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Central-Verein-Zeitung · 1931-03-06 · 10 (6.3.1931) · p. Seite 111

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
10 (6.3.1931)
Date
1931-03-06
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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:i;lj ■ l'J i 1 I ü 111 üuKv Von Dr. Sllfred Wiener „Ter Unterschied ist aber doch überraschend." ^lLaedester OuLiälan (14. Februar 31). „Einen Triumph Dr. Weizmanns" nennt die angesehene englische Wochenschrift ,,Ik6 -lear Last and India“ (19. Februar 1931) den an den Führer der zionistischen Weltorganisation, Prozessor W e i z m a n n . gerichteten Brief des englischen Ministerpräsidenten Mac Donald über die richtige Auslegung ^des Weißbuchs vom 21. LU ober 1950. Unrersrändltcl), warum die „Jewish Chronicle" (20. Februar) den Brief wütig in die Wolssschluckst werfen will, warum amerikanische Zionisten - über ihn murren und grollen. DaN der erbittertste Gegner Wcizmannscher Politik, Wladimir I a b o t i n s! i, der mit süßsaurer Miene den Brief nicht ganz zerpflücken kann, ihn doch als ein „die zionistische Aufbauarbeit vernichtendes Dokument" verdammt („Tie Nene Welt", Wien, 27. Februar 1951), wird das Gleichgeivicht des ruhigen Beurteilers ebensowenig antasteu, wie des revisionistischen Hitzkopfes Stricker schon vor der Bekanntgabe des Briefes feststehendes Urteil („Tie Neue Welt", Wien, 15. Februar 1931): „Weizmann und seine Freunde .... verzweifelte Spekulanten, verzweifelte Bankrotteure als Führer! Wen wollen sie betrügen? . . Das Weißbuch vom Herbst 19-30 bedrohte die Grundlagen der nationaljüdischen Siedlung im Kern: Kein Landkauj! Keine Staatsländereien! Keine Einwanderung ^vorerst mehr! Diese grundsätzlich von einer nicht deutlich erklärten arabischen Arbeitslosigkeit abhängig gemacht! Tie Gesahr 'der Beschäftigung nur jüdischer Arbeiter stark und mahnend unterstrichen! Und der Grundton, wie eine englische Zeitung schreibt, „eine Warnung an die Zionisten"! Ter MacT-onald-Bricf: „Ter Unterschied ist doch überraschend." Zwei Gegenüberstellungen als Vergleich: StaLtsländereieu. ,.W e i ß ü u ch" (Uebersehung aus dem Englischen. Herausgegeben vom Zentralbüro der Jewish Agency für Palästina, London 77, Oreat Russell Street) S. 16. „Das verhältnismäßig geringe Ausmaß, in welchem bisher Ltaatsländereien für die Ansicdlung von Juden zur Verfügung gestellt worden sind, ist Gegenstand häufiger Kritik gewesen. Die Annahme, daß sich grobe Strecken freien Landes in den Händen der Palastinaregicrnng befänden, die für Besiedlung mit Znden verfügbar gemacht loerden könnten, ist jcdrch irrig. Unbesetzter Boden ist nur in unbedeutendem Ausmaß im Besitz der Regierung. Tie Regierung erhebt Anspruch aus beträchtliche Strecken Landes, die jedoch tatsächlich von Arabern bewohnt und bebaut werden. Sogar in d-em Falle, . . A f? fl H .u^g5,t Di1.Eins! Cciai-Üisnsr. ^Ibst l%S&»SM9 nach ~i Lea v_J u U u u J paksüne & Orient JLlo •.*.], H-.r!!.-. \ *J4. (23. Mürz bis 21. April) ' VUND J Prk-driehrtr. T2i tUl. I> 1» No: ier. d6V daß der Anspruch der Negierung aus dieft Böden anerkannt würde — er wird in bieten Fällen angcsochten —, wäre cs nichts möglich, sie für Ansiedlung von Juden zur Verfügung zu stellen, da sie tatsächlich von arabischen. Bauern beseht sind, und da es ferner notwendig iik. zur Ansiedlung jetzt landloser arabischer Bauern weitere - Bodenslüchcn verfügbar zu machen." „M ac Donald - V r i e f" („Jüdische Rundschau" Nr. 13 vom 17. Februar 1931, Punkt 10, zweite Hälfte). „Tie Negierung beabsichtigt, fo schnell wie möglich eine Untersuchung anzustellen, um u. a. fcstzustcllen. welche Staats- und anderen Ländereien für geschloffene Ansicdlung von Juden unter Bezug auf die Verpflichtung. die gemäß Artikel 6 des Atandats dem Mandatar obliegt, verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können. Diese Untersuchung wird umfassend sein und alle Landrcserven Palästinas einschließen ... Rein jüdische Arbeit. ' „Weißbuch" (S. 18/19). „Tic Wirkung der jüdischen Kolonisaüon aus die vorhandene Bevölkerung ist im übrigen sehr stark beeinflußt von den Bedingungen,^ unter denen die verschiedenen jüdischen Körpcmchasten ihren Boden im Besitz halten, nutzbar machen und verpachten. In der Verfassung der Erweiterten Jewish Agency, die am 14. August vorigen Jahres in Zürich unterzeichnet worden ist, wird bestimmt (Artikel?A und 3e), . dazz der envorbcne Boden „unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes" bleiben und daß irr „allen Arbeiten und Unternehmungen, die von der Agency ausgeführt oder unterstützt werden, die Verwendung jüdischer Arbeit als Grundsatz gelten" sott . . . So sehr solche Argumente auch vom Gesichtspunkte einer rein nationalen Bewegung aus begründet sein mögen, so muß dennoch darauf hingcwicsen werden, daß sic die Bestimmungen des Artikels 6 des Mandates außer acht laßen, der ausdrücklich fordert, daß die Verwaltung Palästinas zwar dic jüdische Einwanderung und eine geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Lande erleichtern, dabei aber Sicherheiten dafür schaffen soll, daß „die Rechte und die Lage anderer Teile der Bevölkerung nicht beeinträchtigt werden". „MacDonald-Brief" (Punkt 17). „Bei der Bestimmung des Ausmaße-, zu dem die Eirüvanderung zu irgendtvclchcr Zeit erlaubt wird, ist cs noNvcndig. die Politik der Jewish Agency in Betracht zu nehmen, nach der „in allen Arbeiten oder Unternehmungen, die durch dic Agency ausgeführt oder gefördert werden, der Grundsatz gelten sott, daß dic Arbeit, durch Juden ausgeführt wird". Tie Regierung greift in keiner Weise das Recht der Agency an, eine solche Politik zu formulieren oder zu billigen und zu bestätigen. Das Prinzip vorzugsrvciscr oder sogar ausschließlicher Beschäftigung jüdischer Arbeiter durch jüdische Organisationen ist ein solches, das dic Jewish Agency berechtigt ist. ausrechtzuerhalten. Aber es muß betont werden, daß, wenn als Folge dieser Politik _ arabische ArRüär verdrängt . werd-en oder bestehende Arbeitslosigkeit verschärft wird, dres ein Faktor in der Situation i'r. auf den dic Mandatarmach! ihr Augenmerk richten muß." Das sind sprechende Beweise, wie der englische Regierungswind sieh zu drehen ''chcin:. Und nicht nur das: MacTonald hat der Zwn.lytischen Organisation H o n z e n i o n c n gewacht, die sie bisher vergeblich sich zu erreichen bemühte. Auf allen RachlriegLkougrcsien immer wieder dic laute und entrüstete Frage: Warum enthält uns die Palästinaregierung die Staat sländereien vor? Immer wieder die an Sir Herbert Samuel, den ersten Oberkommissar, gerichtete entrüstete Anklage: Tn hast die fetten Besanböden den Arabern an den Hals gehängt, und wir stehen mit leeren Händen oa. Und MacTonald stellt wirklich sehnlich begehrte Staatsländercien in Aussicht. Mit manchem „Wenn" und „Aber" zwar, aber er tut es. Wer werden sehen, ob die Praxis nur auf dem bedruckten Papier steht. -Ob die (nicht uneingeschränkte) offizielle Anerkennung r e i n jüdischer Arbeit im gewissen Umfange sich für das Siedlungswerk segensreich auswirken wird? Mehrere dicke Fragezeichen sind dahinter zu setzen. Ein bedenklicher Grundsatz in einem Lauda, das etwa 18 Prozent jüdischer Bevölkerung zählt. Eine dauernde Quelle, Haß und Kampf in Fluch zw setzen. Tie Antwort ist schon da. Tie p a l ä st i n i s ch - a r a b i s ch e ' Exekutive überreichte dem Oberkommissar, Sir John Ghauccllor, eine Denkschrift, in der ein vanarabischer Boykott aller jüdischen Geschäfte und Waren „als Gegenmaßnahme gegen den jüdischen Boykott der arabischen Arbeit" als Absicht angekündigt wird (Telegramm den „Jüdischen Tctegrafen-Agentur" (ITA) aus Jerusalem vom 18. Februar). W e i z m a n n T r i u m.p h a t o r! Zweifellos! Roch einmal hat er feine zahlreichen unerbittlichen zionistischen Gegner mir diesem überlegenen Zuge schachmatt gefetzt. Er verläßt das Haus in der Londoner Great Russell Street als Sieger. So. und nicht als der Vom Weißbuch Besiegte, wird er vor dem ihm zujubelnden Kongreß stehen und Abschied nehmen von einer Arbeit, der er in den letzten Jahren nur aus eisernem Pflichtgefühl diente. „Tie Schlange sitzt im Rösenbeck." Tie Freudcmchalmeicn bergen manche Mißtöne, die die Melodie arg stören. Tic Finanzn o t in den Kassen der Agency ist bedrohlich. Tie Amerikaner, AgencYstutzen und Zionisten, versagen, lleberall, dort wie hier, die Wirtschaftskrise. Selbst das Geld für die Einwanderung der vom englischen Kolonialminister für ein halbes Jahr zugekancncn 1500 Arbeiter ist noch nicht beisammen. Und der Kampf, fast möchte man sagen aller gegen alle, m der Zionistischen Weltorganisation! Tie Revisionisten rennen wie Wilde gegen die Leitung. Tie Misrachisten haben der Exekutive den Rücken gekehrt. Kriegsstimmung DIE QVAL1TÄTSMABEE Bei einem geselligen Zusammensein zum 5 Uhr-Tee... erkennt inan die Aufmerksamkeit der Gastgeber an der ausgewahltcn Teemarke. Messmer Tee enttäuscht Ihre Gaste nie! Die grüne Packung ein Ceylon-Indian. . « 50g HOPfg. Die roiePackung,cin fstSoudiong mit Blüten, 50 p 120 Pfg, UndalsWerbegabe:Messmerfs echt japanisches Teeservice durch Sammeln von Umhüllungen der Originalpackungen. 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