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Central-Verein-Zeitung · 1930-09-05 · 36 (5.9.1930) · p. Seite 473

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
36 (5.9.1930)
Date
1930-09-05
Page
Seite 473 (sequence 9)
Language
German
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473 Aus dem Wahlkampf Dr. Weiß, der im Kriege zum Rittmeister befördert worden war, habe dem Vaterland nur beim Train in der sicheren Etappe gedient. Weiter wurde behauptet, er habe mit einer steckbrieflich gesuchten Person, einer gewisseil Cora Cohn, in vertrauten Beziehungen gestanden und sogar deren Strafverfolgung vereitelt. Der Vertreter der Anklage hob in einem wirkungsvollen Plaidoyer die Schwere der Beleidigungen und der Dr. Weiß gemachten Vorwürfe, die der Angeklagte nicht e i n m a l z u beweisen versuche, hervor. Als besonders schwerwiegend empfand der Staatsanwalt mit Recht die Beleidigungen, welche in öffentlich plakatierten Aufrufen der Partei sowie in Artikeln des „Angriff" anläßlich des Falles Kütemeyer gegen Dr. Weiß gerichtet worden waren. Der Nationalsozialist Kütemeyer wurde, wie erinnerlich, nach einer nationalsozialistischen Versammlung im Sportpalast in eine Schlägerei verwickelt und nach einigen Tagen als Leiche aus dem Landwehrkanal geborgen. Seine eigentliche Todesursache konnte nicht aufgeklärt werden. Die nationialsozialistische Behauptung, Kütemeyer sei in den Kanal geworfen worden, ließ sich nicht erweisen. Obwohl die Berliner Kriminalpolizei alles Erforderliche tat, um den Fall aufzuklären, behauptete Goebbels, Dr. Weih habe bewußt seine Pflicht in diesem Falle vernachlässigt, „den Sohn eines Synagogenvorstehers" interessiere diese Sache nicht, es handle sich ja auch „nur um einen deutschen Arbeiter". Als besonders ungeheuerlich bezeichnete der Staatsanwalt den Vorwurf, Dr. Weiß habe durch seine Teilnahme an der Beerdigung Kütemeyers den Toten „verhöhnen" wollen. Nach Ansicht des Staatsanwalts hat Dr. Weiß lediglich seine Pflicht getan, als er persönlich mit Unterstützung eines starken Polizeiaufgebots dafür Sorge trug, daß die Beerdigung ungestört vor sich gehen konnte. Der Staatsanwalt verlangte eine energische Bestrafung des Angeklagten, da die systematische Hetze gegen Dr. Weiß gezeigt habe, daß Dr. Goebbels keinerlei Respekt vor der Ehre seines Nächsten habe, und sich nicht scheue, den politischen Gegner auch persönlich zu verunglimpfen. Warnend erinnerte der Staatsanwalt daran, das; in der letzten Zeit häufig beachtliche Stimmen laut wurden, die den Ehrenschutz der deMschen Gerichte als ungenügend; bhzeichneten. Der Staat, der den Schutz der Ehre gesetzlich garantiere, müsse ihn durch seine Gerichte auch praktisch durchsetzen können. Eine Geldstrafe 7habe Hegen einen Angeklagten wie Goebbels kewerlei abschreckende Wirkung, er würde ste nur als eine „notwendige Risikoprämie fernes'‘ .Politischen Kampfes" betrachten? Er beantragte eine G e - samt st rase v an ti eün . Mo n a t e n Gefängnis. : ' - ' , Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Beleidigung? des 'Kolizeivizepräsidenten Dr. Weiß in Tateinheit mit übler Nachrede in drei Fällen zu erster Gefängnisstrafe von sechs'Wochen und wegen dreier weiterer Beleidigungen zu einer Geld st rase von 5 00 Reichsmark, für die im Nichtbeitreibungsfalle für je 25 Reichsmark ein Tag Gefängnis tritt. Die inkriminierten Nummern des „Angriff" verfallen der Beschlagnahme. Dr. Weiß wird die Veröffentlichung des Urteils in der „Vossischen Zeitung" und im „Angriff" zugebilligt. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor H e l lhoff, führte in der Urteilsbegründung aus, die schweren Beleidigungen im Falle Kütemeyer, insbesondere der Vorwurf parteilicher Amtsführung müssen schwer bestraft werden, derartige Beschimpfungen eines hohen Beamten könnten nicht mit einer Geldstrafe geahndet werden. Es sei daher auf Gefängnisstrafe erkannt worden. Dr. Werner Rosenberg.r Anton Meister - auc Die Presse als Machtmittel Judas. Ter Satz kommt uns doch so bekannt vor! In den verschiedensten Variationen konnten wir ihn die letzten Jahre genießen und als seinen „geistigen" Vater den Antisemitenhäuptling Theodor Fritsch begrüßen. Diesmal allerdings den Filius des alten Theodor, der unter dem Titel „Der jüdische Zeitungspolyp'' eine überwältigende Fülle falschen und gefälschten Materials — von der Muh-Judarsierung unbequemer Zeitungsmänner bis den erhabenen Protokollen der Weisen von Zion — zu einem Buch zusammentrug. Papier ist geduldig und kann sich eben nicht wehren! Der „Polyp" schien aber nicht zu genügen — oder sollte er kein Geschäft geworden sein? — und so ging Anton Meister —. aber wahrlich kein Meister — daran, in der Nationalsozialistischen Bibliothek das Heft 18, die der angenehm bekannte Gottfried Feder. M. d. N., im Verlag F. Eher herausgibt, wieder einmal die verjudete internationale Presse an das so sehr beliebte Licht des Tages zu ziehen, also: „Die Presse als Machtmittel Judas", heißt das., goldige Büchlein, für dessen Gesa mlt n h a I t verantwortlich Zeichnet — merkwürdige Usanee bei einem „Geistesprodukt". — das M. d. R. Gottfried Feder. „Nachtigall, ick hör dir loofen." Keine Furcht, meine lieben Nazis! Es wird Ihnen keiner der dort zitierten und damit angegriffenen Zeitungsleute die Ehre antun. Sie zu.verklagen, um -Hann automatisch das Reichstags-Stehaufmännchen seine Immunität vorzeigen zu lasten. Man weiß wirklich nicht, soll man lachen oder weineü nach, der Lektüre dieser Sudelei? Lachen über, so majestätischen - Unsinn oder weinen über die Faulheit und Leichtfertigkeit, „mit der hier gearbeitet.wurde? Selbst die einfachsten geschäftlichen Tatsachen, die ein Auszug aus dem Handelsregister bekanntgibt, find entweder falsch oder veraltet, und was einigermaßen richtig zitiert wird, ist — abgeschrieben. Aber nicht nur die Juden, auch die armen Freimaurer sind der P r e s s e s ü n d e n voll, in Frankreich, Italien, . Oesterreich und erst die englische und amerika* .-Nische Presse (sprich natürlich jüdische Presse!). .Die alten und neuen Märchen werden hier behaglich wiedergekäut und — wie sage ich es ^meinen Nazis? — mit Zitaten belegt als Wahrheiten verkündet. Was mußte das für ein stolzes Gefühl für das Judentum sein, wenn seine Exponenten wirklich diese internationale Macht besäßen, die ihnen ein Meister der nationalsozialistischen Historie zuschreibt. Natürlich stoßen sie, die jüdischen Zeitungsleute, immer wieder einen Dolch in irgendeine Front, hetzen gegen Deutschland zum Krieg, hetzen zum Schmachfrieden, sind immer für Frankreich. Selbst Bismarck b e k o m m t ein leichtes von Meister auf das Haupt, weil er die Juden sehr gefördert hat und durch Harden in der „Zukunft" unwidersprochen veröffentlichen ließ, daß er, Bismarck, kein Antisemit sei. Wir wollen diesen Meister nunmehr seinen Nazis überlassen, unseren Freunden aber doch wenigstens eine kleine Kostprobe dieses Geistesprodukts geben und die wird genügen. Er schreibt über Karl Marx wörtlich: Karl - Marx - Mardochai. Marx stammte väterlicherwie mütterlicherseits aus alten Rabbinerfamilien, woraus sich seine überkünstelte Schreibweise, seine kalte, überspitzte Logik erklärt. Als Mardochai am 5. Mai 1818 in Trier geboren, wurde er mit sechs Jahren evangelisch getauft. Als 18jähriger Student verlobte er sich mit einem Mädchen aus altem Adel, trotzdem aber brachte er es nicht fertig, sein, Studium zu vollenden, sondern befaßte sich mit!) ein Sachverständiger Philosophie, las wahllos durcheinander und schriftstellerte, ohne gründliche volkswirtschaftliche und politische Kenntnisse zu besitzen. Mit 25 Jahren heiratete er, zog nach Paris, und führte ein . unstetes Wanderleben in Brüssel, Köln, Paris und London. Er, der Verfasser des „Kapitals",' ist unfähig zu regelrechtem Gelderwerb, macht Schillden, verpfändet das letzte Eigentum seiner Frau, läßt sich zeitweise von seinem Freunde Friedrich Engels unterhalten, der auch Aufsätze für ihn schreibt, und hat doch nicht einmal das Geld für 'die Särge seiner früh sterbenden fünf Kinder. Trotzdem aber trug er ein Monokel, atz gexrr Kaviar und scharfgewürzte Leckerbissen, mih denen er sich den Magen verdarb. Mit alleistGefinnungsKtw ssen von Namen wie" ProudhSri," Weidling,' Baknnin, Lassalle, fcotir Schweitzer - überwarj et-fich. Er war das Urbild 'des/ arroganten, streitsüchtigen, haßerfüllten? unsozialen jüdischen Zeitnngsschmocks, dev sich ein Führeramt über die Arbeiterschaft anmaßb ' dessen Rolle. aber letzten Endes nur eine verhängnisvolle, - zersetzende und zerstörende ist.? '? - F« G~tz* Aus nationalsozialistischen Wahlreden . Dr. v. Leers am 29. 8. 30 in Berlin- Wilmersdorf. Der Reichstag ist unter dem Druck der marschierenden Bataillone der SA.- Leute auseinandergejagt worden . . . Wir werden uns hüten, vor einem parlamentarischen „Festfahren", Kompromisse kennen wir nicht, wer sich unserem Willen nicht beugt, den schicken wir eben mit „blauen Veilchen" nach Hause. Nationalsozialistische Versammlung in Tittling bei Passau (Niederbayern) am 23. 8. 30. Die Franzosen würden bei etwaigem deutschen Widerstand gegen die Erfüllung unserer Verträge nicht einmarschieren, sobald die Nazisozi fünf bedeutende Juden an die Wand stellen. Nationalsozialist Hiller am 21. 8. 30 in einer Versammlung in Hannover. Alle Gegner der Nazis werden nach dem 15. November aufgebaumelt, und zwar zehn Zentimeter über dem Erdboden. Nationalsozialist Appler in nationalsozialistischer Versammlung in Günzenhausen, Mitte August 30. Die Särge sind in Bereitschaft! Der Kampf kann beginnen! Gauleiter Loeper (Anhalt) am 20. 8. 30. in Berlin, Wahlversammlung der Sektion Dort. Wir sind die Herren und wir schreiben den anderen Leuten vor, was wir getan wissen wollen. Und so wie hier in den Versammlungen, so werden wir auch in unserem Zukünftigen Reich bestimmen, und zwar nur wir, was geschehen soll. Wer nicht pariert, wird an die Wand gedrückt. An diesen Gedanken werden sich die anderen eben gewöhnen müssen. Wir wollen nicht für jeden das gleiche, sondern unser Wahlspruch lautet: Jedem das Seine! Aber was das „Seine" sein bestimmen auch wir. Äst,wenn man öieMKh n&Katliremei? gemischt trinkt,wird ste rührig verbaut! ... wieöer ein Grunö mehr, ftmnerKaJihreme]* zutnnSmk

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