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Central-Verein-Zeitung · 1931-05-01 · 18 (1.5.1931) · p. Seite 227

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
18 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 227 (sequence 11)
Language
German
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227;5 'im a n n (Tel Aviv) sucht in ihrer, von drei aufschlußreichen hebräischen Quellen ausgehenden Abhandlung über „Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges" die politischen und Psychologischen Beweggründe für das entschiedene Eintreten des Kaisers für die Juden zu erklären. Ten von Eecil Roth inr vorigen Jahrgang der Zeitschrift veröffentlichten neuen Mitteilungen über die Hamburger Marranengenreinde folgt jetzt ans der Feder von ALsonso Cassuto ein wichtiger Beitrug „Reue Funde zur ältesten Geschichte der portugiesischen Juden in Hamburg". Auch diese Arbeit fördert wertvolles, bisher verborgen gebliebenes Archivmaterial zutage. Das Heft, das außerdem interessante Mrszellen und Rezensionen enthält, zeugt wiederum von der Vielfältigkeit des stosfes, den die ,Leitschrnt für die Geschichte der Juden in Deutschland" behandelt. E. G. L. Erlebnis in Prag Prag ist kein Erholungsort für Tenkniüde. Wer von ein paar Tagen der Arbektsruhe letzte Entspannung und Loslvsung von den Problemen erhofft, mit denen der Alltag bis zum Bersten erfüllt ist, der sollte nicht nach Prag reisen. Tie Probleme reisen ihm dorthin nach. Tiefer gewaltige Neberschneidm'.gsp'unkt der Nationen, der Künste und der Religionen bietet keinen Raum für nur genießerisches Tchauen, er ist geladen mit Fragen, die nach Antwort drängen. Wir wandern durch das Judenviertel. Längst zerstörtes Tenlmal jahrhundertealter Geschichte, und doch noch in seinen Resten ewiger Anziehungspunkt für die Reisenden aller Länder. Ein jüdischer Fremdenführer bietet uns seine Dienste an. Wir lassen uns von ihm führen. Angeregt von der starken und eigenartigen Romantik des Lrtes, steigt der Wunsch in uns auf, aus den Worten des doppelt sachkundigen Führers möge etwas von der Vergangenheit der geweihten Stätten vor uns lebendig werden. Doch nicht lange lasten wir uns in die Vorzeit versinken. Tie Gegenwart ist zu durchdringend gegemvärng. Wie es mit dem Judenhaß in Prag siebe, fragen wir den Ortskundigen, r:ud schlagen damit die Brücke zu einer der traurigsten Erscheinungen des heutigen deutschen Alltags. Und nun kommt von seiten unseres jüdischen Prager Führers eine Antwort, die uns aust horchen und im Innersten erschrecken macht: ,X ja, antisemitisch seien die Tschechen auch. Aber seien denn die Juden nicht selbst schuld daran? Ter stau: verlange doch nicht so gar viel von ihnen, wenn er eine gewipe Tschechisch?-mg und Loslösung von der deutschen Kultur von ihnen fordere. sie können ja alle tschechisch sprechen, warum wollen sie's denn nicht, warum halten sie eigensinnig fest an der deutschen spräche? Tort oben in den Grenzländer!'., dort, nw die Deutschen in der Mehrheit und, dort wehen die Hakenkreuzfahnen, dort herr-chcn die deutschen Nationalsozialisten. Und was die Juden von denen zu erwarten haben, das müßten sie doch eigentlich wissen!" Wir mußten einen Augenblick betroffen schweigen, eine ernsthafte Antwort auf diese dem pmst sichen Qppornmisw.us zuneigende Einzeläußerung wäre wohl auch kaum zweckmäßig gewe'en schon immer war ja das treue Festhalten der i n d e u t s ch e r K u 1111 r c r!v :d)Knen Juden n n deutscher Spraye und Kultur ein Gegenstand unstrer freudigen Aufmerksamkeit. Nun erhielten wir hier eine überraschende Quittung, gegen deren rein logische Gültigkeit nichts eingewcudet werden konnte. so schädigt der Judenhaß des Natwnalwzialisnius wertvollste Teile unseres um seinen Bestand ringenden AuslandsdeutschLums. Und die ihn zu verantworten haben, haken weiter die Ltirn, das wahre Deutschtum als ihr ausschließliches Besitztum in Anspruch zu nehmen. e.rJj. UMeöW ke§ WM® MZheMMS Ter Jüdische Friedenshand veranstaltstc unter Beteiligung der Jungjndi'chen Fsieecnsgcmsinschast und L^r schule des Friedens am Montag, 20. Avril, im großen sae-l des Brüderr-.reinsbuusts eine össtntliche Kundgebung über „Tie Verwirklichung der jüdi''chcn Friedensidee". J:n Aufträge von Tsear Wassermann begrüßte Rechtsanwalt Heinrich stern die Berstunmlung und legte in kurzen Worten die Ziele des Friedcnsbimdes drw. Ter erste Redner des Abends, Rabbiner Tr. Felir G v l d m a n ri (Leid zigst nannte das Judentum eine Religion der Verwirklichung, da für das Judentum ein Jweal nur dann gilt, wenn seine Verwirtlichung möglich sei. Tie Friedensidee zu verwirklichen, fei möglich, indem man die Friedcnsgcsmnung täglich und tätig übet. Man müste. wenn es erlaubt wäre, das so ausdrücken, die Friedensidee bagatellisieren. Ter Redner verwies daraus, daß schon einmal im Judentum eine Idee ihre Dcrwirkichung gefunden hat, das ist die Idee des Tozkalem was eines Tages die soziale Idee gewesen ist, Pas muß nun in unseren Tagen die Friedensidee fein. Tie Friedensidee bedeutet nicht die Au'gabe aller Eigenart, sondern im Gegenteil die Wege der Eigenwerte. Ter Redner schloß mit der Feststellung einer Tatsache: Frieden kann sein, wenn Fricdcnsgestnnung ist. Und daß Friedensgestnnung ist, hängt nur von uns ab. Als nächster Redner sprach Ernsten schesteil o w i tz vor dar Jungjüdischcn Fricdcnsgemciwchast. seine Rede war im wesentlichen ein 'Ausruf zur tatkräftigen Unterstützung der Friedensbewegung. Im 'Anschluß daran trug Frau Gertrud V o l l m a n n einen 'Ausruf für die Friedensbewegung vor. Tr. Georg Herlitz konnte in seinem Vortrage: „Ter Friedensgedanke in der Lehre und der Geschichte des Judentums" stststcllen, daß der Gedanke des Friedens eine der konstitutiven Ideen des Judentums und eine inhärente (innewohnende) Idee der züdsichcn seele sei. In einem kurzen Schlußwort rief Tr. Alfred R o s s i g dazu auf, als Träger der Friedensidee eine gewaltige Massenbewcarmg zu schaffen. Tie Vorträge wurden von musikalischen Darbietungen der Berliner Qrchestervercinigung unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters schnitzte umrahmt. i! II l.üi! U; ';i;i;l V ■I?!i Sic essen gut in $®Üܧ MK<MGMZi,§8WttÄmZeN-.! Die Qualität ist bekannt! leMWs!. IflM-sozIafe ÄnsBflßnnd fl- ForffiOSiiiifi für Sozialarbeiter, Rabbiner, Lehrer und In der Ausbildung zu diesen Berufen Stehende veranstaltet von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, der Hochschule für die Wi-seaschaft des Jadentams und den: Wohlfahrts- und Jugend türsorgeamt der Jüdischen Gemeinde Berlin 3. Lehrgang Sommer 1931. Themen Die Familie im jüdischen Schrifttum. Eabh. Dr. Wiener, Mittw. 29-2* Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege (mit be?. Berücksirh:. der Jugendwohlfahrtspfiege). Dr. Ollendorif, Mittwoch 18 —iS Grundlagen d. jüdischen Sozialpolitik. Dr.Kreutzberger,Dienstag IS-I?. Ausgewäblte Kapitel aus der Gesundheitsfürsorge für die jüdische Jugend. Dr. Stahl, Dienstag 19—20. Dauer des Lehrgangs: 12. Mai bis Juli 1931. Ort: ZenUahvohlfahrt?- stelle der deutschen Juden. Berlin-Cbarlottenburg, Kantstiasse 1S>. Auskünfte, Lehrplär.e, Anmeldungen: Zentralwohlfahrtsste’Ie der deutschen Jeden, Kantstrasse 158. Telephon: Bismarck 1'>J3 — 65. Zur EiClfmmg des ßommerscniesters der Lehrgänge findet am 11. Mai. abends 8 Uhr, im Ycrtragssaai der Synagoge, Kasammst rasse 79.8 ein öffentlicher Yorirag statt von Fritz Kaphtali: Y/irtsahaflairise us j Jüdische Sozi Klarheit, za dem hierdurch eingdaden wird. Die Teilnahme am Lthrgaug und am Vortrag ist unentgeltlich. ns. IFAmSMISEISClHETinrE GEMEINNÜTZIGER VEREIN bietet seinen Mitgliedern ausserordentliche Vergünstigungen bei der Sidiersfellung der Familie für einen Monatsbeitrag von RM. 2,—. Gemeinden, Logen, Chewras, S ynagogenverelne und sonstige jüdische Organisationen erhalten durch den Erwerb der Mitgliedschaft besondere Vergünstigungen. Haupt- und nebenbcrufTiche Vertrauensleute an allen Orten gesucht. F A MIT I F INJ Q F'l-f T ITT 7 Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenen- X mUIEIEnCJ'Ull u X Fürsorge der Mitglieder jü<L Gemeinden e.V. Fricdridi-Ebcrt-Strasse 2;3- BERLIN W9. Telephon: B 1, Kurfürst $464. bei Brlvatkundsckmrt gut cingefügrt, erhalten Hobe Provst.au. Offerten unter r>. 635 an Annoncenfrenz. Mainz. OMLNfMsss Rapüiasolwlt: ^«»<$«<«(0, befehlt schmerzlos ohne Operation Von vielen Acrztcu vererdnet. Preis 5 Mark. Prospekte frei. R. Krüger, Weimar, SarWraße. fabrik v GegT.1665 £ Zervelnt-,Salami-,KocIi-und lira-1 « Kauer Wurst in unübertroffener Gfuel' Rbeuma Gicht Ischias Kar-, Frftuen-, Seclennrzt Dr. OberluVidcr, Anchcn. i| UZ j k::'J . :VC: B&dEiissiHigen förMa<jenfiDörm.Sc;2böder.5orudelbäder fjr HerzsArdnkunqen KßSwUiy Mxfhddcr fr<^eo>.5<-r^,ken auch tu Hduyrtr.Wcurtn Rhaum^tisnus erc. e:c Ba-nner^chn!» Prosp. ddKürverem . ...d.d.56derverwaflu^q. Bad RddscBuEMSil Kötarrrie. Asihma. Emohysem. 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