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Central-Verein-Zeitung · 1931-02-27 · 9 (27.2.1931) · p. Seite 100

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
9 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
Seite 100 (sequence 8)
Language
German
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100 Uareskis Antwort an dir „T. V.-Aeitung" wer beZchreitst den lttiegrpfad? Erwiderung von dr. Alfred Hirfchberg l In der ^Jüdischen Rundschau" <Nr. 6) nimmt 'Georg Kareski, zurzeit noch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, M unserem Aufsatze: „Don der deutschen Juden Zwietracht" Ar.2der„GV.-Ztg.") Stellung. Man wird sich des Zusammenhanges noch erinnern: Bei der Kritik eines Briefes, den die Herren Kar e f Ii und Rechtsanwalt Dr. K o l l e n s ch e r an Lanunergerichtsrat Wolfs gerichtet hatten, der sHvere Angriffe gegen den Centralverein enthielt, war festgestcllt worden, wie die Bemühungen der Jüdischen Volkspartei auf Aufgabe des deutsch-jüdisch weltanfäpulichen Standpunktes und späterhin, als dies mißlang. aus Ausschaltung des Centralvereins aus dem politischen Kampfe für das deutsche Judentum sehlschlugen, und wie der Verdruß über den Mißerfolg dieser Politik, gesteigert durch die WahlmederlaFe^am 30. November, zu einem neuen Feldzug gegen den Centralverein Anlaß gab. Karesli überschreit seinen Artikel: „Der Centralverein aus dem Krregspsad." Er zeigt damit, daß.er die Feststellung von Wahrheiten als Kampfansage, srch selbst als gegen den Centralverein im Kriegszustand besiudlich, also nur den Gesetzen der Kriegs moral verantwortlich fühlt. Seine Ausführungen sagen zur Sache wenig Neues, im Unsachlichen etwas mehr, und nur in persönlichsten Witzeleien und Sticheleien zeigt er sich auf der Höhe, allerdings nicht auf einer, die für den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auch dem Gegner gegenüber wünschenswert ist. H. Das Sachliche zunächst. Kareski behauptet, daß "der Versuch, eine jüdische Einheitsfront Zn bilden, von ihm und ftinen Freunden erstmalig nach der Reichstagsauflöfung im Sommer 1930 unternommen worden sei. Herr Kareski weiß, daß diese Angabe nicht stimmt. Aber er vertraut auf das schwache Gedächtnis der Mitwelt. Er sei deshalb, nur ganz äußerlich, an seine Rede anläßlich eines Pol:tischen EmpfangeZ des C.V. im Kmserhof zu Berlin erinnert und an die offiziösen und inoffiziellen Besprechungen in Wnerern und Feinsten Kreise, m denen nicht weniger als die Aufgabe des deutschen Charakters unseres C. V. verlangt wurde. Dieser Forderung wurde noch durch die Drohung, den jüdischen Gemeinden die Abwehr zu übertragen, auf der einen Seite und durch das Versprechen ansehnlicher Subventionen aus der anderen besonderer Nachdruck verliehen. Herr Kareski weiß, aber er sagt es nicht, daß der C.D. keinen'Augenblick and) nur einen Fußbreit seines weltanschaulichen Bodens aufgab. wenn seine Führer auch stets den Wunsch nach einer milden, von jeder Persönlichen Gehässigkeit freien Art der i n n e r j ü d i s ch e n 'Auseinandersetzung zum Ausdruck brachten. Cs wird sehr interegant sein, in einer nahen Zukunft Einzelheiten über die Beratungen zu diesen Fragen innerhalb des Gemeindevorstandes zu vernehmen. Jedenfalls steht fest: Die Ergebnislosigkeit der Verhandlungen beruhte im wesentlichen daraus, daß Herr Kareski und seine Freunde sich niemals von ihrer Parteiführerrolle freimachten, wozu sie als Vor st ands Mitglieder der Gemeinde an sich verpflichtet gewesen waren. Sie variierten das Wort vom „1/Etat c’est mvi" in ..die Gemeinde, das sind wir, die Jüdische Volkspartei". Mit seiner Datierung ..nach der Reichstagsauflösung" will Kareski etwas anderes erreichen. Der empörte Leser soll denken: Wie klug und vorsorglich unser Kareski. und wie egoistisch der böse C. D. Nicht einmal in der höchsten Not des deutschen Judentums wollte er seinen deutschen Standpunkt austgeben. Denn der Leser weiß nicht, und Herr Kareski vergißt diese Kleinigkeit zu erwähnen, daß das Aufgeben des Standpunktes — das ist des nasional-deutschen Standpunktes — zugleich das Ausgeben der Gesinnung der überwältigenden Mehrheit des deutschen Judentums und damit zugleich die Gefährdung unserer Emanzipation bedeutet. Ter ..Reichstagswahlausschuß 1930" war darum das Höchstmaß besten, was der C. B. noch zubilligen konnte. Wenn Herr Kareski und ferne Freunde in ihn nicht hineingingen, so scheinen sie in höchst egoistischer Weise im Augenblick der größten Gefahr des oeutschen Judentums eine Preisgabe auch nur eines Bruchteils ihres Parteistandpunktes zum Wohle der Gesamtheit nicht für tragbar gehalten zu haben. Wie würden Sie ein solches Verhalten seitens des C. V. bezeichnen, Herr Kareski? Wenn bas Ergebnis des Reichstagswahlausschustes, wie wir seststellten, gering war. so lag das eben daran, daß die Seite des Herrn Kareski weder Mittel nochErfahrung. noch Initiative in ihn mitbrachten. Herrn Karcskis höhnische Anfrage nach der „imponierenden" Ziffer, die wir eingebracht hätten, geht, wie fast alles Sachliche in seiner Polemik, am Kern vorbei. Ter C. V. führte, neben dein Ausschuß, wie bicher seine politisch^ Arbeit in größtem Ausmaß selbständig durch. Der Kreis um Kareski dagegen hatte nur im Allsschuß politische Betäugungsmöglichkeit. Gleichwohl bot der C. B. die Einbringung eines großen Betrages an. falls die anderen Partner, in erster Linie die Zionisten, das gleiche täten. Denn es lag dem C.B. daran, messen zu können, welche Opfer die Zionisten für den plötzlich als wichtig erkannten Kamps zu bringen bereit seien. Das Echo unseres Angebotes war Sch w eigen in der Kasse. Das Kapitel „Reichstagswahlausschuß 1930" ist wirklich kein Ruhmesblatt für Herrn Kareski und seine Freunde. Sie ließen die Gelegenheit, ihre Führer Qualitäten für der: vom C. B. angeblich so schlecht geführten Abwehrkampf zu erweisen, ungenützt und fetzen nun 'am heimischen Lagerfeuer, fern von der Kampfzone, ihre Etappenkritik fort. Vielleicht glauben sie. damit dem deutschen Judentum zu Helsen. W i r gestatten uns inzwischen, für die Ehre — des deutschen Judentums zu arbeiten. III. Was bemerkt Herr Kareski zu unseren Feststellungen über die zwischenparteilichen Besprechungen? Der Vorwurf der I n d i s k r e t i o n scheint Kareski merkwürdigorweise am stärkst e n getroffen zu haben, dein: in seiner Kampsansage an den C. B. erklärt er, eine Bekanntgabe sei für eine sich bietende Gelegenheit ausdrücklich vorgesehen worden. Wie unangenehm, Herr Kareski, wieder auf einer halben Wahrheit ertappt zu werden: Sie wipen doch, daß nur nach Uebereinftimnnmg aller Teilnehmer "dieser zwischenparteilichen Besprechungen durch dessen Leiter Derösientlichungen erfolgen dursten. Aber sicherlich meinten Sie: wenn i ch nicht dabei bin. gibt es keinen Ausschuß mehr, gelten seine Voreinbarungen nicht, bestimme i ch die Gelegenheit der Bekanntgabe, wenn sie sich m i r günstig bietet, ich, Georg Kareski. Wenige Zeilen spater sag: Herr Kareski deutlicher, was ihn zum Austritt ans dem Ausschuß veraulaßt hat. Daß der C.B. als solcher außer der Pflichtgemäßer! und selbstverständlichen Unterrichtung seiner Mitglieder über Inhalt und Richtung ihrer Stimmentscheiduug im innerjüdischen Wahlkampf aktiv ' in die Auseinandersetzung, ohne herausgefordert zu sein, emgegrisfen habe, wagt er zwar nicht mehr zu behaupten. Aber, so sagt er, der C. V. habe sich wenigstens beim siegreichen Einzug der liberalen Truppen an ihre Spitze gestellt und das Wahlergebnis als Sieg des C. V.-Gedankens proklamiert. Dieses militärische Bild verdient Zwar bei einem geschlagenen Feldherrn Anerkennuttg — nur unterrichtet Herr Kareski auch ’©i :c<;SH spcinsüflir ß© WEMVGMß Tomor, bergesfeüt unter Aufsicht Seiner Ehrwörden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie -als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinemCocosfett. Beim Kochen,Brafen, Backen —immer freuenSie sich über seineAusgiebigkeil und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser —es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenutzt. Und dabei ist Palmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfind liebsten Magen gut bekommt. für die rituelle Küche IFleischig und milchig zu gebrauchen! TP K 2—HS

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