Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 15 (10.4.1931)
- Date
- 1931-04-10
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wir 5 Zu der Notverordnung des Reichspräsidenten Tie Notverordnung des Reichspräsidenten erweckt begreiflicherweise die Wut derjenigen Kreise. die sich durch sie in ihren-Propaganda- Möglichkeiten eingeengt fühlen. Tie völkische Presse widmet ihr große Artikel, Graf N e v e n t l o w gar fast zwei Seiten seines „Rcichswart"; und der muüge Graf begibt sich auf die Suche nach einem Swmdenbock, dem er die Schuld an der Verordnung ausladcn kann. Ta fällt ihnr ein, daß zwei Wochen vorher das Pr ä s i d i u m des C e nt ra l v e r e i n s einen Beschluß gefaßt und der Öffentlichkeit übergeben hat, in dem es hieß, „Schritte bei den Zentralbehörden im Reich und in den Ländern, Wachrüttelung der Oessentlichkeit durch eine Reichs von Kundgebungen. Einleitung einer die weitesten Kreise erfassenden Ausklärungsaktion ül?r die schamlosen Uebergrisse und Roheiten der Judenhetze sind zunächst in Aussicht genommen" — und daraus folgert er nun: . . . „wie die Juden Deutschlands aus die „Zentralbehörden' gedrückt haben, um diese Verordnung durchznsetzen. Erinnern wir uns bei dieser Gelegenheit, wie die Juden Teutschlands und des Auslandes seinerzeit das erste „Gesetz zum Schutz der Republik" und nach dessen Ablauf ebenso das zweite mit Triumphgeschrei begrüßten und ganz ossen erklärten. daß diese Maßnahmen in erster Linie zur Vertretung des Judentums und zur Stärkung seiner Stellung im ^taat veranlaßt worden seien. Tie Regierungserklärung sagt nun ausdrücklich, „die antisemitische Hetze' gehöre zu den Anlässen der Verordnung. Tie Juden haben mithin am Republilschutzgesetz noch nicht genug, sie wollen mehr haben, und flugs machte man ihnen diese schone „Notverordnung'. Woraus wieder einmal zu ersehen ist, wie ungeheuer und beherrschend die Macht der Juden bei uns ist; die Synagoge Arm in Arm mit der Kirche, das Bundeszelt auf dem Felsen Petri, wie vor sieben Jahren ein katholi'cher Geistlicher schrieb. Wir ertauben uns schon heute die bescheidene Voraussage, daß auch diese Notverordnung in all ihrer Brutalität und ihren unbeschränkten Willkürmöglichkeiten die Wünsche unserer lieben Juden nicht erfüllen wird: die Erkenntnis ihrer Fremdheit. Schädlichkeit und Gefährlichkeit ist heute schon zu tief in die deutsche Bevölkerung eingedrnngen. Nichts kann noch wird uns hindern, diese Erkenntnis -durch sachliche Aufklärung zu vertiefen und zu verbreiten.' Graf Neventlow urteilt nach der Methode desien, dev den für schuldig erklärt, der wegen eines lieber falleZ um Hilfe ruft, und nicht den, der den U eberfall aus übt. Er sollte also nicht bei den Juden, sondern in den eigenen Reihen nach den „Schuldigen" suchen. Sm DamxfdaS Gott mrr fesbrns auck nrt leuJjf, was einem ter Gvj erarbeitet, ♦«cf wrr feite wieder «usschroitzen Dir CtsnreSferzeiKmurs LsrrfmsM' ifl öurS Sie AaSrn rum .CÄlmvkDvr! für Schieber enö Detcüxrr ßerverSen Aur so weikermachen.er hält es immer noch aus Aufreizende Tiielbilder von zwei Januar- und zwei Februarnummern des k Stürmen Um ihm aber auf dieser Suche behilflich zu sein, zeigen wir nachstehend einige Bilder aus den letzten Nummern des „Stürmer' und einige Ueberschristen, die wir, ohne lange danach suchen zu wichen, aus drei „Slürmer"- Nummern entnommen haben. Sie heißen: „Die Juden sind unser Unglück." — „Das Fleisch des Jrrdeiimchgcrs." — „Die Jndereicn der Handclshöchschute." — „Der &o()n des Frankfurter Talmud- Inderr." — „Das Märchen vom nationalen Inden." — „Juda diktiert im Rundfunk." — „Psiffi und der Talmudjude." — „Der Filmkönig inr Dienste Lilljudas." — „Inden als Verräter." — „Das Märchen von den 12 000 gefallenen Juden." Wir könnten diese Reihe noch unendlich verlängern. Müssen da die Schuldigen wirklich erst noch gesucht werden? Das Echo der Hamburger C» ^Kundgebung Tie Hamburger Kundgebung des E. D., über die wir in der vorigen Nmnmer der „C. V.- Zeitung" ausführlich berichteten, hat in der Hamburger und der Berliner Presse ein außerordentlich starkes Echo gefunden. Fast alle Hamburger Blätter, der „Hamburger AnzeigerVdas „Hamburger Echo", der „Hamburgische Gorrespondent' und das „Hamburger Fremdenblmt" brachten ausführliche Berichte über den Verlauf dieser eindrucksvollen Kundgebung. Auch das „Berliner Tageblatt", die „Vossische Zeitung" und einige kleinere Zeitungen aus verschiedenen Teilen des Reiches druckten zum Teil die Erklärungen der Parteivertreter und die Entschließung ab. Auf Bitten des Direktors derSt.Georgeuschule (städtische Realschule) in P r. - H o l - l a n d (Ostpreußen) geben wir nachstehenden Mitteilungen Raum: Seitens der Schule ist zu den wiederholtesten Malen eingegriffen worden, um einer radikalen Verhetzung entgegenzutreten. *&o wurde die Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen in seiner Eigenschaft als Präsident des Provinzialschulkollegiums, die sich aus staatsbürgerliche Erziehung und staatsbürgerlichen Unterricht bezieht, im Januar in den Klassen von Untertertia bis Untersekunda verlesen und in der jeder Altersstufe entsprechenden Form erläutert. Außerdem fand eine Besprechung hierüber innerhalb des Kollegiums statt. Weiterhin wurde eine Sitzung des Elternbeirats einberufen, an der auch Angehörige des Lehrerkollegiums teilnahmen. Bei dieser Besprechung hat der Direktor die Verfügung des Oberpräsidenten vorgetragen und Verstöße dagegen besonders betont. Tie Mitglieder des Elternbeirats wurden durch den Direktor gebeten, sich mit den Eltern der MiLtelstufenschüler persönlich in Verbindung zu setzen, damit der Inhalt der Verfügung möglichst rveit bekannt wwrde. - Das ist auch geschehen. Die Mitglieder des Elternbeirats haben die einzelnen Eltern ausgesucht und besonders auf die Schäden der radikalen Verhetzung hingewiesen. Die Schule hat stets die staatsdürgerlick)e Erziehung im Unterricht zu fördern und Verständnis für das Denken und Fühlen der verschiedenen Konfesssonen zu wecken gesucht. Ter Oberstaatsanwalt in Draunsberg hat unserem Königsberger Syndikat auf Anfrage mitgeteilt, daß sich nach dem bisherigen Untersuchungsergebnis die Hintergründe der Bluttat in Preußisch-Holland als antisenritisch erweisen. Der Täter S p r i g a t habe sich nach der Tat gerühmt, er freue sich, es dem Juden endlich gegeben zu haben.