Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 4 (23.1.1931)
- Date
- 1931-01-23
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277886-2277890--06499-2287324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
35 können, ist bei den Juden echblich größer als bei anderen Vevölkerungsgruppen. Die Gründe für diesen Tatbestand sind schon so oft auch an dieser Stelle dargelogt worden. daß sich eine erneute Erörterung erübrigt. In diese besonders schnüre Lage müsien sich alle Eltern immer wieder hineindenken, deren Heranwachsende Kinder unter der Berufsnot leiden. Je größer die objektiven Schwierigkeiten sind, um so notwendiger ist der Halt in und an der Familie. Sogar von Judengegnern wird das Familiengefühl der Inden gerühmt, und -tatsächlich sind jüdisä^e Eltern stets bestrebt, ihren Kindern die beste Ausbildung zu geben. Diese guten Eigenschaften müpen sich auch in der gegenwärtigen Notlage bewähren. Den Eltern aber rufen wir Zn: „Habt Verständnis für die Sorgen eurer Kinder." Dr. Siegfried Weinberg. Seelisches Verständnis lindert Not Wirtschaftliche Entschließungen und Entscheidungen können und dürfen nur nach rein ökoiwmisck)en Gesetzen und Gesichtspunkten gefällt iverden! Es ist aber durck>aus ein ökonomisches Gesetz, thv$ Mitglieder einer Gefahren- und Schicksalsgemeinschaft sich gegenseitig nach Möglichkeit Helsen und stützen! Diese gegenseitige Hilfe ist nicht nur in materieller, sondern vor allem auch in geistiger und seelischer Beziehung unbedingt erforderlich. Unsere Ansichten in bezug auf die Ansprüche ans Leben und über die Beroertung des Mitmenschen unter dem Gesichtspunkt seiner sozialen und wirtschaftlichen Stellung müssen wir einer gründlichen Nevision unterziehen. Die Allgemeinheit hat ein Recht, von allen, ob sie von der Krise betroffen sind oder noch nicht nötig hatten, ihren Lebensstandard herabzusetzen, eine Aenderung der geistigen und seelischen Einstellung dem Mitmenschen gegenüber Zu fordern. Es wäre durchaus unmoralisch, wenn man auf diejenigen, die vernünftigerweise ihre Lebenshaltung zurückschrauben. etwa verächtlich herabblicken würde. Gerade die Schichten, die sich durch die schwierigsten Zeiten sicher hindurchretten konnten, sollten den vernichteten und bedro?)ten Existenzen ihre menschliche — nicht nur soweit als möglich ihre materielle — und besonders ihre geistige und seelische Hilfe zuteil werden lasten. Diese notwendige Aenderung der geistigen und seelischen Einstellung muß vor allem in erhöhtem Maße der Heranwachsenden Jugend gegenüber zum Ausdruck kommen. Sie muß den vor der Berufswahl stel)enden jungen Menschen die Geroißheit geben, daß jeder Beruf ehrenwert ist, daß nicht Stellung und Titel, sondern der innere Wert des Menschen alleiniger Maßstab für seine Beurteilung zu sein har. Diese Gewißheit und Sicherheit wird der Jugend dadurch gegeben, das; man allen berufstätigen Menschen — ganz gleich wie sie ihr Brot verdienen — die gleiche öockjachtung und Ehrerbietung gegenüber zum Lürsdruck bringt. Diese Forderungen sind nicht neu; sie sind altes Erbgut der jüdischen Religion und der jüdischen Gemeinschaft. Sie sind aber leider rncht immer genügend bel>erzigt worden: das Aigt am besten die gerade bei den Juden häufig anzutrcsfende lieber schätzung des Akademikers. Es gilt daher, diese geistige und fccltfcf>e Einstellung jedem einzelnen von neuem ins Gewissen zu hämmern. Dann kann auch unsere jüdisck-e Religion besonders in unserer jübifd)cn Gcmcinfdvaft dazu beitragen, die furchtbare Wirtschaftskrise zu mildern, denn ,,Geist und Seele Helsen Not überwinden". Arthur Stern, Hemelingen-Bremen. Werben Sie für den Central-Wrein - Sie werben in eigener Sadie. Jeder der Kaufmann bei seiner Kundschaft und bei seinen Lieferanten, der Angestellte in seinem Lnfemehmen, der Arzt bei seinen Patienten, der Anwalt bei seinen Klienten, der Techniker in seinem Betrieb, Schriftsteller und Künstler an den Stätten ihrer Wirksamkeit, im häuslichen Kreise bei winterlicher Geselligkeit, die Frau in ihren Vereinen, der Jugendliche in Schule und Bünden, hat eine Fülle nicht genügend genützter Werbegelegenheiten für den C. V. Prüfen Sie, ob Ihre Freunde schon in unseren Reihen stehen. Sprechen Sie in Ihrem Bekanntenkreis über den C.V. Fordern Sie den Beitritt von jedem, dem es um sein Deutschtum und sein Judentum ernst ist! w E R B E P R Ä M I E Wer fünf Mitglieder wirbt, erhält einen Gutschein in Höhe von 10 v. K. des Jahresbeitrages dieser fünf Mitglieder, den er beim Philo-Verlag in Büchern nach eigener Wahl einlösen kann. Der Durchschnittsbeitrcg jedes der fünf neugeworbenen Mitglieder muss M. 18,- betragen. Leisungssch wachere Mitglieder können zu einem geringeren Beitrag aufgenommen werden, sofern dafür bei anderen ein Ausgleich nach oben herbeigeführt wird. Der Gutschein betragt also 10 v. H. von 5 mal 18 Mark, das sind M. 9,—. Seine Ausstellung wird von der Geschäftsstelle des zuständigen Landesverbandes veranlasst werden, sobald die neugeworbenen Mitglieder ihren ersten Yierteljahresbeitrog bezahlt haben.