Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 18 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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224 AU die v i? * C rj *f <\;;;> 0; <S ^,,. >. -ff. k?S$$$ f'N.'y) ' (V V ■-> v" v »> s < 1J <R/ 4» V v> Kohanes „Iudenbuch" und Theodor Lessings »Jüdischer Se'.ösihaß" Das Erscheinen ziveier Bücher, die eine Psychologie des jüdischen Äenschen zu geben versuchen, zeigt, wie aktuell das Bedürfnis ist, die Eigenart der seelischen Haltung des Juden zu bestimmen. Aber während das „Judeubuch" von Arthur K a h a n e (Tiergarten-Verlag, Berlin) ein starkes persönliches Bekenntnis, und zugleich das Bekenntnis einer 'Tarten Persönlichkeit ist, unterniuunt Theodor Lessing in seinem Buche „Der jüdische Selb st - haß" (Jüdischer Verlag, Berlin) den Versuch, ans persönlichen Schicksalen, ans Lebensgeschichten einzelner, an sich selbst zugrunde gegangener Juden eine allgemeine Psychologie zu entwerfen. I. Unzulänglich in der Lösung, aber farbenprächtig, geistreich und begeisternd, nachdenklich und mit überlegenem Lächeln, fast ein Vornan, und doch eine nicht alltäglich tiefgründige Problem-Analyse voll richtiger, glänzender, übertriebener, paradorer Formulierungen, ist das Buch von K a h a n e Zeugnis eines sprühenden Geistes und einer leidenschaftlichen Seele. Irr den erster; Zeilen steht, was es zu begründen sucht: daß es nämlich nicht nur lnöglich sei, Jude zu bleiben, obschon man aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausscherdet, daß vielmehr dieses weltliche, säkularisierte Judentum der jüdischen Psyche und vor allem dem jüdischen Geiste gemäß sei. ,Lch liebe die Juden. Ich liebe den Juden und das Jüdische in mir. Ich bin stolz daraus, ein Jude zu sein. Trotzdem bin ich Dissident." Diesen: Trotzdem vermögen wir freilich keinen Sinn abzugewinnen. Wer das Judentum ernsthaft liebt, stellt sich nicht außerhalb der Gemeinschaft, zu der er sich bekennt. Es gibt ein Trotzdem der Verantwortung, das zwingender ist und verpflichtet, die Bindungen zu bejahen und zu achten, die nun einmal die staatlich anerkannten Formen des gesamtjüdischen Lebens in Deutschland sind. Weil aber Kahane diese Bindungen nicht hat, bleibt er Einzelgänger und unverbunden der jüdischen Eemeinschast. Das gibt seinem Buche, bei all seinnn Reiz, nur einen sehr relativen Wert, und seine Erkenntnisse, schon im Gehalt fast durchgängig angreifbar, bleiben darum ohne Fruchtbarkeit, unverbindlich lockeres Spiel des Geistes. Itm die Möglichkeit feiner Einstellung ya rechtfertigen, gibt Haliane eine auchichr liehe Schilderung dce- ..mosaischen Bekeuu-uiüe-G und es ist kein Zufall, daß das erste -llapitet dieses Abschnitte-!' chtetzergedauken über das Judentum als Religion" überschriebeu ist. -Labane erklärt „den religiösen Charakter des Judentums als einen Irrtum". „Ter jüdische Gott ist kein methaphysi sicher Gon: und einer; Gott ohne Methaphysik gibt's nicht." Ueberhanpt kennt der Jude keine Methaphysik: Philosophie läuft bei ihm stets ans Ethik, nicht auf Methaphysik hinaus. Ter Jn.de ist ein Wirklichkcitsmenfch. „Tie mit den Ivanen des Geistes begriffene Wirklichkeit, der Wirklichkeit gewordene Geist ist die eigentliche Heimat der jüdischen Existenz . . . Ter jüdische Träumer träumt . . . den goldenen Traum der Wirklichkeit . . . Denn der Jude träumt, träumt er logisch." Tas Logische, nicht das Religiöse, Tennen, nicht Gefühl, ist das eigentliche Element des Juden. „Ter Jude denkt nicht mit dom Herzen, aber er fühlt mit den; Kops. Ter Judo denkt heiß." Darum ist in der jüdischen Religion auch keine echte Mystik vorhanden; das Mystische in ihr ist Ergebnis fremder Einflüsse. „Es versteigt sich die jüdische Mystik zu Exzessen der llnlogik, wie sie nur einen; exzessiv logischen Volke gelingen kann." Diese geistige Haltung^entspricht einer Besonderheit der jüdischen 'Leele, die -staHane in einer umfassenden empirischen Psychologie darstellt. Zweifellos ist vieles an dieser Darstellung richtig, vor allem ist sie im Grundsätzlichen richtig. Es ist nahezu unmöglich, die Fülle feinsinniger Beobachtungen auch nur anzudeuten. Wollten wir einzelnes nennen, so könnten wir fast von jeder '^eite geistreiche Apercus und Aphorismen von verblüffender Prägung und großem Wahrheitsgehalt zitieren. Einige seien hier gegeben: „Das Judentum ist ein Volk von lauter einzelnen. (Ich liebe es schon darum.)" „Es ist nicht gerade für religiöse Methaphysik, aber für die Macht der jüdischen Tradition ck-arakteristisch, daß gut kochen, gut offen und es sich gut schmecken lassen als gottgefällig, als Gottesdienst gilt, und daher hat das jüdische Essen seinen guten menschenfreundlichen Geschmack behalten bis ans de;; heutigen Tag." (Dieses Zitat, erlauben wir n::s zu be ::ncr keu ', zeigt Grenze uu d Ge;r dce Gspru : di e; llerallgemeiuernng wird IX liebe rrreiö: re ae unverfängliche. unrc 'llc ticr b? Lei.-?: :oav t i; wird zun; geistig: m Gr;iri fall : 'uch w: :-;h ■ er falsch.) „Gs ifr iüdin z u wi's? U. ll\T i u d. :n anderen vorgeln ru .1) darum zu für: Uw :vn." „Ter jüdisch :e Ne ’>c tt vor dem Ger IC ist grenzenlos, ur id da vir. u refvc '[teert der ude keine Grenze. die de: i; Geist e gefei st w cx: rn soll. Auch das ( Zehei: uni nicht: Geheimnwe sind dazu da, gelöst, 'nicht respektiert zu werde;;." Ans solchen Ginzelbeobachtungen ergibt sich für Kahane das Bild des Jude;;, den; er Freiheit und Bildung. Vernunft und Klarheit. Güte und Weisheit, -Harmonie und Toleranz zuschreibt. Ties Bild ist, wie Kahanc in einem besonders fein ziselierten Kapitel aussührt, schon einmal unübertrefflich dargestellt worden: Tie Gestalt Nathans des Weisen, nicht die Gestalt des Shylock ist für die jüdische Haltung charakteristisch. Nichts wäre, trotz aller Ueberirerbungen, gegen die Kahansche Psychologie des jüdischen Menschen zu 'sagen, irenn nicht die Lösung, die er „Israel unter den Völkern" zuweist, für ihn zugleich „das traurige Kapitel von der Affiunlatiou" wäre. Er weiß, zwaw daß ^bic zionistische Lösung nicht möglich ist: „Ter Zionismus ist'die unjüdischste Art, jüdchch zu sein", aber er bestimmt das Wesen des Judentums als „Internationa und die Aufgabe des Judentums beginnt für ihn in dem „Bemühen, alles zu verstehen, alle Völker zu verstehen". So hat der Jude „die Mission einer Kulturvermittlung". „Wo der Jude hinkommt, wo er sein Wanderzelt ausschlägt, blüht ihn; eine Heimat und ein Heimatsgesühl. Es läßt pch in der Jnternation ebensogut Hansen wie;n irgendeiner anderen Nation." Gewiß steckt im Kern Nichtiges in der Kahanschen Anschauung. Aber die übertreibende Denkweise, die er selbst einmal als „Wendeltreppe" bezeichnet, führt hier zu einer gefährlichen Neberspitzung: „Ist denn die Scholle die einzige Wirklichkeit? Ist das Wirken des Geistes nicht ebenso wirklich?" Gewiß ist es das; aber niemals wirkt Geist abgelöst von der Scholle. Der luftleere Raum einer Jnternation, die dünne, weil allzu steile Höhe des Geistes, gefährdet seine Fruchtbarkeit. Heimatgesühl, das Kahane für den Juden ebenso in Anspruch nimmt, wie wir es als Gewißheit 8 E E 8 Uü\j fftfl (?\\\\ (Liü L itapi d uP y ii L xi/ L zeichne! den neuen lielrahmen-Hanomag aus. Kein Schfeudern, kein Kippen, vollkommen sicheres Haffen auf der Fahrbahn. Selbst bei hoher GeschvJndlgkeil zieh! der Hanomag ruhig und elegant durch die schärfte Kurve. Djeses Gefühl der absoluten Sidierhesl gibt Ihnen am Steuer eine unersdiiillt-rlidie Ruhe, die noch vergrößert wird durch das Bewußtsein: Hanomag hol ja eine hydraulische Vierradbremse. Komme, was kommen mag. 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