Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 34 (21.8.1931)
- Date
- 1931-08-21
- Page
- Seite 417 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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417 Gsgea' wt>6 ein nicht versäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, dch ich seit dem Gebrauch Ihre: Zahnpaste ^Chlorodonr" nicht nur reine» wüste Zähne besitze, sondern auch Len bei nur sonst üblichen Mundgeruch verloren hwe- 2ch werde 2hr Lhlorcdont aufs beste Lmpsehlen." grz. E. G., Mainz. Man rerlange nur die echte Lhlorodont-Zahnpaste, Tube 5-1 Pf. und LlPst, und rvLise leben Ersatz dafür zurück ußt durch die Zweifel des Richters, die Jdentat der Vrivatkläger mit den auf dein Bild wiedergegebenen Personen. Ter Richter ließ sich erst nach Borlage einiger Photographien der Studenten von dem Gegenteil üverzengen. meiner merkwürdigen Aufsagung, daß in dein Artikel keine Beleidigung zu erblicken sei. zumal bereits mehrfach entschieden worden sei, daß die NSTAB, sich zur Verfechtung ihrer Ziele auch kräftiger Ausdrücke bedienen rumst und dürfe, trat der Verteidiger der Privattläger, Rechtsanwalt Tr. Erich etern (Berlin), energisch entgegen. Es handele sich nicht um ..starre Ausdrücke", sondern um starke persönliche Beleidigungen. Darüber hinaus lag aber in jedem Fall"eine Verletzung des Kunstschutzgesttzes vor. Es kam auf nachdrückliche Empfehlung des Richters nach längeren Verhandlungen" zum Vergleich. Danach übernimmt der Angeklagte für den Inhalt des oben genannten Artikels ein schließlich der Bilder die alleinige und volle preßgcsetzliche Verantwortung. Er erklärt ferner: „Ich bedauere, das) ich die mir zugcsandten Bilder der mir völlig unbekannten PrivaLkLäger im Text des 'Artikels veröffentlicht habe. Es War nicht meine Absicht, die Privattläger dadurch n beleidigen. Ich übernehme die grämten geschlichen Kosten des Verfahrens und verpflichte mich, binnen eineö Monats an den Landesverband des Noten Kreuzes in Berlin 50 Mark zu zahlen." So endete der 48. Presseprozeß des Nationalsozialisten Hermann E s s e w In Pelästina herrscht seit einiger Zeit wieder Beunruhigung in allen Bevölkerung-- schichten, wenn es auch dank der energischen Haltung der Mandatsregierung glücklicherweise bisher zu keinerlei Feindseligkeiten gekommen ist. Presse-, Dersammlungs-, Auszugsoerboü. einmal gegen Inden, ein andermal gegen Araber gerichtet, folgen aufeinander. Streiks werden angesagt und abgeblasen, heutige Artikel dort und hier geschrieben. Tie Unruhe wird durch die recht unbefriedigende Wirtschaftliche Lage verstärkt. In den Kreisen der j ü d i s ch e n V e a m t e n und Lehrer herrscht scharfe Mißstimmung. Ihnen sind von zionistischen Organisationen aus Geldmangel monatelang keine Gehälter ausgezahlt; Abbanmaßnahmen drohen und keinerlei Besserung ist zu erwarten. Tie Einnahmen d^r zionistischen Organisation sind überall stark gesunken, und mit einer durchgreifenden Besserung ist durchaus nicht zu rechnen. In den letzten Tagen tobten die arabischen Parteien gegen Negierung und Juden, weil die Negierung mit Neckst den entlegeneren jüdischen Siedlungen versiegelte W a s f e n k i st e n , zu minen ’är den Fall ernster Bedrohung, bewilligt hatte. Ter Proteststreik dagegen, der für den 15. August angesttzt war, hatte keinerlei^ bedeutenden Umsang und verlies ohne Zwischenfall. Palästina wird — das ergibt sich dem ruhigen Beobachter sofort — immer starker in die Weltwirtschaftskrise einbezogen und hat dazu noch seine, man möchte sagen, historisch gewordenen politischen Nöte. l% LÄ m m ESA „Tenn was wäre dem unmöglich, der seines Gottes gewiß ift?w Tiefe Worte, die sich am Schluß eines Anssahes von Hermann F n n k e „Tie große Krise. Tas GeMellst ohne Gott" i m An'gust-Hest des '„Morgen" befinden, bezeichnen am deutlichsten die Aufgabe, die sich das weben erschienene Hest der Zeitschrift setzt. In einer Zeit, deren wirtschaftliche Not alles Seelische znrückdrängt, alles Religiöse in den Menschen zu verschütten im Begriff ist, bedeutet es ein mutiges und unbeirrbares Bekenntnis zu den ewigen Werten, wenn die repräsentative Zeitschrift des deutschen Judentums sich in die Front der anderen Konfessionen in ihrem Kampf um den Glauben eingliedert. Tas Thema des Heftes ist indes kein rein theologisches, sondern vielmehr die Verbindung der religiösen Fragen mit der Wirklichkeit macht die veröffentlichten Arbeiten so besonders fruchtbar. Immer wieder, von den verschiedensten jüdischen und nichtjüdischen Gesichtspunkten ans, wird 'die Frage austeworstn, welche Möglichkeiten der Religion zur Gestaltung der heutigen Wirklichkeit gegeben sind. Bezeichnend hierfür ist ein Vorsicht von Otto Piper über „Tie geistigen Strömungen im Protestantismus Teut'-chlands", der von sehr tiefgründigen Bemerkungen über die den Protestantismus beherrschenden Prinzipien zu konkreten kirchlichpolitischen und organisatorischen Tatsachen führt. Auch die „Warnung" an „Tie kommende Generation" von Ernst Holzer ist so zu verstehen. Tie Krisis der Religion wird hier an der Krisis der jungen Generation verdeutlicht. I. M a t i u rf endlich stellt in einem in London gehaltenen und von Frau Margarete Goldstein übertragenen Bortrag die Frage „Was eint Inden und Christen?" und fordert für jede Religion: „Heute" ist cs Hauptaufgabe der Religion, einer "Generation den Glauben wiederzugeben, die ihn verloren hat und die jetzt nach ihm sucht." Tas Verhältnis von Judentum und Weltrcligion, das Leo Vaeck im ersten Heft des laufenden Jahrganges des „Morgen" behandelt hat, bildet das Thema eines Beitrages von Claude G. Montefior e. „Ein kurzes Wort über Judentum und Weltreligion", dem Leo B a c rf ein Nachwort „Tie Weltreligioncn" beigibt. Auch in dicken beiden Aufsätzen ift die Gesamtlinie gewahr!: es handelt sich darum, den individuellen Kultus in den Tienst der universellen Religion zu stellen. Ein religionsgeschichtliches Thema behandelt Walter v. H a u f f in dem Aussatz „Ter Prozeß Jesu im Lichte der neuesten Forschung". Tas Ergebnis seiner Untersuchung ist: „Tie Juden haben Jesus verraten, die Römer haben ihn gemordet", ist eine Behauptung, die nur noch von dem ausrechkerbalten werden kann, der sich gegen die geschichtlichen Tatsachen verschließt ... Es heißt die Tatsachen ans den Kopf stellen, wenn man hier von einer Schuld des jüdischen Volkes redet." „Zwei Spaziergänge" von Jozef Israels, die Max Eisler aus stimm Tagebüchern mitteilt, "sin-ch Zeugnisses tieireliawsen Gcmüts des jüdischen Meutert. Tem Herr ist eine außerordentlich^ lesenswerte Rezension von Joseph Roth „wer Franzose auf der Wodanseiche" _beigegeben, die ein französisches antisemitisches Buch behandelt. Hermann B o g e l st e i n nntcr'ucht un An'chlnß an die Breslauer Rcktoratsrede von Ernst Lohmeyer das Verhältnis von ..Glaube und Geschichte im Judentum": Mar T i Hn em a n n berichtet über das Buch von Hans Cohn „Martin Bnber. Sein Werk und seine Zeit". Es soll nicht versiäumt werden, die Bemerkungen von Julius B a b über den „Fall Harlan" zu erwähnen, aus denen eindeutig lstroorgeöt. wie wenig Walter Harlan antisemitisch eingestellt war. Kallnpattrüliches Material Zur palästinafragL Tie außerordentliche Kompkiziercheir der politischen und rechtlichen Probleme, die sich mit dem Ausbau Palästinas verbinden, läßt doppelt den Wunsich nach Darstellungen^ empsinden, die von weltpolitischer und innerjudisckcr Parteinahme frei sind. Ich komme daher gern dem Wunsch' der Schristlenung nach, ans zwei Bücher hinzuwei'en, von denen dicke Voraussetzung in besonderem Maße gilt. Beide find aus Ünirersitätsinststnten hervorgcgangen. In den Beröücntlichungen der Hamburck.Wen Universität aus dem Gebiet der Auslandskunde erschien eine Preisarbcit von Erich Topst „T i e S t ö q t e n b i I b n n c e n in d e n arabischen Teilen der Türkei feit dem Weltkriege nach Entstehung, Bedeutung ~ und Lebensfähigkeit" (Verlag Friedrichstn & de Gruyter, Hamburg). Tops bringt eine eingenende Tarstellung der interessanten politischen Vorgänge, die in und nach dem Kriege zur Bildung zahlreicher selbständiger arabischer Staaten auf dem ehemals türkischen Gebiete geführt haben. Er schildert die wichtige Rolle der Großmächte, insbesondere Englands, bei der Bildung dicker Kolonialstaaten. Ter dent'che Lcker kenn: ia dicke Fragen meist nur ans den sehr eindrinalichon. aber" historisch nicht sehr zuverlässigen Schilderungen des Oberst Lawrence („Aufstand in der Wüste"). Tie Tarstellung Top's ist sehr wertvoll, weil sie den Wortlaut aller wichtigen Abkommen und Verträge bringt. Tas Buch, in dem Tr. Alfred Wieners „Kritische Reist durch Palästina" als Quelle vielfach Zitiert wird, zeigt, wie eng die Palästinasraae mit den zahlreichen undsehr eng miteinander verwickelten weltpolitisthcn Problemen Borderasiens verbunden ist. Tie neueste Entwicklung, wie die Umwandlung des Irak in einen selbständigen Staat, und die letzten Vorgänge in Palästina sind noch nickt berücksichtigt, da die Arbeit 1928 abgeschlossen wurde. Sie behält aber ihren Wert als exakte Tatsachcn'ammlung. — Mit Palästina speziell besaßt sich das zweite Buch, das „Tas Völkerbunds m a n b n t für Paln - ft i n a" behandelt (Georg S ch w a r z e n - berger, Tübinger Abhandlungen zum öfstntlicken Recht. Verlag Enke, Snntorrti. Tas auch für den juristischen Laien gm lesbare Buch gibt eine gründliche und übersichtliche Tarsteilung aller mit denn Paläsrinamandar zu'ammcnhängenden völkerrechtlichen Probleme unter Berücksichtigung der damit vcrknüpiren politische» Fragen. Ein sehr ausführliches Literaturver- D 'SCHOKQLAD // p* * r . p, . PRALINEN