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Central-Verein-Zeitung · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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719 g§S§N Neue Hirtenbriefe — Stellungnahme -es Augsburger Zenirumsblaües — Das „Nein" -es Abgeordneten Krone Es ist in lchter Zeit wiederholt öffentlich l-.:-cgesProchen worden, daß der Nationalsozialismus mir seinem Kampf gegen das Christentum, insbesondere gegen Rom, unvereinbar mit d:r katholischen Weltanschauung ist. Nachdem vor einigen Monaten der Erzbischof von NI a i n z in einem Hirtenbrief sich unzwridcutig gegen den Nationalsozialismus ausgesprochen hat, haben jetzt die Bischöfe der Kölner Kirchenprovinz, Kardinalerzbischof Tr. Schulte (Köln) und die Bischöfe von Osnabrück und Limburg, in einer Kundgebung zur nationalsozialistischen Bewegung Stellung genonnnen, in der es heißt: „Es drohen fortgesetzt eine Reihe von schiefen und falschen Aunasstmgen, die von führenden Vertretern der nationalsozialistischen Bewegung in ösfemlichen Versammlungen, in Presse und Literatur über fundamentale christliche blaubcnswahrheiten, insbesondere über die katholische Lehre von der Universalität, Einheit und Autoritär der Kirche Jesu Christi,' über einzelne nttftD}e Grundsätze, ferner über das Verhältnis von Kirche und <rtaat, von Religion und Rasse kundgetan wurden, mehr und mehr die unserer Hirtensorge anvertrauteu Seelen zu verwirren und zu gefährden. Tiefer Verwirrung und Gefährdung gegenüber können und dürfen auch wir Oberhirten nicht länger schweigen, zumal als unser Abwarten gegenüber der Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung schon mißdeutet wurde . . . In Uebereinstimmnng mit einem Worte der bayerischen Oberhirten warnen wir mit tiefem Ernst vor dem Nationalsozialismus, .solange und soweit er kulturpolitische Auffassungen kundgibt, die mit der katholischen Lehre nicht vereinbar sind'. Ausdrücklich machen wir uns als besondere Begründung dieser Warnung die Ausführungen des hochwürdigsten Herrn Kardinals und Erzbischofs von Breslau zu eigen, der rn seinem offenen Mahnwort zur Jahreswende' schreibt: ,Wir katholischen Christen kennen keine Raffenreligion, sondern nur Christi weltbeherrschende Offenbarung . Mir Katholiken kennen kein nationales Kirchengebilde ..? TnZ schließt, wie wir mit Nachdruck betonen. nicht aus, daß wir auch vom Standpunkte unserer heiligen Religion aus, ja gerade von dieser aus, es verstehen und begrüßen, wenn in unserem armen, gedemütigten und geknechteten Daterlande, in unserem von Gegensätzen aller Art zerrissenen Volke das Zusammengehörigkeitsgefühl deutscher Stammesnnd Volksgenossen untereinander allenthalben sich neu belebt . . . Die Liebe zu Volk und Vaterland . . . mus; sich zunächst und vor allem darin kundtun, daß wir als Söhne desselben deutschen Vaterlandes treu zueinander stehen, daß wir, wenn Millionen inneres Volkes bitterste Not leiden, nicht gleichgültig bleiben, vielmehr uns allenthalben in Stadt und Land entsprechend den örtlichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu planvoller, opferfreudiger Hilfe zusammenschließen . . ." * Tie Stellung des Nationalsozialismus zum Christentum stellt die „Augsburger Posteitnng" in einer Sonderbeitage „Nationalozialismns unb Religion" in einer Reihe von Aunätzen fest, die sich vornehmlich mit dem bcrüchngten Buch von Alfred Rosenberg „Ter Mhchos des 20. Jahrhunderts" beschäftigt. Ihnen entnehmen wir folgende Sätze: „Offiziell ist man christlich. Aber dieses paneiosfizielle Christentum kvrhindert nicht, daß der Hmiptschristleiter des Hauptorgans ein Buch veröffentlicht, das voll ist von den schmutzigsten, gemeinsten und Niedertrachtigsten Angriffen gegen die katholische Lärche. Ein Buch veröffentlicht, in dem fast alle Lehren der katholischen Kirche bekämpft und verächtlich gemacht . werden, in dem die Abschaffung der Krnzisire, die Einführung einer neuen germanischen Religion verlangt wird. Wenn das offizielle Christentum der Partei so ausschaut, daß diese gehässige Arbeit des Herrn Roscnberg mit ihm vereinbar ist, dann wissen wir, was wir von dem Christentum der nationalsozialistischen Partei zu halten haben: es ist qualifizierte Heuchelei." Rach dem Erscheinen dieses Buches „wiistn wir wenigstens, was der Ausdruck „positives Christentum" im Programm der Nationalsozialisten zu bedeuten hat. Im Gegensatz zu der Lehre der katholischen Kirche ist damit die nordifch-germanisch-rassische Lehre gemeint!" „Die menschliche Sprache kennt keine Worte, um der Entrüstung Ausdruck zu geben, die jeden chrbewusiterr Katholiken bei der Lektüre dieses schamlosen Machwerkes packen mutz. Die menschliche Sprache kennt keine Worte, um den Abgrund satanischen Haffes zu kennzeichnen, der aus diesem Werke spricht. Gegenüber der immer böartigeren Verhetzung, wie sie in Volksversammlungen, Zeitungen und in leiser verleumderischer Tätigkeit von Mmrd zu Mund in diesen Wochen in Teutschland betrieben wird, wirkt es erfreulich, wenn die führenden Männer unserer Regierung für die Entgiftung t>es öffentlichen Lebens eintretn*.’ DJiit derselben Deutlichkeit, mit der der Reich-Innenminister Dr. Wirth kürzlich gegen den giistigen Radikalismus ausgetreten ist. haben jetzt Reiel-spräsidcnt von H i n d e n b u r g und Reich-Aanzler B r ü n i n g sich aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Deuts ch e n S t u d e n t e n w e r k s für eine innerpolitische Einigkeit eingesetzt. Nach einer Rede des Vorsitzenden des Stndcvstnwerks, Professor Tr. Schl in k, der für „cchwn nationalen und religiösen Geist" eintrrn. verlas Reichskanzler A r ü n i n g ein Gtüneun'chfchreiben des R e i ch s p r ä s i d e n - t e n . in dem dieser besonders den Wunsch anssprach. das; „auch in den kommenden Jahren diesig Werk über dem Streit der Parteien sieben und, vor; allen einträchtig ocfördert, seine Ausgabe an der deutschen akademischen Jugend erfüllen möge". Ter Reichskanzler ging dann auf das Werden der werkstudentischen Idee ein. schilderte die Nor, die gerade die akademischen Berufe lind die Jungakademiker lchsonders hart treffe, und geißelle die Ucbersteigernng des Berechtigungswesens in Deutschland. Er führte dann weiter ans: Ter Zemrurnsabgeordnete Tr. H. K reue stellt int „Mitteilungsblatt des Republikanischen Reichsbnndes", Nr. 25, mit Recht fest, daß nickst erst das Erscheinen dieses Buches, die Stellungnahme des Nationalsozialisten zum Christentum klarstellw: . „Tie Ablehnung des Nationalsozialismus unsererseils stützt sich nicht nur ans vereinzelte Meinungsäußerungen. sondern auch aus eine Reihe ihrer programmatischen Leitsätze. Im Nationalsozialismus haben wir eine Bewegung vor uns, di? alle Lebensgebiete, auch die Religion, in Teutschland dem" völkisch-rassischen Grunddogma unterordn: n und einordnen will. . . . Vom Standpunkt des Christentums aber ist sein Bemühen deshalb abzulehnen, weil er die'? Cinbeir und letzte Bezogenheit in einer vöttisw-rasinchen Weltanschauung sieht und die christliche Lehr? umfälscht. Ter Nationalsozialist Rofenberg hat recht — wir können ihm da restlos beipstichten —, wenn er schreibt, daß -wischen Narionalsozialismns und katholischer Kirche eine unüberbrückbare Kluft bestehe. ... Es braucht hier kein Wort davon gesagt zu werden, daß wir mit all jenen Elementen nichts zu tun haben wollen, die politisch, wirtschaftlich und kulturell die deutsche Volkskrast zerfetzen, daß die Liebe zu unserem Volk und das Eintreten für unser Volk für uns Kenn- >eichen des deutschen Staatsbürgers sind. Tie Nationalsozialisten aber übersteigern das eigene Volksuun, den deutschen Staat, unser Recht aus Leben und Entfaltung in einem Maße, das am Ende zu außenpolitischen Komplikationen nnd Kämpfen führen muß. Tie Loslösung des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens von den großen sittlichen Neusätzen und Kräften der Religion ist die Häresie des 19. und 20. Jahrhunderts. Darin liegt die große abendländische Not beschlossen. Ter Nationalsozialismus ist nicht auf dem Wege, diese Not zu beheben; er steigert sie noch. Aus diesem Grunde gilt ihm unser Nein." „Tie eigene Situation erscheint fragwürdig. Tie Uebersüllung aller Berufe macht eine normale Verwertung bestandener Prüfungen höchst ungewiß. Das ist die Angst, die bunte viele Tausende in der akademischen Jugend quält. Hier liegt einer der Gründe für bat Radikalismus ... So sehr ich Verständnis für die tieferen Gründe habe, so glaube ich. Ihnen ein offenes Wort zur Kennzeichnung der radikalen Agitation, die heute an den Hochschulen getrieben wird, schuldig zu sein: Wo ist das positive Programm, mit dem von radikaler Serie aus man den Bedürfnissen der Schicht der Gebildeten begegnen will? Man kann nicht helfen, wenn man nur die Not, die Sorge für das spätere Leben, die heute in breiten .Kreisen der nachwachsenden Generalion herrsch:, für p o l i t i s ch e Z w e ek e aucnutzt. Die deutschen Hochschulen können nur blühen in einer Atmosphäre, die von agitatorischen Ausschreitungen frei ist. Sie brauchen das Einfühlungsvermögen in den Geist anderer und nicht die willkürliche Abgeschlossenheit. Wer nur behaupten und nicht beweisen will, der denkt nnatademisch. Wer nur urteilen, aber nicht Entwicklungen beweisen will, der hat in Wirknchkest keinen akademischen Geist. Zum Wesen des Akademikers gehört dao besondere VcrantrvorLrnrgsbewusitfeitu Ten Akademiker befähigt die geistige Schulmnz. die uotgen seiner Handlungsweise Um die akademische Freiheit Reichspräsident und Reidiskanzler gegen den Radikalismus — Eingabe des Landesverbandes Baden des Centralvereins — Numerus clausus-Anträge an vielen Hodisdiulen

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