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Central-Verein-Zeitung · 1931-09-11 · 37 (11.9.1931) · p. Seite 450

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
37 (11.9.1931)
Date
1931-09-11
Page
Seite 450 (sequence 10)
Language
German
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wies er zurück, auch die Nobitnierung. die ihm frciQcftcmOen hätte; erfreut hat ihn der Ehr endoktor, den dem Kunstkenner und Knnsb förderer die Berliner Universität als seltene Auszeichnung verlieh. Was der tätige M e n s ch e n s r e u n d an sozialen Leistungen vollbracht bat — man kann nicht daran denken, alles ansznzäblen. Mit Professor Lasiar schuf er die ersten Bolksbäder in Berlin. Lein Werk ist das Kolöergcr Kinderheim. Mit dem Berliner Verein für Ferienkolonien ist sein Name dauernd verknüpft. Er gab, seltene Verbindung, mit dem Verstand und dem Herzen zugleich. Er hals ohne Unterschied der Anschauung und der Kousessicm^ Er war ein großartiger Förderer jüdischer Hilfs- Werke. Er gründete mit Paul Nathan und Engen Landau den H i l f s v e r e i n der Deutsch e n Juden. Dieser Organisation der Menschenliebe, LN deren Spitze er seit 30 Jahren steht, hat er nicht nur finanzielle Mittel, sondern stete persönliche Arbeit und durch sein werbendes Beispiel immer neue £clfcr und Unterstützmm zugeiührt._ Aber das Wesen dieses Mannes konnnt nicht in der einzelnen Leistung zum Ausdruck, auch nicht in der Lumme aller, sondern in der Persönlichkeit. Lie blieb sich gleich, mochten sich die äußeren Umstände wandeln. Ans der Höbe seiner geschästlichon Erfolge, in dem großen Gestllschastslcten, das sein mit erlesenem Geschmack geziertes Hans in der Tiergartens'.raße erfüllte, blieb er derselbe einfache, sachlich denkende, keiner Schmeichelei zugängliche Mensch, und er blieb derselbe, als durch Kriegs- und Jnslationssolgen das Vermögen verloren ging. Er war unabhängig von den äußeren Eutern. Lie rührten nicht" an sein Wesen, nicht an das, was ihm das Leben wertvoll machte. ..Jedes Leben ist zu führen, wenn man sich nicht selbst vermißitt Die Glückwünsche, die den jugendlichen Achtziger überschütten lverden, wollen bezeugen, welch kostbarer und stolzer Besitz ein solcher Mann ist für das Land, dem er angehört, wie für das deutsche Judentum, aus dem er hervo-rgeganaen ist und zu dessen hervorragendsten Repräsentanten er zählt. Ehrungen für Farnes Simon. Wie die Jüduche Telegraph m-mmtur melket, d der Deutschen Orientgeiell- > a f t und dem Deutschen ArchLologi- )en Institut von Verehrern von James Simon die Mittel für eine „James-^imon-Eraounr" zur Verfügung gestellt worden. Die Grabung wird bei dem anawlischen Ort Boghazköi, der Ltäne von Haiti, der einstigen Hettiterhauptstadt, vargenommen. Direktor Schede, der Leiter der Stambuler Abteilung des Deutschen Archaelogischen Instituts, hat sich zur Erössnung der Arbeiten nach Boghazköi begeben. Tie Grabung, deren $:v-:d die Nachprüfung der Ergebnine früherer Grabungen ist, wird von dem schon in 'Aegypten bewähnen Prahistoriker Tr. Bitte! geleitet. Ferner wird eine „I a m e s - i m o n - t i f - tunß' beim Hilfsveiein bei Deutschen Juden geschaffen, für die bisher zunächst^von einer Anzahl dem Oilfsverein und Di. James Simon besonders nahestehender Pcrsontichkeiten sowie von Organisationen namhasw Veiiräae gezeichnet worden sind. „Dis AelWsn im Wsltkrisgs" <yiu bevcuLsanrcS Buch vor: Pater Erhard Schlrrnv ckeach einem vollen Jahrzehnt erst fand das schwere Menschheitserlebon dos Weltkrieges eine literarische Gestaltung, die sich von ter rein biographi sche u und meist verherrlichenden Darstellung der ersten Kriegsbächer entfernte. Remarque, Renn, Arnold Zweig und die vielen anderen errangen mit ihren Büchern Weiter so Igo. Aber sie alle gaben künstlerisch geformtes Erlebnis, ..dev Krieg und der Mensch" war ihr Thema, nicht weniger. P. Erhard Schlund, 0. F. M., fiter betrachtet den Krieg einmal in seinem Werk ,.Die Religion im Weltkriegs) unter einem bestimmten Gesichtspunkt; eine Frage sieht im Mittelpunkt: Was bedeutete die Religion im Weltkriege, was gab die Religion der Seele des Soldaten? Das ist das Neue und Eigene dieses Buches, das gibt ihm auch seinen besonderen Wert. P. Erhard Scnlinib war wie kaum ein anderer berufen, dieses Buch zn sehr eiben. Als Feldgeistlicher hat er den ganzen Krieg an der Front — niemals in der Etappe, wie er selbst angibt — mitgemacht. Mehrmals ist er verwundet worden. Wenn er von der gewaltigen Bedeutung der Religion im Kriege soricht und meint, daß die Religion in der Seele der Frontsoldaten und bei den Menschen in der Heimat sogar eine verhältnismäßig größere Rolle gespielt habe als im Friedensleben, so kann ich dies nur voll bestätigen, da ich als Febdrabbiner vier Jahre draußen stand und die gleichen Erfahrungen machte. Freilich lagen die Verhältnisse bei den jüdischen Feldgeistlichen naturgemäß anders. Es gab wohl nie mehr als 16 oder 18, ihr BetäLigungsbezirk war daher weit größer, und ihre Aufgabe dadurch bestimmt nicht leichter. Aber die Arbeitsgebiete waren bei den katholischen -Feldgeistlichen (s. S. 71 ff.) und bei uns die gleichen. Auch un3 war die geistliche Versorgung der Zivilbevölkerung tn gleicher Weise zur Pflicht gemacht worden (3. 114 ff.). Aus Grund meiner Beobachtungen bin auch ich fest davon überzeugt, daß die religiosen Bedürfnisse der Soldaten aus reinem Empfinden gekommen waren, daß sie nicht einer „plötzlich erwachten, erzwungenen Ingstreligicn'" ihr Entstehen verdankten, sondern „die natürliche Fortsetzung des reichen religiösen Lebens der Heimat" waren (S. 13). — Ter ‘) 136 Seiten und 63 Dildrr auf Tafeln. Verlag Knorr in Hirth S. m. b. H., München. Geheftet 5,50 53t., in. Seinen 6,50 57t. Skrfcrer stellt seine eigenen Erfahrungen den Darstellungen von Remarque und Renn gegenüber. Aber auch sie sind zu verstehen. Bel Remarque müpcn Zwanzigjährige von der Schulbank ins Feld. In einem :U:er, wo sich bei jungen Menschen das Weltbild zu gestalten beginnt und Ideale gesunden werden, lernen sie vom Leben nicht anderes kernen als „die Verzweiflung sinnlosester Oberflächlichkeßt mit einem Abgrund des Lebens". ..Jan Westen nichts Nene-", S. 260.) Ismen gegenüber steht der Bersasier unseres Buches als ein Mensch aus ganz anderem Lebeusb-ezirk. Gr batte nach dem Wort von Stefan George smen „der mitte gesetzt für sein Leben gefunden, seine Arbeit dient der Religion, seine Wettruäfa-ung ist von stiner religiösen Einstellung bedingt. Es ist richtig. daß es keinen „normalen, seeliüch gestruden Menschen gibt, in deinen Leeleubestaudo die Religion gar nicht, auch nicht sourrveise oder verkümmert zu finden wäre, wie die Religior.spspck'ologie zeigt". <3. S.) Das bat sich jedem Fettseelsorger an den ihm awurtramen Soldaten immer wieder betätigt, erllqr wirksam werden die Darstellungen des Berstv'wZ durch die zahlreichen eiudruckmollon Bilder und Tafeln unterstützt, die in den Text auf* genommen sind. Besonders hemorzuheben ist auch, daß ans verhältnismäßig engem Raum dem Leser ein tiefer und weiter Blick in die Wirk'amkeit der Religion innerhalb der verschiedensten Er sch e i nun gsw r:nen des Krieges (Stellungskrieg, Bewegnn g s trug. F e l d l a g e r und Verbandplatz) ermöglicht wird. Ich rnöchte diese kurze Besprechung mit dem Hiunoeas des Vermssers schließen, daß für die übergroße religiöse Mehrheit des Heeres die Religion eiire ungel-eure Kraft, einen festen Halt, cmen starken Schutz und einen znvermmlimon Trost geboren hat (<3. 130), daß diese Mehrheit aber auch durch ihre Religionrät für die Minderheit der Nichtreligiösen oder Antireligiösen eine Srärkunb bedeutete (S. 131?. Aus eigenem möchte ich hin zu rügen: auch manche — oft berechtigte — Kritik wurde zuruckgestellt, wenn es galt, die allzu schweren Erttbnüw durch feierliche Gottesdienste, gemeimames Festmahl an Ben hohen Feiertagen oder mmemsame llnterhalbuuasabende einigermaßeo ausz.ualeimen. Damals haben ja die Fett geistlichen aller Konfessionen mit geringen Ausnahmen ihr Letztes hergegeben, um zu lindern, zu trösten, zu hellen und zu hellen. Solche höchste Menschengesmmnng. Frucht aller wackren Religion, spricht auch aus dem Buch des P. Erhard Seblland. Man soll es lesen. Es wird dem Religiösen und dem Richrreligiösen Wertvolles geben können: Bestätigung dom Gefühl des einen, neues Wissen dem Zwei'el des anderen. Rabbiner Dr. Sänger (Breslau). Albert Londres: „Ter ewige Jude am Ziel." Ph^ridon-Berlag, Wien. Ans dem Französischen übersetzt, von Alexander Venzrön. llas neueste Buch von Albert 2 o n d r e % , bet unter den großen und berühmten Reportern inn nn n mstch! Ml z ü llM Abbildung: Esmero, Brillantes, Fehif., Sandbl. 15 Pf. Nj S@—4!-©% IbcOODgjQS3 als reine Farben Impulso, Deüciosos, Fehlfarben ..........IO3); cm 10 Pf. •Cazadores-Fehlfarben...13T/äcm 15 Pf. •Siegesgötter, Vencecores, Fehlfarben ... iP/^cm 20 Pf. •Rhythmus, Noblezas, Fehlfarben.111;2 cm 25 Pf. •Vision, Eminentes finos, Fehlfarben.t2l/2cm 3D Pf. •Werbeschau, Sechsstern, Fehlfarben.13 cm 50 Pf. •Surr.atra-Sandb'att Sämtlich in Kisten zu 50 Stick. Falls kein Wert auf reine Farben, sondern nur auf Qualität gelegt wird, als besonders preiswert zu empfehlen. zzz7~ir*r*mma*\ %.(MI fl 1°)} S1SJ b \ 1!\ x h r -■ Neue HCustrlerfe Preisliste kostenfrei Berlin W8j Französische Strasse 2» und Zweiggeschäfte

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