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Central-Verein-Zeitung · 1931-02-06 · 6 (6.2.1931) · p. Seite 61

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
6 (6.2.1931)
Date
1931-02-06
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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61 Arbeifsausschusssüzung des C. V. 2tCnUi als in rl ihr gen Zeiten wird in schweren und unheilvollen das Bedürfnis empfunden. durch mündliche Aussprache die schriftliche Verbindung zeitweise zu unterbrechen. Erst wenn sich die weiter der Arbeit aus den verschiedensten Gegenden des Reiches persönlich gegenübersitzen. erricht aus Rede und Gegenrede, aus Bericht und Einwand das Bild deutschjüdischen Kanwfes um die Selbstbehauptung. Das loar der Sinn und der stärkste Eindruck der Arbeitsaasschtlß'ätzung vom 25. Januar. Trotz der gesteigerten Schwierigkeiten des Taseinslampses, die keinen einzigen mehr unberührt lassen, waren alle erschienen, die sich irgend losreisten kennten. Sie diente in erster Linie dem Austausch der Erfahrungen und der Klärung der Lage. In ausführlichen Referaten berichteten Tr. Ludwig Holländer und Tr. Hans Reichmann über die Arbeit der Zentrale und die sich aus ihr ergebenden Folgerungen. Ihren Erkenntnissen und Maßnahmen sirnrden sodann die Spiegel bayerischer und ostrreußi'cher, schlesischer und rheinländischer Beebachtnngcn vorgeh alten, bis endlich ein Bild entstand, das in gleichmäßiger Deutlichkeit für alle deutscben Landstriche die Röte der Zeit und die Versuche, Abhilfe zu schaffen, erkennen liest. Im Mittelpunkt des Für und Wider standen die allerorten einsetzenden Bemühungen, der n a t i o n a! s o z i a l i st i s chtt n t i s e m i t i s ch e n Gefahr entgegenzuwirken. Tie eingehende Erörterung der Finanzfrage n fand im Anschluß an ein Referat von Mar Eisenkraemer statt, die bereits durch eine Sitzung des Verwallungsausschums vom vorhergehenden Tage vorbereitet war. Sie stand unter der Devise Sparsamkeit. Entspreä^nde Rlaßnahmen wurden erörtert und genehmigt. In einer Entschließung wurde auf die Notwendigkeit gesteigerter Mitarbeit der Lmuptvorstaudsnüugtieder hingewiesen. Zum Zwecke der Fortbildung in den Fragen unserer Arbeit wurde aus Antrag von ^anisiätsrat Baron (München) die Abhaltung eines Schulungskurses beschlossen, der in Verbindung mit der nächsten Hauptversammlung oder Hauptvorstandsnhung fmttfinbcn soll. Schließlich wurde der Termin der H a u p t v e r s a m ni lang a it f den 2 C. u n d 2 7. öl P r i l festgesetz t. Daneben wurde eine große Reihe grundsätzlicher und organisatorischer Fragen zur Erledigung gebracht. Als man sich in später Stunde trennte, war wieder einmal das Bewußtsein des gemeinsamen Weges und des gemeinsamen Zieles sin jedem Teilnehmer neu erstanden, dieses Eemeinschastsbewußrstin, das allein die Kraft zur Einzelarbeit gibt. ü ¥ <5 U fri N st IV'.j \\ -> n f| j! t; \\ Von Professor Hat man erst einmal das Rezept entdeckt, nach dem sich die Schnellproduktion des offiziellen Schrifttums der Nationalsozialisten mit soldatischer Gleichförmigkeit zu vollziehen pflegt, so gibt cs kaum noch sonderliche Ueberraschnngen. Mit drei Vokabeln wird überall verschwenderischer Verbrauch getrieben: Organismus, Deutschtum, Persönlichkeit. Mit diesen Begriffen sind auch die immer wrederkehrenden drei Aussallposttionen automatisch gegeben: Organisches Wachstum steht wider mechanische Zersetzung, Deutschtum ist ewiger Gegenpol aller Derjudung und die „Persönlichkeit" bietet erwünschten Anlatz, dem Drachen „Marxismus" und seinem Masienideal mit blinkender Klinge auf den Leib zu rücken. Auch Gras E. Redentlow mixt aus den drei bewährten Grundstoffen aus mehr als 300 Seiten das nicht sonderlich originell mundende Gebräu seines .Deutschen Sozialismus" („Deutscher Sozialismus, Civitas Dei Germanica“, Alexander Tuncker-Verlag, Weimar). Ueb-er das Kapitel „Sozialismus und Judentum" kann selbst in diesen Blättern rasch hinweggegangen werden. Kein aus eigenem Grund gewachsener Gedanke, keine die öde Bahn des Herkommens verlassene Formulierung, nicht einmal ein einziges gut sitzendes Schimpfwort — alles Konfektionsware, aus dritter Hand bezogen und bereits reichlich abgenutzt. Hübsch ist allein die Schildrung, wie man in Deutschland Journalist wird: Ein Jude kommt aus Galizien über die deutsche Grenze, läßt sich die Hängclocken schneiden, vertauscht den Kaftan mit einem modernen Gewand, eignet sich notdürftig die für den Verkehr notwendige Sprachsähigkeit an, und schon sind alle Voraussetzungen des Journalisten erfüllt. Als wieder einmal glücklich behaupte: worden ist, das nirgendwo und nirgendwann der Jude zu großer schöpferischer Leistung Dn. Erik Mllmg befähigt sei, stolpert der Herr Gras über den Namen Albert Einstein; aber der etwas peinliche Zwischenfall wird sofort dadurch erledigt, daß Herr Reventlow tröstlich versichert, es gibt keine jüdische Leistung, die nicht auch von Deutschen ebensogut und bester geleistet werden könnte. Wäre demnach die Relativitätstheorie nicht im Kopf eines jüdischen Gelehrten gewachsen, so hätte uian sie eben frisch aus dem Teutoburger Walde bezogen. Um den Juden das Handwerk zu legen, wird die Schließung der Grenzen gegen jüdische Einwanderung, dis Ausweisung aller seit dem Jahrs 1914 eingewanderten Juden und die Verhängung eines Fremdenrcchtes gefordert, das für einen Juden jede Betätigung verbietet, „die ihn direkt oder indirekt mit dem deutschen Leben in Berührung bringt". Wir haben vergeblich darüber nachgesonnen, welche Berussmöglickckeiten alsdann noch offen bleiben, denn selbst die Arbeit in den Kloaken der Großstädte hätte es immerhin noch mit den Abfällen deutschen Lebens zu tun. Dem Herrn Grafen selbst ist offenbar auch nichts eingefallen. denn er setzt selbstzufrieden hinzu, daß eine solche Vorschrift die Juden wahrscheinlich zu einer allgemeinen sreiwilligen Auswanderung bewegen würde. Ilebrigens soll dem deutschen Vorgehen keineswegs eine bloß lokale Bedeutung zufallen. Reventlow hofft, daß sich die anderen Völker diesem Beispiel der „geläuterten deutschen Bolksgenoffsnschast" anschließen möchten, d. h. eine allgemeine Jndenrazzia in der Welt anhebe, zu der Deutschland das Signal geben soll, eine Tat, die an welthistorischer Bedeutung der Tat Martin Luthers würdig an die Seite treten würde. Ter Traum, ans Deutschland die Zentral-Welt-Apotheke zu machen, die allen anderen Völkern die Rezepte für ihre Beglückung liefert, ist. wie man sieht, immer nock) nicht so ganz cmsgcträumt. Mit dem Vorgehen gegen m fl Jeder C.V.er, der 5 neue Mitglieder wirbt, erhält einen Gutschein im Werte von mindestens M. 9,—, den er bei der Philo- Buchhandlung gegen Bücher nach eigener Wahl einlösen kann. Nähere Bedingungen Seite 62. Mm 1t ü'r. -JT

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