Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 6 (6.2.1931)
- Date
- 1931-02-06
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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*4 Ausdruck- Kaufmann „»/" man, Buchhalter, Reisender, Korrespondent, ctrc/i Techniker oder Monteur, eher Bettler „ist" man nicht. Auch dam nicht, trenn man, meii o/me Arbeit, sich dazu durchringen musste, für sick und die Seinen zu bitten. Und sogar derjenige noch, den allein mit einem Schimmer von Recht man immerhin Bettler nennen £önnfe, der gewerbsmässige, sogar er islm IVahrheit nur ein unglücklicher und armer Mann. Kind Gottes — das „ist" er, und darum dein Bruder. George G o e iz. Unsere junge Generation C. V.-Veranstaltungen in Essen rrnd Dortmund. Zu Kundgebungen für den E. D. - Gedanken und die G. V. - Arbeit gestalteten sich Zwei Versammlungen, die der stellvertretende Syndikus des E. D., Dr. Alfred Hirschberg, am 1. und 2. d. M. in Gffen und Dortmund abhielt. Zn Essen waren über bnndert junge Menschen aus dem Ruhrgebiet vereint, um ein Referat über „Nebergangszeit, Krisenzeit. Reisezeit, vom Weg de? gingen Dcutschjuden unserer Tage" cnigegenzunebmen. Eine eingehende Aussprache schloß sich an das den gesamten Problemtreis rullreißende Referat an. L!m Nachmittag blieb der grösste Teil der Teilnehmer in einer mehrstündigen Arbeitssitzung l>eisammen, um die Gewinnung der Zugend im Ruhrgebiet zu organisieren. Die Veranstaltung, die unter Vorsitz von Herrn Rechtsanwalt Dr. Krombach (Essen) stand, darf als ein wertvoller Auftakt für die Weiterarbeit angesehen weiden. Am Teige daraus sprach Tr. Hirschberg in einer überfüllten Ortsgruppenveranstaltung des E. D. in Dortmund über „Die Alten und die Jungen, geteilte Ausgaberr — gemeinsame Ziele". Eine angeregte Aussprache, an der sich besonders die zahlreich anwesenden Jugendlichen beteiligten, zog sich bis gegen die Mitternachtsstunde hin. Aust) hier trat der klare Arbeitswille der jungen Generation unverkennbar in die Erscheinung. Warnung. Aus Oldenbach in der Pfalz wird ein Ausruf zur „Nothilfe" für einen jüdischen Butbürger versandt. Wir empfehlen unseren Freunden, bevor sie eine Unterstützung geben, sich an das Büro des Centralvereins, Berlin W.15, Emser Straße 42, zu wenden. Von der deutschen Juden Zwietracht. Direktor Georg Kareski hat aus den Aufsatz Dr. Alfred Hirschbergs („Bon der deutschen Juden Zwietracht") in Nr. 2 der „E. V.-Ztg." in höhnischer Art und Weise geantwortet („Jüdische Rundschau", Nr. 6). Die Antwort, die Kareski verdient, liegt uns bereits vor. Wir verösfentlichen sie in einer der nächsten Nummern. Grauchen wir eine jüöijche Schule? Zweiter kontradiktorischer Abend der Freien Jüdischen Volkshochschule. Harte der erste Ausspracheabend, der vor zwei Wochen zwischen Rechtsanwalt Heinrich c t c r n und Rechtsanwalt Tr. Alfred Klee stattfand, in sachlichen Einzelheiten vielfach Überschneidungen der Ansichten gezeigt, so war dieser zweite Abend, bei dem Rechtsanwalt Tr. Walter Breslauer und Rechtsanwalt Dr. Mar K o l l c n s ch e r über die S ch u l f r a g e sprachen, ein „kontra"- diktorischer im wörtlichen Sinne. Eine Spezialsrage stand zur Aussprache, und die Argumente zweier fest entschiedener Antworten standen einander gegenüber. Vom Formalen ging man aus. Breslauer Wender sich dagegen, die Notwendigkeit der jüdischen Schale vom „Liberalismus" (in religiöser oder poliriscker Beziehung) herzulciten und auf diesem Umwege die Liberalen zu einer Anerkennung der jüdischen Schule zu bringen. Die Eingliederung^ der jüdischen schule in das allgemeine deutsche ^chulspstem sieht Kvllcnscher durch den Verzicht auf jüdisch-nationale Autonomie, durch die deutsche llnterrichtsspraclre und deutsche llntcrrichtsm-ewoden und vor allem durch die verfassungsmäßig geforderte und freudig erfüllte Erziehung zum deutschen Volkstum gewährleistet. Aus inneren jüdischen Gründen sei eine jüdische Schule notwendig, da — meist ungewollt, und fast stets ohne irgendwelche Spitze gegen das Judentum — aus den allgemeinen Schulen rin christlich durchtränkter Geist herrsche. D-as bestreitet Breslauer mit Entschiedenheit. Er weift darauf hin, daß die Schaffung jüdischer schulen die Gefahr einer jüdischen Nationalisierung in sich berge, außerdem wendet er tid) dagegen, dort Schranken zwischen der jüdischen und nichrjüdischen Jugend zu ziehen, wo keine Nviwendiateit besteht. Vielmehr müsse dem Plane eines jüdischen <cchnlwerks der entschiedene Wille entgegengesteltt werden, die kulturelle und lebensmäsiige Verbundenheit von jüdischen und ^nichtjüdischen Deutschen durch gemeinsame ^chulerziehung zu erhalten und zu festigen. Köllens ch er weist aus die Schwierigkeiten der gemeinsamen Schulerziebung hin, weil sie sich gerade bei der augenblicklichen antisemitisd)en Welle dem jüdischen Kinde entgegenstellten, und wie sie sich auch bei der Beolmchtung der jüdisclzen Religionsvorschriften (zum Beispiel Sabbath-Heiligung) zugten. Vor allem aber biete die Erfassung in eigenen Schulen die einzige Möglichkeit, den jungen Juden mit jüdischem Geiste zu erfüllen. Breslauer hält die Schwierigkeiten bei der Beobüchtung der Religionsvorschriften für überwindbar. Der Antisemitismus könne bei ganz besonders starkem Anwachsen zeitweise einen Ausnahmezustand sclwsscn und die vorübergehende Einrichtung jüdischer Schulen notwendig machen. Ties will er als einzige Konzession, nicht an seine grundsätzliche Anschauung. sondern an die Nebermacht der äußeren Verhältnisse, zugeben. Grundsätzlich aber sei die jüdische Bildung neben der allgemeinen Erziehung in den allgemeinen Schalen durch Vertiefung der jüdiftt-en Erziehungsarbeit und Anwendung zeitgemäßer Methoden zu ficl-ern. Nochtlblen Mundgeruch beseitigt man wie folgt: Drücken Sn emen Strang ChloroSoru-Zahrr. pane auf di? trodene Chiorodont-Zahnbürste lSpezialbürstr mit gezahntem Borstenschm'N). bürsten Sir Ihr Gebiß nun nach ollen Sellen, auch von uruen nach öden, rauchen Sie erst jetzt die Bürste in Wasser und spülen Sie mllLhlerodonl'Munvwajser unter Gurgeln gründlich nach. Ter Erfvla wird Sie überraschen? Der mitzfarbene Zahndeiag ist verschwunden und ein herrliches Gefühl der Frische bleib! zurück Versuchen Sie es zunächst mll einer Tube Chlorodom Zahnpafte zu 6L Pf Verlangen Sie aber echt Chlocoboitt und wellen Eie jeden Ersatz dafür zurück. mals weist er eindringlich aus die Gefahr der Entfremdung bin und wendet sich dagegen, dort Trennungsseridn zu ziehen, wo Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Nichtjuden besteben. Den Abschluß der Diskussion bildet die Erörterung organisatorischer Fragen, insbesondere Fragen der Eingliederung in das allgemeine deutstb-c Schulwcrk und der finanziellen Sicherstellung. In diesen Fragen, die, wenn man einmal den G. danken der jüdischen Schule zu Ende denkt, zur Abrundung des Vroblemkroists Gebandelr voerden mußten, ergaben sich wichtige Tisterenzpunkte, die jedoch nicht von der grundsätzlichen Bedeutung sind wie die vorausgegangene allgetneiue Erörterung. Welche Aktualität die behaus ln den Probleme baden, zeigte sich an der außerordentlichen Gespam'uhcir i:n Zubörerlrcis. Die Eiuzelunterhattungen, die nach Schluß im Puatikum zu hören waren, zeigten, daß durch den alphabetisch letzten Referenden noch niclch das letzte Wort selbst gesprochen war, sondern daß von den bedeutungsvollen cmgc'chnittenen Fragen im einzelnen noch vieles nachkrana. was nach tueilerer Klärung ui'.d vertiefter 'Auseinandersetzung drängt. —cb. Die Franensruppcn «les Central- | f A Vereins dent scher Staatsbürger | Jüdischen (ilanbcns E. V. (Landesj verband Gro-sts-Berlin) ladet zu einem lites ra rischen Abendkursus von Frau Johanna l Meyer über literarische Dokumente deuUchj jüdischer W-rdtanscbaunsg ein. j -; Vorträge u. Rezitationen: I ISr die westlichen Gruppen Syn- »gogre Prinxresrenteiistras.se Montag, f den 9. Februar, Montag, den 23. Februar, | Montag, den 2. März, Montag den 9. Marz, Montag, den 15. März 1931; für die östlichen Groppen Ce- I xnelndefiaus Koscnstrasse Montag. j den 23. März, Montag, den 3). März. Mons tag. den 13. April. Montag, den 20. April, Montag, den 27. April 1931. I. Der Jude im Lichte nicht jüdischer Dichter. II. Die Gewalten des Alten Testaments in j der deutschen Literatur. III. Vom literarischen Schaffen der deutsch- I jüdischen Frau. IV. I^ucsch-jüdbcLo Helden in Epik und Drama. 1j V. Unser Kampf nrns Recht im modernen z' Schrifttum. 1: Die Zusendung der Einlasskarten erfolgt nach 1 Anmeldung bei Fraa Margarete Fried, Ber- II iin \Y 15, Eunser Strasse 42. | j ,, M. Ein Gentlla Gürte! macht sofort schlanker» massiert das Fett weg und verbessert die Haftung. Er gibt fhnen das angenehme Gefühl der Frische und Elastizität. Bei Senkungen, Leib-und Kreuzschmerzen, Bauchtind Nabelbrüchen sind Gentila Gürte! tausendfach bewährt. Katalog H 96 kostenlos, J J.GsntHtJtBerflaV/!!, Polsdsm (a. Potsd. Platz) Separate Anprobe-Salons. 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