Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 12 (20.3.1931)
- Date
- 1931-03-20
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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. j*>0 Zwei Unvergessene Rudolf Haase (RyLnik) war bei den Vorbeieitungsarbeiten für die Abstimmung eifrig tätig und wurde auf Grund seiner Betätigung für Deutschland von polnischen Insurgenten verhaftet und, 15M Jahre alt, noch Primaner, erschossen. Herbert Cohn meldete sich bei Beginn des oberschlesischen Aufstandes freiwillig beim Schwarzen Korps, fiel bei der Erstürmung des Annabergs am 31. Mai 1921 und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Neustadt beigesetzt. gab die fünf mitgerührLen Deutschen frei. Böhm ließ an der inzwischen herangeholten Maschine die deutsche Fahne befestigen und stchr mit einigen Kameraden im Zuge bis Groß-Strehlitz mit. Unterwegs erhielr er die Meldung, daß eine französische Panzerautokolonne gleichfalls fünf zunge Deutsche in Richtung Eroß-Ltrehlitz verschleppt habe. Böhm ließ daraufhin mit seinen Kameraden den Transportzug von Groß-Strehlitz nicht weiterfahren, bis sich der Major mit dem Kommandeur der Panzerwagen in Verbindung gesetzt hatte und die Freilasiung der fünf deutschen Geiseln Mitteilen konnte. Als Böhm mit seinen Leuten am Abend nach Peiskretscham zurückkehrte, hatten inzwischen die Jäger vom Seydebreaschen Freikorps den Bahnhof besetzt. ie trugen das Hakenkreuz, das damit zum erstenmal in dieser schicksalsschweren Zeit in Peiskretfcham auftauchte . . . Es folgten böse Zeiten wirtschaftlichen Niederganges, es kam zu Ausschreitungen des von landfremden Hetzern aufgewiegelten Straßenpöbels gegen dre Juden. Ter Heldensriedhof inBeuthen wurde als erster jüdischer Friedhof in Deutschland durch ein Handgranatenattentat geschändet. Die SWs fomaienl Erinnerungen von Sr. Silo Aronade Oberschlesien . . . Abstimmung! Es geht wie eine Parole von Mund zu Mund, läßt die Herzen höher schlagen und setzt die Volkswagen in Bewegung. Eine Richtung, ein Ziel, Oberschlesien, die alte, liebe Heimat, soll uns. soll dem Reiche erhalten bleiben! In Breslau strömen die „Heimattreuen" zusammen, aus Nord und Süd und West, um sich von hier aus über das ganze Abstimrmrngsgebiet zu verteilen, von Kreuzburg bis Ratiöor, von Patschkau bis Myslowitz. Jeder hat seine Ouartierkarte, in jedem Ort sorgt ein Ehrenausschuß für Unterkunft und Verpflegung. Man kommt zu Verwandten oder Freunden oder, wenn man lange nicht in der Heimat war, zu Unbekannten, bei denen man sich aber bald zu Hause fühlt. In dm größeren Gemeinden haben sich jüdische Ausschüsse gebildet, die sich ihrer Glaubensgenossen annchmen, auf dem Land^e wohnen die Gäste oft. ebenso herzlich begrüßt, ' bei christlichen Landsleuten. Wie die Kinder einer großen Familie kehren sie heim, die Alten und Jungen, zu den Eltern oder auch nur zu den Gräbern der Vorfahren, die unter den ersten Pionieren waren und das Urige geleistet haben in Handel und Industrie, in Kunst und Wissenschaft. Tie alten Judenfriedhösc Petzen seltene Besucher, Fromme und Unfromme füllen die Synagogen und Betstätten, und an den Abenden sitzt man am Familieutisch und tauscht alte, vergessen geglaubte Jugend» erlebniffe aus. So etwa schildert mir ein Jugendfreund, der seit 20 Jahren im Westen des Reiches lebt, seine Eindrücke. Man erlebt in diesen Tagen besonders intensiv das Gefühl tiefer Verbundenheit mit der Heimat, in der man die ersten Kindheitseindrücke empfangen hat. Bunter war es draußen und abwechslungsreicher, und doch nimmt mich der eigenartige Reiz der oberschlesischen Landschaft wieder ganz gefangen. Die Wälder und Wiesen an der Peripherie dev Städte und Dörfer waren uns doch, die wir durch die spärlichen Kastanien- und Lindenbäume im Ort nicht verwöhnt waren, schon ein großes Naturerlebnis. Und wie pulsiert das Leben in den Städten! Ter Rhythmus der Arbeit, die Einfachheit und der derbe Humor des Arbeiters, der Fleiß und das hohe kulturelle Streben des Bürgers, das alles ist in mir mit dem Begriff „Oberschlesien" verknüpft. Und wie schön war unsere Kindheit, all die kleinen Freuden fallen mir wieder ein: Drachensteigen im Herbst und knisterndes Kartofselseuer, aus dem man die kostlÄhen, knusprigen Kartoffeln herausholte, und Baden im Teich und Barfußlaufen und die friedlichen Dämmerstunden auf dev Bank vor dem Haus bei den Klängen der Zieh-,. Harmonika. Frieden und Vertrauen überall auf dem Lande, wo Bauer oder Arbeiter beim jüdischen Kaufmann am liebsten kaust, weil der ihm auch Berater ist in schwierigen Lebenslagen, ihm eine Eingabe ans Gericht oder die Militärbehörde macht und ihm auch einmal mit einem Darlehen aushilst, das am „Geldtag" oder der .Löhnung" zurückgezahlt wird. Im Winter kommt bei seinem Rundgang, der JMenba", auch der Pfarrer ins Haus und segnet auch die Juden, die mit den Christen in Frieden und Freundschaft leben, die in der Feuerwehr und der Samtärskolonne Mitarbeiten, deren Frauen nn Vaterländischen Frauenvsrem, in der sozialen Fürsorge dem Gemeinwohl dienen. Erinnerst du dich noch der freudigen Heber* raschung, die wir erlebten, als ein jüdischer Bürger bei einem Besuche des damaligen Fürst- (Fortsetzung Seite HD Ä WM wimm G D H Ü© Hy! Tomor, hergesfeilt unter Aufsicht Seiner Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine 1 Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthalt keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten,Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen V/asser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenutzt. Und dabei ist Palmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichstenMagen gut bekommt. Lmii w für die rituelle Küche IFleischig und milchig zu gebrauchen! ^gSBS^gSSagB^SSSBSSS TPK2—11t