Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 37 (11.9.1931)
- Date
- 1931-09-11
- Page
- Seite 448 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Demnächst erscheint: Bruno Well, „Glück und Eiend das Generals Boulanger" e WsM vom Paris Dr. Bruno W ciL der Verfasser des Buches Der Prozess dis ITaupinianns Drcyfus“, lässt in kurzem im Verlas Dr. Walther Rothschild in Berlin eine neue Arbeit ..G 1 ü c k u n d E lend des Generals Boul a n g e rk* erscheinen. Sie behandelt den Aufstieg und den Untergang des Generals und Parteiführers George Ernest Maria Boulanger, dessen politisches Programm und berauschender Anfangserfolg nach der französischen Niederlage Ton 1870 71 eigenartige und lehrreiche Parallelen zur Hitler-Bewegung bieten. Wir sind in der Lage, aus diesem Buche heute schon den Abschnitt zu veröffentlichen, der den Wahlsieg Boulangers und seiner nationalistischen Parteigänger in Paris am 27. Januar'lSSO darstellt. Die Aehnliehkeit mit dem Hitler-Erfolge am 14. September 1930 ist augenfällig, nicht minder aber auch die Unterschiede. Die Schriftleitung. Noch einmal wird der Bonlangismus, der schon dem Abstieg nahe Zu sein schien, einen großen, seinen größten Triumph feiern: Bonlanger ist Kandidat für den Wahltreis Paris'. Wenn der General Paris erobert, sind die Folgen unübersehbar. Wenn der General in Paris geschlagen wird, kann die Republik aufatmen. Aber wird er den Mut haben, sich in Paris, der Statte republikanischer Tradition, Zur Wahl Zu stellen? Rochesort berat sich mit Boulanger: „Sie lassen sich ansstellen, Boulanger?" „Ich bin bereit, alles Zu tun, was Sie wünschen." „Ob Sie sollen? Ich denke doch, diese Dhrseige wollen wir Herrn Floquet nicht ersparen." „Sind Sie denn meiner Wahl ganz sicher?" „Ich übernehme die Verantwortung." 'In der Ncujahrsnacht, in der das Jahr 1859 eingeläntet wird, sind die Freunde Boulangers um ihn versammelt. Fünf Minuten vor Mitternacht wird der Neujahrswunsch dargebracht: „Herr General, das Jahr, das in^diesem Augenblick beginnt, wird voll großer Greiguisie sein. Im Namen aller, .die hier versammelt und, bringe ich unsere herzlichen Wünsche sür die Wahl des Pariser Kandidaten dar, sür den Triumph des Führers der nationalen Partei . . ." Die Republikaner aller Richtungen haben sich aus den Stadtrat Jacques als einzigen Kandidaten verständigt. Der Graf von Paris, königlicher Kronprätendent, besiehst, daß kein konservativer Kandidat ausgestellt wird. Die revolutionären Sozialisten stehen zum Teil auf seiten Boulangers, aber sie entschließen sich doch zur Ausstellung einer eigenen Kandidatur, der des Genossen Boule. Zum ersten Male tritt die Photographie in den Dienst der Wahlpropaganda, und Chiucholl glaubt beruhigen Zu müssen: „Lachen wir nicht über die Photographie. Mit ihr wird man Geschäfte machen." Einen Augenblick scheint es, als ob die „nationale Partei" dem.Antisemitismus zuneige. Sofort erklärt Boulanger: „Nein, ich bin kein Antisemit, Ich bin ein Zu großer Anhänger der Gleichheit aller Franzosen vor iX'in Gest!'., als daß irgendein Kulms/ irgendeine Nahe fürchten müßte, daß ich sie verfolgen könnte." . . . Am Abend des 27. Januar ist ganz Paris aus den Beinen. Wie immer staut sich die Menge am meisten in der Gegend der Ma0elaiue, iu der Rue Royale und aus den grast n Boulevards. Tie Wagen .können nicht :ue.,r passieren. Das dr ein Kommen und ein Gehen, ein Winken und ein Lachen, eine Stimmung wie bei einem Volksfest. Der General selbst stur mit seinen Freunden im Restaurant Durand. Dort laufen die Resultate ein. Schon die ersten sind günstig. Eine ungeheure Menschenmenge belagert das Restaurant. Das eiserne Girier muß geschlossen, werden. Je später der Abend ward, um so mehr wimmelt es von Men sehen. Ein Wahlbüro nach de:n andern meldet den Grsolg Boulangers. „Hoch der General!" Tie Stimmung mucr seinen Freunden steigt höher und höher. Jetzt kann es kein Zweifel mehr sein: der General ist gewählt! Der General bat 244 070 Stimmen, der republikanische Kandidat 162 520, der Arbeiterkandidat 16 766. Boulanger hält bei weitem die Spitze. Boutangcr Ijt gewählt — Bonlanger ist Abgeordneter von Paris! In Gase Durand fließt der Champagner. Bor Freude weiß man sich nicht zu laßen. Und draußen die Menge verlangt dringend nach Boulanger — diese Menge, die alle Zugänge zum Platz fest besttzt hält, die so ungeheuer groß geworden ist, daß keine Polizeimacht und keine Militärgewalt sie Zurückdämmen kann. Gin wahres Delirium hat sie alle dort crgrisstn. Studenten, Arbeiter, Bürger, Männer und Frauen. Und sie harren, warten auf ein Wort, eine Erklärung, die Boulanger geben muß. Von der Madelaine bis zur Nue du Faubourg St. Honore, in der das Glysöe liegt, und nur ein paar hundert Meter, aber ein paar Meter, die die Welt bedeuten. Niemals ist die Möglichkeit sür Boulanger so nahe gewesen, die 38./2Ö4. Staats-Klassen« Preuß.- r~D: , -?r~3 y u13 vNi Li L n •mtlmuninnmmimitmiunmiTnTinTTTnrjiimmirnmiTtMnriismTTntmiimrmnrr'nmnitlircrmimumrmsiiit ZI^hUJilQ i. KJbS Beginn der neuen Lotterie und 04 * * der richtige Zeitpunkt zur BeteilsäSmrnm Ui Lgung. Jeden Monat 1 Ziehung «nitmunmiiuiimiüiii irrnifimiumu suMtitMiiuim ui Spielkapifal in den 5 Klassen rund P3!i Ij | Di } UJ ,U Li ... Reichsmark _ Höchstgewinn©, Prämien und Hauptgewinnei »o rn *—i o Reichsmark Reichsmark ps V'\ R - M Amtlicher Plan gratis und franko usw. Lospreise AdUel Viertel Halbe Ganze Doppellose pro Klasse: S RM IO RM 20 RM 40 RM SO RM Original-Lose in allen Abschnitten empfiehlt u. versendet f~3_vr n o * r\ n cn n n Lf y öv^tisu Lj" X GL) staatl. ■\L2 L-Ott-. -JLJ E Inn, Berlin SW 19, Jerusalemersfr. 18 Posh^ri^K?.311Ü! O n t? E ü ü u li ö w \\ (b i\\u -Äa r\ ^paiafi f' •'•x,;.- -i\ £ V ) r*>" W L l i