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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 346

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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Z4ö Stellen zu schärfster Aufmerksamkeit und die Gerichte vor allem zu unnachsichtlicher Sühne von Taten veranlassen sollten, die daZ Ansehen Deutschlands in der Kulturwelt empfindlich schädigen. IIL Der Ruhm der Diener Studenten läßt die Berliner nationalsozialistischen Kommilitonen nicht schlafen. Deshalb haben sie eine kommunistische Demonstration am 27. Juni zum Anlaß genommen, um am 29. und 30. Juni republikanische und vor allem jüdische oder jüdisch aussehends Studenten und Studentinnen in der Berliner Universität zu verprügeln. Die kommunistische Demonstration hatte sie außcrodentlich Provoziert, sagen die Nationalsozialisten. Merkwürdig nur, daß bei dieser kommunistischen Demonstration nur einige wenige Nationalsozialisten anwesend waren. Tie anderen hielten gerade eine Kundgebung im Poststadion ab. Und was hat der Sturm aus die schwarzen Bretter der republikanischen, sozialistischen und jüdische Bereinigungen, die sich, wie die C. V.-Verbindung Spreevia, erfolgreich zur Vehr setzten, mit der Llbwehr des Kommunismus zu Lun? Welcher Zusammenhang besteht schließlich Zwischen dem Protest gegen die kommunistischen Demonstranten und dem infernalischen Gebrüll, mit dem der doch gewiß nicht kommunistische Polizeivizepräsident Dr. Weiß bei seiner Anfahrt vor der Universität und bei seiner Abfahrt begrüßt wurde? Dr. Weiß quittierte die freundlichen Zurufe „Heil Isidor!" und „Isidor verrecke!" mit Lächeln und fuhr langsam durch die tobenden Studenten, denen die Mißhandlung jüdischer Kommilitonen, immer natürlich durch eine Uebermacht, als Heldentat erscheint. Sehr lehrreich übrigens, daß bei der Suche nach jüdisch ^aussehenden Akademikern auch ein Student gefaßt und verprügelt wurde, der der Teutschnationalen Bolkspartei nahesteht! — Inzwischen haben sich ähnliche Borgänge in Hamburg und München abgespielt. Wir fragen die Nrrrversitäisbchordcn, wann sie endlich durch ein rücksichtsloses Eingreifen gegen ein paar hundert ungezügelte, radaulustige Burschen, die des akademischen Bürgertums nicht würdig sind, die Wiederholung solcher Vorgänge unmöglich machen werden? Wir fragen die vielen Tausend ernster und verantwortungsbewußter Studenten, die auf der Universität nicht Gaudi und Jndcnjagden, sondern wissenschaftliche Arbeit suchen, wie lange sie sich noch den Terror von ein paar hundert Provokateuren gefallen lassen wollen? Wir fragen schließlich die Behörden, in erster Linie aber die Reichsregierung, ob sie gewillt ist, sich weiterhin diese Schändung des deutschen Namens gefallen und Deutschland den Ruf eines Barbarenvolkcs einbringen zu lassen. Tie Frage an die intellektuellen Urheber der Tumulte, die sogenannte nationalsozialistische Führerschaft, die die Moral der Kraft predigt uzb sich freut, „wenn Judenblut vom Messer spritzt" — dieses Lied ist von Studenten bei den Univcrsitätskrawallen gesungen worden — ersparen wir uns. Wir wißen, daß die „Hüter der deutschen Ehre" nur ein Hohnlächeln als Antwort haben. Sonderbericht für die „E. V..Zeitung' Wien, 29. Juni 1931. Tie Wiener Hakenkrcuzstndenten haben einen sehr schweren Schlag crlitiem Ihre n» bcntcnorbnung", auf die . sie so stolz waren, ist vom obersten österreichischen Gericht, dem B e r f a s s u n g s g e r i ch t § h o f, als rechts- und verfassungswidrig erklärt worden. Die Antwort ans diese eklatante Niederlage des Hakenkrenzgeistes waren Wutgeheul und, wie in Wien nun schon seit vielen Jahren üblich, antisemitische H o ch s ch u I k r a w a l l e. die diesmal aber einen ganz besonders großen Umfang annahmen und bei denen auch wieder unschuldiges jüdisches Blut geflogen ist, ohne daß die Hlxchschulbehördcn eiugrifsen, die Staatsbehörden eiugreifen konnten. Man kennt die Borgeschichte dieser Ereignisse. Im April vorigen Jahres hat der damalige Rektor der Wiener Universitär, Profepor Tr. Wenzel Gleispach, im Einvernehmen mit dem akademischen Senat eine „Studentenordnung" veröfsentlichr, durch die die Hörerschaft in „S t n d e n t e n iui t i o n c n" cingeteilt wurde, die nach freiem Selbstbekenntnis gebildet werden sollten. Dieses „freie Selbstbekenntnis" hatte aber manchen Haken. Zunächst war die berüchtigte rassenantisemitische Deutsche Studentenschaft, die Juden bekanntlich als Mitglieder nicht ausnimmt, von vornherein als die „D e u t s ch e S t u d e n t e n n a t i o n" offiziell anerkannt, den deutsch-jüdischen Studenten war also die Zugehörigkeit zu ihrer natürlichen Gemeinschaft verrammel: worden. Weiter sah die „Studentenordnung" ein Abl eh nung s recht der „Studentennationen" gegenüber ihnen Mißliebigen und ein recht merkwürdig zusammengesetztes „Schiedsgericht" im Falle einer Berufung gegen eine üf* msm WM/wM-i Der Wed zum Verdienst E '///■'///' V Kelvinator-Elekiro-Kühlanlagen A.-Ga> Leipzig G1, Bitterfelder Strasse 19 Eleganz und Zweckmässigkeit im modernen Heim durch fei p/EM 1 is^*/jV4> t,i s &JI*>£ 06 e uc® Fragen Sie Ihren Teppich h&n dl er/ *üs Wohnungstausch, Umzüge Internationales Spedition8-Bureau SiLDSRSTSiri Q Cs. 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