Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 8 (20.2.1931)
- Date
- 1931-02-20
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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s- Ortsgruppe Breslau des C.V. Sonntag, 22. Februar 1931, abends 8 Uhr, in der Lesslng-Logc, Agnesstiasse 5: Justizrat Dr. Brodnitz, Vorsitzender des C.V., Dr. Alfred Wiener, Syndikus des C.V., sprechen über: „Die gegenwärtige Lage.“ Einladung gilt als Ausweis. Eingeführte Gäste willkommen. mich ja nicht vergeblich warten — so was kann ich durchaus nicht vertragend * Uns, im Kreise dieser Blätter, gehen die Briese dieser herrlichen Frau in einem besonderen Sinne an: allenthalben ist ihre Sprache mit Bildern und Gleichnissen der Bibel durchsetzt. Ihre Schreibweise war voll Mark und Blut, und die Kraft der Bibel, in der gewaltigen Uebersetzung Martin Luthers, ist ihr gänzlich in Fleisch und Blut übergeaangen, was auch Köster und von der Hellen in ihren Ausgaben hervorheben. Auch Deuu'chtänder, in seiner Schrift über „Goethe und das Alte Testament", arbeitet die nahe Beziehung heraus, die sie mit den Büchern des Alten Bundes verband. Einige Briese, in denen daZ Alte Testament solchermaßen widerklingt, seien betrachtet. Sie schreibt an die Herzogin Anna Arnalia: „Jetzt sitzt Mutter Aja garch allein in den Hütten Kcdar und ihre Harpse hcngt an den beiden — Einsam wie im Grabe, und verladen wie ein Käutzlein in verstöhrten Städten. Alle die von Hertzen srölich waren seust'zen, die Freude der Paucken seyert, und die Herrlichkeit hat (wenigstens vor diesmahl) ein Ende." Dieser Briefanfang ist zusammenaerügt aus Psalm 120,5, 137,2. 102.7, Jesaia 24,7 und 8. Man erkennt gerade an dieser Stelle, wie mühelos und sicher sie das Alte Testament kannte. Bei Jesaias 37,14 heißt es: „Und da Hiskia den Brief von dem Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus des Herrn und breitete ihn aus vor dem Herrn."; und so schreibt sie dem Sohn: .. jeder Brief, der von Dir kommt, wird ausgebreitet und unter Tank Gott vorgelegt. Das habe ich vom König Hiskia gelernt und habe mich 30 Jahre schon dabei wohl befunden." Als Goethe im Dezember 1763 schwer erkrankte, suchte die Mutter Trost durch ein Orakel aus der Bibel, und sie traf auf ein Wort des Propheten Jeremias, bei dein es im fünften Ders des 31. Kapitels heißt: ,Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen Sainariä; pflanzen wird man und dazu pfeifen"; in Erinnerung hieran schreibt ihr Goethe im Jahre 1779: „Weil ich aber auch mögte, daß, da an den Bergen Samaria der Wein so schön gediehen ist, auch dazu gepjissen würde, so wollt ich mchis. als daß Sie und der Vater ohne und feine Herzen hatten, uns zu empfangen und Sott zu danken, der Euch euren Sohn im dreißigsten Jahr auf solche Weise wic-dersebm läßt"; und nochmals vier Jahre spater: „Hätte man Ihnen in dem bösen Winter von 69 in einem Spiegel vorausgezeigt, daß man wieder auf solche Weise an den Bergen Sanmriä Weinberge Pflanzen und dazu pfeifen würde, mit welchem Jubel würden Sie es angenommen haben." Und abermals schreibt sie selbst noch 1808 an ihn: „Tein Brief vom Sten May hat mich erquickt und hoch erfreut — Ja Ja man Pftantzt noch Weinberge an den Bergen Samaria — man pjlantzt und pfeift! So vsste ich was gutses von dir höre, werden alle in meinem Hertzen bewahrte Verheißungen lebendig — Er! hält Glauben ewiglich. Halleluja!! Er!" Als Goethe 1801 von schwerer Krankheit genesen, erinnert sie ihn an ein anderes Drakelwort, das er selbst vor dreißig Jahren fand: „Vermuthlich ist dir aus dem Sinne gekommen, was du bey deiner Llnkunft in Straßburg — da bejne Gesundheit noch schwankend war, in dem Büchlein, das dir der Rath Moritz als Andenken mitgab. den ersten Tag deines dortseyn drinnen anfschlugs — du schriebst mirs und du warst wundersam bewegt — ich weiß es noch wie heute! Mache den Raum deiner Hütten weit, und breite aus die Teppige deine Wohnung. spal)re sein nicht — dehne deine Seile lang und stecke deine Nägel fest, denn du wirst ausbrechen zur rechten und zur lincken. Jesaia — 54 v. 3. 4. Gelobet sey Gott!!! der die Nägel den 12ten Jänner 1801 wieder fest gesteckt — und die Seile aufs neue weit gedehnt hat/ So hatte sie zwei Jahre früher einmal benterkt: „. . . ich hosfe, ja ich weiß sogar, daß alles gut ist — und daß die Wgel fest stecken/ Man erkennt, mit welcher Stärke diese Wörtern ihrem Bewußtsein wurzelten, auf ihr Leben einwirkten; wie Coeihe in den „Annalen" gelegentlich der Kriegswirren von 1794 schreibt: „Mehrmals bot ich meiner Mutter einen ruhigen Aufenthalt bei mir an, aber sie fühlte keine Sorge für ihre eigene Persönlichkeit: sie bestärkte sich in ihrem alttestamentlichen Stauben und durch einige zur rechten Zeit ihr begegnende Stellen aus den Psalmen mW Propheten in der Neigung zur BarerstadtA Und als er Zetter 1824 einen ihrer Briese übersendet, bemerkt er: „Darin, wie in jeder ihrer Zeilen spricht sich der Charakter einer Frau aus, die, in alttestamentlicher Gottesfurcht, ein tüchtiges Leben voll Zuversicht auf den unwandelbaren Volks- und Familiengott zubrachte/ & Ein Prachtkerl diese Frau, Natur durch und durch! Nicht ein Nebengestirn, das in Goethes Sonnensystem umkreist, sondern eine <wnne ans sich selbst! Eine fröhliche Herzkrast. die noch nach .zweihundert Jahren Freude und Beglückung ausspendet; genÄß ihrem eigenen Wort: „Ein srötiges Hertz, ist ein täglich Wohlleben, sagt Landesverband Gross-Berlin Montag', den 23. Febrnar 1931, 8-4 Uhr, Ortsgruppe Neukölln im Rathaus, Berliner Strasse 64, Generalversammlung. Redner: Landgeriehtsrat Dr. Seligsobiv, Arnold Stein, Margarete Fried, Dr. Reichmana. Künstlerische Umrahmung. Dienstag, den 24. Februar 1931, Uhr, Versammlung im Osten, Caf6 Leitmeyer, Petersburger Str. 91. Redner: R.-A. Dr. Sprinz, Margarete Fried, R.-A. Dr. Kurt Brann. Filmvorführung. Mittwoch, den 25. Februar 1931, 8% Uhr, Ortsgruppe 8., SW», 80., Tempelhoff, m den Festsälen der Schlaraffia, Enckeplatz 4, Generalversammlung. Redner: Dt. Alfred Wiener, Syndikus de3 C. V., Dr. Friedrich Brodnitz, Margarete Fried, George Goetz. Künstlerische Umrahmung, Sir ach", und nach den Sprüchen Salamoms: „Ein|röliges Hertz ist ein stetes uwhlteben"; und wie sie sogleich ein Wort des Schnes anfügt: „Fröligkeit ist die Mutter aller Tugenden, steht im Götz von BertichmgerU, so schlingt sie einen Bogen vom Alten Testament zu Goethe^ mit heiteren, lebensstarken Worten, die wie aus ihrem eigenen Wesen gewachsen sind. Kommerzienrat Ludwig Kronenberger (Mainz) gestorben. In Mainz starb im 63. Lebensjahre unser Mitglied Kommerzienrat Ludwig Kronen, berget, ein um das Wirtschaftsleben und die Sozialausgabca der Stadt Mainz hochverdienter Mann. Die israelitische Religionsgemeinde Mainz verliert in ihm seinen hochverehrten stellvertreter.Zcn Vorsitzenden des Vorstandes. Bei der Begründung und dem Ausbau. des Landesverbandes der israelitischen Religio nsgnneindeu Hessens war Ludwig Kroncnberger an mirführender Stelle beteiligt. Unser Centraiverein deutscher Staatsbürger tüdischen Glaubens besaß an ihm ein Mitglied, das bei jeder Gelegenheit mit starker lleberzeugung und mit mutigem Wort für die Rechte der deutschen Juden eintrat und uns mir persönlicher und finanzieller Bereitschaft jederzeit zur Verfügung stand. Die jüdischen Organisationen wie euch b:e Mainzer Handelskammer, der Verein Mainzer Kaufleurr, das Kaufurannsgerichi, der Verkehrsverein bekundeten bei der Trauerfeier ihren Dank für Kronenbergers verdienstvolles Schassen und ihr Leid um seinen Heimgang. Der Centralverein trauert mit der Garttu, den Kindern und Anverwandten um den Verlust dieses tapfcreu Mitstreiters. Ehrungen für Gehei rurat Falkcnhcim (Königsberg). Anläßlich des Gold-cnen Doktorjubiläums unseres verehrten Freundes, d-cs Ehrenmitgliedes und Oauptvorsiandsmirgned-es des E. B., Geheimen Medizinalrais Pros. Tr. Ouga Falkenheim (Königsberg) sandten u. a. GlückwunschteKgraimne und -schreiben der preußische Kkultnsminister Tr. Grimme, der Oborprösident der Provinz Tstvrcnßen, ^Dr. h. c. Siehr, der Oberbürgermeister der ^tadt Königsberg, Er. Dr. h. e. Lohme h e r, der llniversi räts finaler Sr. Hoffmann. Das katholische SU-Eliweeth-Krankenhaus hielt für Seheimrat Falkenheim eine kleine Feier, bei der nach Gesängen des Chors dev Grauen Schwestern und nach einer Ansprache des Dertreters der PaLierttewchaft der Leiter der Chi-' rurgischen Abteilung, Profegor Ehrhardt, Falkenheims Verdienste um die Heilkunde würdigte. Zur Gratulation erschienen der Rektor der Königsberger Albertus - Universität, Professor Tr. Mitscherlich, mit den De tauen der medizinischen, evangelirch-rheologiich^n, philosovbischen und rechts- und staatswmenschasllichen Fakultäten. Er überreichte eine Chrenurknude der Universität, während der Dekan der medizinischen Fakultät namens dieser dem Jubilar das erneuerte Toktordiplom übergab. Für unseren C e n t r tri & e 11 i n erschien eine Abordnung unter Führung unseres Landesverbandsvarsitzendcu, Sanitätsrat Dr. P o l l n o w, der Falkeuheims Wirken für den Gedanken von Deutschtum^ und Judentum ^würdigte. Für die cvangetis.ch-sozialen Trganisatwuen sowie für die jüdischen Hilssorganisaliouen gratulicwcnGeneratsuverinteudent G e n n r i ch und Gcmcinderabbincr Dr. Le w in. Am Abend feierte in einer Dorftandssitzung der Vorstand der jüdischen Gemeinde seinen Vorsitzenden durch eine Ansprache des stellvertretenden Vorsitzenden. Kaufmann Saüh Ioachi m. NlcderraffuugsmögNchrerien. Rr. 301 in Ostpreußen für praktischen Arzt, der nebenbei Facharzt für Bugen oder Nasen und Ohren sein könnte. Nr. 3O2 für Rechtsanwalt in Ostpreußen. Nr. 363 in Hessen-Nassau für Nechtsoniralt. — Anfragen sind zu richten an das Büro des Central. Vereins, Berlin W13, Emfer Straße 42. | / , f^a>k i' © ' V v rs*? «cf i r / 0 h LJ n .4 - n r( o K: n!(: Yo) fo 0 \ Die kühlende und heilende Wirkung der schneeig-weißen Creme Leodor tritt besonders in Erscheinung, wenn Hände und j Gesicht durch Einwirkung der Kälte im Winter stark gerötet sind Audi bei spröder und aufgesprungener Haut leistet die I Creme bei dem so lästigen Juckreiz der Haut sowie als Puderunterlage vorzügliche Dienste. Tube 60 Pf. und 1 Alk., wirkj sam unterstützt durch Leodor-Edelseife, Stüd< 50 Pf. In allen Chlorodont-Verkaufsstellen erhältlich. -iLnA.. LjLa .r~y mn ~LJt~