Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 4 (23.1.1931)
- Date
- 1931-01-23
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 „Im Kampf sollst du dein Recht finden” Der K. C.-Tag in Frankfurt a. M. Der K. G.-Tag, der, wie bereits in dlx. 3 der „E. B.-Zci:nng^ vom 16. Januar berichtet rrur^e. eu: 10. it/.D 11. Januar unter rechter Bewllwung 'einer ll)ii:gliedcr aus alten Teilen des Reiches in Frankfurt a M. Jtattsattd. wurde Lurch eine akademische Feier eingeleitet, bei der Rochtsanuralt Tr. K romlad] (Cr|]o*i) und Rabbiner Tr. Lazarus (Frankfurt a. Bll) eindrucksvolle Ansprachen hielten. Tr. Krombach schilderte die Verhetzung, die unter der Jugend nt erschreckender Fr rin um sich gegriffen habe, -und verlangte, daß ihre Bekämpfung dort einsetze, wo sich die Wurzeln dieser Intoleranz finden, also besonders in den höheren Schulen. Allste aus Primanerausiatzen beweisen 'dieses gerade^ niederschmetternde Ausmaß der Verhetzungi so heißt es in^einem dieser Aufsätze, man könne andere Ranen allenfalls noch echten, müsse sie aber unbedingt unterdrücken, weil nur das Neckst des Stärkeren gelle, und derjenige, der nicht hauen könne, sein kein wahrer Mann. Ter Redner forderte die deutschen Studenten jüdischen Glaubens auf, sich durch solche Auswüch'e keineswegs entmutigen zu lassen, sondern unbeirrt den Bauchs fortzusetzen nach dein Worte des großen Rechtslehrers 'Jhc-ring:' „Im 'Kampfe sollst du dein Recht finden.' Rabbiner Tr. Lazarus forderte die Wiedererweckung des Geistes der Humanität in der dent-chcn Jugend Seit ungezählten Jahrhunderten lei die deutsche Judenheit mit dem deutschen Boden und der deutschen Kultur ver- - wurzelt: die deutsche Jugend jüdischen Glauben? möge in nationalen Tingelt deutsch, in religiösen Tin gen jüdisch sein. Tie eigentliche Arbeitstagung cm Sonntag brachte eine Reihe von Anträgen, die den Kamps des jungen deutschen Studenten jüdischen Glaubens der veränderten Kampfesweise der Gegner cnzupaven bezwecken. Tie jungen Studenten und die alten Herren waren sich darüber einig, daß unter Wahrung der althergebrachten studentischen Formen besonderes Gewicht aus die sportliche Ertüchtigung der Mitglieder des K. G. gelegt werden möjic. Ein Programm, das die Einzelheiten der sportlichen Ausbildung und der damit Hand in Hand gehenden geistigen Fortbildung des jungen K.G.ers genau regelt, gelangte daher mit überrvältigender Mehrheit zur Annahme. Tie bereits in der vorigen Nummer der „C. B.-Zeitung" wiedergegebene EntiMießung gegen die Bestrebungen, einen uumoruZ clausas in Deutschland einzuführen, -wurde einstimmig angenommen. Sodann wurde der gcschäftsführendc Ausschuß des K. E. geun'llilt. Er sstst fick znßnnmni aus den Herren: Reäll-:-- anwall Tr. Rictmrd A u c r b a cb, Berlin: Slmdikus Tr. Hermann Bcrlak, Berlin: Tipl.-Jng. Werner E o b n, Berlin: Referendar Stephan Fränkel Berlin: Rechtsanwalt Tr. Franz L. Ena.m F n ch s, Berlin: Tirektor Tr. Ludwig H o 1 - länber, Wrlin: Asü'ior Hans ScnnluMi, Berlin: eam.I. iur. Karl llll c t) c r, Berlin: I>r. nu-d. Erwin Reseno \i\ Berlin: Rechtsanwalt Tr. Erica Stern. Wrlin: Rechtsanwalt Tr. Hugo E h z l : di, Tilsit: Iw. mc-d. Georg Klei n, Frankfurt a. Mu Rechtsanwati Tr. Tavid K r o m bach Epen: I>r. mell. Mar Ri ainzer. Frankfurt a. M.: Rect rsanwalt Tr. Richard Nathan, Köln: Rcstsanwckr Tr. Ludwig Rose, Hannover: Cberlandcsaerickisrat Tr. Ernst N o^s e n t h a l Breslau: Pr. oed. öent. Herbert t e i n, München: Recbtsanwckl Tr. Siegfried U r i a s, Hamburg: Tberreaierungsrat Tr. Siegfried W e i ß m a nn, Karl-rüde: Meaisnatsbaurat 5!urt .Wolfs, Beuwerr. Zum Borptzenden des gefchäitsführenden 'Rus'chuöes wurde T r. Ludwig Holländer einstimmig wiedergew'äblL. Tie harmonisch verlaufene Tagung fand ihren Abschluß in einem wohlgelungenen Fest. Or. Heinz Rosenthal. Aufgaben einer Grossgcineinde Kontradiktorlscher Abend der Jüdischen Volkshochschule Im Rammen der kontradilllnwchen Abendeder Berliner Jüdischen Volkse,ochichule sprachen sich am Monmg, d*eu 19. Januar, Rechtsanwalt Tr. Klee und Rechtsanwalt Stern über die ».Aufgaben einer Großgemeinde aus. Time Anspruch am Vollständigkeit wurden einzelne besonders akm-elle-Fragen der Gemeindearbeit heran?- gegriffen imd von den beiden einander gegenüberstehenden Standpunkten aus beleuchtet. Ausaanaspunk: bildete die Stellungnahme zur jüdüchen W i r 7 s ch. a f t s n o t. Während man über das Be st eben einer besonderen jüdischen, über die Qllgemeine Notlage hinausgehenden Wirtschastsnot gradmäßig verschiedener Ansicht »nur, wurde von beiden Gesprächspartnern die unbedingte Verpflichtung der Gemeinde betont, neben Staat und Gemeinde durch stzstematisä-e Wohlfahrtsarbeit helfend und lindernd einzuwirkcn. Tie Sorge für die vbnfische Existenz der Juden sei heute die bitterste Nntweudigkeit um der Erhaltung des Judentums willen. Mehr weltanschaulich bedingt war die Einstellung zur Schaffung eines jüdischen „Milieu Tiefer Begriff ist durch die politisck)e Auseinandersetzung der letzten Jahre zu einem ^chbagwort geworden. Klee will ihn dahin verstanden haben, daß alle Lebensbezirke in den jüdischen Gestüschaftskörper hineinbezogen werden, Stern tstngegen nur diejenigen, die sich mit spezifisch jüdischrn Inhalten füllen lassen, da er für den crndeien Fall eine Entfremdung von der nichtjüdi- Zum baldigen Antritt suchen wir für einen ausserhalb Berlins liegenden Landesverband einen Geschäftsführer Bedingung: Jüngerer Herr, mit allgemeiner und jüdischer Politik sehr wohl vertraut, mit gutem jüdischem Wissen, der in Vortrag und Aufsatz unsere Grundsätze nachr drücklich vertreten will und unbedingt fleissig l und strebsam ist. t Gefl. Angebote an den Central-Verem : deutscher Staatsbürger jüdischen Glau- | bens, Berlin W 15, Emser Strasse 42. L scheu Umwelt befürchtet. Beide müssen aber für ihre Auffassung Einschränkungen zugeben, Stern, indem er den Begrisi des „spezifisch Jüdisclxur' weit aus legt, Klee, indem er sich mit Entschiedenheit gegen eine „tünstlich>e Absonderung" von der Umwelt wendet. Boi Borschiedenlzeit des Ausgangspunktes verzichtet man aus eine dogmatische Borwegnabme und tristst die Entscheidung für den Eiuzelsall, teils mit gemeinsamem, teils mit verschiedenem Ergebnis. Tas zeigt sich auch bei der, verhältnismäßig kurzen Erörwrnng der S ch n l s r a ge , die an einem besonderen Abend noch behandelt werden soll. Einen Ansblick ins Allgemeinpolitische gewährte die Sereifung der B a l ä st i n a - F r a g e, die Klee mit in L:n Bereich der Gemeindoardeit hineinLzogen wisien möchte, während Stern, von seinem nichtziouistisiben Standpunkt aus, ans Gründen der^ Bu-eltanschanung und der Berhandlungsergebni!'e in dieser Frage einen reservierten Standpunkt cm nimmt. dkm Schluß müns'ete die Tiskussion wieder ins Gemeiwame ein, indem beide TrsPutanten die Forderung ausibelltw., durch eine stärkere Heranziehung der Gemeiirdemuglieder eine Vertiefung der Erziehungsarbeit und eine Aullockernng des Verwaltungsapparakcs auf eine Stärkung und Festigung des Ge in ein de lebe ns hinzuwirken. Daß eine Abendunterhaltung über so zahlreiche, komplizlerte Einz-elfragen viel Aphoristisches an sich baden muß. versteht sich von selbst. Es zeigte hch aber auch, daß bei der praktischen Kleinarbeit, über die ja die beiden Referenten aus der Praxis heraus den größten Ueberblick ballen, die N>eltanschauliche Gebundenheit oft nicht für die Stellung zu Einzelstagen ausschlaggebend zu sein braucht. Aller auch soweit die wellanfchculick)e Grundlage von Bedeutung ist. sind die Folgerungen vielfach nur graduell voneinander verschieden. So entscheidend die Auseinandersetzung Teutschjndentum und Zionismus für die allaemeinpolitische Entwicklung des Judentums ist, und so sehr äußere Freiheit, Staatsbürgerrecht und innere Entwicklung von ihr abhängen, so kann sie doch, wst der Abend zciatc, bei der sachlichen Kleinarbeit innerhalb der Gemeinde mehr in den Hintergrund treten, als es manchmal der Fall zu sein fdjeint. —ek. E)yßüjÄöfAigA Konfgsfelrt f. 7asnu< Innere Krankheiten. Ganzlah*l$ geoHneL Nervenkrankheiten. San.-Rat Dt. K. Amchtng. De. Walther Amclunfr Dr. Armin Brandt. j Sursürslenba)» verg.üNer2enIeiL<utüc? , ©cniütl.^can.gutc'i'erufl. finden ErholimgC'bcLürf. , ttce bei Frau Hahn, All» belenellfm.Tellphvnllii. _ f y ll» v '-J? V *>> vv L v ch D int erg äste. Erholungsbedürftige finden zu jeder Zeit gute Aufnahme und gute Berpsiegung. Landhaus Finger, Seidorf 166. : T? | i Ja /£\ —i T—ä. yfL—jeeafUk Ei EOTEL LE PAPJS PMCE DE GÄLLES. Sch&rer PaTk. Letzter Komfort. Ton Deutschen sehr besucht Pensionspreis von 45 Frs. ab. $(olel3ref fjsrgg / Jfimitier!; tnhahen Walter Benkel * i. Riesengebirge. C&nz modern eingerichtet. 200 Betten. Beste Zimmer von 3 N. an. Konferenzand Aasstcltangszimmcr. p a von Winter-Kurorten, sdiöncn § v5SISOHa,BBi\H.2i€1^0Il. Sl5{ltcn4Iotc!sundPensionen,Sa- | natorien und Kuranstalten usv. 1 finden eine gute Verbreitung durch die ,C. V. *Zci t u n g*. 1 Verein jüdiedier f. Hotelbesitzer und. Restaurateure E. V, 1 | VJo wohne ich? 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