Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 36 (4.9.1931)
- Date
- 1931-09-04
- Page
- Seite 435 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2277379-2277886-2277922--06935-2287794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
435 fei cs Chcrcm oder Boykott. Schosar-BlaTn oder Zcitungslärm, mir sind luido gleich vorhaßt, dcide ein Grcucl." Tie Lücke, die infolge des Streitcs durch dcn Abgang von 70 Zögliuzcn (von 3-l0) in der Lämcl-Schule cutsiandcn war, wmrde bald wieder aufgefüllt. Auch we.hrend der schweren Kriegsjahre hatte die Läio.ol-^ckule ihre volle Schülcrzalst von 350 bchaücn, oowolst Jerusalems Bevölkerung um ein. Trnnck verringert wurde. Auch nach der Besetzung Jerusalems durch die England em.- hat die Bevölkerung ebenso treu zur Lämel-^chule un: zu d<n übrigen Instituten des Hilfsvereins gehalten. Ter siegen ihrer Arbeit jvirft sich n:d) heute in reichem Bkasie ans. ecke repräsentiert auch in anderer Hinpcht einen Begriff: ihre Geschichte wird von fünf Rameu getragen, von denen jeder einen Ehrenplatz i:: der jütischen Geschichte einninunt: Ludwig August Frankl, Professor Graetz, Esric! Hildesheimer, Rabbiner Tr. Horovitz, Paul Rathau. E p h r a i ni Cohn R e i s s , vormals Direktor der Lehranstalten des liilfsvereins der deutschen Juden in Palästina. hsmerch Graetz 3 nnt 4 0. Todestage a tu 7. Scpte m b c r. Am 7. September jähr: sich zum vierzigsten, Btale der Tag, an dem Hirsch Heinrich Gractz, der geniale Historiker des Judentmns, für immer die Augen schloß. Seine in viele Sprachen übersetzte, in allen Ländern bekannte, wahrhaft populär gewordene „B o l i s t ft m liche G c - schichte der Inden" verdient cs heute mehr denn je, daß man ihres ebenso gelehrten wie lebendig gestaltenden und phantastevoll deutenden Verfassers gedenkt. Ist doch kaum jemals ein historisches Werk so tief ins Volk cingedrungen wie dieses, ohne deshalb von seiner gründlichen Gelehrsamkeit, seiner wissenschaftlichen Bedeutung auch nur das Geringste einzubüßen. Ein klarer, vorurteilsloser Forscherblick, eine fesselnde und begeisternde Tarstellungssorm, ein reiches, fundiertes Wissen und ein warmes, fühlendes Herz, um dieses Willen zu beleben, waren diesem Manne eigen, der seine umfassenden Kenntnisse autodidaktisch und unter den ärmlichsten Lebensbedingungen erworben hatte. 1817 in Uns, einem winzigen Rest der Provinz Posen, geboren, verlebte er den größten Teil seiner Jugend in Zerkow, wo er im Eheder den ersten, recht dürftigen Schulunterricht genoß, später kam er nach Wollstein, wurde ein eifriger und wissensdurstiger Schüler des dcrtigeu Ortsrabbiuers, der ihm als erster die Schätze des Talmud erschloß. Ein heißer Wissensdrang beseelte schon den -Knaben und Jüngling; er erwarb sich aus eigener Initiative und ohne fremde Hilfe gründliche Kenntnisse in den mcd-crnen sprachen. In dem ebenso weltgewandten wie religio Tn Rabbiner Saauon Raphael Hirsch, der damals in Oldenburg lehre, glaubte der junge Graetz das Ideal eines Lehrers und Führers geü'nden zu haben; er schrieb an ihn und wurde zu ihm eingeladen. Ju Oldenburg blieb er dann mehrere Fahre und bereite:e sich dort für die Nnivors'.uät vor. Tas freun.d'ckasinche Berhältnis zwiicken Lehrer und Schüler wurde zehn Fahre später durch rnwer sönnliche Wissenschaft! iehe Gegensane von Hirsch wrstört. Sein erstes größeres Werk: „G n o st i z i s nt u s u n d I n d e n i u :n" hatte Graetz jedoch noch „dem geistvollen Kämpfer Tür das geschichtliche Judentum, dem unvergeßlichen Lehrer, dcnr väterlichen Freunde tu Liebe u.rd T a u k b a r ko i: Tg c w i d me t. Durch diese SchriT erwarb sich der junge Forscher die ersten wnTu'chaTlichen Lorbeeren. Seine Hostmmg. aus Grund dieser erfolgreichen Arbeit als Rabbiner in einer größeren Gemeinde angestellt zn werden, erfüllte sich jedoch nicht, man möchte sagen, zu seinem Glück und zum Borteil der jüdischen WuTnschaT. Ihm siel eilte größere Lebensaufgabe zu. cr sprach durch sein glänzendes Forscherwerk zu einer größeren Hörerschaft,, zum ganzen Judentum. 1853 übergab Heinrich Graetz in Berlin seine „Volkstums: che Geschichte der Jud-enck der Oeifcntlichkeit, und die heftige Leidenschaft, mit der die Tw. Werk nicht nur gelobt, sondern auch bekämest wurde kam erbittertsten Don seinem ehemaligen Lehrer Hirsch), trug nicht wenig zu seiner ständig wachsenden Popularität bei. Graetz starb 1891 in München. Bezeichnend für das, was cr^ als seine Lebensaufgabe betrachtete, sind die Worte, die er wenige wage vor seinem Tode über Leopold Zun.z sagte: „Dem Manne habe ich viel zu verdanken, nick: nur in dem, was er tat, sondern vielmehr in dem, was er unterließ; er hätte so gut eine Gefauchte der Inden schreiben können und hat in io den Platz frei gelassen." Oerirud Isolani. Reue politische Nachschlagewerke Enno Horkenbachs großes Handbuch „Das Deutsche Reich von 1918 bis heute" (Berlag für Presse, Wirtschaft und Politik G. m. d. H., Berlin 1930) bietet einen grundlegenden Aufriß der reichbewegteu politischen Entwicklung dcs Rachkriegsdeutschlands. Reben einer übersichtlichen Chronik der wuchtigsten Ereignisse innerhalb der Berichtsperiode gibt das Werk einen vortrefflichen Einblick in alle Einzelheiten der politischen und Berwaltungsstruktur des Reiches. Es folgen lehrreiche Abschnitte über Gcbimsemteiluug und ^tatinik sowie über die politi'ckeu Parteien und die Organisationen der Preüe. Besondere Beachttlng verdienen die sehr 'brauchbaren, stichwortartigen Biographien führender deutscher Politiker. Tie Borzüge dickes durchaus objektiv bearbeiteten Handbuches liegen vor allem darin, daß cs einen fast vollgültigen Ersatz für einige kleinere und ältere politische Rach'chlagcwcrke bilde: ruck dazu dos sorgfältig ausgcwählte Material bis ans den Stand von Anfang 1931 bringt. Bedauerlich i't nur, daß die Betrachtung der rolin'chen Elt:Wicklung in den deutschen Ländern etwas zu kurz konnnt. Tas vom P r e u ß i s ch e n Staats m intft e r i u m herausg.egebeue, bewährte „Handbuch über den Preußischen Draal" liegt, vielfach erweitert u::d ergänzt, nunmehr für das Jahr 1931 vor lR. von Teck er s Berlag, G. Schcnck, Berlin XV 9). Wie bereits in früheren Jahren sind ans wirtschaftlichen Erwägungen heratts auch diesmal wieder Teilausaabcn für Gruppen von Provinzen erschienen. Als Sonderdruck erscheint außerdem Abschnitt VII der Vollausgabe „Kirchliche Behörden iReligiousgesellßhasten)". Als zuverlässiger und schneller Führer durch das weitverzweigte Gebiet unseres Berfassungslebeus dient S ch a e: s e r - A l b r e ch r s „2lttgcmcinc Staatslehre und Deutsches Reich ssta aisrecht". Ter Verlag von E. L. Hirschfeld, Leipzig, hat webe:: die 50. bis 03. vollkommen umgcuoooiwue Auslage dieses bekannten, kurzgefaßren und straff angeordn.ctcn G r und r iss es her a: is gc b r ach t. Tas zweite Heit des von einem oockßchullehrer herausgegebenen „DcrrLsch.volkischeu Katechismrrs" (Verlag Ernst Oldenburg. Leipzig 1931) beschädigt sich mit den ..Völkischen Organisationen". Tc o Vor Asser, der aus staatsbejaheudem Boden sicht, aibr einen umfassenden Ueberblick über die zahlloTn vö.kischen und rechtsradikalen Parteien, Vereine, Verbände. Gr charakterisiert und krinsiwrt ihr 'Wesen, ihre Bestrebungen, ihre Orgauckanoucn, ihre Führer. Auch die vielen kleineren Gemeinsamsten dieser Art, die zum Teil politisch völlig bedeutungslos geworden sind, werden kurz behänden. Blanche Angaben sind durch den raschen Wandel im politischen Leben der Gegenwar: allerdings überholt; manches Han sich geändert. Tas beeinträchtigt keineswegs den Wert der Gesamtdarstellung. Tie Frage nach dem sozialen Ausian der deutschen Wählerschaft Han noch nie so Thr im Vordergrund des politi'chen Interesses gestanden wie in unserer Zeit der VarLeienzorsplttternmg und einer nie geahnten Zunahme der ertrcmon Oppositionparteien. Anbur Tir zeigt in seiner besonders bemerkenswerten und aufschlußreichen kleinen Schrift „Dic deutschen NcichstagsWahlen 1871 bis 1039. Die Wandlungen dev Vottsgliedervna" (erschienen in der Sammlung „Recht und Staat in Geschichte und Gegenwart" bei I. E. B. Mohr, Paul Siebeck, Tübingen 19091, daß die Geschichte der deutschen Wahlen ersi im Zusammenhang mit der Betrachtung der wirtschaftlichen und sozialen Strukturveränderungen im deutsche:! Volkstum verständlich ist. Das; solche Betrachtungen keineswegs nur von rücksck.meuder Bedeutung sind, sondern auch gewisse Schlüsse auf die zukünftige Gestaltung des Stärk-verhättnisi-s der deutschen Parteien zulassen, wird au zahlreichen Beispielen und Berechnungen erläutert. Dr. Ernst G. Löwenthal. . 6 €V M © ■ ü/hftwm) &m Endlich ist cs der Wissenschaft gelungen, ein wirksames Kittel gegen unschöne Fettpolster ru finden. Gerede cn den sichtbaren r'.firperstellen. wie Kols. Kinn, Wade und Knöchel, bildet sich meist eine Fettschicht, die auch die beste Gestalt unschön und plump erscheinen!äök. Vergleichen Sie nebenstehende Schönheits-Normalmaße an Ihrer Figur und entfernen Sie alte unschönen Fettpolster mit Schlankol. — Das neue wissenschaftliche Fettzehmosser Schlankol wird einfach an der Stelle cir.gerie1 en, an der Sie abmogem wolits. und in wenigen Stunden verschwindet er. dieser Stelle alles Fett. Der Wadenumfang verringert sich 2. B. In einer Nacht um über 2 cm. Schlankol löst jeden Fettansatz m!f sofortiger Wirkung, nur durch äußerliches Einreiben. Kein Einr.ehnen oder dergleichen, dabei garantiert unschädlich, auch bei Oats neue EntfettungGvyaSser z&rier ur.d empfindlicher Haut. Starke Hüften, Brust. Bauch odcT Doppelkinn und jedes andere lästige Fettpolster schwindet sicht« b ar. lieber Nacht angewandt, staunen Sie cm Morren über den Erfolg. — Eine schlanke Gestalt macht Sie um Jahre jünger, bleiben Sic also schlank und jung, aber nicht durch unnötige Anstrengungen oder lästige gefährliche Hungerkuren. Gebrauchen Sie einfach Schlanke!. Die vorliegenden notariell beglaubigten Anerkennungen und Gutachten beweisen erstaunliche Resultate. Machen Sie sofort einen Versuch und schreiben Sie noch heute. Pro oefiasche, ICO g Inhalt, RTV!. 2,80, Normo!fia>che RM.4.S?, Doppelpe ikung RM. 7,SO. Versand gegen Nachnahme oder Voreinsendung in Briefmarken durch „KOSrvSA‘£,F’abr‘U.J<osrnetiSChcr Erzeugnisse, G.m.b.H., Berlin SW 63/237, Rlt!erst:ase 54. Berlin SW 63/237, Rlt!erst:ase 54. ' VI V” imi Hf /fl"; für Donner» und Herren