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Central-Verein-Zeitung · 1931-09-11 · 37 (11.9.1931) · p. Seite 445

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
37 (11.9.1931)
Date
1931-09-11
Page
Seite 445 (sequence 5)
Language
German
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Antwortern €3ü£ yi-issr® <y r5 P r! V^ ' J nr\.n LTr-n n /j r - y r ~y f —m i n ' Y ■ /; ■ \ F M : P L_Z3 .J Lj W LJ ,A u.i 0' 0s, Akadsm! Iker und cr.Osro Wir beginnen unsere Umfrage bei der Leiterin einer jüdischen Mädchen- Mittelschule, die .zu ihren Schülerinnen Angehörige aller sozialen Schichten zahlt. ..Raden Sie bei Ilireo Schülerinnen besondere Einwirkungen der Krise beobachten müssen?“ „Man kann wohl sagen, daß die Mädchen heute im allgemeinen nicht mehr so finMidj sind wie früher Schülerinnen von dreizehn und vierzehn Jahren. Tie Mädchen sehen zu Hause täglich die ernste <rorge um den nächsten Tag, und sie fragen sich schon früh, was aus ihnen in der Zukunft werden soll. Persönliche Neigungen müston meist hinter der Not, die zu Hanse herrscht, zuruckgestellt werden. Ter einzige Borufsnounsch ist, möglich': rasch _ 0:1 b zu verdienen, um zu Hause etwas .zusteuern zu können. Tie -stlasse dieser Schule, die dre Mädchen null der Technik kansmännischcr Büroarbeit vertraut macht, wird besonders stark besucht. Bor wenigen Jahren noch konnten Schülerinnen, die diese Klane besucht hatten, Anfüngersiellungen als Kontoristin finden. Dille Aussichten bestehen heute nicht mehr. Wo überhaupt eine längere Ausbildungsmvglichfeit in Frage kommt, ist der Wunsch vorhanden, in die soziale Fürsorge zn gehen und Wohlsahrtspslegerin zu werden. Daß unter der wirtschastlichen Not das Familienleben leidet, ist eine leider nicht seltene Erscheinung. So entsteht der Wunsch nach anderem persönlichen Zusammenschluß, und so erklärt sich die besonders große Anteilnahme der Schülerinnen an Jugendorganisationen aller Art. Jüdische Fragen, auch der Zionismus, haben an Jntereye verloren, dafür stehen allgemeinpolitischc Fragen im Vordergründe des JnteregcsT Ter Eindruck des derzeitigen Leiters der jüdischen Knaben- Mittelschule ist nicht viel anders. Auch er berichtet, daß die Mehrzahl seiner Schüler ernster geworden sei. „Wir wollen unsere Schüler nicht frühreifen und sorgenvollen Menschen erziehen. Uns ist lieber, wenn sie richtige frische Kerle bleiben, die auch einmal einen Lc-isöubcnsrreich mallen. Aber das wird immer schwerer. Es isr kein Einzelsall mehr, daß schon die Entwilllung jüngster Schüler durch das wirtschaftliche Elend zu £>aii|‘e beeinfluß: wird. Mir fiel da im Unterricht eines Tages ein Schüler auf, ein Junge von elf Jahren, der plötzlich verän.güigt und eingeschüchtert zum Unterricht kann Zunächst schien es mir, als ob er nachlässig geworden sei. Trotz mehrfacher strenge^ Ermahnung brachte er ein llesr, das die Klaue sich zu beschaffen hatte, nicht. Nachher stellte sich heran?, daß der Schüler zu Hause die paar Pfennige nicht bekommen tonnte, die er zur Anschaffung des Heftes gebraucht hätre. Ein anderer Jtmge im gleichen Alter trägt aus seinen schwachen Schultern die Verantwortung für eine ganze Familie. Ter Vater liegt im Krankenhaus, die Mutter trank zn Hause. Ter Jungebesorgt den ganzen Haushalt. Er könnt ein, hilft in der Wirtschaft, sorgt für die zahlreichen. Geschrei st er, von denen er der Aeltcüe ist. Solche Kindheitserl-ebnisie gehen nicht spurlos vorüber. Tiese Jungen fangen ganz früh an, sich um alle Fragen des Lebens zu kümmern. „Welchen Berufen wenden sich Ihre Schüler zu, wenn sie die Schule verlassen und welche Erfolge erzielen sie?“ „Genaue Uebersicht haben wir hierüber nicht. Wir stehen nur mit den Schulentlassenen in Fühlung, die von üch aus die Verbindung mit der Schule anfrellnerhaleen. Tiefer Fall isr allerdings nicht selten. Man kann wohl sagen, daß viele im Leben ihren Mann gestanden haben. Heute kann man gar nicht sagen, welchem Berufe man sich zürnenden soll. Wird man Lehrling, so besieht die Gefahr, daß man nach beendeter Lehrzeit ohne Stellung ist. Ta besucht man lieber, selbst mit den größten Schwierigkeiten, die Schule zu Ende und versucht so, sich über diese für die endgültige Entschließung so ungeeignete Zeit so gut wie möglich hinwegzuhelfenll „Lässt sich heute schon übersehen, auf welchen Gebieten der jüdische Schüler Ersatz und Ausgleich für die unsicheren Zukunftsaussiehien sucht?“ „An erster reelle I ugendbewegn n ab '. wäre d-a wohl die zu nennen. Leider ist llec auch vielfach -n beobachten, daß die Schüler aus ihrer Natlosigkesi heraus zu einer politisch radikalen Einstellung gelangen, von der ich nicht glaube, daß sie sie fördern kannll Tem jungen jüdischen Men-chen, der seine Schulzeit beendet hat und endgültig vor der Beruisnoahl steht, hilsi in Berlin, die jüdische Ber u f s b e r a t u n a s si c-1 l e. Mer wird nicht nur nach rein äußerlichen Gesichtspunkten von Angebot und Nachfrage -thematisch vermittelt und beraten. Tie Beraterin für weibliche Berufe is: voll aus gebildete Vsrllranalntikerin. Tie Bedeutung der Psychoanalyse med ihrer Erk-enntnisfe für die Berufsberatung darf nicht unterschätzt werden. Ter junge jüdische Momch neigt vorzugsweise dazu, bei der Berufswahl aus seinen K ir.dh eits-er lebnissen stammende Affekte Mitwirken zu lasten. So ist zum Beispiel der Typ des jungen Mannes, der alles andere werden will, nur nicht Kaufmann, sehr häufig. Ter Srnnd für seine Einstellung liegt nicht in dwr Liebe zu einem anderen Berufe, sondern etwa in der Einstellung zum Vater, zur Familie. Ter Gegensatz Vater — Sohn in einem bestimmten Alter ist eine häufige und an sich keinesnoeas beüngsiiger.de Erscheinung, weil sie in der Entwilllung begründet ist und mit deren Fortschreiten ihren Ausgleich findet. Gefährlich wird diese Frage erst, wenn der junge Mensch vor d-er Bern's wähl steht und dann die Tatsache, .daß beispielsweise der Later und die Verwandten vorwiegend kaufmännischen B-erusen angehoren, ihn zu diesem Berufe selbst in Gegensatz bringt, während der Gegensatz in Wahrheit rein persönlicher Natur isi. Ter analytisch geschulte Berufsberater wird derartige „Voreingonommenbeiten" ebenso zu erkennen und anszu'schalten wißen wie umgekehrt aus ähnlichen Asselten beruhende Hinneigungen zu Bernsen, für die der Jugendliche sich nach seiner Persönlichkeit und Begabung nicht eignet. „Kann oder muss man heute von einer besonderen Berufsnot der jüdischen Jugend sprechen?“ WMm fifcOM Latimgrat <rßavagoaium Mnlenwalve bei Stettin. £,/ vBe^u-Slbitur. Lehrplan: Odcrr-alschul?, Acch grmnaiüim. Kl.Lllasten. ZNchtversckN holen rers. Zci: eln.(Schülerheim.) ^errl.a.Waldegcl:geinßtrstvro'ch. Israelitisches KnabenOpensionät Prediger Hirsch, Coburg. Energisch? E r.gc hung f. Sch ule n. Lebcn. Vorl-ereit nn z für alle SchulgcMungen. Herrliches i::ini nü: grap-n Lar?. Fließen des Wasser. körperlich e 'E r! ä chn guu 3 in (Sport, Gynmaftum und Oberrea'.'chule an: vier?. ß j ...rfdtiner.tsu. QS-ulrnfr.: circc) er C!?!:r:n£rt!. / gc7n7nee:rch ^11k. ^>oc&frccn»:?. Tech v.I-i? - / vJ^r.ie. Gtcfirodber.if, Gc-ücdjnif. {Judor::^ chü!ii7.w?lrn. fjtrümiL £:r.a'.3krt?d-X äctsiofjlcchr.ik — DorlelungS7rrzelch7.:5 Dlus^adinxdcdlngungen fofter.';!. * PASIS: Madame Micciollo, lei'iunp- —«-v heim für juntre 7* :hter, ]*•!. C -1, o e. r. > j i 1.1, a \' n. r c 1 m e - S (. IH1 a i r c f S c i 11 c >. nmp.ohUn durch Fri. Wcill, Directr. du Ilom-j ürächte, Stra^bur^r. Prospekt auf Verlangen. c ' llKdsMskm SsüZRLrkZfS t Zdssh« Dcdeulend herargcietzte Preise, beste Rerercnzm. Me- Oan'.s-llnlbf'sm Privatschnte für p.naben und , Rladchru, SJl. Gerhardt) Lübcd-tSravcN'.ünve. EUr. :?.r:.h: Lübeck, Burgseld 10. 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LorgfülL'.ge Aeruna schreacher Schüler, auolle Schulprüfungenl ge-'alle ne verlieren kein aulogen! Prosp.m.beüen durch die tSirektion. "?; : p.-y fp:\ r\n r a p. n c u ch VrO u l) L L-d L J l_ am üodensae lC3p3PGaG;22Ü ülöia? Beginn des neuer. Sehu'.e-res J. Oktoben 51 bitn vf O h c v f c f u n d a. ScrniittaQ», Abendschule. Prlrate Vorbereituu;^ onftclt. Direltor Danuücr, Sfrlin, AleeSa'.obstr.wk AkMiM tliCKuMiilUi! für Serbs! und Uintcc. Kinderl-iSiniPrau Qrete Weinberg, Nordseabad VJYK auf Föhr.

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