Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 47 (21.11.1930)
- Date
- 1930-11-21
- Page
- Seite 607 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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607 cUnCcre £kler Ichreibm Wir arbeiten mit! Berlin, den 15. November 1930. An die S c hr rf ileiiung der „C. V.-Zeiiun g*. Zu dem Artikel „Hinein in die Vereine“ von Jacob Leder mann gestatte ich mir ah V orsitzender des Militärvereins „Deutsches Vaterland“ folgendes zu bemerken. Der 'Militärverein „Deutsches Vaterland“ besieht seit 1394 und wurde im Jahre 1905 Mitglied des Preussischen Landeskriegerverbandes bzw. Kyfjhäuserbunäes. Seine Mitgliederzahl betrug vor dem Kriege 500 bis 600, beträgt jetzt 20Ö bis 300, und zwar neun Zehntel Juden, ein Zehntel Andersgläubige. Der Verein gehört mit einigen 80 Kriegen? er einen der Kameradschaftlichen Vereinigung, einer Unterabteilung obengenannten Verbandes, an. Wir sind zu den Stiftungsfesten dieser uns befreundeten Vereine geladen und fühlen uns sehr wohl hei ihnen, auch besuchen (das letzte Mal waren es einige 20) die Vereine unsere Feste und verkehren mit uns unterschiedslos kameradschaftlich. Also das „Hinein in die Vereine“ betätigen wir seit 25 Jahren, und ich kenn wohl sagen, nicht zum Schaden unserer Glaubensgenossen. J uliu $ M ar c u s, 1. V orsitzender. Die Ueberparteilidie Vereinigung Berlin-Grunewald, den 17. November 1930. .... ,,erwidere ich Ihnen ergebenst, dass wir nach den programmatischen Grundsätzen unserer Vereinigung uns um die private Einstellung unserer Mitglieder nicht kümmern, sondern nur von ihnen verlangen, dass sie sich bedingungslos zu den Grundsätzen der üb er p ar - teil i chen Arbeit in den Gemeinden und Verbänden bekennen. Das gilt selbstverständlich und besonders auch für alle Kandidaten, die auf unserer Liste stehen. Sollten sich darunter Persönlichkeiten zionistischer Weltanschauung befinden, so würde ich dies auf das lebhafteste bcgrüssen als Beweis dafür, dass es auch in diesen Kreisen nicht an Menschen fehlt, die das Ganze über die Partei stellen und den Willen haben, in gemeinsamer Arbeit mit gleichgesinnten Juden aller Richtungen in dieser schweren Zeit den Weg der Verständigung zu gehen. Ich würde es für unverantwortlich hallen, wenn irgend etwas unterbliebe, was uns der innerjüdischen Befriedung näherzubnngen vermöchte, die ich schon im Interesse einer erfolgreichen Abwehrarbeit als das dringendste Gebot der Stunde betrachte. . . I sm ar Freund. Wir lassen den C.V. nicht an die Wand drücken! Berlin - Wilmersdorf, 16. November 1930. An die S c.hr if il ei tun g der „C. V. - Z ei tun g\ In der letzten Nummer dieser Zeitung haben Frau Eva Blau und Herr Max R ein h eim er uns die unablässigen Bemühungen der Zionisten dargelegt, die Gemeinden und den Landesverband jüdischer Gemeinden zur Uebernahme der Abwehr schlechthin zu bewegen. Jeder, der besonnen diese Frage prüft, muss sich, wie die genannten Brief- Schreiber beweiskräftig darlegen, darüber Zf/öf sein, dass die Uebcrlragung der Abwehr auf die jüdischen Gemeinden und den Landesverband eine Unmöglichkeit, ja eine erhebliche Gefahr politischer Art für das gesamte deutsche Judentum bedeutet. Wer weiss, wie geschickt die Zionisten ihre Politik betreiben, wird sich kaum darüber im unklaren sein, dass auch die Zionisten einsehen müssten, wie verkehrt und vor allen Dingen wie aussichtslos ihr Vorgehen ist. Trotzdem werden durch ihre Gesinnungsgenossen Anträge von Landesverbänden jüdischer Gemeinden zwecks Uebernahme der Abwehr veranlasst. Zionistische Redner sprechen in ihren und C.V.-Versammlungen darüber: Es handelt sich also um eine durchaus planmässige Propagandaarbeit. Gewiss wird es viele Zionisten geben, die die Uebertragung der Abwehr auf die Gemeinden ehrlichen Herzens wünschen. Es /form aber keinem Zweifel unterliegen, dass damit auch mittelbar ein Schlag gegen den Centralverein geführt werden soll, dessen überragende Stellung im deutschen Judentum sehr vielen Zionisten ein Dorn im Auge ist. Daraus ergibt sich nun eine sehr einfache Folgerung: W Hl m an d e n Centralvereinen die Wand drücken, so haben sich seine C.V. - Mitglieder dagegen energisch zu wehren. Deshalb darf ein C.V er und alle, die es mit dem Kampf gegen den Antisemitismus gut meinen, der J ü d isehen Volkspartei (Jüdischnationale) keine Stimme geben. Es können nur religiöse Parteien gewählt werden. Die Berliner Wahlen sind die wichtigsten m ganz Preussen und sind richtunggebend für das Reich. Jeder, mag er die Wahlen auch noch so bedauern, darf, da sie einmal slailfmden, nicht zu Flame bleiben, sondern muss für eine der religiösen Parteien stimmen. Jeder verbreite solche Gedanken im Kreise seiner Familie und seiner Freunde. Dr. Richard Lev Schafft einen Aufklärungsfonds! Kissing en , den 9. November 1930. An die S ehr if ileiiung der „C. V.- Z ei tun g\ Die Zuschrift von Flerrn Dr. Winter (Magdeburg) in Nr. 44 Ihrer Zeitung unter der Devise „Es geht um die Ehre des Judentums“ hl wohl allen C.V cm aus dem Herzen geschrieben, jedoch befürchte ich nur, dass sich dieser Appell bald verflüchtigen wird, wenn nicht sofort tatsächliche Vorsekläge gemacht werden, um die Gelder für eine durchgreifende Aufklärung in Schrift und Wort (Verträge) zu beschaffen. Es kunn sich hierbei nicht um einzelne Geldgeber handeln, sondern alle Juden müssen zusammenstehen, um die Mittel zu beschaffen, einen Fonds zwecks Aufklärung zu gründen und auch diesen Fonds lebensfähig zu halten. Ich schlage deshalb vor, dass während dieser kritischen Zeit jedes Mitglied des C. V. pro Woche / Mark cn den Aufklärungsfonds ablieferl, und wird unter dem Drucke des Hasses unserer Feinde wohl jeder Israelit diesen Zuschuss gern beisteuern. Es ist Sache der einzelnen Ortsgruppen, ihre Milglieder aufzuklären, für den Fonds zu werben und die jeweiligen Gelder allwöchentlich einzusammeln und sofort an die Zentrale Berlin abzuführen. Ich bitte Sie, meinen Vorschlag zur Diskussion zu stellen, und zeichne FI ein rieh Stern. JfMer, die Sie interessieren THOMAS MANN, Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft.M. 0,50 BERNARD v. BRENTANO, Kapitalismus und Schone Literatur M. 2,50 BÜLOW, Denkwürdigkeiten I . M.17 — MORUS, Das Geld In der Politik M. 9,50 LUDWIG STEIN, Aus dem Leben eines Optimisten.M.10,~~ FEUCHTWANGER, Der Erfolg, 2 Bände.M. 14,50 FINK, Hast Du Dich verlaufen? M. 6.50 HAMSUN, Der Welfumsegler . M. 8,— GEORG HERMANN, Grenadier Wordelmann.M. 6.50 UNGAR, Colberfs Reise. Mit einem Vorwort von Thomas Mann M. 5.50 CHAJIM BLOCH, Priester der Liebe. Die Welt der Chassidim M.tO,- lieferi portofrei Philo Verlag und Bnchbandlung G.m. b.H. Berlin W 15, Emser Strasse 42. Telephon: J2 Oüva. 50Y4-5076. bür^f für Qualität Marke Gemüse - Ofcsi - imd Gurl^nkomeiVext. StonJSfÜTesi,M&iYueiaden, Gelees und Rlichisäfie Helvetia KoxueiVenfabrik Gfoß-öeratu Aki.-Ges. "NUR sei DER __ alten spezial pabrik SBftMLEReBtEYBEÜä QRESPSNERSTR- »8-100 Blumen zu Weihnachten. 10 Hyazinthen 3 M., 10 Tulpen 1 M., IO Darwin-- tulpen -I ,20 M., 10 Narzissen 1M., 10 Krokus OM M., 1V Iris, Anemone n ode r N anunke l n 0,60 M., 10 Schneeglöckchen 0.75 M., 100 Maiblumen 7 M., 4 Christrosen 6 M., 10 Topf- oder Balkontanuen 5 M., Stauden, Obstbäume, StrÄucher usw. äußere; wohnlich billig, 10 Edelbuschrosen 2,50 M. ZakobZaeger, .Heckkathen ZV (Äergedorf-Land). Töpfe und Erde auf Wunsch billigst.