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Central-Verein-Zeitung · 1931-06-19 · 25 (19.6.1931) · p. Seite 316

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
25 (19.6.1931)
Date
1931-06-19
Page
Seite 316 (sequence 4)
Language
German
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316 hneraugsn, cerbtüte £orr:;4 fielen c:x £anbe- und gen hat sich B£eolh‘l cts srust erstes und beqm"stes siel zur gründlichen Beseingung cHex harten § ruck» Wucherungen bestens bewlhru Packung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer Gearauchsanmc'ung 60 Pf. 2n allen Chlarodon^Verlaus-ieellen zu hauen. wejenheits- und Tagegeld, Antragsgemäß wurden diese Kosten dem Privalklägev ausgebärdek. Er Legte aber gegen diele Enttckaidlmg Erinnerung ein wir der Begründung, d-er in Achim wohnende Angeklagte hastesich dee- Beistandes des zweite am Gcrickrsorko ansässigen Anwalts bedienen können. Ter sreige'lprrchene Angeklagte replizierte, daß die'er zweite am Gerichtsorte anmwg-e Anwalt nicht feiner eigenen politischen Einstellung entsprach. Bei der Wahl ihres Anwalts bei einem in das politische Gebiet fallenden Prozeß müsse aber die Prozcßoartei die Möglichkeit hasten, einen solchen Anwalt hinzuzuziehen, der in stLwr, auch in vol i r t? dj e r Beziehung, ein Tta n n ihres Vertrauens sei. Tiese Alöglichieit habe der Angeklagte in Achim nich: gchabi. Das Amtsgericht Achim har die Erinnerung des Privatklägers znrückgewie'cn und die Tris- Ligkeit dieser Begründung anerkannt. Diese Emscheidmig dürste wegen ihrer prinzipiellen Bedeutung stwn allgemeinem Jnterep.e Reedtsun^valt Dr. Rosenak (Bremen). Um Güsiiwl Ga uleiter Heidrrch wegen Belei - digung verurteilt. Ter stellvertretende Gauleiter der NTTAP. für Ostpreußen, Georg Heidrrch, stand wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Tr. Werner Nosenberg, der als Nebenkläger zngelasscn war, vor dem Schöffengericht in Königsberg. Tr. Werner Rosc'nberg hatte in der.,E. B.- Zeitung^ in einem Einsatz „Tie deutschen Minderheiten gegen Hitler" eine Redewendung Heidrichs zitiert: ^Tiese angebliche Unterdrückung der Südriroler sei eine von den Freimaurern erfundene Lüge; außerdem täme cs nicht auf das Schicksal von einigen Lausend armseligen SüdLirolern an." Diese Aeußerung Heidrichs hatte Tr. Rosenb-erg in entsprechender Weise gegeißelt und darauf hingewiejen, daß die deutschen Brüder in Südnrol in erheblichem Maße unter der Bedrückung des Faschismus zu leiden harren. Irrtümlicherweise hatte Tr. Rosenberg dabei inner Bezugnahme aus die Broschüre „Das wahre Genchr des Aanonalsozialismus" erklärt, daß Heidrich seine Ausführungen in einer Versammlung in 'Augsburg getan habe. Daraufhin rerössentlichte Leidrich im „Ostdeutschen Beobachter", desien Verleger er war, eine Erklärung, in der er sagte, daß er noch nie in seinem Leben in Augsburg gewesen fei, infolgedessen auch dorr in einer Rede nicku die von der „E. V.-Zeitnng" angeführten Löste gesprochen haben könrw. Er erklärte weiterhin den Schreiber die'er ^ätze. Tr. Werner Rosenberg, für einen Lügner und Verleumder. Ter Landesverband Ostpreußen des E. D. konnte feststellen, daß Heidrich diese Aeußerungen nicht in Augsburg, dagegen aber in Angerburg gmmckst habe. Zwei einwandfreie Zeugen, ein Ingenieur und ein ^chaästmeister aus Angerburg, bekundeten vor Gericht die Richtigkeit der Angaben des Rosenblrgschen Arrikels. Heiderich behauptete, er habe die Aeußerung in anderer Form getan. Ter Re denk löge r Tr. Rosenberg^wies vor Gericht darauf hin, daß er die Frage der Minderheitenst<-»t?gung Wissenschastlich bearsteilo, und daß die Unrerdrücknng der Teulstchea in Sstdrirol cinwandsrei sestgestellt' sei. Diese Umerdrücku'na werde jedoch durch bestimmte Führer der" NSDAP. bagatellisiere. Ter Verband der deutschen Volksgruppen Europas habe ausdrücklich gegen die Preisgabe der deutschen Belange durch Führer der NSDAP, in aller Oeffenllichkcit protestiert. Tor Staatsanwalt hielt die fraglichen Aeußerungen Heidrichs für erwiesen nnd beantragte 'gegen ihn eine Geldstrafe von 150 Mark. Hs Gericht schloß sich dem Antrag des Oberstaatsanwalts an. verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 150 Mark und sprach dem Nebenkläger Tr. Roseuberg Publikationsl-esugnis in mehreren Zeitungen zu. JA' L!tll fit SIMMEÄ Nichts vermag den einzigartigen Charakter des Heiligen Landes und seiner Problematik so schlliälichtarria zu enthüllen, wie die Tatsache, daß die lehren schwersten Streitigkeiten zwischen Juden und Arabern um die^ Klagemaner entbrannt sind. Ein religiöses Symbol erster Ordnung sür beide Parteien, einziger Ueberrest des heiligen Temrels und zugleich nmwoben von frommer arabischer Ueberlieferung — fo wurde dieser mächtige Zeuge aus alter Zeit, einst dem Frieden geweiht, zum Zankapfel heutiger Menschen. Daß es ein religiöser Gegenstand ist. um den die Gemüter sich erhitzten, der den Hintergrund auch für die einsetzende nationalistische Anscinandersttzung bildete, das zeigt sinnbildlich die hohe und merkwürdige Bedeutung dieses Entstehungslandes dreier Weltreligionen, das bis heute die zündende Kraft des Glaubens im Guten und im Schlechten bewahrt hat. Tie auf Verlangen des Völkerbundes von der britischen Negierung eingesetzte internationale Klagem.auer-Kommission hat ihre dem Ausgleich und der Verständigung gewidmete Tätigkeit nunmehr beendet. Ihr 75 Zeiten starker Bericht ist der Oeffentlichkeit übergeben worden. Im wesentlichen versuchte man, zwei Rechte gegeneinander aözuwägen: das verbriefte Eigentumsreckst der Araber an dem Tempelplatz nnd damit an der Klagemauer und das durch Jahrhunderte alte Uebung erwirkte Gewohnheitsrecht der Juden, an der Klagemaucr ihre Gebete zu verrichten. Das arabische Reckt war durch Ausstellung von Germern von Bänken, Stühlen, Wandschirmen seitens der Juden, das jüdische Recht durch bauliche Veränderungen, durch gleichzeitige Abhaltung arabischer Gottesdienste usiv. beeinträchtigt werden. Tie Kommission hat die strittigen Punkte bis in alle Einzelheiten hinein klargclegst. Sie hat den Arabern die störenden Banken unterlagt und den Juden die Aufstellung von Geräten verboten. Sie hat das Eigentumsreckst der Moslems in vollem Umfange bestätigt, störenden mohammedanischen Feiern in der benachbarten Moschee zur Zeit der jüdi'chen Gebetstunden aber Einhalt gebeten. Sie bat den Juden die Ausstellung der Thorarollen cn den hohen Feiertagen gestattet, am Sabbat jedoch untersagt, ebenso ist das Schofarblasen nich! zugelassen. Eine große Einzahl weiterer Bestimmungen ergänzen diese Vorschriften. Tie palästinische Judenheit, vertreten durch die Erckutive der Jewish Agency, die Leitung der Agrdes Jisroel und das Jerusalemer Rabbiuat hauen die Entscheidung der Ktagemauer-Kommission angenommen. Es ist zu hofien, daß auch die arabischen Behörden sich ihr'unterwersen werden, und daß damit sür immer ein drohender Gefahrenherd beseitigt ist. Tagung öes Zniüatwe «tsrnmittees ösc Jewish /tgtncy ttm Sormtaw den 11. Juni, trat in Berlin das Initiative Emnmittee der Jewi'h Agency und des Wenn Oastssvd sür Deulwstand zu einer Sitzung unkr Bvrütz von Bantdirelwr Oskar Wassermann zusammen. Dirctwr Wasicimann gab einen aus'ührlickerr lleberblick über die Entwicklung der Palästina-Arbeit in den letzten zwei Jehren und über die 'Arbeit sür Keren Haje'wd urb Jewish Agency in Dem'«bland, die im wesentümen durch die deutsä'a Zcilsawist der Agency „Ilr.str Wertbekannt sei. Ter Direktor des Keren Hcheswd. Dr. Oantke, berichtete über die Lage in Palästina, der bekannte Siedlungssachverstäudige der zionistischen Organisation, Tr. 0! u p p i n , üh:t Kolonifalicnsvrc'ckeme. ckttich eingehender Aussprache wurden die Delegierten zum Council der Jewi'h Agency gewählt. Die Wahl fiel aus die bisherigen Mitglieder Stadtkänunercr Bruno Asch, Rabbiner Dr. Leo B a e ck, Justizrat Dr. Blau. Frankfurt a. M., Dr. Bernhard K a b n, Rabbiner Tr. U n n a, Mannheim, und Direktor Dr. Oskar Wasser m a n n. "An Stelle des verstorbenen Kommerzienrats Eerson S i m o n wurde Tr. nied. Friedrich B r o d n i tz nr: gelvählt. HUs Ersttzmitglieder wurden Brostncr Georg Bernhard, Willi D r e y s u s, Rabbiner Dr. Hahn, Essen. Jakob H c ck s ch c r , Hamburg, Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, Stuttgart Rabbiner Tr. Jakob H o r o v i tz . Frankfurt a. M., Berthold I s r a e l, Berlin, Oberstlandesaerichtsrat Tr. N e u m c tj c r , München. Leo i - m r n , Professor Tr. Spbetnfjcim, Dr. Albert 3 r n b f) c i m c r , Frantsurt a. M., Dr. Ludwig Tietz, Berlin, und Frau Margarcce Tietz, Köln, wlldcrgewählt, Rechtsanwalt Dr. F e l s e n t h a l, Düsseldorf, neugewählt. Die vorstanöswahlen öer berliner Mölschen Semeinöe Tie Repräsentantenversammlung der Derliner Jüdischen Gemeinde hat am 12. Juni den Vorstand der Jüdischen Gemeinde^ gewühlt, der sich dann folgendermaßen konstituierte: Erster Vorsitzender wurde Tirektor Tr. Wikhelm K l e e m a n n (liberal), stellvertreeender Vorsitzender Kammeizerichrsrat Leo Wolfs (liberal) und Adolf S ch o y e x (konservativ). Ter Vorstand sitzt sich ferner aus den Herren Moritz R o s e n t h a l (liberal), Tirektor Heinrich Stahl (liberal), Karl Fuchs (liberal), Wilhelm G r a e tz (liberal), Tirektor Tr. Alexander (liberal), Rechtsanwalt Max Köllen sch er (Volks- Partei), Georg Kareski (Vrlkspartei), Tr. Aron Sandler (Volkspartei) zusammen. Eisenbahnunfall — kein politischer Aeberfall In Nr. 22 des „Israelitischen VocheTäL-latics für dir Schrvci;" wurde berichtet, dag Las l^jährige Dräulern L. Boezko, die sich auf dein Wege von Polen -uw Besuch ihres Onkels nach Mvntreu; befand, in der Nähe von Frciburg i> Br. van Hitler'Lcutcn aus fcerr. Zuge geworfen worden sei, wähccrch dieser in veler Bewegung war. Fräulein Baczkc> rrurde später bewußtlos und mit einem Beinbruch aufge'uttden. Sie fei mit dem nächsten Zug in die Schweiz gebracht worden, wo sie nun nn Spital liege. C ic polnische Gc'andtscbaft in Berlin habe bei der deutschen Regierung über den Fall Beschwerde geführt. Hierzu teilt uns der Snnagoqenrat Freibreg i. V r. mit, daß Fräulein B o czko nicht in einem Schweizer Spital, sondern in einrr Klinik in Frllburg liege. Nach den Informationen des Synagrzenrares Frciburg bei dem Rechtsvertreter von Fräulein Doczko sei die verbreitete Nachricht unrichtig. Er handele sich lediglich um einen Liscabahnunfali. Antisemitische Pöbelcicn seien nicht vorgckrmmcn. r.) »n^endlic^Ucller st!n6enrv-r stell', äitz ver-v.-i^ai-.ir der nrsacbe ihr?3 leidens gegenüber.- magenge5cli'vüre c ler gar ärgere^, wie krebs n-v/.. sir.d ’a? en!e vom Lecke! unser uraltes crientaiisehes Kausmitte! aber, der KXOBLAl'CH, ist in Vergessenheit geraten! oane angr-t und besch'verien kennten sie vied-.-r essen, was ihnen mundet, wenn sie el-e kur mit dem bi’gari~:hen KXOBLAIbüIidiOHSAFT MAE KE „KAZ.iNLYK XATkEEL“ NACH DE. ST CYAN Orb gebraac'r.Tcr.. derselbe hebt nicht nur die Übersäuerung auf und beteiligt alle wagenstad leiden, sondern er Ist sich ein unübertreffliches heil- und vorbeugemittel gegen artcriosklerose. er setzt den bi itdruck stark herab und ist eia förmlich verjüngendes und geistig belelend-is, natürkrhes regenerationsmitte], kein noch so teurer kuraufeathalt kam dieses Gewählte bacsniittel ersetzen', voreirjgenorr.r.cnheit gegen gcruch und geschmack ist unbegründet, schon eine fiascha überzeugtste! (mk. 3,— nachnahme, die ksr 6 faschen, mk. 15,—), Prospekt liegt jeder pack an g bei oder wird gratis versandt durch: LABOE Y«TAK£X (MLRITZ) 16.

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