Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 32 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- Seite 395 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Hksame Qegeimwelhifl'I / . . Wir haben mit uns im wirtschaftlichen Leben heute so viel Zu tun; Sorgen begleiten uns auf Schritt und Tritt; sollen wir da noch nutzlos Zeit auswenden, und Schreibarbeit und Porto dazu, um uns gegen Beleidigungen und Verleumdungen zur Wehr zu sehen? . . . Zwei Fälle aus der neuesten Zeit, also aus der sorgenschwersten, die wir je erlebt haben, sollen uns Antwort geben. I. Eine bekannte Firma in einem nahe Potsdam gelegenen Berliner Borort mahnt am 12. und 16. Juni fällige Rechnungen an. Obgleich keine Veranlassung vorlag, vor 2^ Monaten gegen feste Rechnung bestellte Ware zurückzunehmen, erklärte sich die Firma aus Bitten des Schuldners g. L. in Sr. entgegenkommend bereit, die Hälfte der gelieferten Ware in einen anderen Artikel umzutauschen. Unter der Voraussetzung, daß zunächst einmal die Bezahlung der'überfälligen Betrage prompt erfolgen müßte. Als bis zum 24. Juni der Betrag nicht in den Händen der Firma war, schrieb sie dem Schuldner, sie sei nunmehr gezwungen zu klagen. Dadurch sei ihr Entgegenkommen naturgemäß hinfällig. Am 26.Juni erfolgte mittels Zahlkarte die Begleichung der Rechnung und die Firma hielt die Angelegenheil für erledigt. Am 10. Juli empfing die Firma eine Postkarte, in der sie von Herrn F. L. antisemitisch angepöbclt wird. Ihr Geschäftsgebaren sei ein „jüdischer Dreh". Tie Firma schickt der Rechtsschutzabteilung des C. B. diese Karte ein: Was sollen wir tun? Wir raten zur Privatklage. Am 17. Juli erhalten wir die Nachricht der Firma, daß man unserem Rate folgen wird. Am 24.Juli schickt die beleidigte Firma einen Einschreibebrief an Herrn F. L. nach St.: Die Beleidigung mutz mit derer Ausdruck des Bedauerns zrrrückgcnommcn und ein Sühneöetrag von 20 Mark an den C. V. übersandt werden. Anderenfalls wird Privatklage angestrengt. Am 27. Juli erhält die beleidigte Firma einen Brief des Herrn F. L. aus St., in dem er seinem Erstaunen über die in Aussicht gestellte Klage Ausdruck gibt. Dann heißt es wörtlich in dem Briese: „Sie schreiben, daß ich Sie erheblich beleidigt habe. Mir lag es fern. Sie in irgendeiner Weise zu beleidigen. Ich habe s. Zt. in St. eine Versammlung der NSDAP, besucht, und ist vielleicht möglich, das; ich in der Aufregung in einem etwas scharfen Torr das Schreiben an Sic verfasst habe. Ich habe, wie schon erwähnt, Sie nicht beleidigen wollen, jedoch wurde ich durch die Versammlung so erregt, das; ich nicht wusste, mich strafbar machen zu können. Was die Zahlung der Buße anbetrifft, so füge ich die verlangten 20 Mark bei. Bisher habe ich sehr viel mit 'jüdischen Firmen (folgen Namen, Schristleitung) gearbeitet und bin mit denselben nie in Konflikt gekommen, welches vorgenannte Firmen auch bestätigen können. Mir ist es daher unangenehm, mich mit einer Sache auss Gericht zu begeben. Ich nehme daher die eventuelle Beleidigung mit Bedauern zurück . . . Vielleicht können Sie mir die Büste ertasten, zumal ich nicht die Absicht hatte, Sie zu beleidigen. Sollten Sie jedoch auf diesen meinen Vorschlag nicht entgehen, so sehe ich mich leider voran lagt, von Ihren Glaubensgenossen Ware irgendwelcher Art nicht zu beziehen. Ich glaube, daß Ihnen damit nicht gedient ist, und Sie aus meinen Vorschlag eingchen werden/ Aus diese Drohung hat die beleidigte Firma nicht mehr geanwortet. Sie schreibt dem C. V.: ,/Vas den Schlußsah dos Schreibens vom 27. er. ankangt, so bemerken wir. daß wir natürlich auf die Kundschaft des Herrn F. L. keinerlei Wert legen, und auch nicht glauben, auf andere Firmen Rücksicht nehmen zu sollen, die bei Kenntnisnahme des Sachverhalts wahrscheinlich auch der Meinung sein werden, aus solche Kunden verzichten zu können. Wir bitten Sie, uns den Empfang der 20 Mark zu bestätigen/ Wenn je einmal das Wort: „Sich wehren, bringt Ehren/ Bedeutung und Inhalt erhielt, dann in diesem Fall, der weithin Beachtung finden sollte. II. Der gerichtlich bestellte Zwangsverwalter eines Hauses in Dortmund hatte besonders viel mit einem Manne zu tun. der mit seiner Ehefrau und seinem Stiefsohn dort wohnte und monatelang mit der Miete im Rückstände war. Pflichtgemäß war der Zwang-Verwalter. ein jüdischer Herr, schließlich gezwungen, die Miete einzuklagen. Prompt erhielt er von dem Verklagten. mit dem er so lange persönlich sehr gut ausgekommen war, als der Gerichtsvollzieher zur Pfändung schreiten mußte, folgenden Brief: Dortmund, 22. Juli 1931. „Heute wollte der Obergerichtsvollzieher B. in Ihrem Aufträge 196 Mark einziehen. Sie wollen sich mit dieser Forderung noch etwas godulden. da derartige Forderungen in nächster Zeit sämtlich vom Braunen Haus in München beglichen bzw. auf die Verpflegung auf den Abmarsch nach Galizien bzw. Palästina verrechnet werden. Heil Hitler!" gez. H. H. Unerschrocken antwortete der Beleidigte: Dortmund, 25. Juli 1931. „Ich empfing Ihren Brief vom 22. Juni und würde es keinesfalls bedauern, nach Palästina oder Galizien zu gehen, wenn ich wüsste, das; in meinem deutschen Vaterland nur solche Tagediebe und Nichtstuer wie Sic ein Heimatrecht hätten. Da ich aber die Ucbcrzengung habe, daß dem nicht so ist, habe ich die deutschen Gerichte mit der weiteren Erledigung der Angelegenheit beauftragt. Es scheint nach Ihrer Auffasiung treudeutsch und heldenhaft zu sein, daß man, so lange man im Drucke ist, wie ein Wurm kriecht, uni hinterher das große Wort zu führen. Tiefe Eigenschaft scheint in der Heimat Ihres Herrn Hitler eher zu Han'e zu sein als in Deutschland. Trotzdem traue ich Herrn Hitler so viel Anstand zu, dast er Leute wie Sie weit von sich Wichtige Kleinarbeit auch im kaufmännischen Leben weisen würde, wenn ihm Ihre Handlungsweise bekannt wäre." gez.: A. R. Hand aufs Herz — wie viele von unseren Freunden halben in ähnlichen Fällen g e - schwiegen, weit es sich nicht lohnt . . „Legen wir es zu dem übrigen!" . . . Aber es ist tausendmal wahr, daß die Hakenkreuzler vor den Juden, die sich wehren, mehr Achtung haben als vor denen, die d<m Kampf konsequent bis zum Papierkorb ausweichen. Sehr. «MM fpf ffcüf sit v* v W v ♦ § ♦ Der Hersteller Des Films „Fm Westen nichts Neues" sagt Den Nationalsozialisten bittere Wahrheiten. „ckervisll Sentener verwwntlicht ein Interview mit dem Hersteller des Films „Im Westen nichts Neues". Herr Lammte wehrt sich scharf dagegen, daß er das Anwhen -Deutschlands in diejem Film in irgendeiner Weise geschädigt habe: „In erster Linie laste ich mir die Liebe zu meinem Vaterland von niemandem streitig machen. Tie Tatsache, daß ich nur ein kleiner Junge war, als ich nach Amerika kam und hier mein Glück machte, hat niemals auch nur für einen Augenblick meine Liebe zu dem Lande meiner Geburt erloschen lasten. Als ich Erich Maria Remaraues prachtvolles Buch gelesen hatte und bemerkte, welch ein wunderbares Gefühl des Berftändnipes für Deutschland dieses Luch in den Herzen der Amerikaner und anderer Nationen auslöste, entschloß ich mich, einen Film daraus zu machen. Niemand in Deutschland wird jemals einfehen, wieviel Gutes dieses Buch für Deutschland getan hat. Dieses Buch hat das Bild, das sich andere Völker von Deutschland machten, völlig umgestaltet. Es war in dieser Beziehung revolutionär. Wo vorher Haß und Verdacht sich breitmachten, kam ein sympathisches Verstehen für die Deutschen und Deutschland auf. . . . Den Schrei „Nieder mit den Juden" kann ich nicht verstehen. Das Buch ist von einem echten Deutschen geschrieben worden. Es wurde als Film von einem in Deutschland geborenen Amerikaner hergestellt, viele Deutsche wirkten in dem Film mit, Deutsche, die eine Liebe für ihr Vaterland haben, wie sie die im Reich nicht größer besitzen. Ter „Völkische Beobachter" glofficrt in seiner Nummer vom 1. August dieses Interview, erkennt aus ihm „die ganze Niederträchtigkeit des jüdischen Charakters" und sieht in Läminles Verteidigung einen neuen Beweis dafür, daß er niemals ein Deutscher war, sondern stets ein Jude. In dieser Ueberzeugung scheint Herr Hitler auch durch die Tatsache nicht wankend geworden zu sein, daß Herr Goebbels ein ganzes Kapitel des Remarque- Buches in seinem „Angriff" ab ged ruckt hat. 'L C4jIMXit3: Ö&Ü M 3^ dfer* Zur natürlichen Bräunung der Haut feite man vor und nach der Desonnung die Haut, insbesondere Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ern; mail erzielt dann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonnengebräunie Hautsärbung. Creme Leodor — fcirjrei, rote Packung, fetthaltig, blaue Packung — j™e 60 Pf. und. 1 Mark, Leodor-Ehzl^Snse^O Pf,^2n allen..Worobonl- -oertaU|5[{cÖcri 314 haben. ' 2. 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