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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-10 · 28 (10.7.1931) · p. Seite 363

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
28 (10.7.1931)
Date
1931-07-10
Page
Seite 363 (sequence 7)
Language
German
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363 M' HÄ zürn Trotz forderte er die „jüdische Mehrheit onus beiden Seiten des Jordan" und erntete mit wichen kühnen, aber noch kauni theoretisch die Realität in Betracht ziehenden Worten den stürmischem sich innner wieder erneuernden Beifall der Versammlung. Tie Allgemeinen Z i o n i st e n haben sich, wie wir bereits vorhersagten, in eine Gruppe .4. und eine Gruppe B gespalten. Für die größere, den Revisionisten nahestehende Gruppe B sprach der Palästinenser Ussischki n scharr gegen Meizmanu, sonst sehr ausglcichend, jedem das ^eine gönnend und weise verteilend. Sollte er mit dieser Rede den B e s ä h i c u n g s n a ch w e i s für den P r ä si d en t e n st u h l, der ihm hier und da etwas voreilig schon zugesprochen wird, haben erbringen wollen? Tie kleinere Gruppet der Allgemeinen Zionisten, in der neben den. englischen, tschechoslowakischen n. a. euch die deutschen Telegierten sitzen, schickste Kurt G l u m e n s e l d als Redner vor. Blnmeuseld bekannte sich als konsequenter Parteigänger Wcizmanns und erntete dafür Beifall bei der Arbeiterpartei und^ bei einein Teil seiner eigenen Freunde, ^chon diese offene Parteinahme zeigt, wo der Führer der deutschen Zionistischen Vereinigung, der gesinnungsmäßig aber nur noch einen Teil der deutschen Zionisten vertritt, inmitten aller Wirren, Gegensätze und Entscheidungen Stellung genommen hat. Es bedeutet für den nichtzionistischen Kritiker eine eigenartige landsmaunschasttiche Genugtuung, daß gerade deutsche Kopse dazu berufen sind, dort der Vernunft zu dienen, wo cs zwar nichr um eine deutsche Sache geht, wo aber vielleicht deutsche Ceistesschulnng und deutsche Gründlichkeit dazu Helsen können, daß großes Unheil von jüdischen Menschen abgewandt wird. Dr.E.R.-J. L'MAWMMMM'L'M Erweiterte VorstanDssitzung Des Lanvesvcrbanvcs Qstprcutzerr Ter Landesverband Ostpreußen veranstaltete gemeinsam mit der Ortsgruppe Königsberg am ^onntag, 14. Jurn, eine erweiterte Vorstandssitz.ung. Tie Vorstandsmitglieder sowie andere führende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens aus Stadt und Provinz waren erschienen. Tie Sitzung hatte Tr. Artur Ehrlich (Königsberg) geleitet. Ter Schatzmeister dos Landesverbandes, Kaufmann Eonrad I a c o b Z b o r g, erstattete den Kassenbericht. Tanach sprach das Vorstandsmitglied der Srrsgruppe Königsberg, Rechtsanwalt Tr. L epehne, über die Boykottfrage und verglich die nettesten gerichtlichen Entscheidnngen im Reich mit den Entscheidungen Königsbcrger Gerichte. Im Anschluß an ein Reieratchon Rechtsanwalt Tr. Ehrlich über Austlärungsstrrse für Funktionäre des Centralvereins wurde beschlossen, im Herbst dieses Jahres wiederiun einen solchen Lehrgang zu veranstalten. Rechtsanwalt Tr. Grunrach, Mitglied des HauptvOrstandes. begründete die antizionistische Haltuug des Landesverbandes Ostpreußen' bei den Wahlen zürn Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gerneinden und Kurt Sabatzky erstattete einen untfassendcn Berichs über die politische Lage und die Arbeit des Centralvcreins.' Jrn Rahmen des Referats hob kr auch besonders den Kulturimb Schulannstmitismus hervor. Ein preisMschrelhen der Sroßloge für Deutschland A. O. V. V. Koritz - Kanheimer - Stiftung / Don Dr. Alfred Soldfchmr'dt Bei Ansbruch des Weltkrieges war Moritz M a n h c i m e r 88 Jahre alr. Zwei Jahre darauf starb er (1916). Tas große Beruwgen, das er auf dem Wege des ebrenhasten Kaufmanns erworben, hatte er im Laufe eines langen Lebens zu einenl sehr wesentlichen Teile ^philanrhropischen Werken zugestihn: das Hospital der Jüdischen Gemeinde ^Berlin, die Altersvcrsorgungsarnstalt, das Lehrlingsheirn Pankoiv, die Moses-bRendelssohn-Stisrung für Bibel- Wissenschaft sind seine Schöpfungen. Am Ende fcincS Lebens glaubte er seine menschenfreundlichen Bestrebungen krönen zu 'ollen durch einen ins Weite gehenden Gedanken: er errichtete bei der Großloge für Teutschland des Ordens Bue Briß eine Stiftung. die dem Gedanken der Annäherung der Menschen dienen sollte. Es waren sehr ansehnliche' Preise für die vier besten Arbeiten eines Preisausschreibens ausgesetzt, in derlen Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit als G r u n d p f e il e r der m e n schliche n Gesellschaft behandelt werden sollten. Tie Bewerbung sollte uneingeschränkt jedem Kundigen osscnstehen, der sich für die Frage interessierte. Ein Preisrich.terkolleaium hochangeschencr Persönlichkeiten aus verschiedensten Bildungskreisen war bestimmt, Air eine gerechte Turchsührung zu sorgen. Tie preisgekrönten Arbeiten sollten weiteste Verbreitung finden. Ties sollte mit Hilfe der Prep-e, der Universitätsbibliotheken. öffentlicher und privater Gesellschaften geschehen. Ta kam der Krieg. Manheimer schwankte. Seine Hoffnungen hatten einen schweren Stoß erlitten. Sollten die ausgewendeten Mittel doch nicht besser Werken praktischer Liebcstärigkeit zugerührt werden? Nur kurze Zeit dauerte dies Schwanken. Tann reckte sich seine Erwartung wieder aus, wenn sie auch von ihm in eine weitere Ferne gerückt werden mußte. Und trotzdem? sagte er sich. Tor Gedanke blieb, ^eine Ausführung begann im Weltkrieg — 1914. Es ist von starkem Jntere^e, zu sehen, wie die Zeit die Formulierung des Themas beeinflußte. 1914 wurde das Thema in seiner obenerwähnten allgemeinen Fällung behandelt. 1915 wurde die Verwirklichung der Forderungen i m ctacit gefordert, 1916 verlangte die Behandlung, wie der einzelne iminternation a l e n V e r k e h r die Manheimcrschen Grundsäne anstreben sollte, 1917 dehnte die Forderung auf die einzelnen Staaten nach 'Fricdensschluß ans. 1915 warf die Frage auf, w e l ch e W c r t e d e r W e l t eine gemeinschaftliche Verwalt u n g durch die Gesamtheit der Völker zulnssen — immer in Richtung des hohen Gedankens. 1919 spezialisierte die Frage nach der Richtung, ob etwa eine b c - st imiiitc taatsfor m die Voraussetzung für die Turchsührung sei, und welche Staatswrm die beste Gewähr für diese Turchsührung biete. Ein Schatten voll Trauer liegt angesichts des Verlanscs des Krieges und der ersten ^lady kriegsjahre — über der 1921 gestellten Frage: Von w e l ch e n in der M e n s ch h c i t w i r k s a m en Kräften : st eine Heilung zu erhoffen für die in der g e g e n w ä r t i g e n W e l t l a a e z u t a g e tretende Verkennung von Men» schcnliebe, Gerechtigkeit u n d D u l d s a ni k e i t als Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft? Trci Jahrgänge mit ie vier preisgekrönten Arbeiten erschienen in Buchform. Es waren Arbeiten von beachtlichem Wert darunter. * Tie hierauf c intretende zehn äh ri ge Pause, die nunmehr beendet ist, ist ein 'Ausdruck der Zeit: Inflation, Entwertung aller Werte, Verarmung. Aus der Buchform der früheren Jahrgänge wurde eine Broichürensorm, aus den an'ehnlichcn Preisen bescheidene. Ter Gedanke des Philanthropen aber beginnt wieder auszuleben. Wir dürfen hinzusügen: und Endet Widerklang. Ten Wünschen auf Mehrsendung, die von "istnrersirätsbibliochekcn geäußert werden, kann in vollem Umfang nicht entsprechen werden*). In der Form einer Broschüre liegen drei Arbeiten des Preisausschreibens der Morin- Manheimcr-Sriftung des Jahres 1931, herausgegcbcn von der Großloge für Teunchland VIII II. O. B. B., Buchdruckerei Wilhelma R. Saling u. Co., Berlin SW 08, vor: Ter Völkerbund — wie er sein sollte. Von Tr. Adolf I a c o b u s , Berlin-Wilmersdorf. Menschenliebe, Gerechtigkeit und Tuld'amfeit als die Ausgangs- und Richtungspunkte einer „naturgemäßen" Erziehung. Bon Tr. mcd. O ck e l, Guben. Einzelmensch und Volksgemeinschaft. Realidealistische Gedanken über Menschenliebe, Gerechtigkeit und Tuldsamkeit. Von Richard Paul Fra n k, Berlin-Charlottenburg. * Wir alle wissen, wie weit wir noch von der auch nur annähernden Erfüllung des Manheimerfchcn Gedankens entfernt sind. Daß cs aber möglich war, daß sich I a c o b n § für seine Preisarbcit mit einer politischen Tchöpfung befassen konnte, die als Wirkung des schlimmsten und größten aller Kriege bezeichnet werden kann, das darf doch für die Geduldigen der Zeitgenollen als eine Erwartung — sagen wir: — der Möglichkeiten von Weltentwickelung angesprochcn werden. Freilich betitelt Jaeobus feine Arbeit: Ter Völkerbund — wie er sein sollte. Aber er ist doch in der Lage — wenigstens als Unterstte! — hinznzusügen: Tie ethischen Prinzipien des Völkerbundes. Es ist tröstlich, sich vor Augen zu führen, daß der Schöpfer des Gedankens des Völkerbundes, der Amerikaner W i l s o n . kein Verräter am Wort war, sondern erfüllt von dem aufrichtigen Wunsche einer Westvcrbesscrung. Jaeobus weist auf der Grundlage der statutarischen Artikel der Völkerbundsmtzung nach, wie begrifslich die Triebkräfte der Menschenliebe, Gerechtigkeit u::d +) Des Preislich Lockolügmni bestand aus den Herren: Lwd:rcrcrdncNnvors:chec Haß (Berlin), Eebcimrct M a h l i u {i (Berlin), eis Vertreter fces Rektors der Unirerfiwr Berlin, Professor David Daunigardr (.Berlin) und Rabbiner Dr. D a e c?. Ls rrird in Liefern Zulainrncnbang interessieren, daß der rerüordcne Vrrsi^cnte des C. V., Echc'nnrat Euocn Fuchs, bis zu. ftinenr Tode Mitglied des Prcisrichnrkollegiunis war. 2 KatseMäese für die Scliörafieltst^Sieeje auf der Reise Zue natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die Haut, insoc[onbcrc Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erzielt dann ohne schmerzhafte Slötung eine gesunde, sonnengebräunte Hautsärbung. Creme Leodor — fett frei, rote Packung, fetthaltig, blaue Packung — Tube co-Pf. und 1 Mark, Leodor-Epcs-Tcjje tzl) Pr. gllm Chl-tytzont- Derraurästellen zu haben. - 2. Zur Erlangung schöner rverßev Zähne putze man früh und abends die Zähne mit der herrlich erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seiten flächen mit Hilfe der Chlorodont-Zahnbürste einen elfcnöeinartigen Glanz erzeugt. — Chlorodont-Zahnpaste,' Tube 54 Pf. und 90 Pf., Chlorodont-Zahnbürste 1 Mar?/ Chlotdh-nt-Zmhcrbürste 60 Pf., Chlorodont-Mundwasser 1 Mar?,'

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