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Central-Verein-Zeitung · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. Seite 122

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
Seite 122 (sequence 6)
Language
German
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122 „Juda ohne Maske“ „Drei Millionen Mark Judengelder“ — Das „Schmutzblatt Alarm“ und ..Die Bekenntnisse des Jakob Klatzkin“ i. Es handelt sich nicht, wie der verehrte Leser vermuten mag. um eine neue Verlagserscheinung: „Der jüdische Edgar Wallace", — sondern um kräftige Schlagzeilen aus Hitlers „Völkischem Beobachter" vom 4. Mürz 1931 und den „Deutschen Nachrichten" dcS Herrn Wulle vom 1. Mürz 1931. Ter „Völkische Beobachter" hat seinen großen Tag. Es sind ihm Dokumente in die Hände gefallen, untrügliche Dokumente des jüdischen Kampfes gegen d'.e Nationalsozialisten, „Bekenntnisse" und „Geständnisse", die man mm jahrelang in dem Tornister jedes Wandcrreduers finden wird. II. Was ist geschehen? Im Tttober v. I. hielt der Landesvorstand der ^Zionistischen Vereinigung für Deutschland eine Sitzung ab. Das Protokoll dieser Sitzung ging 200 Zionisten zu: ein Eremplar wurde g e st o h l e n und der „VölküHe Beobachter" verarbeitete die Leute mit Trmmphgeheul. Er gebürdet sich, als ob er den „Weisen von Zion" höchst Persönlich begegnet oder den am 31. Dezember jeden Jahres, 12 Uhr nachrs, aus dem Jndeutirchhof in Prag hergestellten neuesten jüdischen (Schwindel-) Plan zur Zersetzung, Ausbeutung und endgültigen Nrcderzwmanug aller Völker (einschließlich der Naticmalsozialistischen Partei) gesunden Hatto. Aber: der Fund ist mager, sehr mager. Daß Zionisten vom Central-Verein wenig halten, daß sie seine Methoden zur Bekämpfung des Antisemitismus ablehnen, daß sie sich die Lösung der Judenfrage anders als wir denken, brauchte der „Völkische Beobachter" nicht erst ans einem gestohlenen internen Protokoll herauszulesen. Ein Blick in die „Jüdische Rundschau" und andere zionistische Organe Hütte ihn über die Haltung der zionistischen Führerschaft zum E. V. belehrt. T-enn die Herren Jakobsohn, Berger, Lubinski und Blumcnseld haben in der Sitzung des Landesvorstands kaum etwa anderes gesagt als sonst in ihrer Presse und in ihren Versammlungen. Doch halt! Zwei Leckerbissen serviert das zionistische Protokoll: Rechtsanwalt Jakobsohn hat gegen die Wahlmethodik des E. V. polemisiert und sich gegen alle die „Büttel. Plakate, Traktate, den „Alarm" usw. ausgesprochen. Ter „Alarm" habe dieselben Methoden ausgenommen. mit denen unsere politischen Gegner arbeiten. Diese Polemik bezeichnet der „Völkische Beobachter" als „Bestätigung von jüdisci^cr Seite, daß das alberne Schmutzblättchcn ,A!arnv tatsächlich von Juden finanziell ansgehakren wird". Die Logik ist zwingend, die Argumentation schlagend: weil Rechtsanwalt Jakobsolm in Breslan erklärt, man habe den „Alarm" verteilt,, deshalb ist erwiesen, daß das Schmutzblättchen von Juden finanziell ansgehalten wird. Run. wir stellen dein „Völkischen Beobachter" zum k v st e n l o s e n Abdruck weitere Enthüllungen und Bekenntnisse gern zur Verfügung. Das republikanische Kampsblatt „Alarm" ist den Nationalsozialisten schon öfters aus die Nerven gegangen. Es spricht eine oft derbe Sprache, weil cs sich ja mit Na.-jonalsozja'isten, und nicht mit einer gesitteten Polinschon Partei anscinanderzusetzen hat. Seine Artikel und Enthüllungen passen manchmal auch nicht zur Lektüre für ein Mädchen- Pensionat. weil diese Enthüllungen sich mit dem Leben und den Taten nationalsozialistischer Führer zu befassen haben. Wir erinnern uns recht gut an die Zeit, in der Herr Goebbels seinen Getreuen, oder besser, den ^ungetreuen Parteigenossen die Lektüre des „^udelblattes" verbot, weit er die recht gute Information über das Privatleben der nationalsozialistischen Erneuerer fürchtete. Und die Furcht soll heute noch nicht nachgelmstm haben! Dieses rücksichtslose.Kampfblatt mag de:n einen mehr, dem anderen weniger gefallen; uvercinstimmen werden alle Gegner der Nationalsozialisten in der Ausfassung, das; der „Alarm" sich gelegentlich als. eine wirkungsvolle Waste int Kampf gegen nationalsozialistisch - antisemiti'che Berhetzmig als wirkungsvoll erweist. Ans diesem Grunde haben irir wiederholt die Verbreitung solcher Nummern des „Alarm", die antisemitische Agitatoren ä la Münchmeyer, Streicher in ihrem ganzen edlen Fuhrcrgtanze der Mitwelt präsentierten. gefördert, so wie wir die Verbreitung aller Druckschriften unterstützen, die dem nationalsozialistischer! Antisemitismus Abbruch zu tun geeignet sind. Und wir werden das von Fall zu Fall weiter tun. Um das zu „e n t h ü l l e n", dedurste cs gewiß keiner gestohlenen Protokolle. Uebrigens: Auch der „S t ü r m e t" Erscheint uns gelegentlich als wirkungsvolles Propagandamirtcl — gegen die Hitler-Partei. Wer dieses S p e z i a l o r g a n für Sexu a 1cuitifcmiti» ni u s lieft und > noch eine ^Pur ethischen Empfindens hat, wird sich angewidert von solcher Ausbeutung niedrigster Instinkte zu politischen Zwecken abkehren. Ans diesen Gründen haben wir wiederholt besonders „herzhafte" Nummern des „Stürmer" in größerer Anzahl bezogen und sie wertvollen Menschen zugeleitet, die sich in die Nationalsozialistische Partei verirrt hatten. Der Erfolg gab unserer Absicht meist recht: man erkannte. in welch „vornehmer" Gesellschaft man sich befand, und verließ Herrn Hitler. Wir bitten nun den „Völkischen Beobachter", auf Grund der ihn: eigenen zwingenden Logik in seiner nächsten Nmnmer einen Leitartikel zu bringen: „Sie gestehen, ein!" „Auch das . . . blatt „Der Stürmer" von Juden finanziell ausgehalten . . Und nun die zweite „Enthüllung": Alfred Berger hat in der ihm eigenen temperamentvollen Art erklärt: „Jedenfalls sind 3 000 000 Mark, die für den Wahlkampf ausgegeben wurden, völlig nutzlos vertan worden." Wir lesen die Zahl mit einem heiteren und einem nassen Auge. Die Zionisten waren immer großzügig . . . in ihren Forderungen und manchmal auch erfolgreich bei ihrem Werben. Wir aber können.nur mit'Bedaucrn fesrstcllcn. daß unser Wahlfonds leider nicht siebenstellige Zahlenaufzuwcisen hatte. Hütte man unserer Wahlarbeit 30O00OO Mark, ja mir. 1 000000 Mark zur Verfügung gestellt, vielleicht wäre manches ander» gekommen. _ Wir jedenfalls haben nicht wie die Nationalsozialisten Nedn'erhonorare von 250 Mark zahlen, Lastwagenzüge chwn 30 bis 40 Automobilen ins Land schicken, die. denlühen Pltckatsäulcn für Niesenauschl'äge pachten und Lautsprccherkolonnen in Marsch setzen können. Dre „jüdische Hochfinanz" ist eben nicht in der Lage, Schecks in der Höhe anszufchreiben wie die Großindustrie unb die fürstlichen Gönner der 'NSDAP. — Nebenbei solle:, sich eini.w der besonders spendablen Geldgeber grollend zurückgezogen haben, weil die Herren von der NSDAP, mit dem Geld'„geaast" hütteii. Wir wissen nicht, ob die von der „Berliner Volkszeitung" und anderen Blättern behauptete Schätzung von 6 000 000’ Mart, die der nationalsozialistische Wahlkampf gekoster habe, richtig ist. Wir wissen n n r, d a s; uns leider die 3 000 000 Bk a r k „I u - dengelde r" nicht z n r Vers ü g n n g gestanden haben, und wir müssen jeden Agitator der NSDAP., der in Zukunft von den -3000 000 Mark Jndengeldern spricht, als All ä r - ch e n e r z ä h l e r bezeichnen. III. Der Fall Heck neben dieser grotesken auch wine e r n ft e Beite. Herr Alfred B e r g e r wird die Bemerkung von den drei Millionen Wahlgeldern heute wahrscheinlich selbst nicht als Wiedergabe einer Tatsache anerkennen, falls der „Völkische Beobachter" überhaupt richtig zitiert hat. Tie ganze zionistische Landesvorstaudssitzung stand noch etwas stark unter dein Eindruck des 14. September. Aber genau so flüchtig wie diese Information ist Bergers Kenntnis von der politischen Arbeit des v£. V„ und auch die andere:; zionistischen Diskussionsredner haben sich bei ihrer Verurteilung der E. V.-Arbeit sehr wenig auf sachliche Unterrichtung gestützt. Es ist ihnen oft der Weg gewiesen worden, aus dem sie einen Einblick in unsere Politische Arbeit hätten nehmen können. Bie hätten auch, wollten sie sich ernstlich informieren, sachverständige der p o l i t i s ch e n A g i t a t i o n nach ihrem Urteil über die Zweckmäßigkeit der vom ' (5. V. geleisteten Arbeit fragen können. Uns wäre n nt dieses 1111 c i l nicht bange gewesen! _ Ist doch das Heulen der nationalsozialistischen Prcgch für uns die Bestätigung, daß mancher Hieb gesessen hat. Herr Goebbels geht sogar so weit, daß erden Eentral-Verein schlechthin als „Begriff alles dessen, was gegen den Nati o na lso zi al is m ns gerich t e t ist" bezeichnet. Unteren zionistischen Freunden, aber sind „alle die Mittel, Plakate, Traktätchen usw." nur ein Beweis für unseren „Mangel an Instinkt (Jakobsohn) und Kurt Blnmenseld hat von seiner Theorie der objektiven Judenfrage her die probateren Maßnahmen empfohlen, als da sind „Lolidarisierung der Juden für Politik und Wirtschaft", „Ablehnung der Ueberschätznug der einzelnen von. uns verwandten Mittel, aber Eingliederung aller Maßnahmen in den großen palüftinozentrischen Zionismus". Was hilft dies wohl für den aktuellen Politischen Kampf? Uns interessiert wenig die in dem Artikel des „Völkischen Beobachters" zum Ansdruck kommende Freude der nationalsozialistischen Antisemiten, daß die Zionisten „jedenfalls teilweise die Unhaltbarkeit der jüdischen Position in Tent'chfand" erkannt hätten. Daß d:e zionistische Ideologie als Kronzeuge für judenfeindliche Entrechtungstcndenzen hcrhaltcn nun;, ist für uns keine neue Beobachtung und keine Umstürzende Erkenntnis. , , ■ .! Tief bedauerlich bleibt für uns die politische Instinktlosigkeit mancher zionistischer Führer, die den 14. September trotz besserer Kenntnis der politischen Zusammenhänge zu einer ..ungeheuren Wahlniederlage des E. V." zu stempeln versuchen. Taß irr erster Linie die nichtnationa.'oziallstischeu Parteien direkt durch, den Aufschwung der Hitler-Partei' getroffen worden sind, wissen diese Herren; keiner von ihnen, ins-., bewndero die. die innerhalb der politischen Parteien wirken, hätte cs aber gewagt, den 14. Zeptern her als -ungeheure Wahlniederlage der eine ,» c n P a v t c i anszuposaunen, und

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