Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 37 (12.9.1930)
- Date
- 1930-09-12
- Page
- Seite 489 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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4S§ „Der nordische ZesuS" Von Rabbiner Dr. Hugo Hahn Völkische Kreise, die in der Zugehörigkeit zur nordischen Nasse das Heil der Welt erblicken, gerieten schon immer in einige Verlegenheit, wenn man an sie die Gretchenfrage nach der Wesensart ihrer Religion richtete. Glaubte man eine Zeitlang dieses unangenehme Problem durch eine heftige Kanonade auf das Alte Testament, als der Ausgeburt des semitischen Geistes, umgehen zu können, so mußte man doch bald einsehen, daß man auf halbem Weg nicht stehenbleib-en konnte. War der Mantel gefallen, so mußte der Herzog nach. Man konnte nicht gut die hebräische Bibel aus Rassegründen aus dem Bereich des Christentums streichen und dem Neuen Testament weiterhin Heimatrecht in: „nordischen" Reich gewähren. Dennschließlich und endlich waren auch die Evangelien aus palästinensischem Boden gewachsen und ihre Verkünder, Jesus an der Spitze, waren -—so unangenehm diese Tatsache auch sein mochte — Juden. In der Tat hat die vorderste Sturmtruppe im deutschvölkischen Heerlager immer gleichzeitig die Lostrennung vom Neuen mit der Abschaffung des Alten Testaments verlangt. „Liebe Freunde", schrieb G. Hildebrandt in „Neues Leben", 1922, „es geht ums Ganze, bleibt nicht stehen beim Aeußerlichen, bleibt nicht stehen auf halbem Wege. Es genügt nicht: „Los; von Iud a!" Wir müssen auf den Grund gehen: „Los vom Christentum!" . Der Versuch, ein neugermanisches Heidentum in unserer Mitte'aufzurichten,'kann als gescheitert bezeichnet werden. Die Religiösen aller Schichten haben sich neben den Kulturbewußten m allen Lagern entschieden gegen diesen von keinerlei ethischem Verantwortlichkeitsbewußtsein getragenen völkischen Mummenschanz ausgesprochen. Gab es so keine Möglichkeit, das Neue mit dem Alten Testament zu streichen, so mußte zum mindesten der Stifter des Christentums — Arier werden. Die Versuche, Jesus zu g e r m a n i s i e r e n, sind nicht ganz neu. Das zweifelhafte Vergnügen, sich in unserer Zeit einen Namen auf diesen: Gebiet gemacht zu haben, darf H. St. Chamberlain für sich in Anspruch nehmen. Alle seine Nachbeter lverden aber übertroffen von D r. Ed m u n d K u t s ch e r a , der soeben im Selbstverlag in Wien das neueste „Neue Testament" unter der Ueberschrift „N o rbischer Jesus" erscheinen ließ. Das Buch zerfällt in drei Abteilungen. Der erste Teil enthält den „U rberich t", d. h. den von: Verfasser für arisch-völkische Zwecke Zurechtgestutzten Text der Evangelien. In: Zweiten Abschnitt werden die „G r und - läge n" der nordischen Geisteswelt auseinandergesetzt. Der letzte, umfangreichste Teil besteht aus „Erläuterungen" zu den einzelnen Sätzen des „Urberichts". Um einen Eindruck vom Gepräge des „Urberichts" zu geben, sei hier der Beginn des dritten Kapitels wörtlich wiedergegeben: „Zu diesen Tagen begann Jesus das Reich Gottes zu künden. Seine Heimat war zu Nazareth in Galiläa, jenen: Gau vor: Palästina, welchen die Juden in Jerusalem wegen der dort ansässigen blutsfremden Bevölkerung den Heidengau nannten. Er war aus n o r d i s ch e m Blute, armen: Hause und ungefähr dreißig Jahre alt, als er in die Oesfentlichkeit trat." Die Begründung dieses lapidaren Satzes gibt den: Verfasser reichlich Gelegenheit, die „philosophischen" Grundlagen seiner nordischen Weltanschauung aufzudecken. Danach besteht eine gottgewollte Uebereinstimmung zwischen den: Körper des Menschei: und seiner Seele. Die feinste Seele bekonnnt bei der Einverleibung den besten Körper, nämlich — darüber kan:: es nach der Meinung des Verfassers gar keinen Zweifel geben — den nordischen. ,,Juden dagegen sind Köter aus hundertfach gekreuztem Abschaum, ihre Vielgestaltigkeit bedingt notwendig Seichtheit und gänzlichen Mangel an Tiefe, die allein zu Gott führen kann." In Köterkörpern können nach dem Einverleibungsgesetz nur Köterseelen wohnen. „Diese schwarzen Gesellen — ob einverleibt oder nicht — bilden das „Judentum." Die einverleibten heißen „Juden", die nicht einverleibten sind die in den Berichten oft erwähnten „bösen Geister", oder mit einem verdeutschten Lehnwort: Teufel. Die Juden müssen daher kraft ihrer Seelenanlage alle Menschen hassen, die zu Gott streben. Darum könne Jesus weder einen jüdischer: Körper noch eine jüdische Seele gehabt haben. Zudem habe ja auch Chamberlain mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit nachgewiesen, daß Palästina stets vielrassig bevölkert gewesen sei. Galiläa z. B. sei schon lange Zeit vor Jesus rein arisch gewesen, bestimmt wenigstens in der Landbevölkerung, weniger in den ‘ ZÜP Einsegnung echt Boxcalf Zup Einsegnung Lackuschwai fup Knaben Zup Einsegnung Lack moderne Torrn Zup Einsegnung miföamtkalb MODERNE CACk SCUUEIE — Zup Einsegnung mit imit. Efdechsauflagc 12 Versand durch Zentrale Leiser, BERLIN SO Ui, Sthmidstr. 24, £5