Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 11 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- Seite 123 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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irr \ fehlet von ihnen hätte, weil einmal die Propagandamittel nicht den gewünschten"Erfolg erzielt haben. auf politische Propaganda als Kampfmittel verzichtet. -chllcßlich hat keiner der zionistischen Kritiker. obwohl wir ihnen wiederholt hierzu die Möglichkeit gegeben hatten, jemals unsere^ Maßnahmen positiv kritisiert und vor -allein hat er uni nicht die Mittel gewiesen, mir denen wir rasicher die Entrcchtungssanaliker hätten niederringen können. „Svlidarisicrung der Inden für Politik und Wirtschaft" und „Eingliederung aller Maßnahmen in den großen palästinozentrischen Zionismus" sind jedenfalls keine Mittel, durch die Herrn Hitler auch nur eine einzige stimme genommen wird. IV. Tie schärfste Kritik jedes verantwortungsbewußten Juden fordern jene bekannten Auslasiungen von Tr. Jakob K l a tz k i n in seinem Buch „Probleme des modernen Judentums" heraus, mit dem wir uns schon oft haben beiasien müssen. Jetzt bringen die ..Teutschen Nachrichten" des Herrn Neinhold Wnlle ..Juda ebne Maske", „Tie Bekenntnipe von Jakob nlaf.fiir als Leitartikel von so „überzeugender" Wirkung^ daß mau sich zur Herausgabe eines Flugblattes für Massenverbreitung ..Tie jüdischen Bekenntnisse des Jakob Klatzlin" entschloßen hat. Was wiffen Herr Walle und Herr Tr. v. d. Vach von der Bedeutung Klatzkins als Wortführer der deutschen Jude uh eil! — Vielleicht wißen sie sogar, wie wenig Klatzkin das Recht hak, für die deutschen Juden zu sprechen, und das; selbst seine zionistischen Freunde von ihm abrücken? Tie überspitzten Ansichten und Forderungen dieses Einspänners gelten für die deutschen . Juden etwch in dem gleichen Maße, wie die Anstauungen Tinters als Tokumcnt der Gesinnung des deutschen Volkes zu beurteilen sind. Für Herrn Wulle aber ist die propagandistische Auswertungsmöglichkeit nicht zu bezahlen und er verkündet: ..Wir aber müssen von Klatzkin lernen, müpen die praktischen Folgerungen aus seinen Gedankengängen ziehen und weiterhin jede Cemeinschast mit den Juden abkehnen. Wir haben wieder einmal einen Beweis für die Uebcrheblichkeit. Undankbarkeit, für die Volks- und Staatsgesährlichkeit der Rasse, die bei uns zu Gaste ist. Wie sagt doch schon Luther von den Juden? .Hminer weg mit ihnen" Wir plädieren gewiß nicht für geistige Unfreiheit. Wir wissen, daß wir überhaupt nicht mehr sprechen dürsten, wollten wir jedes unserer Worte auf die Möglichkeit, in antisemitischem Sinne gedeutet zu werden, prüfen. Immerhin sollte aber ein Schriftsteller, der w e i ß , daß e r ein Eins p ü nner i st und daß seine Meinung selbst bei den eigenen Parteifreunden keine Resonanz hat, vorsichtiger von „w i r" sprechen und sollte . überhaupt cllvas mehr die zionistische Forderung ..jüdischer Gosamtverantwortung und Solidarität" betätigen. Rei. Aus öer Arbeit öes Eentralverems Aufklärungsarbeit in Rheinland- Westfalen. Unter Hauptvorstandsmitglied Rabbiner Tr. Felix Gold mann (Leipzig) hielt in der Letzten Februar-Woche an fünf Abenden Vortrüge in Bezirken unseres Gentralvereins Rheinland- Westfalen. In Oteckli nghau sen und Oberh a u s e n fanden Bezirlstagungen statt, an denen auch Mitglieder benachbarter Ortsgruppen tcilnahmen. Tr. Goldmann sprach über „Tie Wirtschaftskrise im deutschen Judentum". In Paderborn, Gelse nkir ch e n und Elberfeld-Barmen waren auf besondere Einladung eine große Zahl ch r i ft l i ch c r Gäste zu den Vorträgen erschienen. Tr. Gold mann sprach in Paderborn über das Thema „Vom Wesen des Antisemitismus". in Gel senk: rchcn und Elberfeld-Barmen über „Angriffe auf den Talmud und ihre Widerlegung". Sämtliche Veranstaltungen waren gut besucht und lösten eine eingehende Aussprache aus. In Gelsenkirchen und» Elberfeld nahmen mehrere Vertreter der Prepe an den Veranstaltungen teil. Tie „Gelse n k i r ch e n e r Z e i t u u g" (liberal) brachte einen ausfürlichen Bericht über den Bortraa, in dem es u. a. hieß: ./Man braucht nicht lange nach dem Anlaß;:i suchen, den die Ortsgruppe Gelsenlirchen des Ceniralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte, als sie am Dienstag Rabbiner Tr. Gold m a n u (Leipzig) über das Thema sprechen ließ: Jtngrme aus den Talmud und ihre Widerlegung, und zu biefer Veranstaltung auch ihre christlichen Mitbürger einlud. Es ist kein Geheimnis, daß der politische Kampf der Gegenwart auch durch starke Angriffe gegen das Judentum gekennzeichnet ist, Angriffe, die größwm.ils dadurch ausgezeichnet und, daß ihre Schärsi mit ihrer völligen Unsachlichkcit und Unkenntnis wetteifert. Ucbrigens haben fast alle Wa"en. die heute im Kampf gegen das Judentum gemhri werden, vor einigen Jahrzehnten ausgiebige Verwendung gefunden. Man braucht blrß die eiten Jahrgänge gewisser Zeitungen der Kulturkampszeit nachzublättern, uni festzustcllen, daß sich hier ein altes ^picl wiederholt. Nur daß cs damals gegen die .llltranwnlanen* ging! . . . Jedenfalls hatten die sachlichen und kenntnisreichen Ausführungen des Redners merklich dazu beigetragen. den Talmud in richtigem Lichte zu üben und über seine wenigen Bedenklichkeiten nicht 'ein hohes Ethos, seine Verdienste um die Sittlichkeit, die Fülle seiner herrlichen Lehre der Menschenliebe und des Wohlttms zu vergessen. So wird dcr^ Vortrag hosimttich auch zur Stärkung der konfessionellen Eintracht bcigetragen haben, obwohl diejenigen, die die Belehrung am Meißen nötig gehabt hätten, natürlich nicht anwcünd waren." Auch die der Bolkspartei nahestehende „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung" gab einen aus- Für dis Gesundheit! Facbin^er Veisandstelle. Berlin SV* 11 SchGneberger Strasse 16a. Telefon: Lützo'^v S‘330.6!. sührlichen Bericht über den Verlauf des Abends. lieber Tv. Goldmanns Vortrag in Elberfeld- Barmen erschienen eingehende Tarstellnngen in der „B e r g r s ch c n T a g e s zeit u n <f lZentrmn), dem „G e n e r a l a n z e i g e i" (parteilos), der „Barmer Zeitung" (nationalliberal), dem „T ä g li ch en A nzeige t" (neutral) und der ..Freien Presse (SPD.). C. V.-2irbcit irr Pommern Am 24. Februar sprach irtz einer überfüllten Gemeindeversammlung in Stettin der Vorsitzende unseres Landesverbandes Pommern. Rechtsanwalt Tr. M a r c u f c über: „Tie wirtschaftliche Zukunft der .dcnt'chen Juden/ Nach einem historischen und wziolognchen lieber bl ick über die wirtschaftlichen und sozialen Verschiebungen innerhalb des deutschen Judentums beleuchtete der' Referent besonderedie Verhältnisse in der Provinz Pommern, die er bis in alle Einzelheiten kennt. Tr. Marenie warnte vor der oft traditionellen und zum Teil auch gedankenlosen Berufswahl der jungen Inden, die einfach in einen Beruf gezwängt werden, in dem früher einmal die Großeltern oder Eltern erfolgreich waren. Bei der erforderlichen Berufsmnschichtung müßte ans die beschränkten Entwicklunginöglichkeiten der freien und gewerblichen Berufe in den kleineren Städten Rücksicht genommen werden. Ter Vortragende legte die Schwierigkeiten besonders des kmumännischcn und akademischen Veruues^ cingetzend dar, die.gerade in Pommern für die seit langen Jahren von Juden besonders bevorzugten Berufe bestehen. Life Lcibholz (Berlin) ergänzte das Referat durch Ausführungen über „Tie wirtschaftlichen Forderungen der Zeit an die jüdische Frau". Jugendarbeit tu der Pfalz Am 1. März versammelte sich die pfälzische Jugend aller weltanschaulichen Richtungen in: B o l k s h o ch s ch u l h c i m R e u st n d t a. d. \\ Rudi Wertheimer lKaisersllmtorrn referierte über die politische Lage und forderte die Erschienenen aus, sich der Abwehrarbnt dcs E. V. anzuschließen und in ihren Kreisen (Schule. Sportverein) usw. für Aufklärung zu wirken. Die Jugendgruppenführer F r e i b e r g und Felsen t ha l betonten, daß jetzt nickst die Zeit sei, die innerjüdischen Streitobjekte zu MONCHEN1 Einheitspackung 50 Pf. Die beiden österreichischenZigarekten von jahrzehntelang bewährtem :ttuf. Einheitspackung 60 Pf.