Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 36 (4.9.1931)
- Date
- 1931-09-04
- Page
- Seite 434 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2277379-2277886-2277922--06934-2287793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
434 «nrshokcnd auf den Tisch und rief: „Tas ist ober eine Freude." RaabeZ Arbeitszimmer in Braunschweig zeigte auf dos Grab Lcssinas, dessen Schicksal tv dein seinigen oft genug verwandt fühlte. Auch in jenem edlen Geist, der Duldsamkeit, Verträglichkeit und Glaubensfreiheit predigte, stimmte Raabe mit Lessing überein und konnte sich noch ebenso heftig wie dieser gegen den früheren Judenleibzoll als eine Sckpnde und rine Niederträchtigkeit ereifern, unter der ehedem noch Lessings guter Freund, der geistreiche Moses Mendelssohn, persönlich gelitten hatte. Für Raabc waren die Juden, wie er einmal feinem inntgfrcn Vertrauten Wilhelm Brandes cingestand, ..ein unlösliches Ltück unseres Bottes und Schützlinge seiner Muse". Und sckpn aus diesem 'Grunde wird, ganz abgesehen von der 'Anerkennung, die jeder gebildete Jude dem Tichtcrrum Wilhelm Raabcs spenden wird, dieses ..unlösliche 3tücf unseres Volkes" den hu nder: jährigen Geburtstag dieses _ kernigen Mannes und erbitterten Philisterfeindes im Herbst dieses Jahres gern mit feiern. dritten Jahr wird auch in. arabischer Sprache Unterricht in Geschichte und Geographie der Türkei erteilt. Tie größte Schwierigkeit bietet der Umstand, daß der schule die Zöglinge erst un zehnten und eisten Lebensjahre aus den: Gheder zugesührt werden. Tiefem ttebclstand sollen h ehr äi sehe Kindergarten abhklscn. deren erster von der UTBB-Loge gegründet, vom H i! s s verein de r d e u t s di e n Jude n reichlich subventioniert n-ird, der die nächstfolgenden gänzlich unterhält. Im August 1903 erhält die Lämel-Schuke ihr eigenes Schulhaus. Durch die Bemühungen von Julius Plotke un.d Charles Hallgarten gibt die JCA die Hülste der Baukosten. Größere Beitrage leisten die Kultnsgemeiude in W i e n und der Hilfsvcrein. 190-1 wird auf meinen Antrag vom Hilssverein der deutschen Juden an die Lämel-Tchnle ein Lehrers e m i n a r augeglied-ert, 1906 eine -v> andols- Realschule. Von: 22. November bis 13. Dezember 1907 weilt T a u l 2t n t!) a n in Jerusalem. Tie meiste Zeit verbringt er mit Professor Eugen 2)Ntlwoch in der Lämel- ^chule und den eminnrf:afien. Auch das Technik:: m i n H a i? a sollte in erster Bei he seine Schüler ans den Absolventen der Länwl- Schnle beziehen. Sechs Monate nach dem Tode von Rabbiner Tr. H o r o v i u^lFrauksurt) im Tktober 1010 ging die Lämeb^chule in den Besitz des Hilssvereins über. Im April 1912 -wurde das 23jährige Jubiläum der uenorganisierteu vereinigten Wai seich a u s -Lümel-rs ch ule g e je i e r t. Tiese Feier wurde mit dem 'Ablauf meiner 23jährigen Amtstätigkeit verbunden und erstihr eine außergewöhnlich große Beteiligung. Während ans der einen Teste selbst vom Vertretern der streng Konservativen das Fest als ein solches bezeichnet wurde, das ganz Jerusalem einem seiner Töhne bereitet, der den Weg zur Erziehung fürs praktische Leben, für die Bedürfnisse des Lebens, gezeigt hat. den Weg, Torah mit weltlicher Bildung zu vereinigen, wurde in Leitartikeln, Reden und Gratulaüonsedressen zum Ausdruck gebracht, daß cs gleichzeitig ein Tankessest für die außerordentliche Arbeit im Tienste der Wiederbelebung der hebräisch eji spräche ist, die durch die Lümel-'^chule und die 27 änderet: Anstalten des H i l f s v e r e i n s getan wurde. Eineinhalb Jahre später brach d-er Technilmusstreit aus, der auf die Hist'svereinsschnlen übertragen wurde. Wiederum Kamps gegen die Läme'l-Schule. Tr. Paul Rath a n, der zur Stelle rvar, nnlßte ähnliches erleben lvie vor ihm Frankl, Grätz und Hildesheimer. Ticsmal kan: jedoch der Sturm nicht von 2tcligionseisercru, sondern von Tpracheisereru, die Nathan ebonsalls in drei Kategorien einteilt — wie zum Beispiel 2t. Fran.kt. „Tie angewandten 2Rirtel" — schreibt A chao H a a m in seinen veröffentlichten Briefen — ..sind in beide:: Fällen die gleichem dort Cherem und ^chosar-Blaseu au der Klagemauer, hier Boykott und Posaunenlärm in den Zeitungen. Einerlei, ^erusülöMS WßHħM SHuls 75 Jahre Lämel-Schuke Ein Rundschreiben an ehemalige Schüler der Lamcl - Tchule erinnert daran, daß 75 Jahre verflossen sind, seitdem diese Schale von dem Dichter Ludwig August Frankl im Austrage von Elise Herz von Lämel in Jerusalem gegründet wurde. „Tie Lamel- Schule" — heißt cs in dem Rundschreiben, — „verkörpert einen Begriff." Tie Gründungsgeschichte ward uns durch Frankls „Rach Jerusalem" m.it der Feder des Dichters sehr deutlich'vor Augenchesührt. Eiferer, ehrlich meinende oder interefTierte, und Mitläufer aus der Mitte derHdama'ls kleinen 'Aschkeuasun-Gemeinde lausen Atunn gegen die neue Gründung. Ein Cherem, ^chomr-Blaseu an der Klagemmter (vor 73 Jahren war dieses noch erlaubt). Pamphlete begleiten die Gründung. Trei andere Anstalten, die vor ihm Albert Cohn und Montesiore ins Leben gerufen haben, findet Frankl verwahrlost. Er fürchtet, daß auch er selbst Zeit, Gut, Gefahr^ und Schmerz an eine Arbeit verschwenden müsse, die vielleicht keine bessere Zukunft hat. Tiefe Befürchtung war begründet, nachdem J o Fes Schwarz, der rühmlichst bekannte Versager des „Tewuot-Haarez“ (Tas heilige Land), der einzige, der für den Posten eines Leiters geeignet war, aus Angst vor Terror abgelehnt^hatte. Ein sephardischer Chacham mutzte zum Schulleiter eingesetzt werden. 16 Jahre später besuchten Professor Grätz (Breslau) und Gottschalk Lewy (Berlin) Jerusalem. Es wurde lautbar, daß sie der Frage der Jugenderziehung große Aufmerksamkeit zuwenten. Ein Eiferer verkündet bei ihrer Anwcsenhcit in der Aschtenanm-Synagoge einen Cherem gegen Professor Grätz. Eine Tenkschrist von Grätz, in welcher in erster Reihe ans das schreckliche Ele:rd verwahrloster Waisenkinder hingewiesen wird, führt zur Gründung des „Vereins z u r Erziehung jüdischer Waisen in Palästina". Esricl Hildesheimer und Proscstor Grätz sind die führenden Männer dieses Vereins. In seinen: Dortrag „Palästina und seine Geschichte" schildert Hildesheimer den Smrmlauß der gegen diese Gründling nn.d ganz besonders gegen ihn persönlich unternommen wurde. „Wilde Brandreden wurden gehalten, ein Cherem verömmtlicht, ein Flugblatt versandt; ohne Unterscbrift, aber angeblich im 2tamcn von 1000 Zadikim; die Bevölkerung steht unter dem Schrecken verwegener Terroristen, unter denen sich einige Bassernmnnschc Gestalten befinden." Erst Ende 1879 konnte der genannte Verein Tr. Wilhelm Herzberg mir der Ausnahme einiger Waisenkinder beauftragen. 1882 erwarb er ein ^eigenes Haus in Jerusalem, und 1883 wird der ^in des Vereins von Berlin nach Frankfurt a. 2A. verlegt. Wegen seiner außerordentlichen Güte, seiner Geduld und Versöhnlichkeit und seiner nmsassen.deu Bildung halber wird Herzberg, der bekannte Verfasser der „Jüdischen Familienpapiere", von der ganzen Bevölkerung geachtet und geschätzt. . Aus Tr. Herzbergs Anregung wendet sich 1886 Rabbiner Tr. H o r o v i tz (Frankfurt a. M.) an den Vorstand der Kultusgemcinde in Wien, der das Kuratorium der Lämel-Stistuug bildet, mit der Bitte, „sich mit den: Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina zu einem großen heiligen Werke zu vereinigen, damit das, was einzeln keiner erreichen kann, mit vereinten Kräften ins Dasein gerufen werde". Ich übernahm die vereinigte Waiscnhaus-Lämel- Schule im April 1887 mit 28 Zöglingen. Nach einem Jahr ist die Zahl auf hundert gestiegen, darunter zwei Trirtcl Aschkenasim. Während der Lehrplan der Lämel-Schuke dem einer ncunstusigen deutschen Realschule entspricht, räumt er gleichzeitig den hebrästchen Lehrgegeuständen ruehr als die Hälsie der Unterrichtszeit cin und trägt von vornherein den: Umstand Rechnung, daß in den: vielsprachigen Jerusalem das Hebräische als Eiuignngssprache zwischen den Gemeinden besonders gepflegt werden must. Von 'Anfang an verbinde ich mit dem Unterricht in Bibel und Heimatkunde, biblischer und jüdischer Geschichte hebräische Sprechübungen. Talmud und Ritual werden in hebräischer Sprache unterrichtet. Bei Erweiterung des arabischen Unterrichts im C c <D D £ £ G3 O U> c o £} C< O I V *- o o A Z 05 O ® c5 o sz g o o <o L Willst Du erfahren, was einer richtigen Theaterstadt wie Gross-Berlin geziemt, so frage nur an, was im ROSE-THEATER iüllilii gespielt wird, liil llilir' lüiüllilllüli i! (Mitrcpa-Ztg. 11 16. August) IISie s i s ©li r\ f-v ... Lr^ © & li rT. L U \css a y h U 5 Schau- und Lustspiele, 8 Operetten. / Freie Garderobe und Programm. 4o Serien. Für Frühabend-Serien (Mittwoch und Sonnabend 6 Uhr, Sonntag 6 und 3 Uhr) noch I. und II. Orchester-Sessel zu M. 1.65 und M. 1.60. Meldebüro: Grosse Frankfurter Strasse 132, 9 bis 7 Uhr. Telephon: E7, Weichsel 3422.