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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 345

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 345 (sequence 9)
Language
German
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345 J ft D B D DAS BAD BEGEH ARTERIENVERKALKUNG /? Kü^-u.BÄDHOTcL U KZSIZsLb lnh.G.Kj33ka!t FCtadea und erstes Hin- Ca3 Bayer, Alpen einzige ir.it JodvJailbidarn. Ze;‘-gemässä rre-33. in Jülich-Berg unter den Juden eine große Rolle spielte und zu einem gewissen Wohlrand kam, also daß ein von Geldern schon Anno 1712 der Tüsieldorser Gemeinde eine Synagoge erbauen lassen und schenken konnte. Bon seiner Mutter also und nicht von dem aus Bückcburg erst eingewanderten Vater hat Heinrich Heine all das Rheinische überkommen, das sich in seinen Gedichten und Schriften findet. Es sind meistens nicht jüdische, sondern christliche Künstler gewesen, die jene genannten Kunstwerke für die jüdischen Gemeinden, die sie ihnen in Auftrag gegeben hatten, angeftrtigt haben. Tenn die Juden waren infolge der alten deutschen Zunftordnung bis in die Gegenwart von dem Handiverk auch am Rhein ausgeschlossen und nur auf den Celdhandel als die einzig ihnen zustehende Beschäftigung angewiesen, lind in den Wissenschaften ließ man sie in der Regel nur als Aerzte gelten. Auch die Synagogen am Rhein sind fast nur von christlichen Baumeistern erbaut worden. Eine der schönsten war die alte Synagoge in Köln- Deutz mit ihrem merkwürdig gebogenen Walmdach, die leider bei der Erweiterung der Kölner Hoheuzollcrnbrücke niedergerissen worden ist. Ich sehe sie noch vor mir, wie sie. mit dem Wagen Davids geschmückt, ganz bescheiden die niedrigen Häuser vor ihr ein wenig überragt. Nicht schlecht ist auch der Synagogmbau in der Glockengüsse zu Köln, den Ernst Zwirner, der Vollender des Kölner Domes, im maurischen Stil errichtet hat. Es ist das letzte größere Werk dieses Baumeisters gewesen. In der jüngsten Zeit hat der machtvolle Bau der Synagoge zu Essen durch Edmund Körner mit Recht Lob und Anerkennung gefunden. Insbesondere d-er Aufgang zu diesem Tempel mit der breit ausladenden, flachstusigen Treppe ist wie die ganze Gestaltung des Vorhofs von einer großen und erhabenen Schönheit. Manches von den Bronzeschätzen, die^ in jüdischem Besitz waren, ist während des Weltkrieges in die vaterländischen Mechllsanunluugen abgewandert. Aber das Beste, wie die Blcnora zu Eleve, ist glücklicherweise noch vorhanden. Der Kunstsinn der Juden, die am Rhein seit der Römerzeit ansässig geworden sind, zeigt sich in den verschiedensten Gegenständen, die sie für ihren Gottesdienst und ihre Kirchenfeiern verwendet haben. Vielleicht hat die Verbindung mit den nichtjüdischen Künstlern, denen die Herstellung solcher Kunstwerke anvertraut worden ist, auch mit dazu beigetragen, die Judenfeindschaft, die sich im elften wie im vierzehnten Jahrhundert am Rhein so schändlich ausgetob! hat, mit der Zeit immer mehr beizu legen. Spürt man doch heutzutage, so will mir scheinen, bis ans wenige häßliche Ausnahmen, einen Antisemitismus am Rhein weniger und seltener als im übrigen Deutschland, sodaß man manchmal vermeinen möchte, die Worte Neuchlms, das aroßen Gelehrten, die er als erster in das Deutschland seiner Zeit hinauszusaeu wagte, seien hier am Rhein bereits ausgegangen und Wirklichkeit geworden: „Tie Inden sind Glieder und Mitbürger des Deutschen Reiches. Sie sind untere Rebenmenschen, und wir mügen sie lieben.' H&iMk des 5-aq-es So weit ist es in Hertin gekommen! i. Ke!. Am 24. Juni, abends gegen IO1? Uhr, verlassen 9 Mitglieder des jüdischen Pfadsinderbnndes Kadimah ihr Heim am Viktoria-Luije- Platz in Berlin. Sie gehen ruhig ihres Weges, als sie plötzlich von SO bis 40 Nationalsozialisten ohne irgendeinen Anlaß überfallen und mit Koppelschlösiern, Schlagringen und Stahlruten niedergeschlagen werden. Als sie vor der Uebermacht flüchten, finden sie die Ausganasstraßen des Viktoria-Luise-Platzes systematisch abgeriegelt. Der jugendliche Führer der Schar wird zu Boden geschlagen und erhält blutende Schlagwunden. „So, der hat genug!" meinen die vertierten Gesellen und stürzen sich aus die anderen Pfadfinder. Kein lautes Wort fällt; das ist anscheinend verabredet, damit man sich nicht verrat. Als das Ueberfallkommando anrückt, ist die Heldenschar zerstoben. So geschehen an einem belebten Platz des westlichen Berlin. Es sei wiederholt, daß die jungen jüdischen Pfadfinder weder am Abend der Tat noch irgendwann vorher jemals Veranlagung zu diesem brutalen Ueberfall gegeben hatten. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Wir haben alles veranlaßt, was zur Sühne dw Tat und zur Verhütung der Wiederholung führen wird. II. In der letzten Woche haben sich in Berlin zwei weitere Ueberfälle aus jüdische Passanten ereignet. Wir haben uns immer davon ferngehalten. Einzelvorgänge zu verallgemeinern. Trotzdem glauben wir, daß solche Ereignwe, bei denen die Uebersallenen keinen anderen Anlaß für den Angriff gegeben haben als ihr jüdisches Aussehen, traurige Symptome für unsere kranke Zeit sind; Symptome, die die verantwortlichen Georg Jacob owitz Baugeschäft Ä.-G. BERLIN Wl5 Joachimsthal er Strasse 9 Bismarck 5970 —72 £9[olzll^USlbSLU 1 DDM) £? (ZG. | F"_:..ZZ3 Falkensee-Berlsn. L 1 Besichtigen Sie unsere | p DanerücMiliser 1 ’• “"u | 1 ■ ‘--s. *• »V- N, m? « f»f| »a p I v ri § / . yy l-arf | I in der Bauaussteliung 1 1 / (Freigelände). | | Prospekte gratis. H Katalog M. 2,—* | ymmem im Wie wichtig für Sie und Ihre Kinder! 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