Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 28 (10.7.1931)
- Date
- 1931-07-10
- Page
- Seite 364 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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364 Duldsamkeit in den Paragraphen' vorhanden find und sich nur auZzuwirken brauchten, um den Völkerbund zu dem zu machen — der er 4e i n sollte. Daß der Dölkerbund alZ politischer edanke geschaffen werden konnte, erweckt Menschheitshossnungen für die Zukunft — die Gegenwart läßt für die Erfüllung auch bescheidener Wünsche noch genügend Bitterkeit zurück. Dill Ockel greift auf die von E. Tietjens gefundenen Begriffswerte der „Identifizierung^ zurück, der Fähigkeit des MensckM. Lust und Unlust seiner Mitmenschen „mitzusühlenE, das Leid des anderen als „Mitleid" selbst zu erleiden, über die Freude des anderen sich „mitzufreueu". sich also sozusagen mit ihm zu „identifizieren". Er schildert den blutgetränkten Weg, den in der Geschichte der Menschheitsentwicklung die Beziehungen der Menschen in der Auswärtsbewegung von Familien-, Sippen-, Wtanunesgemeinschast ~ zur Volksgemeinschaft genommen haben, und verweist auf den der Gegenwart als Aufgabe gestellten Weg der Dolksgemeinschast. Er verlangt mit Recht, daß .Erziehung beim Kinde beginne, der g e l ä u - ierteWeg der Erziehung, und fordert die Montessori-Methode als diejenige,' in der das Kind am besten Beobachtungsgabe, psychologisches Einfühlungsvermögen, Wissen um die Besonderheiten kindlichen F ü h l e n 8 und Denkens entsalten könnte. Dem Verfasser stellen sich Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit dar als Ausgangs- und Rüstpnnkw jeder naturgemäßen Erziehung. Wer sie praktisch fördern will, muß sich — nach ihm — in die Reiben derer stellen, die die Reform unserer Erziehung ans ihr Panier geschrieben haben. Zeine ^Handlung schließt mit dem Liesen Sinnspruch Theodor Storms, den er dem alten Meister des Hinzelmeier in den Mund legt, als er seinen Lehrling losspricht, der' hinausziehen will in die Welt, um den Stein der Weisen zu suchen: Das Wort ist gegeben unter die Geister. Ruf es ins Leben, Dann bist du der Meister. Vorhanden ist es in keinem Reich Es ist ein Name, ein D u n st. * Finden und Schaffe n zugleich — ✓ Das ist die Kunst. # Vom Wesen desJdeals geht Richard a u l F r a n f ans und schildert den Brückenbau zur Volksgemeinschaft, indem er tzegenüber allen Schatten der Gegenwart den Langsamen Aufstieg des Humanitätsgedaukens Qn geschichtlichen Beispielen auszeigt (die Behandlung der Kriegsgefangenen, der Ketzer, der Schuldner, der Gesetzesbrecher usw.) und das F ü h r e r p r o b l c tu behandelt. Sich - Ken - nen - lernen und v e r st e h e n ist ihm ein Wichtiges und Wesentliches: Arbeiter und Arbeitgeber, Gottesglaubige und Freidenker, Pazifisten und Militaristen, Christen und Juden, Arbeitslose und Angehörige des Mittelstandes. Langsam erhebt sich der Brückenbau der Verständigung, aber irgcndeimnal muß der Idealismus, der vom bloß Gedanklichen ausging, zum Real: dealism us, der die Tat in sich schließt, werden. Führer und Geführte, Meister und Masse müssen beim Drücken bau zur Volksgemeinschaft mit- und Zusammenarbeiten. „Am Anfang war' das verheißende Wort göttlich beseelter Propheten. Tie um Erfüllung ringende Tat irdischer Menschen kann und muß folgen. So dienen wir der Gegenwart und der Zukunft — zeitlich realen und zeitlos idealen TI en ] d)!v itsa i:'gaben. * Nachdem man so oft — mit ironischer Betonung — den „Zilberltreis am politischen Himmel" vermiß (check. darf vielleicht das bereits erwähnte Intcrepe, das das Wiederaustauchen der Manheimerschen Preisschristen gefunden har, als ein kleiner Lichtschein im Gewölk der Gegenwart bezeichnet werden. Kleine Chronik In München feierte Großhändler Sigmund Kahn mir seiner Gaüin Sara geb. Müller das Fest der golsenen Hochzeü. Die Iubilare erfreuen sich der besten Cchundhür. — Unser langjähriges Mitglied Albert Fabian. Berlin 0, vollendet am 10. Juli in volle: Rüstigkeit sein 75. Lebensjahr. — Am 21. Juni hielt der Rheinisch-Wesifälische Rab'oinerverband in den Raumen der Rheinlandloge in Köln seine Sitzung ab. Erschienen waren die Herren Rabbiner Appel (Dortmund), David (Bock um), (Sellin et (Selsenkirchen), Gelles (Gladbach. Rhendt), Hehn (Essen), Kober (Köln), Köhler (Do:ken),^2 e v y (Bonn), L u b a s ch (Larmen), Reuhaus (w.ülbeimß Neumark (Duisbmrg), Klein (Düsseldorck, ' Philipp (Elberfeld), Samuel (Ecken), S t e i n t h a l (Münster), Schönberger (Archen), Caro (Köln). Nach einer Eröffnungs» amprache und Erstattung des Geschäftsberichts von Dr. Gelles sprachen die Herren Dr. Schon, b erg er, Dr. Hahn und Dr. Kober. An die Restrate schloß sich eine lebhafte Aussprache. Niederlassungsmöglich kcrten Nr. 32*. Für jüdischen Anwalt, der Praris. räume nebst Einrichtung eines verstorbenen jüdsschen Landgceichtsanwalts am Sitze eines Amts» gerichts in mittlerer Stadt Badens sofort über, nebnien kann:. — Rr. 325. Für Zahnarzt in norddeur'cher Großstadt. — Nr. 326. Zn Mittelstadt Ostpreußens für Nervenarzt. — Anfragen sind zu richten an den Ccutralverein, Berlin W 15, Emser Straße 42. Antworten Rach Bremen. Der „Deutsche Verkehrs- Verein, B r e ui e n* hat mit dem Reiseverkehr nichr das geringste zu tun. Er beschäftigt 'sich an. scheinend nur mir dem „Versand völkischer Schrullen" Und führt mit seiner Propaganda für Ludrndorsf den Kampf „gegen Juda und Rom". Katholischer Leser. Die „Hisiorisch-poliLi'chen Blärier für das katholi'che Deutschland", 168. Band, 10. Heft, kuhaupün, der in Deutschland lebende Jude Julius Deutsch habe in der wiener 'Zeitschrift ,^rampf" im Dezember 191Z geschrieben: „In Deutsä'.and, in Oesterreich-Ungarn Revolution, Republik. Was, feit vir Lenken können, wir glühenden Herzens erstrebt und ersehnt haben, ist Wirklichkeit geworden. Jetzt sind wir Juden ganz oben, jetzt sind mir die Herren. Unsere glühenden Träume sind criult." In Wirklichkeit lautet die Stelle im „Kampf", Jahrganz XI (191$), Heft 12, 6. 823/24 wörtlich: . . . Die alte Monarchie, dir sich hisiocksch so fest verankert tunkte, ist nicht mehr und an ihrer Stelle stehen R'ouoliken, die frei und unabhängig über ihr Gesa ick entscheiden. In Deutschland, Oesterreich-Ungarn — Revolution, Republik. wir, seit wir denken können, glühenden H<r;rno erträumt haben, ist Wirklichkeit geworden . . .* Der ganze Satz von den Juden ist also frei hinzu, gedichtet. Die Stelle handelt im Original ledigüch von der Arbeitct'oewegung und deren Träumen. Berichtigung. In dem Aufsatz „So weit ist es in Berlin gekemmerV in Nr. 27 der „C. V.-Zei:ung" vom 3. Juli muß es auf Seite 316 1. Spalte 3. Absatz heißen: Die K. C.» V e r b i n d n n g S p r e v i a. Hornhaut, verdickte Hornschwtelen an Händen imö Füßen hat sich ^Leoliu" eis sauberstes und bequemstes Mittel zur gründlichen Defeickgung aller harten Hautwucherungen bestens bewährt. Packung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer Gebrauchsanweisung 60 Pf. In allen Chlorodani-Oerkaussstellen zu haben. Geschäftliche Notizen Das Zsd» und Schwefelbad Diessee hat nun eine Strandbeleuchtung eingerichtet. An warmen Sommer» aoenden gibt jetzt das Kurorchcsier regelmäßige Nachr. kvnzerte in der Seepromenade. Diese eigenartige Möglichkeit der stimmungsvollen Auswertung der Mondnacht am Tegernsee ist Bad Wiesser durch die Dreiverbindung „Berge, See und Heilquelle" Vorbehalten. Bad Kissingen. Das gesellschaftliche Programm Bad Kissingens sieht außer den üblichen Tanzabenden im Regentenbasi, Kurparkkasino und Frühling-zarten, den wöchentlichen Einfoniekonzerten mit herrorragenden Stars noch einige außergewöhnliche Veranstaltungen vor. Ihren gesellschaftlichen Niederschlag findet diese in dem Kunsttanzabeud am 12. August und der Tanzschau am 15. August, welche Veranstaltungen ja schon seit einer Reihe von Jahren zu den bedeutendsten und glänzendsten der Saison zählen. Das Kur- Publikum hat in den Monaten Juli und August eine besonders interessante und bunte Prägung durch den Besuch der Südamerikaner und überhaupt des Aus. landes, der ja zumeist erst in der vorgerückten Sommer» zeit sich einstellr. Am Eingang des Schweizerischen Naturparks liegt das schöne Dorf Zuoz. Die herrliche Lage an einem Berghauge oberhalb des Inn, die schöne, alte Kirche und bündnerische Herrenhäuser, die reiche alpine Flora, dir Nähe des wunüerrollen Schweizerischen Nationalparkes, dies alles sind Vorzüge, die es zu einem idealen Ferienaufenthalt für Erholungsbedürftige, Sporttreibende und besonders für Familien machen. Einen besonderen Anziehungspunkt bildet das hochalpine, elektrisch heizbare Swwimmbad. Das Kurhaus Easiell und Hotel Ecncordia bieten angenehmen Aufenthalt. Im Einklang mit der Kolonralausstellung hat Gaston Gerard, der französische Fremdenverkchrsmintster, veranlaßt, daß den Grenzstationen, durch welche Reisende aus Deutschland in größerer Zahl passieren, üeutschsprechendes Zollpersonal zugeteilt werden soll. Die Paß- und Zollkontrolle soll mit dem größten Entgegenkommen und Erleichterung für das reisende Publikum durch geführt werden. Für Personen, welche in Frankreich Ausflüge oder Geschäftsreisen machen wollen, sind fünfzehniägige Abonnements, karten eingeführt, welche auf sämtlichen Strecken gültig sind und für die erste Klasse 1667, tut die zweite. Klaffe 1261 Francs kosten: für Familien (Eltern mit Kindern und Dienstpersonal) ^nd die sogenannten Familienermäßigungen auch für diese Abonnements gültig. Aus Dad Reichenhall. Bald wird das Säkulum sich runden, daß sich Bad Reichenhall rühmt, Badeort zu sein, bevorzugt von einer internationalen Welt, diden Ruf des Badeorts begründete. Dad Reichenhall ist nicht darauf angewiesen, vom Ruhm vergangener Zeiten zu zehren, im Gegenteil: es ist mit der Zeit gegangen und hat sich ihren Fortschritten und Anforderungen an.gepaßsi und sie klug zu nutzen gewußt. Das deweisen die großzügigen, modernen Anlagen im Badeviertel, Hotels, Pensionen und Promenaden, das dem heutigen Stande medizinischer Wissenschaft und lech. Nischen Hilfsmitteln entsprechende Kurmittelhaus, die Errichtung eines Flugplatzes und einer Bergbahn und mustergültig- Sportanlagen. Das bewei'en aber auch die Zugeständnisse an die wirtschaftliche Notlage unserer Zeit, die zahlreichen Vergünstigungen, die Dad Neichenhall seinen Gästen gewährt. Verlag: Centralverein deutscher Staa'.sbüraer jüdischen Glaubens e. D., Berlin V.'15, Emser Str. 42. Tel.. Adr.: „Centralglauben Berlin". Post'weckt Berlin 36472. Derantwortlich: Dr. Margarete Cdelheim, Berlin TV 15. — Unverlangte Manuskripte' werden nur Zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigcockeilr Helmut Cohn, Dln. - Schlachtensee. — Druck : Rudolf M o s s t, Berlin. DerWeg zum Verdienst durch “ 'PATch)ch,"i°^Mch , chchP' KeJvinator-Elekiro-Kühlanlagen A.«G.; Leipzig G1, Bitterlelder Strasse 19