Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 41 (9.10.1931)
- Date
- 1931-10-09
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4§2 Erzielung pralti'ch-cr Erg er nine und konkreter Empfehlungen fachaeuzäß dn.rd'gepührt, so niug hierdurch eine Enh.chnmo derstm.gen Veru^- gruppm erfolgen, die hcme bekannLermapeu von Juden übersetzt und. Zu denken wäre hierbei an eine Verrin^rung der jüdstchen Beteiligung an der deuuden 2errilnoirSchutt, cm Bankveesen, ann Ec: rcidc Handel und etwa auch am Metals Handel, der Gruppen also, deren starke Uebersttznug mit jü buchen Unternehmern ich in früheren Untersuchungen nachgewiesen habe. Diese Uebersetznug wäre an sich noch keine bescitiguugstverte Tatsache, wenn nicht gerade diese Handelsgrnppen durch ganz allgemeine strukturelle Wandlungen unserem WirtschaM systems besondere betrogen wurden. Ta dies aber nun einmal der Za HZ ist, Zielet die -Konzentration den nachteilige^ Entwicklungen allgemeiner All: tu r unnatürlich verbreiterte Angrifssslächeu, deren Zurückführung auf einen einigermaßen erträglichen Grad eben nur möglich ist durch die plamuäßige Verteilung der jüdischen Unternehmertätigkeit ans andere Handelszweige, alw enra in höherem Maße als bisher aus den Lebensmir:elhandet, ' aus den Handel mit Erzengninen der Estettrokechnik ^ufw. nsw. Daneben und in engstem Einvernehmen mit derartigen Bemühungen muß die vertikale Dezentralisation in dem Tin ne erfolgen, daß die allgemeinen Mögstchkeiten für eine Umstellung derjen-gen jüdischen Unternehmer auf A n gestell t c n berufe lausend untersucht werden, welche d'urch die Ungunst der Konjunktur und der strukturellen Wandlungen unserer Wirtschaft in ihren selbständigen Unter-- nehimrexistenzen vernichtet worden sind. Im allgemeinen wird heute der Wiederaufbau solcher Uniernehmereriftenzen in diesen Füllen weder in der alten noch in einer neuen Branche möglich sein, und zwar auganz Primitiven finanziellen Gründen. Dab-ei handelt es sich hierbei vielfach um Kräfte mit sehr großer Qualifikation. Eine Aufgabe des Instituts wird also auch darin bestehen, die Möglichkeiten lausend zu ermitteln, welche für die Nutzbarmachung dieser Qualifikationen im Angestelltenverhältnis sowohl in den bisher wesentlich von Juden besetzten Handelsgrnppen als auch gerade in neuen Gruppen bestehen. Das rväre ungefähr die eine 'Beite des Unterbaus der InstituLsarbeit. Tie andere muß bestehen in der Abteilung, welche sich der Lösung einer noch schwierigeren Angabe zu unterstehen hat: der theoretischen und praktischen Fundierung des im deutschen Judentum lebendig gewordenen Berufsumschichtungswillens. Was ich oben skizziert habe, das ist noch nicht Berussumschichtnng. Das ist vielmehr lediglich ein aus der Not heraus erforderlich gewordenes Variieren von Betätigungen innerhalb der gleichen Berufsgruppe, des "Waren- oder Geldhandels. Tie eigentliche Berufs u m s chich - tu n g. die für unseren Nachwuchs Zum ganz entscheidenden Problem geworden ist, geht aber viel weiter, um sie vor Fehlleitungeil zu bewahren, hat das Institut' in aller Gründlichkeit lausend die Möglichkeiten zu unterfncf;cn. welche sich für unsere jungen schulentlapeuen Menschen für eine Einschaltung in bestimmte Kategorien der deutschen Arbeiterschaft im weitesten Tinne des Wortes ergeben.. Zn. denken ist hierbei sowohl an die Jndustriecwbeiterschont als auch an die Landarbeiterschasst. Ticke Abteilung hat alw nicht, wie die .zuerst geschilderte, die wirtschaftliche Dezentralisation des deutschen Judentum? innerhalb des bisher übstcben beruflichen Rahmens theoretisch und praktisch zu unterbauen, sondern ihr Arbeitsgebiet greift über diesen Nahmen weit hinaus. Um so größer ist ihre Verantwortung, und um io eingehender und energischer muß ihre Tätigkeit betrieben werden. Wohlgemerkt: es handelt sich hier nicht um Berufsberatung im üblichen Tinne. Tie fragliche Abteilung hat vielmehr der Berufsberatung erst das Material zu liefern, an dessen Hand sie planmäßiger und mit größerer Er'olgsoussichr an die Lösung ihrer Amgaben Herangehen soll, als dies bisher der Fall stin konnte. Als Oberbau des Ganzen denke ich nur eine Abteilung, welche tiroa nach der Art des deutschen Institutes für Konjunkturforschung. ledoa deine künst d-n Emr. in T beim groß re:ch wohl nur postti ' nur unter Berücksichtigung der für daaste Judentum und seine geoemoämige und sin- Bc r'.n's schieb tu u g noiebstigen Faktoren, unter die'em Eenchtspnnlt chch emeoenden Nt dcs gesamtwirtschaftlichen Eenueheaw en.-'chland regelmäßig formnliert und den ächou Ttellen ztwänalieh mach:, er Nalnncn des J-nniu.nes brau.ut :nch: und kest'piehg. sein Ach'parat nicht unstaug- '\i sein. Eine Angliederung an d:e Zentral- Fhrtsstolle der deutschen Jude:: träre mchr aus Ersparnisgründen, 'onWru auch aus ocn Gründen erwünscht. vr. Alfred Marcus. PH Gross-Berliner Mitglieder! Wenn ich den Ausführungen des Fa.ch'.nauns ein ergänzendes Wort hinzmnge, so guchieht cs gewiß "nicht, um an dem von ihm entworfenen Plane Kritik zu üben. Im Grunde habe ich ja in meinem Artikel nur Anregun.gen in die Praris übersetzt, die ich der Lektüre des in diesen Blauern oft erwähnten und gerühmten -Werk-:? von Tr. Alfred Marcus verdanke. Als Mann, der Praxis, von Amts wegen in Zer Wobl'abrtsPolitik und Wohlfahrtspflege einer jüdischen Gemeinde, die einen starken Proletarischen Einschlag hat, tätig, möchte ich aber die Aufgaben eines jüdischen Wirtschaf:siusti:utZ nach der Praktischen Teste erweitert tristen. Teine wichtigste Mission ist von Tr. Aisred Marens klar dargestellt worden, llr.2 neben der 11 n t e r s u ch n n g aller Wirt s ch -a s t s - Z vo e: g c c n s si h r e A n f n a h m e s ä h i g - feit für Jude n steht die P r ü s u n g der B c rus § mö g l i chke i t e n, io w oh! objektiv i ui allgemeinen Wirt' ch cm§- leben vo i e subjektiv im jüdische n Be e n s ch en, Berufsberatu n g i m u m - f c j f e n b e n Ginne a l s Grundlage der B e r u j s u m s ch i ch t u n g! To notwendig es nun gewiß ist, daß diese Hauptarbeit aus streng wissenschaftlicher Grundlage erfolgt, kann die Zu schaffende jüdische Konjnnkmrforschungssielle sich nicht aus die theoretische BorAreitung beschranken. Tie mutz auch für die Umsetzung in die Praxis Wege weisen. Tst wird also nicht nur das Gebiet der wirtschastlichen Betätigung Zu bestimmen trachten, sondern auch die Niederlassnnasmöglichkeit zu finden suchen. Was für den Angestellten die Arbeitsvermittlung tut, muß das jüdische Wirtsebansinstintt für den selbständigen Kaufmann leisten. In einem früheren Artikel über die wirtschaftliche Bedeutung der Klein- und M i t t e l st a d t für das jüdische W i r t s ch a s t s p r o 61 e m in Deutschland („G. B.-Zeitung", Nr. 52 vom 26. Tezember 1920) wies ich auf di^Eriolge hin, die insbesondere die jüdischen Ltudemenverbänd< mit ihrer Politik des Nachweises von Niederlassungsmöglichkeiteu für Akademiker in n MP M; f Wir werden demnächst im Osten Berlins ein Tages- und Abemlheini für jüdische Angestellte eröffnen. Stellt uns zu diesem Zweck g u t erhaltene Möbel (vor allem Tische, Stühle, praktische B e - leuchtungskörper, einfache Gardinen. Teppiche u. dpi.) zur Verfügung! Eiliger Bescheid zwecks Besichtigung und Abholung der Gegenstände erbeten an das Büro des Centrah Vereins, W 15. Einser Strasse 42 (Oliva 5074-76). kleinen Trtcn errungen l>aben. Ein glenbes kann für den jüdi'chen stauimann geschehen! Man wird geroiß einwenden,. daß die Kollektiv i e r n n gs t e r: denzeri anch in die ländlichen Bezirke ihre Fangarme ausstrecken, m:d daß die Gelegenheit zu selbständiger Betätigung auch dorr immer mehr eingeengt wird. Tst an darf aber nicht überwnen. daß einer'eits Kollettivicrung und Mechanisterung im pga reu Handel eine gewisse RenLcbi'itätsstrrcuze nicht überschreiten können, die im wckemlicren durch die Größe der Mnsrrahmckähigen Turne bestimmt wird, so daß sie rit schon in der größeren Miklelstadt sich nicht verlohnen. Anderseits aber enNoickeh sich in der Einkaufsg-euoffenschafr eine nicht unbeachtliche Gegenbewegnng. die insbesondere dort eine relative Telbständigkeir gewährleistet, wo das Warenhaus kein gelingend großes Wirkuugsfeld sinder. älusgabe des jüdischen Wirtstchajtsin.stitnts wird es demnach auch sein, diese lokalen llstög. lichkeiten anszmspüren ui'd nutzbar zu machen. Daß ferner ein Zusammensthlutz aller in Temschland bestehenden jüdischen K r e d i t o t g a n i - sationen vonnöten ist, lveun systematische Arbeit geleistet werden soll, ist selbstvemstäudlich. Wenn auch heute leider nicht heran Zn denken ist. daß durch großzügige Gewährung von Mitteln der Trieb "znr Telbständigkeir im Wirtschaftsleben unterstützt wird, so müssen dockunter allen Umständen die wenigen gegebener. Möglichkeiten durch Zusammenschluß rationalisiert werden, damit sie einen möglichst großen Nutzen erzielen können. Besonders zu unterstreichen ist die Forderung. daß schnell crwas geschehen muß. Tr. Marcus hat vollständig recht: Ter Nahmen und der Apparat brauchen nicht kostspielig Zu sein! Tas jüdische Wirtschast-insti'.nt an die Zentralwohi'ahrtsstelle der deut'chen Juden anzugliedern. ist die gegebene Lösung. T-cn anderen großen Trg.nnsationen, insbesondere dem C en t r a l - V e r e rn, erwächst aber die Pflicht Zu nachhaltiger Mitarbeit! Br. Felix Goldmann. iSEi OeUföKl KdN MÄLkV; Kg Fu Nr. 25 der „Ch D.-Zcitung" vom 10. Juni d. I. kritisierten wir ein Urteil des Landgerichts Glatz, das unter Verlcugnung anerkannter Nech'ssätze ein nationalsozialistischer lTtadtrat, der einen angesehenen jüdischen -llansmann vorlenu.det hatte, freigesprochm wurde. Tas Gericht billigte dem Angeklagten den Tchnn dos H Istg gn mit der Begründung, daß er iin Interesse seiner Partei auch unwahre und beschimpstnde Behauptungen hätte verbreiten dürfen. Dieses ganz unverständliche Urteil hat weitgehenden Widerspruch gesunden. Im Landtag wurde der I n st i z m i n i st e r interpelliert. ~ in der „X c n tsche n Iuriste n - Zeit n n g" (Nr. 17/18 Vom 1. September d. I., Teite 1157) wurde das Urteil angegriffen, un.d nunmehr hat auch der P r e u ß r sch e N i ch t e r v e r e i n in crfrtulicfjcr Erkenntnis, daß derartige Urreilssprästo des Vertrauen in die N -o ch t s - P s l c ge weitgehend e r s ch ü 11 e r n muffen, die nachstehende Erklärung veröffentlicht: „Bereits in der Titzung vom 4. und 5. Imst d. I. hat der engere Borstand dcs P. N. V. die in der Presse gegen das Glatzer Urteil er hobenen Angri^k auM eingehendste geprüft Nach Ansicht dcs Vorstandes ist das von de: kleinen Ttraskammer des Landgerichte Gkar gefällte Urteil tmßerordcmtich bedauerlich. Ta' Ergebnis, man dnrie auch bnoußt unwahre Be hauptungou alnstellcu, »afcvn die Aufstollun. fm Interesse der eigenen politischen ' Parte liege, muß unter allen Umständet a b g e l e h n i w erde u. Ter Vorstand bei Prenßistchn Nichnrvereins hat edaher anc begrüßt, daß gegen, dieses Urteil, das übrigen: aus eine Pcivatkloge, o.lio nicht irr einen öffentlichen Verfahren, ergangen i?t, unke. Ausnahme des Verfahrens diwch die Ttaats amvaltschast seitcnr der znstehenden Ober staatsamrmtes älcriiion eingelegt ist. D-ac Urtelf ist nicht zu halicrr, wird vm keiner Tcite gebilligt, und wir hassen das; cs in der s-Levisionsinstarl; aus gehoberr wird." Wie aus der Erktärmig des Nichtervereinhervorgeht, ist die TnmtnnnoallschafL vom Justiz minislcrirm: augerviesen worden, das Privat llageversahnn anchnuehumn und als L'sizial vermhrcn nninrznstchrcn. U. iJf