Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 8 (20.2.1931)
- Date
- 1931-02-20
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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$$ DerrrchttgeWegzurErlattguttgschonev rvertzerZähne IJt folgender; Drücken Sie einen Strang Chlorodont-Zahnpasie auf die trockene Lhlorodont-Zahnbürste (Spez'alöursre mit gezahntem 'KorstenMity, bürsten Sie Ihr Gebiß nun naÄ allen tzesten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst letzt die Bürste in Wasser und spülen Sie mit Lhlorodont-Mundwasser unter Siegeln gründlich no4 Der Erfolg rvird Sie überraschen! Der nutz« sarbene Zahnbelaz ist verschwunden und ein betuliches Gefühl der Frische bleibt zurück. Versuchen Sie es Zunächst rnlt einer Tube Chlorodont-Zahnpasse zu 64 Bf. Verlangen Sie aber echt Chlorodont und weisen Cie leben Ersatz dafür zurück. sehen kann. Darm würde der Herr gnädig verzeihen — der Sohn tue also mit seiner Fahrt noch ein gutes Werk! Diese innere Gäste des Herzens wächst aus einem tiefen Pflichtgefühl, das er auch dem preußischen Vaterlande gegenüber als neuer Staatsbürger fühlt. Es ist die Zeit, in der endlich die Inden die preußische Staatsangehörigkeit erhielten, In den achtziger Jahren ließ sich der Enkel als Geschworener einmal ablehnen, um für den Tag frei 511 kommen. Das war nicht nach des alten ftronthal ^inn. „Wenn Christen", sagte er. ..die such schon immer der Staatsbürgerrechte erfreuen, sie auch einmal als Last empfinden, so ist dies schon verwerflich. Um wieviel schlimmer aber ist es bei uns Juden, die die Staatsbürger rechte nach jahrunderletangeM Ausschluß endlich erlangt allen, wenn wir sie nicht als Kostbarkeit betrachteten und besonders gewissenhaft und freudig sie ausübienl" Daß bei solcher Gesinnung dieser Mann sich der höchsten Wertschätzung auch in den christlichen Kreisen, selbst in den polnischen, erfreute, kann nicht wunderuehmen. Gern kamen zu ihm in den Laden Beamte und Offiziere. wie der Oberst von Wil- 11 f c n, der Rittmeister von R 0 s e n t h a l (der Posener Leiter der bekannten Berliner Hofbuchdruckerei Decker), der Generalarzt Schw i k - kart. unseres Neichspräsidenten Großvater, und dessen beide Onkel, Major K n i s s k e und Medizinalrat Cohen van Baren. Besonders häufig kam der Polizeipräsident von. M i n u t 0 l i, der im? durch seine Zeichnungen das Bild des alten Posen der dreißiger Jahre aufbewahrt hat. Auch der Obcrprüsident von Flottwell und der bekannte polnische Arzt Dr. M a r c i n t 0 \v f { t, der Führer des polnischen Mittelstandes, waren gelegentliche Besucher. Man kannte noch keine noiderwärtige Gehässigkeit. Im letzten Gründe aber wurzelte die mnere Größe des alten Mannes in seiner tiefen Frömmigkeit. Auch diese war nicht nur intellektuelle Gefetzestreue. sondern vor allem Herzenssache. Cr lebte in der Bibel, sein Leben stand ganz in der Gewißheit des 2o. Psalms: „Ob ich schon wauderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich." Nur eine kleine Geschichte sei als Beispiel hier wiedergegeben. Tie >^öhne hatten dem alten Herrn, um ihn iin Gottesdienstl>esnch zu entlasten, eine kleine Lmussynagoge eingerichtet, in der sich regelmäßig mit ihm zum ^ibbat 20 und mehr Herren versammelten. Jur Jahre 1881 bat er an einem ^abbat seine Mitbeter, ihn heute die Lesungen aus Thora und Haftara sprechen zu lauen. Nach dein Gottesdienst gab er dafür folgende Erklärung: Der Ewige habe dem Menschen 70 Jahre zum Ziele gesetzt. In dieser Woche sei er 80 Jahre alt geworden. In einem neu begonnenen Leben habe er damit mit 13 Jahren wieder das Alter der Barmizlvr.h erreicht. Darum habe er heute Segen und Lesungen sprechen wollen wie ein jLin9cr Konsirinand. Es ist wirklich ein groß Ergötzen, sich in diesen Geist der Zeiten zu versetzen. In manchem möchte man sich auch ein bißchen darüber schämen, wie wir's in bezug auf Gesinnung heute so herrlich roeit gebracht. Dies Schämen geht beide, Juden und Christen, an. Bielleicht Hilst das Heftchen mehr als ein großes Buch theoretischer Erörterungen über Namenkunde usw., die rechte gottgefällige Lebensrichtung zu finden, lieber diesem Orden steht die Verheißung von Daniel 12, 3: „Tie Lehrer werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich." WWK!0 M AM AZA- :!üi , 4Vv 4- S11 ihrem 200*@ffi«ri3taße am l9.Jrbruac von Emst Wruer Goethe verdankte seiner Mutter viel ^nchr als „die Frobnatur" und „die Luü zum Fabulieren"- man muß zumindest diese Worte in weit tieferer Bedeutung erfassen, als gemcmhin. Er empfing von ihr die lebendige kvaü des Blutes, den Sturm und Drang, wie ihm der Vater die ordnende straft vererbte, welche diese Mächte dämmte und bannte. Als die Mutter ihr zurief, daß der schnocr geborene Knalle, der zu sterben schien, lebe, „da", so erzählte sie Bettina von Arnim noch in ihrem fünfundsiebzigsten Jahr, „da erwachte mein mütterliches Herz "und lebte seitdem in fortwährender Begeisterung bis zu dieser Stunde!" In diesem Satz sind eigentlich die mütterlichsten Kräfte ihrer Natur enthalten: das mntterlickv Herz, die sortwährende Begeisterung. Ein Urbild der Mütterlichkeit: Goethe und seine Freunde haben das schon früh empfunden, sie gaben ihr den Namen „Frau Aja", nach der Mutter der vier „£>cU monskinder" in dem deutschen. Volksbuche. Der geborene Briefschreiber ist oft ein heimlicher, ein uncntfaltetcr Dichter oljne eigentlich gestaltende Kraft, und diese Frau Aja. ihre Briefe bezeugen es allenthalben, hat ein gutes Teil solcher dichterisch bildenden Kraft von Natur mitbekommen. " Vor allem: sie hat H u m 0 r. Ein großer Teil ihrer Briese spritzt und füttert von Lustigkeit, von Uebermut, der aus dem Geblüt flammt. Briese schreiben, fröhlich schreiben, das ist ihr wie Atmen und Sprechen,-und ein großes Teil ihrer Bilder und Gleichnisse. Berichte und Erzählungen glänzt von der Heiterkeit ihrer Natur. Tumult hat sie in sich: Ungeduld und Leidenschaft vibrieren in ihr. Als Goethe seinen Besuch ankündigt, schreibt sie ihm in aller Freude diese weisliche Nachschrift: „Weil aber Deine Vorsätze sich öffters wunderllahr verändern . . so lasse e^cchfen Es ist nicht gleichgültig, rveldie Srveier, Westen und Knabenanzüge Sie kaufen. Jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Herstellung oon Krautkopfs Spezialarlikeln gibt ihnen die Ge* mähr, eine erstklassige Ware zu erhalten, die in jeder Beziehung einwandfrei Ist. Mehr rvle hunderttausend Menschen jährlidi können Dort dem erstklassigen Sit;, den sdiönen Formen und Farben erzählen. Kaufen Sie deshalb Verkaufsstellen weh: bereiindldgsi nach S. Krautkopf, Stuttgart. 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