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Central-Verein-Zeitung · 1931-09-11 · 37 (11.9.1931) · p. Seite 446

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
37 (11.9.1931)
Date
1931-09-11
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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44b ,,0n:nbintUi.t‘ isi fcü vmteüen, daß die schwierige Lage am Ardcil-i-m.:rtr sich für alle ^d}id;icii des Volkes in clctdjcr ihkife auenürtt. Leider ist es aber Tarsache — die vorwiegend politischen Gründe sind ja bekannt —, daß die Aufnahincbereitschas: des ön'en.rlichen Arbcttsmartts für jüdische Aroei: sich ständig verengt." ,.Gibt es einen Beruf, bei dem man sagen kann, dass er mit Sicherheit Aussicht für die Zukunft bietet?” „Vor wenigen Jahren noch konnte nur*, sagen, der und jener Beruf ist besonders schlecht. Gute Berufe gibt cs ja schon lange nicht mehr. Heute aber sind alle Bern so gleich 'chleche. Es gibt kaum noch einen Bereu, vor dessen Ergreifung nicht von Zeit zu Zeit dringend durch den ' Berussverband gewarnt wird. früher konnte man zuweilen noch annehmen, daß man ans rein egoistischen: Gründen durch solche Warnung weiteren Zuzug zu diesem Berufe verhüten wollte. Heute aber klagen Handnxrk und Industrie, Handel und akademische Berufe in gleicher Weise und, wie die 'Arbeitslosigkeit zeigt, nicht ohne Berechtigung über llebersüllung. Vielfach werden wiruschaswiche Maßnahmen in Ans sich: genommen, die den Zugang erschweren oder für eine gewisse Uebergangszeit unmöglich machen sollen." ..Welche Aussichten hat ein Mädchen, das kaufmännische Angestellte werden will?" „Man muß hier zwischen denen unterscheiden, die Kontoristin werden wollen, und denen, die eine praktische kaufmännische Ausbildung in allen Zweigen dieses Berufes durchmachen. Gut sind die Aussichten nirgends: sie sind aber immer noch bester für die, die ausreichende Allgemeinbildung und ebenso ausreichende Fachbildung besitzen. Tie Ansprüche sind ge w a ch s e n. So verständlich es ist, daß ein Mädchen, das Stenographie und Schreibmaschine kann, nicht noch eine Lehrzeit durchmachen möchte, so sehr ist doch von diesen) Weg in den Berus abzuraten. Tenn es zeigt sich bald, daß eine Konkurrentin, die eine ordentliche Lehrzeit hinter sich hat, mehr leistet,.und so sitzen die Mädchen, die gleich eine Stellung als Anfängerin gebunden haben/meist nach vier Wochen wieder auf der Straße. Tas Schicksal der Kräfte, die mit unzureichender Bildung aus schnellsten Erwerb angewiesen sind, ist ein trübes Kapitel, wüte finden sie noch Verwendung als technische Hilfskräfte. Bald aber werden sie durch die Mechanisierung der Mt riebe übersiüstig werden. Deshalb gut hier wie überall, das; die beste Ehance für eine Zukunft immer noch die solide Vorbildung ist." „Der Beruf der sozialen Fürsorgerin ist doch heute das Ziel vieler junger Mädchen. Wie ist es hier mit den Aussichten?" „Tic Sparpolitik in bezug auf das Fürwrgepersonol. die sich ja in nächster Zeit wohl komm Litern wird, hat zur Folge, daß zurzeit aus dein Arbettswartt der sozialen Benuskräste ein großes Ueberangebot besteht. Im Jahre 1950 senden von 534 arbeitsuchenden Wotst'abrts- Pflegerinnen 334 keine Stellung. Tas kenn sich aber mit einen; Umschwung in der Wirtschaft bald ändern. Man darf nur nicht vergeben, daß der Zugang ausgebildeter Wohi'ahrtspsteue rinnen immer größer wird. Im Jahre 1927 waren cs 650, 1938: 922, 1929: 1119/ Wir führen die Unterhaltung fort, zus.un.men jetzt mir dem Berter des Jüdischen Arbeitsnachweises, ..Hat der Zuzug jüdischer Menschen zu den kaufmännischen Berufen abgeüommen oder hält er unvermindert an?'* „Mau kann damit rechnen, daß 60 v. H. der Väter, deren Kinder in den letzten Jahren in den Beruf gegangen finb, Kauslente waren. Tie Jugendlichen aber drängen in immer steigendem Maße zur Betätigung in der Produktionswirtschair. Im Jahre 1925 wählten noch 50,31 v. H. kausmännische Berufe, 1927: 33,51 v. H., 1930 nur noch 26 v. H. Es sind vor allem die handwerklichen Berufe Elektrotechnik, Feinmechanik, Temist: für Mädchen: Schneiderhandwerk, Putztnacherei. 'Aber auch die schweren Berufe, die in Großbetrieben aus geübt werden müssen, finden immer mehr Zuzug, wie das Bauhandwerk, Maschiwenschlosstrei. Heute kommen nicht nur junge Menschen zur Beriü-o-eratnng und -Vermittlung, die vor der Berufswahl stehen, sondern Beute, die einen Berus gehabt haben und kein Fortkommen mehr sehen. Am schlimmsten sind natürlich die alteren Jahrgänge daran, die durch Abbau oder Zusammenbruch ihre Eristenz verloren haben. An ein Fortkonmuen in einem anderen Berufe ist kaum zu denken, weil immer jüngere -Kräfte vorhanden sind, die aus dem gleichen Fach stammen und zudem billiger sind." Haben sich Schwierigkeiten nur bei der Stellenvermittlung für gelernte Berufe ergeben oder war cs auch unmöglich, die N a c li f r a g e nach Lehrstellen zu befriedigen?“ ,.T:e Schwierigkeiten sind bei den gelernten Berufen natürlich größer. Ter Lehrling ist vielfach eine recht brauchbare und dabei bstlrge 'Arbeitskraft. 'Ader auch hier mehren sich die Sch:vierigkeiten. Trotzdem gehen wir gerade bei der Lehrstellenvermittlu.ng mit größter Vorsicht vor und schatten nach Wglichleit ungeeignete Stellen von vornherein aus. Im Jahre 1930 konnten wir von euva MMLehrlingen, die Lehrstellen suchten. 1500 stellen der gewünschten 21 rt vermitteln. In der allgemeinen Arbeitsvermittlung bestand im Jahre 1929 eine Nachfrage nach 11 543 Stellen, denen wir 5896 Vermittlungen gegenüderstellcn kennten. 1930 ist die Zahl der Stelluugsuchendeu naturgemäß gestiegen und die Zahl der Stellenangebote .zurückgegangen. Innnerhin konnten wir von 12173 Stellungsuchmdeii 4956 Beschäftigung und Verdienst verschaffen. Bei der allgemeinen Schwierigkeit ist dieses Ergebnis nicht ungünstig. Es ist besser, als es bet anderen Nachweisen irgendwelcher Llrt war. Es kann nicht genug darauf hingewicsen werden, welche wertvolle Unterstützung Misere Arbeit im Interesse der Gesamtheit erfährt, wenn avJ Arbeilsmöchichkeiten irgendwelcher Art so rasch wie möglich Hingei viesen wird." „Welch eu Bindruck haben Sie bei Ihrer Beratungstätigkeit von der Auswirkung der Brise auf die Person der davon Betroffenen gehabt?" „Gerade die jungen Menschen, die zu uns kommen, sind sich des Ernstes der Lage bewußt. Nur wenige Haben bisher resigniert, die meisten haben nock) Hoffnung und hungern nach 'Arbeit. Es wäre unverantwortlich. sie i m m e r w i e d e r nur auf die Tr o st - losigleit ihrer Lage hinzuweisen. Solange wir noch jedem Tritten, der zu uns kommt, Arbeit verschaffen fermen, braucht keiner HU verzweifeln. Um so notwendiger ist es aber, immer wieder darauf hmzuweisen, welche Bedeutung die Qualität der 'Arbeit hat und daß in diesem Konkurrenzkampf der Kräfte nur der Tüchtige und Zuverlässige bestehen kann. Oer Geschäftsführer des Zentralverbandes jüdischer Handwerker beantwortete die Frage, welche Handwerklichcat Beschäftigungen heute eine Zukunft haben: DeniwnnZ ctomss Llhowo^helm für bänder und jtw^e Illwchen. Llhc-Wo^heim für fun SiObcmcs $cus, Siect^cüons, Glas- Veranda, Heiner f;reis, Ksmllrencharakter. Pension, 5 Mahlrfttcn, 4 bis 5 i’Iacf. '^r-rr, n M taülUi ü Jd: .] Hindcuburgstraffe 8, 9, 10 Mfonnt un& böse« LäööÄenMult (Lvzeuulsvlnn) gegriindct IST 2 vsrm. 2Erou Br. reverssn u. ftl. Conflance Led:) 3n*?. 3Tiaraiij, f;c::tT. ggj:T- Lassanne-Le lloslaz Israelitisches Töchtermsiitut I. Ranges «*LA RA17IEE”. Ma-iair.e Elise Lilienfeld. r~~1 Prospekte / Rcf >-• ren zen. f' Lsusanne-Chamblaudes. Pensionat Vigia-nosary k li" £ Töchterpensionat FUaiscn de la Harpe RaUc-Qcnfersee uci Viilars-E-ax •1300 Er-:- k tauige5? Institut. 9 Mor. am Genfer?*« und 3 Monate (J5. Dezember bis ]3. l. ( Chalet i. Vikars. Hr. j. Fr. Fast. Amiguel. lSarz) V Am nqlc 3. 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