Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 8 (20.2.1931)
- Date
- 1931-02-20
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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janker hervorgehoben worden sei. der organischen Entwicklung, wollte der deutsche Jude das eine Element seines Seins, sein Deutschtum, mit allen damit verbundenen Werten und Verpflichtungen, in den Hintergrund stellen oder aus sich herausreißen. Dem Gedanken der M i s s i o n stellt Blurnenfeld seine Dcdenkm entgegen. Er steht der Austragung des Misstonsgedankens, den Holländer m seinen Ausführungen in den Vordergrund gestellt hatte, skeptisch gegenüber. Nicht. das; er die Werte oer von Holländer hervorgehohencn Ideen unterschätze. Doch bestehe die Geßahr, daß es bei dem Bekennen dieser Ideen bleibe, ohne daß jedoch tiefere Verpflichtungen und Gefahren bei deren Durchsetzung eingegaugen würden. Außerdem, aber setze eine „jüdische Mission"', selbst trenn nv.n sie anerkennen wolle, Träger voraus. Es sei unmöglich, Lk»ß der Missionsgedanke in der Lu't schwebe. Gerade so wie beim einzelnen Menschen, der sich zur Durchsetzung von Ideen berufen fühle, dessen körperliche Existenz Borausserung sei, so gehe es auch beim Leben der Völker und sonstiger menschlicher Gemeinschaften. Demgegenüber meint Holländer, daß cnicht tun eine Alternative Blut —Idee gehe, sondern daß es entscheidend sei, welchen von beiden man dem Primat zucrkcnne. Im Vordergrunds müsse die Betonung der g e i st i g e n Werte stehen. Die Besonderheit des Jahrtausende alten jüdischen Schicksals liege gerade darin, das; es eine absolute „Normalisierung" für den Juden nicht geben könne. Aber gerade die Spannung des jüdischen Menschen erzeuge bic Leistungen, um derentwillen die jüdische Gemeinschaft zu ihrer Wirksamkeit im Leben der Völker berufen sei. Mit dem übereinstimmenden Wunsche beider Redner, der von: Publikum sichtlich geteilt wurde, die begonnene Auseinandersetzung fortzusetzeu, schloß der Abend, der ohne Ztvcifel einen wertvollen Beitrag zur Klärung der bestehenden Fragen geliefert hat. _ [cf Arbeit .des Cemtraiverems Poüüsie Morgenfeier in Eerlla Zu einer von den Berliner E. V.-Drtsgruppen Alter Westen, Eharlottenburg und Lchöneberg am 15. Februar veranstalteten, von Dr. Stephan S t e i n h a r t e r geleiteten Politischen Morgenfeier hatten sich überaus zahlreiche Mitglieder des - Landesverbandes Groß-Berlin eingcnmden. Rechtsanwalt Dr. Brnno Weil und Direktor Dr. Ludwig Holländer sprachen über ,äDie geistige Widerstandskraft der jüdischen Deutschen. Eine Mahnung u n d e i n e W a r n u n g". In seinem großzügigen politischen Rück- und Ausblick vertrat Dr. Weil den Standpunkt, daß wir trotz Wachsens des Nationalsozialismus und trotz Verbreitung seiner unwahren, unaufrichtigen und widerspruchsvollen Lehren keineswegs am Ende des alten, von allen Kulturstaaten anerkannten demokratisch-freiheitlichen Grundsatzes der Gleichberechtigung stünden. Nur die" Unverzagtheit der oeurschcn Juden, die Zusarnmenrassuug aller moralischen Energien und aller materiellen Kräfte und ein energisches Eingreifen der Regierung konnten der Gefahr des Nationalsozialismus wirksam Einhalt gebieten. Der Redner erinnerie vergleichsweise an den ehrlos zugrunde gegangenen Verschwörer Carilina, dem Cicero im römischen Senat die Maske vom Gesicht ritz, und an den republikfeindlichen französischen General Donlanger, einen Parallelsall zu Hitler, t-cr trotz anfänglicher Erfolge seiner 'nationalistischen sveröarJ »Cillil) Hessen-Hasses u. ilassea Wir laden unsere Mitglieder zu stlgcndcn Veranstaltungen herzllchst ein: KASSEL: ' Samstag, 21. Februar, abends 8 Uhr, Saal kr Landchrnbüothck. Mitgliederversam^rlung, Tl)ema: „Die Alten und die Jungen — verfeilte Ausgaben — gemeinsame tlele*. Referent: Tr. Alfred Hirschberg, ellvertretender Syndikus des C, D., Verlln. LAV MNYIIK« v. ü. H.: Sonntag, 22. Februar, abcrrds 6's Uhr, Gemeindehaus, Gemeindeversammlung, Thema: ^tnftc Ta getragen*. Rcsercnk: Tr. Alfred Hirschberg, Berlin. ERAXEEELD L. >l.: Sonntag, 22. Februar, vormittags 10 Uhr nachmittags 6 Uhr, Frankfurt-Loge, Schulungskurs über: „P r a {t i f d) c Bekämpft» n g des A r» t i se m! j i s m u tz". Referenten: Dr. Alfred Hirschderg, Berlin: Tr. S. Ehr- Jfönn, Frankfurt a. M.; Tr. Martin Marx, Frankfurt a. M. Montag 23. Februar, abends 8*4 Uhr, Frankfurt-Loge, Mitgliederversammlung. Tbema wie jn Mcl. Refercnr: Tr. Alfred Hirschb-rg, Verlm. " Patriotenliga aus seinem Vaterland fliehen mußte. Auch Direktor Dr. .Holländer appellierte an die mutige Entschlossenheit, die allein den deutschen Juden in ihrer schwierigen, aber keineswegs bofsnuvgs losen Lage die notwendige innere Kraft Ucberwindnng der heutigen Situation gebe. Das Schicksal der Gesamtheit sei unverrückbar auch unser Schicksal. Auch nach Uebenrindung des Nationalsozialismus werde ein Judenhaß weiter bestehcn bleiben, weil die Juden als Träger und Vorkämpfer der Gerechtigkensidce stets Widersacher fanden. Tie Besinnung führe zur Gesinnung, nämlich zur Erkenntnis unserer objektiven Leistungen für die den:'che Kultur. Aktives Handeln aus dieser Grundlage werde uns den Kamps gegen die Schande dos Nationalsozialismus siegreich bestehen helfen. Wie die beiden Referate fanden auch die die Kundgebung eindrucksvoll umrahmenden Vorlesungen ocs Schauspielers Heinrich Schnitzler vorn Staat-cheater starken Beifall. Er sprach die Sckckußkapncl aus Wayermanns „Mein Weg als D-eursä^r und Jude^ und erweckte Reden Gabriel Riehers zn neuem Leben. —td— FM IsSre £8iM-i nasfinrä ÄS UM «fff: Ein dünnes Heft sollte sie ivcrdcn, und sie wurde eine umsangreicheBroschüre durch die Fülle des Stoffs wie der Mitarbeiter und Gratulanten: die Rechenschaft der Deutsch-jüdischen Fugend H a ur - bürg üoer ein Jahrfünft ihrer Arbeit. Jeder, der mit jungen Menschen arbeitet, weiß, daß ihr Aelterwerden leicht die Zerstörung ihrer Organisation-form fein kann. Die Hamburger jungen Mcwchen haben diese Gefahr zu vermeiden gewußt, und was unter Zertumstanden wie denen der Gegenwart fünf Jahre kräftig blühte, verspricht dauernden Bestand. , ' In der Denkschrift sprechen Freunde und Mitarbeiter an den zahlreichen Arbeitsgemeinschaften der deurschjüdisckcn Jugend. Inden und Nichrjuden, über die Jugend und ihre Aufgaben, u n d zu ihr üb-er ihre Verpflichtung. Der Syndikus des Eentrclvereins, Dr. Alfred Wiener, schrieb das Gc.'einvort; die^ Führer der Hamburger Jugend, Ä u t t e n w i e s e r , Plaut und cntaMeyer, und die älteren Freunde Tr. Kries und Dr. Fürth sowie ein großer Kreis jüngerer Mitarbeiter sprechen vorn Werk, der J^ee und der Gemeinschaft. Senatoren und Prowstorcn. Redakteure und hvlre Beamte aus Verwaltung und ^chulwesen, Männer und Frauen bekennen sich in proklamatorischcn und praktische;, Ausführungen zur Idee der deulch-jüdischen Jugend Hamburg, die sie selbst im folgenden Leitsätzen bei ihrer Gründung formulierten: ' ' ' ..Die deutsch-jüdische Jugend ist'die Gemeinschaft junger Menschen, die nach Kultur und Vaterland Deutsche, nach Glaube und Abstammung Juden sind. Die deutsch-jüdische Jugend erstrebt durch Arbcitskurse das Wissen um Wesen und Aufgaben des deutsch-jüdischen Mensckw'u zu vertiefen, durch Wanderungen die Liebe zur deutschen Heimat zu stärken, durch Feste und Ausflüge jugendfrohes Beisammensein zu pflegen." Wir werden uns freuen, nach weiteren fünf Jahre;» wiedcrun» von einer Jubiläumsschrift unserer jungen Hamburger Freunde berichten zu können. ~ A.H. BetttaM ia Fammera Am 14. und 15. Februar 1931 trafen sich die pommerschcn Vertreter des C. V. irr Köslin zu einer Bezirkstagung, die unter der Leitung von Rechtsamvickt Dr. Heinrich Marcus e (Stettin) stand. Den Höhepunkt der gut besuchten Veranstaltung bildere das Referat des stellvertretenden Syndikus des E. Vch Artur Schweriner, über wirtschaftliche und gcselldastliche Boykottsrägen.' In der hlussprachr zeigte sich der cinheilliche Wille unserer Freunde, durch Lar kräftige Verfolgung jedes einzelnen Boykottsallcs diesem Unrecht Einhalt zu gebieten. Dieser Eindruck wurde nicht nur durch den Willen bestärkt, der E. V.- Arbeit in tatkräftiger Zusammenarbeit mit der Zentrale neuen Antrieb Zn geben, sonder»» auch durch die aktive Anteilnahme jedes-einzelnen, auch im kleinsten Kreise für die Unterstützung und Förderung der Abwehrarbeit cinzutreten. Ein besonders erfreuliches Zeichen war die starke Anteilnahme der pommerschen E. D.- Jugend. Ir» reger Aussprache mit der E. V.- Jugcnd in B e l g a r d und Köslin, rvo sich insbesondere durch die uucrmüdliche Arbeit unserer Freunde Rechtsanwalt S i rn o n und Prediger Lewin der Nachwuchs in den Dienst des Kampfes für Deutschtum und Judentum gestellt hat, besprach Referendar W. Mahdo rff (Berlin) die Arbeitsgebiete und Melhod'ei» für die nächste Zeit. Die pommerschen C. V.-Tage in Köslin haben 'somit deutlich erkcn»»en lasten: alte und junge E. V.cr kämpfen im bedrohten deutschen Osten kür Heimat und Ehre. LM!UMß8M83W3!WL tü-HoIlierg Tie Drtsgruppe Kolberg des Eentralvereins veranstaltete am ll. Februar.1931 eine Aussprache mit »ährisierr im Hotel Kackerhof, bei der der stellvertretende Syndikus des Ecr,tralvereirrs, Artur S ch w c r i n e r . über die Judenfrage referierte. Der Einladung harren zahlreiche Persönlichkeiten der S ch u i e. P o l i z e i, S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m I n i» g - u. n. n»; Folge geleistet. Nach kurzen 'einloitenden Worten des Vorsitzenden - der Lrrsgrnppe, Tr.'Groß, Uqanw Herr Schweriner 'sinne Ansstuhrungen, die durch zuftimmcndcn Beifall