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Central-Verein-Zeitung · 1930-09-19 · 38 (19.9.1930) · p. Seite 506

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
38 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
Seite 506 (sequence 10)
Language
German
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506 ' - Äk MA WWlMA Eine wichtige Mersuchung rer SeiltWen Akademie sich mit Naturnotwendigkeit, daß der Mann und seine Leistungen nichts wert sind. . . . Ein früherer Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, obwohl selbst völkisch eingestellt, äußerte doch einmal in der öffentlichen Sitzung der Akademie vom 13. Juni 1924 recht vernünftig, daß es die heilige A u f g a b e der Wissenschaft sei, die Wahrheit zu erforschen, ohne daß die Abstammung usw. des Gelehrten ausschlaggebend sein dürste. Wird sich Freiherr von Bissing jemals zu einer solchen Höhe der Auffassung durchringen? Risum teneatis! Mit vorzüglicher Hochachtung Eurer Hochwohlgeboren ergebenster Dr. 8. Lichtenstaedter. München, im September 1930. Clemenceau über die Drepfus-ftffäre Jean Märtet, der Sekretär von Clemenceau, gibt in seinem kürzlich bei Ernst Rowohlt erschienenen Buche „Clemenceau spricht" aus S. 362 folgende Aeußerung Clemeneeaus wieder: „Während des Krieges habe ich beide Sorten Menschen getroffen, Drehfus-Anhänger und Dreyfus-Gegner, und unter diesen recht wilde, denen es rot vor den Augen wurde, die ausfallend wurden, wenn man nur den Mund aufmachte . . . das waren alberne Gesellen . . . Aber es gab auch andere, das ist merkwürdig — Leute von Verstand, gute Köpfe. Aber die liebten die Juden nicht. Aus Judenhaß und Liebe zu einer Art Vaterland, das sie sich willkürlich außer allem Zusammenhang fabriziert hatten, nleinten sie, man könne Vernunft, Gerechtigkeit imb Menschlichkeit mit Füßen treten . . . Das ging denn doch ein bißchen weit." Die Sorge um die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland ist eine nächtige Aufgabe. Es gilt den Zusammenhang der deutschsprachigen Minderheiten mit dem Mutterlande zu erhalten und zu vertiefen. Darüber hinaus ist es wesentlich, daß der Geltungsbereich der deutschen Sprache im Ausland möglichst vergrößert wird. Der Ausländer, der Deutsch versteht, wird für deutsche Kultur und deutsche Interessen erhöhtes Verständnis haben, und bei der Anknüpfung wirtschaftlicher Beziehungen wird er naturgemäß das Land, dessen Sprache er versteht, bevorzugen. In Deutschland widmet sich eine Reihe großer Institutionen dieser bedeutungsvollen Ausgabe der S p r a ch w e r b u n g. Im allgemeinen wird dabei nur die deutsche Sprache selbst gefördert. Neuerdings wird aber mit Recht darauf hingewiesen, daß die Fernwirkung der deutschen Sprache wesentlich gefördert werden kann, wenn alle Sprachen gepflegt werden, die mit dem Deutschen nahe verwandt sind. Diese Sprachen, zu denen das Holländische, das Afrikaas, das Friesische, das Jiddische und das Pennsylvania- Deutsch zu rechnen sind, sind dem Deutschen so verwandt, daß ein Deutscher ohne besondere Mühe lernen kann, sie passiv, d. h. hörend und lesend (nicht schon aktiv, d. h. sprechend und schreibend), zu beherrschen. Ebenso kann die passive Beherrschung des Deutschen leicht von denen erreicht werden, deren Muttersprache eine der oben aufgezählten verwandten Sprachen ist. Heinz Kloß vom Deutschen Auslandsinstitut in Stuttgart hat für eine solche verwandte Sprachengruppe den Ausdruck „Nebensprachen"^) geprägt. Damit soll kein Wertunterschied ausgedrückt sein, es soll vielmehr lediglich festgestellt werden, daß diese Sprachen nebeneinander, in derselben Ebene, liegen. Kloß fordert, daß die Sorge um die Nebeusprachen in die deutsche Sprachpolitik einbezogen werde, und er zeigt, daß dadurch die Weltgeltung der deutschen Sprache wesentlich gefördert werden kann. In den „Mitteilungen der Akademie zur wissenschaftlichen Erforschung und zur Pflege des Deutschtums", die von der Deutschen Akademie in München herausgegeben werden, beleuchtet Heinz Kloß in einem außerordentlich interessanten Aussatz die Bedeutung des „Jiddischen" für das Deutsche. (Jahrgang 1930, Nr. 1, Februar 1930, S. 1 bis 13.) ' Das Jiddische ist bekanntlich die Sprache der Ostjuden und überall verbreitet, wo diese in größeren Mengen wohnen, also im Osten Europas und in den ostjüdischen Siedlungen der ganzen Welt, vor allem in Amerika. Eine genaue Statistik der Jiddifchsprechenden gibt es natürlich nicht, aber ihre Zahl darf mit etwa elf Millionen angesetzt werden. Das Jiddische ist aus dem Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen entstanden und hat diesen Charakter im wesentlichen bis heute bewahrt. Nur der Wortschatz hat Wörter hebräischen, slawischen und — in Amerika — englischen Ursprungs ausgenommen; aber etwa 80 Prozent der Wörter sind deutsch. Das Jiddische gehört also zur deutschen *) Heinz Kloß: „Nebensprachen". W. Braumüller, Wien—Leipzig, 1929. GMBH-DRESDEN- LEUBEN* REISSTRASSE 6- Aa di« KAR'DEX-SrSTSli G.m.b.ff* ü Berlin- Prlcdenau. o; Bennigsenstr.25. E/Ba/St 21.7?1930* Seit zwei Jahren haben wir KARDEX-Einrlchtungen für unatre Lagerverwaltung und für unsere Verkaufäkontrolle iw Betrieb. Ea Ist uns eine Freude, Ihnen mitteilen tu können, dass wir durch genaue Beobachtungen der Lagerbestände diese um ca. 40£ vermindern konnten. Hierdurch hat sieb die von Ihnen bezogene Einrichtung seit langem bezahlt gemacht und wir geniessen weiterhin dl© Vorteile derselben. Die gross© Reduzierung war nur dadurch möglich, dass Ihre Einrichtung die Artikel durch gestaffelte. Anordnung des Eartenmateriala ohne weiteres übersehen lässt. Vorzüglich bewährt hat sich auch das mit Ihrem System verbundene ßignal- Ebenso gute Dienste leistet uns die KARDEX-Verkaufskontrolle. 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