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Central-Verein-Zeitung · 1931-05-15 · 20 (15.5.1931) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
20 (15.5.1931)
Date
1931-05-15
Page
Seite 254 (sequence 10)
Language
German
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254 es crträglidi, da8 daZ ewige Schicksal, das jeder außerordentliche Geist in jeder Umgebi:ng erfährt, hier nun ganz und am'chlicßlich mit dem Judentum erklärt werden muß? versteht man den Ingrimm, mit dem Brandes sich mit einem selbstgcschassencn Wort gegen die'e „I u d c r e i" wehrt, und merkt num wie recht cc hat. wenn er einmal schreibt: ..Wenn ich 3i£ nicht recht verstanden habe, so haben Die mich wahrlich auch nicht verstanden!" Sicherlich, dieser Georg Brandes war in all seiner Begrenztheit ein grober Mann. Sicher hat Jüdisches auch in ihm gewirkt, und er hat nicht aus Zufall mit so hohem Verständnis über Lastalle und Heine geschrieben. Aber es hat anderes genug in feinem Leben gewirkt, das. sein Bild beispielsweise in nächste Räche des dänischen Nationaldichwrs Hans Ehri st i^a n A n deren brachte, das ihn zum Herold Taines und i e tz s ch e s und I b s e n s machte! Ja. Georg Brandes war ein Jude, aber er war auch ein Däne, er war ein Europäer aus der Mitte des 19. Jahrhunderts — und er war vor allen Dinge:: der einmal einzige Ge o r g Brandes! Es io die völlige Bereugung des Gesichtsfeldes, diese trüb verzeichnende Simplisisierune. gegen die ir.an sich gegenüber solcher Handhabung des jüdisch-nationalen Maßstabes vor allem io ehren n.msi. — Nonhansen scheint ein Blann von echtem nnd warmem Gefühl, aber seine Kraft geistige: Drdnung scheint nicht groß. — Immer wieder 'cheim es enn besten in solcher Diskussion, die greßartig klaren und lvahren Worte von G u st a v Landauer zu zitierent ..Wir und Inden in jeder geistigen Regung und Tätigkeit und sind es daun am wenigsten,chvenn wir das Judentum für sich nli>i>,.. betonen." Und weiter schrieb er: „Btein Deutschtum und Judentum tun einander nichts zu Leide und vieles zu Liebst ich kenne in diesem Verhältnis nichts Primäres oder Sekundäres. Ich habe nie das Bedürfnis gehabt, uüäi zu simplifizieren oder durch Verleugnung uw K selbst zu musizieren; ich akzeptiere den Konwlcr, der ich bin, und hasse noch vielfältiger zu sein, als ich weiß/ Zur Eröffnung ö§r Deutschen Hau-M§fiMm§ in §ee!m. Tie größte Ausstellung, die Berlins Mauern je gesehen hat, die Internationale Ban-Aussrellung 1931, ist eröffnet worden. Groß ist der Anteil der Jrrden an der neuzeitlichen Architektur, groß die Zahl der Beispiele jüdischen Könnens, die diese bedeutsame Schau vor Augen führt. Neben einer besonderen Abteilung „Palästina" im Nahmen der Abteilung „Internationale Ausstellung für Städtebau und Wohnungswesen", die vom Central Office sor Urban Workers' Settlement. Tel-Aviv, zusamrnengestellt ist, steht man in der Abteilung „Das Bauwerk unserer Zeit" Proben modernen Kultbaus. So Fritz Nathans Friedhofsanlage in Frankfurt m Main mit der b-augeschichtlich überaus interepanten Einsegnungshalle, Fritz Landauers Synagogenbau in Plauen, W. Koechs neue Friedhofshalle in Hannover. Neben diesen sehr guten Photos stehen die Abbildungen, die den Anteil der jüdischen Architekten am neuzeitlichen Geschaftsbau zeigen. Das Warenhaus unserer Zeitläufte, mehr denn je ein städtebauliches Problem, zeigt. Erich M e n d e l s o h n s Bau der Firma Schocken in Chemnitz. Tie moderne Klemstwohnung repräsentiert sich in 'Vorschlägen des Hamburger Architekten Robert Friedm^ann, die Siedlung unserer Tage in John Rosenthals Plauen für die Münchener Kolonie Neuhausen. Rudolf F r a e u k e l steht in einem guten Beispiel seines Könnens vor uns mit der Gaststätte am B-ahnhN Friedr'chsiraße, lebendiges Symbol des neuen Berlin für den Fremdem Ter „Bund deutscher Architekten" bringt Leo 9t a ch t l i ch t Z Proben architektonischer Art und Projekte von. Dipl.-Ing. Abraham, der in enger Zusammenarbeit mit Tr. Marie Elisabeth Luders die „Deutsche Abteilung für Wohnungswesen", insbesondere die Bewirtschaftung der Wohnung, zusammengestellt hat. Ter Entwicklung des ländlichen Sicdlungsbaues hat man in der Berliner Ausstellung besonderen Raum gewuhrt. Hier lvaren Gartendirektor Ludwig L e s s e r und sein bekannter Mitarbeiter Richard Besser hervorragend an der Organisation dieser Abteilung beteiligt, die ein überaus rnteressantes Programm für die Blumen- und Obstgärtnerstelle u. a. bringt. Der Stahlbau bringt insbesondere den neuzeitlichen Garagenbau, hierbei ist die Berliner Finna Netter it. Jaco bi-Werke in weitgehendem Maße beteiligt. Es ist im Nahmen einer kurzen Auszählung nicht möglich, den Anteil der Juden an dem „Neuen Bauen" erschöpfend zu schildern. Alles in allem: die Internationale Bau-Ausstellung dokumentiert den großen Anteil der deutschen Judenheit an den brennendsten Fragen unserer Zeit! Dr. Olga Bloch (Berlin). §ritz Naphtali über Aufgaben örr Wohlfahrtspflege Der von der Zentralwohlf a h r t s - st e t l e der d e u t s ch cn Juden, der § o ch - s ch u l e für die W i s s e n schast des I u d e n t u m s und dem W o h l f a h r t s - und I u g e n d f ü r s o r g e a m t der Jüdischen Gemeinde Berlin veranstaltete 3. Lehrgang für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung wurde am 11. Mai mit einem für die ganze .Kursusarbeit grundlegenden Vortrag von Fritz N a p h t a l i über das aktuelle Thema „Wirtschaftskrise und jüdische Sozialarbeit" vor einer ansehnlichen Hörerschaft eröfjnet. J:n Mittelpunkt seiner von bester Sachkenntnis getragenen Ausführungen stand die Erörterung über die Rückwirkungen der Wirtschastsnot aus die deutschen Juden und die sich daraus ergebenden besonderen Aufgaben der jüblichen Wohlfahrtspflege. Ungeachtet aller Elendserscheinungen im deutschen Wirtschaftsleben, deren Ausmaße durch die die wirkliche Not gleichsam beruhigend überdeckende Arbeirslofenftatiftif lei weitem nicht voll erfaßt werd-eu könnten, diskutiere man in der Ocjsentlichkeit statt über die notwendige Planmäßige Ausgestaltung der Sozialpolitik über das Maß des Abbaus sozialer Einrichtungen. Demgegenüber müste betont werden, daß nur eine organisierte Sozialpolitik, nur die öffentlich Wohlfahrtspflege imstande sei, eine Masicnerscheinung wie die gegenwärtige Wirtschaftskrise zu bewältigen. Tie Private Wohlfahrtspflege, die sich individuellen Bedürsninen besser an passen un.d besondere Not eher lindern könne, dürw niemals Ersatz einer organisierten Sozialpolitik sein, sondern solle lediglich als deren Ergänzung wirken. Die soziale Struktur der jüdischen Gesellschaft in Deutschland sei durch eine Fülle von Sondererscheinnngen ck)arakterisierft die Wirtschastsnot unter den Juden stelle die jüdische Wohlfahrtspflege vor besondere Aufgaben. Wenn auch die Juden als Angehörige namentlich der mittleren Bourgeoisie und des Kleinbürgertums von der allgemeinen Arbeitslosigkeit verhältnismäßig schwach betroffen seien, so habe dennoch die Zurückdrüngung und Erschütterung vieler selbständiger Existenzen weite jüdische Kreise stark mitgenommen. Einen gewissen Ausgleich biete die verhältnismäßig starke Bctätigungsmöglichfeit jüdischer Arbeitskräfte in den versckuedenen Geschäftsformen dos modernen Einzelhandels, in der Film- und Radioindustrie sowie im Berbandswesen. Naphtali warnte vor allzu pessimistischer Betrachtung unserer wirtschaftlichen Lage und bezeichnete die Behauptung von der Berproletarisierung der deutschen Juden als zuf9 GUSSü'aveS'fs ..« b& sp@pgEina, ß® Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthalt keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinemCocosfett. Beim Kochen, Braten,Backen — immer freuenSie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verv/endete Quantum wird voll ausgenutzt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbstdem empfind liebsten Magen gut bekommt. i. \j La Lj für die rituelle Köche iFleischig und milchig zu gebrauchen! TPK2—111

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