Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 344

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 344 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2277379-2277886-2277913--06835-2287685
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

m ü m DM ü £jqi M. d-cutscho Stadtbild, wo sie noch foitte aU5 Fremdkörper wie ein große» Fragezeichen wehen, spätere Jahrzehnte erkannten diestn Irrtum, aber nur iinfoLlfommcn. 3tnn fnit) man den Weg zum Romanischen zurück, auch zum Eotiscken. sogar zum Titusbvgen (!) als Motiv für den Altar. Bis endlich die neueste Zeit vorbildliche Werke schuf, vielfach von jüdischen Meistern erstellt, zeitlos, ohne Anklänge an längst abgetane Ltilepochen, aber trotzdem auch hier befruchtet von deutscher Bauschule und deutschem Kunstempsindcn. JLiöische Kultunö Runstörnkmäler am Rhein von Herbert Eulenberg Das ist ein sehr hübsches Buch geworden, das soeben Adolf Kober und Elisa d e t h Moses, beide mit dein Tokwistitcl ausgezeichnet, unter denn Tchild des Rheinischen Vmeins für Denklualpftcge und Hcimatsthutz herausgebracht hoben. Richard K l a p h e ct. der verdienstvolle Kunstgestchichtssthreiber dickes Vereins, zeichnet nur verantwortlich für die Tchristlcitung und wohl auch für die vortrcksliche Anordnung des Bilderstosss, der in ausgezeichneten Wiedergaben gut und sorgmltig zum "Ausdruck kounut. Aber geschrieben und geistig znsammengetragen haben schöne IIebersicht über jüdische Kunstschätze und Knnstdeukmäler am Rhein die obengenannten beiden Tolleres. Das Geschichtliche gibt zunächst Adolf K 0 - L e r. Man erfährt aus seiner Darstellung aufs neue die Leidensschicksale der rheinischen Juden. Bon Heinrich dem Vierten an, dem unglückseligen Talier und Kanossagänger, der Herz und Verständnis für die Inden und ihr 'Los hatte, bis hinunter in die Gegenwart, lieber jene beiden blutigen Einschnitte in der Geschichte der rheinischen Juden wird man aufs neue unterrichtet, lieber die schrecklichen Judenverfolgungen am Rhein zu Beginn der Kreuzzüge, eil* die christlichen worden plündernd und mordend in die rheinischen Städte einbrachen und in Worms achthundert, in Mainz über tausend Juden und in Trier die ganze dortige jüdistche Gemeinde inner ihre:n Gebrüll: „Gott will es" niedermachten. Giue zweite Zeit des Unheils brach dann über die rhciniscbpn Inden unter der -verrschaut Karls des Vierten, des verschwenderischen deuckch-böhmischen Kaisers, ein, der seine jüdischen Untertanen am fernen Rhein wie Vieh verschacherte. Damals wurde in den rheinischen Städten gegen die jüdischen Gemeinden, die sozmagcn für vvgelfrei erklärt worden waren, noch schlimmer als 311 r Kreuzfahrcrzeit gehaust. Allein in Mainz fanden sechstausend jüd siche Deelen den Tod. In bewundernswertem Heldenmut haben Tausende von Inden sich damals selbst geopfert, indem sie ihre Hau'er au zünde len und daran verbrannten, um der Taufe und der schände, ihren Glauben ansgeben zu mühen, zu entgehen. Es leuchte: ein, daß in diesen Zeiten der Wirren und der Zerstörung am Rhein die meisten alten Synagogen und Kunstwerke der Juden vernichtet worden nnd. Tenn gegen diese sichtbaren Zeichen des Judentums richtete sich die Wut des aufgewühlten Ttrastenpöbels zunächst. Aehnlich wie rastende Roheit sich Heerte fim ehesten an Judcnsriedhöfcn vergreist, spätere deutsche Kaiser haben sich der Inden wieder mehr angenommen und sie gegen erneute Angriffe der Bürgerschaft geschützt. Aber recht ausatmen konnten die rheinischen Inden erst im 18. Jahrhundert. Und zwar gegen das Ende dieses Jahrhunderts, als die geistigen Errungenschaften der großen französischen Unuvälznng sich auch am Rhein ausbrcktMcn. Ter Tchwarm, die Begeisterung des Dichters Heine für den Kaiser Rapoleon, die übrigens nach dem Tmrz des Korsen eine Zeitlang an der Tagesordnung war, schreibt sich auch daher, weit der Dichter als Kind fortwährend in seinem Kreis den Kaiser als den Vollstrecker der französischen Revolution und als den Befreier der Juden am Rhein Preisen hörte. Die meisten der uns heute st'sti st stblisti a> n noch erhaltenen jüdischen Knustschätze, die wir zu eiu.em großen Teil bei der rhcknckckstn Iahrtaufeudansstellung zu sthen bekommen haben, stammen aus diesem achtzehnten Jahrhundert. Wie zum Beispiel die T b 0 r a v 0 r h ä n g e, deren schönster einmals in der Tmwgoge zu Tcutz hing, die Thorarollen und Schilder lind die wunderbaren Leuchter. Ter herrlichste von ihnen mit neun Delkänncheu, die 311m Eiuumkkäsest, dem Fest der Tcmpelweihe, an ge steckt werden, befindet sich in der T ist'.a ge ge zu G 0 ch am Riedcrrhein. Tie oft als lichtscheu verschrienen Inden kannten ja bei einem Fest nichts Tcköncres, als Lickst zu verschwenden. Tenn „wo Lickst ist, da ist Freude", sagt schon ein altes jüdischer- Sprichwort. Darum ist die Auswahl an Menocas, an silbernen Leuchtern, die unstr Kunsionchlein in guten Abbildungen zeigt, besonders beachtenswert. Aber auch die Becher, die bcim^Tederfest verwendet wurden, und die Bevomimtürmcheu, die kleinen Gewürzechülter, die noch auf uns gekoinmcn sind, baden etwas sehr Reizvolles und sind teilweise höchst zart und zierlich gearbeitet. Mir wollen am besten die Wiedergaben der Haggada aus dem Besitz rheinischer Inden gefallen jener abenteuerlichen Bücher, in denen in Tchiifr und Bild der Auszug Istaels aus Aegypten geschildert wird. Bckouders die Haggada der F a m i l i e v a n Gelder n mit ihrem kindlichen wie künstlerischen Bilderschmuck hat es mir angetan. Es ist vermutlich dasselbe bunte Luch, das Hei ne in seiner Kindheit bei den Tederfeiern gesehen und das er hernach im ..Rabbi von Bacharach" so anschaulich beschrieben hat. Tenn Heines Mutter, derer neben seiner Tichtergabe auch seine sür die damalige Zeit sehr sorgfältige Erziehung zu verdanken gehabt hat. war ja eine geborene von Geldern und entstammte einem alteingesepenen Geschlecht, das Berliner Bank für Handel und Oroniiössllz IL-G., Berlin 02. Auszug1 aus dom Gescliäftsbcriclit für 1930. RM. 28 Millionen in Barmitteln und sofort realisierbaren Werten. Der Gesamt Umsatz beträgt auf einer FTauptbuchseite RM. 1344 MiI.ior.eiL Im Börsengeschäft dienten wir zur Hauptsache dem Pfandbriefmarkt.Wir konnten rtmd GM.7,2 Millionen Goldpfandlriefe and GM. 4,2 .Millionen Liquidatioris-Goldpfandlriefe \ Meieren. Die weitere Gescfc5kl.-aus-lohnung brachte unserem Institut b:< Find-? Njü einen Bestand von insgesamt 0'6' «i<> Ko-.den. Die bisherigo Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr verspricht ein befriedigendes Ergebnis. In den ersten vier Monaten 1931 erzielten wir einen Gesamtumsatz auf einer Hauptbuchseite von rund I!M. £03,0 Millionen und hatten im gleichen Zeitabschnitt einen Zugang von 3005 Kunden. Nach dem Grend-anr: Wahrnehmung und Förderung der Mittelstasdsirtereasea werden wir auch in Zukunft unsere Geschäfte führen. Im Jahre 1920 wurde das gesamte deutsche Wirtschaftsleben in einen Krisenzustand versetzt und Handwerk, Kandel, Hausbesiiz, Lebensmitfeland Baugewerbe, Beamten- und Lehrerschaft weiter mit drückenden Sorgen bolastet. - Trotz dieser Schwierigkeiten hat unser Institut einen Zuwachs an Einlagen von iund 9 Millionen Reichsmark: airf EM. £3 Millionen Ende 1S30 gegenüber RM. 79 Millionen Ende 1529 zu verzeichnen: ein Beweis des Vertrauens, das unserem Institut seitens immer weiterer Kreise des Mittelstandes entgegengcbracht wird. Der Einlagenzuwachs ermöglichte es, unter strengster Beachtung aller erforderlichen Sicherungen, per Ende 1920 über RM. 62 Millionen an Krediten gegenüber RM. 54,2 Millionen im Vorjahre unserer Kundschaft zur Verfügung zu stellen. Die Liquidität unseres Institutes stellte sich per Ende 1930 auf rund Bilanz per 31. Derember 1933 nach der Verteilung des Reingewinnes. fia. Pf. FM. 5». sir. hu. PL Kassentest an du.Guti Aktienkapital. ♦2COOCOO haben bei Banken .. 10791019 64 Reservefonds. 7XXoo- Wechsel. 631366 96 Spezialreserve fonds. 520 (jJ)- 1000000 Effekten: Beamtenwohlfahrtsj Pfandbr. 16592209,34 fonds . 20000 Sonst Wert¬ Einlagen: - papiere 802943,02 17395152 36 1-14 Tage kündbar. 37 758 525-(8 Debitoren in laufen¬ 1-6 Monate kündbar 50317927^8 65 056435 94 der Rechnung: Eig.Dividcndenkonto:| l i fällig inneih.7Tag. 40954(65 96 noch nicht erhobene fällig inr.erh. eines Dividende p. 1527-20 255!— Monats und später 21025664 10.620127:30 06 ausgeschüttete Divii Bankgebäude . i ecoccoj dende pro 1950.... 2TOCOO:- 2C0295 Inventar. i r Gewinnvortrag. 153539,08 191430/70.92! 91 430270 02 *) Kapitai-ErhOhnngsbeschluss bis Ende 1931 auf RM. 4865000,—. Entwicklung der Berliner Bank für Handel und GrundbesitzÄ.-G. 1924-1930. Bilanzsummen: 1930 RM 51,4 Million. 19i9 1928 19/7 19.6 1925 1924 8224 73,9 42,1 23.0 14.7 4,9 ■Einlagen: Ausleihungen: 1933 RM. 83,0 Million. 1930 RM. 62,0 Million. 19. 3 ,t 79.1 19o9 „ 54.2 „ 1923 „ 70.9 1928 41.9 w 1^27 „ 40,3 1927 „ 20.3 ,, 19.6 „ 21,6 1926 „ 155 1925 13.6 192-5 .. 10,3 „ 1924 „ 3.8 1924 „ 2,7 Kurs den an zahl: 1539 35 SCO Kunden 3; 830 : 1454 21 925 12394 4219 954 ] 9,9 1/28 1927 19.6 1925 1924

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.