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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-31 · 31 (31.7.1931) · p. Seite 389

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
31 (31.7.1931)
Date
1931-07-31
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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3$9 la1!i m ^SFEäüH© „Nach langen Suchen endlich das Nichtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauck) blendend weiße Zähne, trotzdem bielelben durch vieles Rauchen braun und unschön wirlien. Ich racede nichts anderer mehr gebrauchen, als Chlrrodont." B.,Horst Berg. Man verenge nur die echte Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und SO Pf., und rrrise ledrn Ersatz dafür zurüL kommen. Am nächsten Schultage in einer Pause hielt Protektor E. eine neue Versammlung ab. in der er erklärte. Fein müßte ausgenommen werden. Nur des „Glaubens" wegen könne man niemand die Ausnahme in den Verein verweigern. Es ließe sich das im übrigen auch nicht mit der Schule vereinbaren. Welche Folgen würde es auch haben, wenn die Angelegenheit vor die Presse, ja vor den Minister kämet Studienrat E. nahm darauf den Rabbinersohn Fein sahungswidrig auf." Wenn die „Preußische Zeitung" zu melden weiß, ein großer Teil der „deutschsühlenden" Mitglieder des Lycker Gymnasialrudervereins würde nunmehr aus dem Nuderverein austrereu, dann ist zu hoffen, daß die staatliche Autorität sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Machtmitteln durchsetzen wird. Unsere Jugend hat in solchen Fallen, leider schon allzu früh, Gelegenheit, sich neben sportlicher Betätigung sür die große, Kampsidee des Centralvereins geistig zu stählen. 5 <r4 4 V 14>Ö&11 v4 vj4*^ Am letzten Freitag wurde in Stuttgart eine politische Persönlichkeit beerdigt, die weit über Württemberg hinaus eine führende Rolle auch in der politischen Gestaltung der letzten Jahrzehnte des Reiches gespielt und die sich eine ganz eigenartige Stellung im öffentlichen Leben gesichert hat, Friedrich Payer, Wirkt. Geheimer Rat und Vizekanzler a. D. Es ist durchaus gerechtfertigt, seiner auch in diesen Blättern noch besonders zu gedenken. Schon als junger Student hat sich Payer an der ansstammendcn Volksbewegung der württemöergischen Demokraten lebhaft beteiligt, die damals noch vom Genius eines Ludwig Uhland überschattet war, und an deren Spitze Männer wie Karl Mayer, Julius Haußmcmn, Ludwig Pfau und andere standen. Er hat sich dann in Stuttgart als Rechtsnmvalt niedergelassen, hat ein paar Jahre als Redakteur am „Beobachter" gearbeitet, ist im Jahre 1877 erstmals in den Reichstag gewählt worden und hat diesem dann mit kurzen Unterbrechungen bis zum Ende des Reichstages des kaiserlichen Deutschland auoehört. In der kritischen Zeit des Krieges, Ende 1917, ist er dann der erste Vizekanzler der Pariamentarischen Regierung Hertling geworden urD hat dieses Amt vollends bis zum Zusammenbruch des kaiserlichen Reiches ausgeübt. In den Württemb-ergischen Landtag trat Payer san 20 Jahre spater ein, ist aber dort gleich mit einer so starken Kampstruppe einaezogen, dcch er die Anwartschaft auf den Präsiden tenstu hl dieses Landtages mitbrachte und auch zum Präsidenten gewählt wurde. Diese Tätigkeit war nun 18 Jahre lang der große Inhalt einer erfolgreichen Arbeit. Bei seiner T r a u e r f e i e r ist ihm von einem alten Freunde und akademischen Bundcsbruder bezeugt worden, daß er sich mit Bewußt s e r n u u d m i t großer Lebendigkeit immer gegen jede Verengung und Uniformierung des geistigen Lebens und der g e i st i g e n Persönlichkeit gewehrt habe. Auf diesem Boden hatte selbstverständlich keinerlei antisemitische Regung Raum, vielmehr war es für ihn eine vollkommene SelbstverstäMichleit, alle solche Verirrungen eines freien und weiten geistigen Lebens mit größter Entschiedenheit und ^^chstchislosigkeit abzulehnen und zu unter- Oruaen. Ihn verband mit Leopold Sonnemann NtOst nur eine politische, sondern auch eine sehr warme menschliche Freundschaft, und die „Frankfurter Zeitung" hat an seiner Bahre bezeugt, daß er in jahrzehntelanger Cenwüsichaftsarbeit ein Stück dieser Zeitung selbst geworden sei. Payer hat in seiner geistigen Haltung nicht die fast dramatischen Entwicklungen durchlaufen^ wie sie etwa bei Friedrich Naumann wstzustellen sind, aber er war trotzdem allzeit aufgeschlossen sür geistiges Ringen und geistige Strömungen seiner Zeit und hat dem geistigen Gesicht des schwäbischen Volles und darüber hinaus des deutschen Volkes in mancher Hinsicht mit ein bestimmtes Gepräge gegeben. Er ist neben einem vorurteilslosen König in Württemberg zu einem großen und freien bürgerlichen Staatsmann hcrangereist, d-cr ganz unpathetisch, aber wirksam und spürbar eine selbstverständliche Würde in. sich trug und beispielhaw vor das Volt hiusteckte. D e m Wese n fei n e r Persönlichkeit u n d s einer g e i st i g e n Fundieru n g w i d e r s p r a ch alle nativ n a l i st i s ch e, alle k t a s s c n - oder r a s s e n m ä ß i g e U c b erheblichkeitalles r e tch g i ö s e oder sonstige Vorurteil. « bodenriet, auch wenn er in den letzten zehn Jahren nicht mehr ein aktiver Kämpfer sein konnte, sein Hingang trotzdem auch für die Bewegung, der diese Blätter in erster Linie dienen sollen, einen herben Verlust, und wir werden des Mannes und seiner Arbeit in Treue und Dankbarkeit gedenken. Johannes Fischer. MM ertif V* v W ü U v S) v vv/ U WV v 4 f v W v 4 < Johannes Schere unö Wibrecht wirth ■Vi t Johannes Scherr ist das enkant kerridle unter den Geschichtschreibern. Der alte schwäbische Demokrat hat sich nie gescheut, seine knorrige, biisige Grobheit in zahlreichen historischen Werken und Schriften auszutoben. Das gibt diesen zwar einen eigentümlichen Reiz, aber auch zugleich das Gepräge einer starken Subjektivität. In seinem bekanntesten Werke, der „Deutschen Kultur- und Sittengeschichte", wirkt diese Art Geschichtschreibung heute noch anregend und amüsierend zugleich. Es war darum ein guter Gedanke, das Werk neu herauszugebenH. Ta Scherr 1886 gestorben ist, kam man aber leider auf den unglücklichen Einsall, die Darstellung bis zur Gegenwart sortznsühren, und der Verlag betraute damit, allerdings als Lückenbüßer, den bekannten Historiker Albrecht Wirth, einen Schüler Scherrs, der in seinen Büchern ^Rasse und Volk" (1914) und „Deutsche Geschichte von 1870 bis zur Gegenwart" (1926) auch seine Visitenkarte als Judengegner abgegeben hat. Tie Fortsetzung fällt gegenüber dem Hauptwerk in vieler Hinsicht ab. Wirth belichtet wohl die eine oder die andere Seite der Kultur der Gegenwart, haftet dabei aber an der Dberfläche und bringt es nirgends zu einem umsasienden eindrucksvollen Bild. Doch muß ihm als Entschuldigung zugebilligt werden, daß es wohl kaum eine schwierigere Aufgabe gibt, als Zeitgeschichte Objektiv zu erfaßen und darzustellen, und noch dazu eine so chaotische Epoche, wie es die unsrige ist. Auch muß dem Verfasser bezeugt werden, daß er kein Blatt vor den Mund nimmt. So wirst er seinen Zorn auf die Diplomatie der wilhelminischen Aera, deren Uebersremdnng er rücksichtslos bloßstellt. Rur.nicht im Geiste der antisemitischen Geschichtschreiber der Gegenrevolution, die alles politische Unglück auf die jüdische Versippung der Diplomaten zurückführen. Also auch ohne die Schuld des jüdischen Blutes wurden Wirth zufolge „amerikanische, russische, englische und ganz besonders französische Jnterenen den deutschen vorangestellt", und er wagt cs ruhig auszusprcchen, „daß unter Wilhelm!I. die Diplomatie weniger national war als die eines anderen Staates". (S. 745.) In der Judenfrage, die natürlich vielfach in die Probleme hineinspieli, zeigt sich dcr Verfasser viel zurückhaltender als in seinen früheren Werken, wenn er auch nur zu gern die Gelegenheit ergreift, den Juden etwas anzuhängen. So z. B., wenn er es seltsam findet, daß „ausgerechnet der jüdische Abgeordnete Laster es war^der als erster im Deutschen Reichstag seine stimme gegen den Erüudungsschwindel der siebziger Jahre erhob". Dagegen muß man es wohl mehr der -Dbcrslächlichkeit des Historikers als seinem Antisemitismus zuschreiben, trenn er die Jmlanon im wesentlichen als ein Werk russischer, holländischer *) Johannes Schcrr: „Tcutfche Kultur- und Sittengeschichte bis zur Gegenwart/" siortgesührt von Cr. Albrecht Wirth. 1929, j. D. Hendel Verleg, Vterseburg und und amerikanischer Juden hinstellt — obwohl von ihm Stinnes als der eigentliche Jrntationsgewinner gar nicht übel abkon:erseit wird. Ter Anteil der Juden am Kulturleben der neuesten Zeit ist sehr ungleichmäßig dargcstellt; aber doch so, daß man dem Verfasser nicht den Vorwurf machen könnte, er wolle die Inden etwa iotschwrigen. Während z. B. in der Frauenfrage die Jüdinnen durchaus zu ihrem Recht kommen, wird unter den epochemachenden Juristen kein einziger Jude erwähnt, zahlreiche führende Christen allerdings auch nicht. Unter den Medizinern werden nur N u ß - bäum, R o m b e r g und Ehrlich genannt. Auch in der Wirtschaft merkt man nichts von einer jüdischen Herrschaft, geschweige denn von einer Vorherrschaft. In den Naturwiffenschasten, besonders in der Elektrotechnik und Chemie — man denke nur an die künstliche Stickstofserzeugung — vermissen wir jeden jüdischen Rannen. Ter Politischen Sd)jiftstellerei gegenüber zeigt sich der Versager durchaus vorurteilslos, um so subjektiver dagegen in der Behandlung der Dichtung. Wenn der Verfaj]er die gesamte Kriegslyrik sowie Wassermann totschweigt, Werfel mit einer nichtssagenden Bemerkung abtut und dafür die Werke der Gräfin Salburg in den Himmel hebt, so beweist er damit, daß er seine Aufgabe doch nicht recht erfaßt hat. Tenn Kulturgeschichte schreiben heißt nicht Zensuren austeilen, sondern die schöpferischen Kräfte im Kulturleben der Zeit aufspüren und in ihren Auswirkungen darstcllen, unbekümmert darum, ob sie dem Kritiker Persönlich sympathisch sind oder nicht. Daß Wirth diese Tatsache verkannt hat, ist letzten Endes die Ursache für die Unzulänglichkeit seines kulturgeschichtlichen Nachtrages. L. 8t.. . MÜMMW in SW. Ter 14. Deutsche Studententag sollte im Zeichen des großdeutschen Gedankens stehen. In Wirklichkeit stand er im Zeichen der zunehmenden Radikalisierung. Das geht am deutlichsten aus den am Schluß der Tagung vorgenommenen Neuwahlen hervor. Einstimmig zum 1. Vorsitzenden wurde der Ratio n a l s o z i a! i st L i e n a u , bisheriger Leiter des Kreises Bayern, gewühlt, und aus seinen Vorschlag der Referendar Gierkichs zum 2. und der Nationalsozialist Askevold, bisheriger Leiter des Kreises 6, Karlsruhe, zum 3. Vorsitzenden. Wir werden cur den Verlaus und den Inhalt der Tagttng noch ausführlich zurückkomureu. Q: •~icf 5^^rnnr? /l~-i/JJiä i-j l CJL'.. aber auch zur Bräunung des ganzen Körpers be! Sonnenbädern verrvendr man die reizm'.ldernde und kühlende Leodor-Fel: Creme. Tube 60 Pf. und 1 V.l SBirHam unter »licht durch Leodor-Edelseste Stück ö0 Pf. Zn Huben in allen Ehl-orodont-Verlau-silellelt.

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