiefbruder, den „Angriff", aus dem fte den Vorgang cü£2|cf)riefce:i fyQue. Betrübt muß sie aber mitteilen, daß auch der „Angriff" verleumdet hat. Tenn die Antwort der Hauptschristleitung des „Angriff" an die Redaktion der ,Mwdersächfisch - Altmärkismen Rundschau" lautet: „Aus Ihre Anfrage vom 1. d. M. bedauern wir. Ihnen den Namen unseres Gewährsmannes, der in der sraglich-en Firma beschäftigt ist, nicht nennen zu können, weil wir dies grundsätzlich nur Partei.zeitunaen und Parteidienststellen gegenüber tun. Ter Vorfall crls solcher entspricht der Wahrheit, und vom Gerrtratvercrrr angepöbclt zu werden, dürste doch wohl nur eine Ehre sein." Ter Landesverband Groß-Berlin des E. D. wünscht, daß der „Angriff" der gleichen Ehre teilhaftig werd^e wie die „Niedersächstsch-Altmärkisck)e Rundschau". LvUr erklären hiermit, das; die HaupLschriftlcitrrng des „2lngrifs" aus bösartiger Tcuragogic den Vorgang erfrurdcrr und sich einer hetzerischen Verleumdung schuldig gemacht hat, falls unö nicht binnen eirrnrr Monwt die Firrna genannt wird. Wir fürchten, daß der „Angriff" uns keine Gelegenheit zu gerichtlicher Klärung "geben wird; denn sein Herausgeber Tr. Gvcbbels, ter sich öffentlich von den Straffer- Leuten zwölfmal hintereinander einen „abgeseimtei^ Lügner" hat nennen lapeu, verfügt über ein robustes Gewissen, das arn'ckeinend für einen Führer in? Dritte Reich Voraussetzung ist.

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