Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 18 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 226 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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22v Professor William Stern öv Jahre alt Ter berühmte Hamburger Ordinarius für Philosophie und" Psychologie steht am 29. April d. I., OOjährig, aus der Höhe seines Schaffens. Eben ein hat der Kongreß für Psychologie Stern z n ui erste n Vorsitzenden der Tenrsä-en Gesellschaft für Psychologie gewählt, und in allen Berichten über den Verlaufs dieses Kongreßes zeigte sich durchgehend der starke Einfluß, den Stern auf die Entwicklung der deutschen Psychologie hat. Das vorbildlich eingerichtete und von ihm geleitete Hamburger Psychologische Institut stand vor den Angen der Kongreßreilnehmer als Zentrum psychologischer Arbeit, die namentlich auch die praktischen Gebiete der angewandten Psychologie zu ihrem notwendigen Rechte kommen läßt. William Stern wurde 1871 in Berlin geboren. Er in der Enkel von Sigismund Stern, dem Mitbegründer der Berliner Rewrmgemeinde. der 1S44-45 m Berlm die „Deutsclstüdiscde Kircbe* erstrebte und der Grüner der Genoneinchast für Reform des jüdncben Gottesdienstes war. William Stern habilitierte sicb 1597 in Breslau nnd wurde 1916 Nachfolger Ernst Meumanns in Hainburg. Sterns vbilvsopbisches HxniPtwerk ist die dreibändige systematische Grundlegung des Pcrkonalismus „Person und c-ache*, sein bekanntestes Werk, das weit über die Kreise der Wissenschaft größte Wirkungen gehabt bat, ist die „Psychologie der frühen Kindheit. In diesem Werk hat William Stern, gemeinsam mit seiner Frau, Clara Stern, die Beobachtungen aus den ersten Lebensjahren seiner eigenen Kinder niedergetegt. In das Gebiet der Kindervsychologie fallen auch die Studien über die Psychologie der Intelligenz und der Begabung, ferner einige sorgfältige Monographien über die Entwicklung der Kindersprachc. über die Psychologie jugendlicher Zeugen und über die secliscr-e Entwicklung der Reifezeit. Seme Psychologie versucht die typischen Unterschiede des individuellen Verhaltens erakt zu begründen, und zwar durch eine differentielle Untersuchung dieser Unterschiede. 1911 erschien das zusammenfaffende Wer? über die Ergebnisse seiner Arbeit unter dem Titel: „Differentielle Psychologie/ Der philosophische Standpunkt William Sterns ist der des Personalismus. Stern stellt die Person der Sache gegenüber. In dem Begriff der Person findet er eine Einheit und Ganzheit, die sich in der Sache nicht findet. Mit diesem Begriss steht Stern in der Front derjenigen immer mehr beherrschenden Richtung der deutschen Psychologie, die man Ganzheitspsychologie nennt, und-die mit Entschiedenheit eine rein mechanistische Auffassung des Aufbaues des seelischen Lebens nblehnt. Die Vollendung der menschlichen Persönlichkeit findet ihren Abschluß aber erst durch die Annahme einer wirklichen göttlichen Allperson, so daß die kritische und eraklwissenschaftliche Psychologie, die sich aus ihren Forschungswegen durchaus des Experimentes bedient. Stern zu einem persönlichen Pantheismus führt. In diesem Sinne führt die psychologische Erkenntnis dieses jüdischen Psychologen ans ihrer höchsten Stufe zu der Lehre des Judentums. Wolsgarrg Heine 70 Jahre alt Am 3. Mai vollendet SJtiniftcr a. T. Realsanwellt Wrllgang H c i v. e das 70. Ter alte Vorkäiripstr der Sozialdemokratie, der bereits seit 1598 dem Reichstage an gehörte, nach der Revolution Bräüdent des 'llnbcllwcffen Staatsraies. sodann vreußist-ber Justiz- und später, dis zum Kavp- But'ch, pieustifchew Innenminister war. zäblt zu den vornedmsten Streitern gegen jede geistige Unsreideit. gegen Vorurteil und Nnwayrnaiiigteit. So war es selbstverständlich, daß er, der Solur eines streng vrotcstantiicheu Haukes, auch den Kampf gegen den Judenhaß aninahm.^der ilnn stets ein nichtiger Prr.'<zranunpunkt der Sozialdemokratie;n fein schien. Tie ,.0. B.-Zeitung' ist stelz. Wobgang Heins zu idren Mitarbeitern zaylen vi dürstn. und wün'cht ihm zu seinem 70. Geburtstag noch infle glückucka Jab re unverminderter Frstch-e und jugendlichen ztampfesmutes. Dr. >1. D. Liliencrons Duzsteunö (Ern verspätetes Gedenken.) Am 29. Dezember 1930 verließ Leon Goldschm i dt, tcL Hamburger Verlagsl^uuchändler, 67 Jahre al:. diese Erde. In aller stille wurde er. stinem Wunsche gemäß, beigesttzt. In dieser Stille lebte und wirkte er die Lebensjahrzebnte hindurch. Nur wenige wußten, welche tieie Bildung und literarische^Bedeutung in dem kleinen, behenden Manne mit den scharf funkelnden Brillengläsern, den gütigen Augen, der wannen Stimme und der kultivierten Sprache steckten. Wenn in Hamburg ein Mann, de: kein geborener Hamburger ist — Goldschmidt stammte ans Heidingsseld bei Würzburg —, zu Ansehen und Hochachtung gelangt, hat das immer liwas auf sich.' Bor Goldschmidts Verdiensten um das literarische Hamburg mußte aber selbst der eingesieischtoste Harnburger tief den Hut ziehen. Er hatte Jakob 'Löwenberg nach Hamburg gezogen — deffen Sohne Ernst verdanke ich viele dieser Mitteilungen —. er trat Otto Ernst freundschaftlich nahe. Dr. M. Spanier, jetzt in Berlin, Gerhard Levor gehörten zw .seinem Kreise. Er war einer der unermüdlichsten, rapsersten Wegbereiter Detlev von Liliencrons. Er gründete mit Löwenbera. Otto Ernst, Eonstantin Brunner und einer kleinen ^ckar Mttiger 1892 die Hamburger „Literarische Gesellschaft"', die er ein Vierteljahrhundert leitete. Der deutsche Naturalismus hat ihr unendlich viel zu verdanken. Hier wurde str den neuen ^tatn und Drang die Straße bereitet. Lilienrron wäre wohl erst nach seinem Tode entdeckt worden, hätten nrcht die Goldschmidt nnd Löwenb e rg, die Ernst, D e h m e l und Falke für ihn Bresche in alles, was da „geibelre und . kttnmlte", geschlagen. Goldschmidt hat nie etwas von Lilieneron verlangt. Er war nur Fwund dem Freunde. Liliencron, den nie die vclle Börse Plagte, wußte Goldschmidt gab, lieh gern, freudig. verschwiegen. Unzählige Male. Eine Fülle persönlicher Briese, die bisher nicht veröffentlicht sind, bezeugt, wie beide sich anrogen. wie der schneidige Dichterossizier, dieser Naturbursche, iminer mit dem Scyalk im Nacken, immer bereit, das lachende Leben bis zum letzten zu genießen, diesen ruhigen, zurückhaltenden, sich einkapftlnden Verleger schätzte und liebte. Bei keinem JODBAD 0L8 BAD GEGEN ARTERIENVERKALKUNG ¥£030! KUß-u. BADHOTEL ü Inh. 6. KisslalL FCVer.-:es tnd erstes Kau 5. Das Bayer. Alpen einzige m't Jodqus* bäcem. Zei'tgerrisse Pre 39. Familienseste durste er fehlen. Und nnu ..Großer Tag' in Altrahlstätt und der Photograph rücktr an — Löwenberg nnd Goldschmidt gehörten auch auf das Familienbild. Einem anderen, den lmfereVöttischen gm so gern als treudeutsch ansprechen. Gorch Fock, war auch Goldschmidts ständiger Verleger und Freund. Kein geschäftstüchtiger Verleger für die eigene Taschet „Er war viel zu sehr Idealist, um daneben noch kühl berechnender Geschastsmann zu sein: in seiner rührenden Güte wehrlos gegen Bittsteller" („Hamb. Anzeiger" vom 3. Januar 1931). Von sich machte erlern Aufheben. Sein Judentum hielt er in Ehren. Er. das treue Mitglied des Eeutralvereius, verkörperte den jüdischen Deutschen. in dem die ewig untrennbaren .pvei Quellen, die deutt'che und die jüdische, zu vorbildlicher, segensreichster Einheit zuscunmeuflosien. Dr. Alfred Wiener. Ein Lebensbild Jakob Löwenberg?, de'stn W'rke zumeist in Goldschmidt^ Berlage (Vi. Slogan jrst erschienen sind, hat soeben sein Sobn Ernst Löwenberg im ..Jalubuck für jüdische Geschichte und Literatur" (29. Band. 1931) veröffentlicht. Es bringt auch über das Hamburg der Eoldschmidtfchen Zeit manches Wichtige. NkMUSWSZANÄKZLZ finno 33ß: Negensöurg Die „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo-Verlag, Berlin W 15),_fcie sich wegen ihrer zahlreichen wertvollen wissenschaftlichen Derössentl'.chnngen ständig zunehmender Beachtung und Würdigung erfreut, eröffnet soeben ihren dritten Jahrgang. Bon den Beiträgen des inhaltsreichen Aprilheftes beansprucht der auch für die allgemeine Regensburger ctadtgeschichte bedeutsame Aufsatz rwn Q^erbaural Adolf Sch me her (Regensburg) über „Tie Regensburger Judenftadt" besonderes Jnteresie. Hier werden namentlich auf Grund bis auf die Römerzeit zurückreichender gründlicher baugeschichtlicher Forschungen ,zum ersten Male genauere Angaben über Entstehung allmähliche Umbildung und?lnsdehnung der in dieser alten Handelsstadt liegenden Judensiedlung gemacht. Schmetzer glaubt — trotz Fehlens unmittelbarer Beweise — als sicher annehmen zu dürfen, daß schon um das Jahr 330 n. Ehr., also schon fast 1200 Jahrevor ihrer Vertreibung (1519), Juden in Regensburg ansässig waren. Danach hätten sie dort ein viel älteres Heimatrecht als die erst um 535 eingewanderten B a j u v a r e n. In einer grundlegenden Studie unterzieht Dr. Hanns N e i ß n e r (Berlin-Tempelhofj die vielbeachtete Weltgeschichte des jüdischen Dolles von Simon Dubnow einer wisienschaftlich - kritischen Analyse. Dr. Sara Schiff- |/r^'ys?nr? hlILW'M) 5^^ _i I So Schlank kann jetet jeder sein! ^as nßm£rdfeüungs-7üasserfür-7)amm undZ&mt Endlich Ist es der Wissenschaft getcr^tn ein wirksames Mittel xexen unschöne Fettpolster finden. Gerade ta den s:cbtaareo Körperstellen, v/io Hals, Kinn, Wade und Knöchel bildet sich meist eine Fettschicht, die auch die beste Gestalt un- »chön und plump erscheinen lädt. Daa neu® «ri3sec.&cbaft::che Fettrehrwasser Schlaniol wird einfach en der Stelle ein^ertebeo, an der Sie abmajem wclleo, and In wenigen Stunden verschwindet an dieser Stelle alles Fett. Der Wadfcrtwmfang verringert lieh z. B. in einer Nach! 83OT Ober 2 cm* Schlanko! löst jeden Fettansats mit sofortiger Wirkung, nur durch lufleruches Emreiben. Kt:a Einnehmeu oder dergh. dabei garanllert untchSdHch, «uc»> bei sarter and •ntpf^cdUcher Haut. Starke Hüften, Brust, Bauch oder Doppel» Uno and jede» ander® lZsi'.g<i F&fipclst&r schwindet sichtbar, Aber Nacht angewandt, ataunea Sie am Morgen ürer den Erfolg. Ein« schishJte Gecf^'i macht $!a um Jahr« Jünger, bleiben St« a!*o schlank cad Jung, aber nicht durch annötige Anstrengungen oder ISstigo gefährliche Ktirgerturcn. Gebrauchen 81» einfach SchlansoL Machen Li» sofort etnea Versuch und schreiben Sio noch heute* Probsfisid'ie tLÄ g fnhs;i EH* 2.LÄ, Normalfiasch® RM. 4.S0. Doppelpacaung RM.71X Vrrsar. d gegen Nachnahme oder Voreinsendung »n BnefaaarkeQ durch di» «KOSMA", Fabrik koimefisdier Erzeugnisse, G. JW C3 / 233, Fitteratraße 54.