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Central-Verein-Zeitung · 1930-08-15 · 33 (15.8.1930) · p. Seite 432

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
33 (15.8.1930)
Date
1930-08-15
Page
Seite 432 (sequence 4)
Language
German
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432 „Du -eutfthes Rin-, fei tapfer, treu unwahr!" jene Stimmung und jene Ueberzeugung entsteht, die die Nationalsozialisten als Voraussetzung ihrer revolutionären Pläne erstreben. ° Was in unseren Kräften steht, wird in diesem Wahlkampf von uns eingesetzt werden: Unsere Volksgenossen werden die Wahrheit über die Neklamepartei Hitlers erfahren. Auch wir sind der Ueberzeugung, daß es zwar nicht den Letzten, aber einen entscheidenden Sturm gilt. Deshalb rufen wir unsere Freunde aui, sich in unsere Abweh'rfront einzureihen und uns zu helfen. Die Wogen nationalsozialistischer Agitation sollen unser Vaterland zu seinem dauernden Schaden nicht überfluten. Wir wollen ihnen einen Damm setzen. Rer. Wirtschastlicher„vernich1uilg8kainps nur gegen Krem-stämmige" Ter „Nationale Sozialist" vom 5. August schreibt in einem Aufsatz „Wir alten Nationalsozialisten und die NSDAP.": „Es war vor sechs Jahren. Wir waren in einer Führersitzung und sprachen über zwei der nationalen Bewegung Abtrünnige. Der eine war zum Reichsbanner, der andere zur Freiheitspartei hinübergewechselt, und beide arbeiteten in der verlogensten und genuinsten Form gegen uns. Da kam ein Vorschlag: beide mit dem Mittel der wirtschaftlichen Vernichtung für ihren Treubruch zu belohnen. Aber fast einmütig wurde dieser Antrag abgelehnt, da wir als Nationale Sozialisten den Terror als die wirtschaftliche Vernichtung nur gegen Fremdstämmige und Frcmdblütige und nicht gegen eigene Volksgenossen anwenden zu müssen glaubten." Dieses offene Eingeständnis sagt, wohin der Weg führt, wenn nicht alle unsere Freunde in der Abwehr solcher Boykottbewegungen Zusammenstehen! Achtet auf die Fachpresse Deutschland ist stolz auf seine Fachpresse. Sie ist vielfach maßgebend in der Welt. Die deutschen Fachblätter stehen auf einer anerkannt hohen Stufe, und selbst die in bekannten judenfeindlichen Verlagsbuchhandlungen erscheinenden Fachzeitungen haben sich bisher vom Judenhaß serngehalten. Um so mehr fällt auf, daß sich in einem Aufsatz in einem Fest- und Auslands- Heft des „P a p i e r - F a b r i k a n t", dem Organ der führenden Verbände der Papierindustrie, Bemerkungen finden, die verletzend und verhetzend wirken. In diesem Aufsatz schildert F r i e d r. v o n H ö ß l e „Einige Lumpensammler - Typen". Einem kurzen Kapitel IV: „Tie ungarischen Lumpenjuden", gegen das nichts einzuwenden ist, folgt ein V. mit der schon seltsamen Überschrift: „V. Noch ein^Wort ..." und den noch weniger passenden Sätzen: „Tie Juden genossen bei ihren Mitmenschen allezeit wenig Ansehen und Vertrauen, was hauptsächlich seinen Grund darin hatte, daß sie ihr Geschäft nicht immer reell betrieben und als Geldgeber gern Wucherzinfen verlangten." Es heißt dann weiter im gleichen Kapitel: „Sie (die Juden) gründeten gute Geschäfte verschiedener Branchen und Banken, so daß mancher von ihnen selbst ^itz im Gerneindekoltegium erhielt und heute finden wir große Kaufhäuser im Besitz der Juden." Tiefe paar Sätze zeigen die Naivität des Verfassers, den: vielleicht jede böse Absicht ferngelegen hat. Es wäre aber Pflicht des Schriftleiters des „Papier-Fabrikant" gewesen zu „redigieren". Den jüdischen Lesern von Fachblättern erwächst aber die Ausgabe, auch bei der Lektüre der Fachzeitungen darauf zu achten, daß diese von der Epidemie des Judenhasses freibleiben, damit das Ansehen der deutschen Fachpresse nicht Schaden nehme. W. R-th. Ter 11. August, der Verfassungstag, bot den nationalsozialistischen Schülern wieder einmal willkommenen Anlaß, ihre Wut über und gegen den bestehenden Staat auszutoben itnb mit seinen Trägern und Einrichtungen Spott zu treiben. Im Augustheft des „Aufmarsch", dem von uns schon oft zitierten Organ des Nationalsozialistischen Schülerbundes, werden den Hitlerjüngern aus den höheren Lehranstalten Maßregeln für ihr Verhalten am 11. August erteilt. Es heißt da u. a.: „Wir fordern euch auf, alles das zu tun, was man von euch verlangt! Betretet das Schulgebäude ohne jedes Abzeichen! Wie Marder werden eure Direktoren (sprich besser Diktatoren) an diesen: Tage durch die Korridore streichen und Jagd auf Hakenkreuze machen ... Also seid w i e e i n S ch w a tu m u u d weicht aus! Und die Wut wird in den Tyrannen bleiben und keinen Abfluß haben. Und wenn inan ein Hoch auf die Republik ausbringt, und die Adleraugen eurer Pädagogen richten sich auf euch, um gierig auszuspüren, wer die Lippen nicht auseinandernahm, dann schmettert ans voller Brust das Wort, das man von euch verlangt! . . . Wenn an diesen: Tage tausend Nationalsozialisten tausend schwarzrotgoldene Fahnen tragen, aufrechten Ganges und mit Leuchtenden Augen, In der Rubrik „Der Hitlerjunge" des Angriff" vom 10. August wird die Sprache der „Erneuerer Deutschlands" noch deutlicher. Dort wendet man sich nicht nur an die Jungarbeiter und Lehrlinge, sondern an Kinder v o a 12 b i s 14 Iah r e n. In diesen: Aufruf heißt es: „Die 12- bis 14jährigen Jungen aller Stände werden in der Jungmannschaft der Hitler-Jugend im Sinne der Jugendbewegung zu Pfadfindern des Nationalsozialismus erzöge::. Dentschdentcnde Eltern und Parteigenossen! Gebt eure Kinder n u t in die Hitler- Jugend und nicht in jene Bünde, die unter der nationalen', und unpolitischen' Maske internationale Interessen vertreten und für den Nachwuchs ,„guter Republikaner'" sorgen. — Das deutsche Mädel findet im Bund deutscher Mädels in der Hitler- Jugend jenen Kreis deutscher Frauen und Mädels, der für den Nationalsozialismus wirkt." Wenn wir in den Tageszeitungen lesen mußten, daß n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e . . . dann wird ein Zittern durch die Demokratie gehen und der Kurfürstendamm wird einem Erdbeben gleichen . . . Wenn ihr so verfahrt, daß ihr schweigend alles tut,^ was man von euch verlangt, dann wird die Herde der Demokraten am 11. August mit kompletten Plattfüßen ins traute Heim und nach Hause wanken ..." Das sind die Methoden der Leute, die sich mit ihrer Offenheit und ihrem Mannesmut allenthalben brüsten! Wo es aber gilt, diese Tugenden an den Tag zu legen, da heißt die Parole: Schweigen! In dieser „ehrlichen" Kampfesart spiegelt sich aber auch die Erziehung wider, die die Nationalsozialisten der höheren Schuljugend angedeihen lassen wollen. Erfragt sich danach, was aus der kommenden Generation Deutschlands werden soll, wenn man den Keim der Unehrlichkeit in sie schon in frühester Jugend pflanzt. Die Zellenbildungsarbeit der Nationalsozialisten war bisher, soweit Schulen in Frage kamen, in: wesentlichen aus die höheren Lehranstalten beschränkt. Daß neuerdings der Versuch gemacht wird, auch die Berufsschulen mit diesem Zellensystem zu durchsetzen, geht sehr deutlich aus folgendem Aufruf hervor, der in dem in Berlin erscheinenden „Angriff" vom 27. Juli veröffentlicht wurde: Trupps a m V e r s a s s u n g s t a g e als Republikaner maskiert zwischen den R e i ch s b a n n e r z ü g en durch die Berliner Straßen gezogen sind, so wissen wir jetzt, von wem und von welcher Stelle aus diese „tapfere, treue und wahre Gesinnung" in die Herzen der neudeutschen Helden gepflanzt wird. Sie, die jede staatsbürgerliche Erziehung der Jrrgend als eine unzulässige Politisierung der schule bekämpfen, lassen in diesen Ausrufen jede Maske fallen. Gefängnisstrafe für den Redakteur der „Renen Front" Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Joseph Wagner (Bochum) ist am 12. August als verantwortlicher Redakteur der „Neuen Front" von dem erweiterten Schöffengericht Essen wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Dr. Levi (Essen) zu eine m M o n a t Gefängnis verurteilt worden. Zwei weitere Beleidigungsklagen gegen Wagner wurden vertagt. Die Berliner Hitler-Jugend trägt nun den Kampf der jungen deutschen Nationalisten und Sozialisten für nationale Freiheit und soziale Gerechtigkeit in die Berufs- und Fachschulen, die Brutstätten des volksvernichtendeu Marxismus. Wir haben uns zur Aufgabe gestellt, diese Brutstätten auszuräuchern und auf allen Schulen Zellen nationalsozialistischen Kampfgeistes zu errichten. Unser Werkzeug dazu ist die Bernssschnlzeilen-Organisation -er Berliner Hitler-Jugend. Diese Organisation zu stärken und zu einem schlagkräftigen Instrument zur Eroberung der Berliner Jungarbeiter und Lehrlinge für die Ziele des deutschen Arbeiterführers Adolf Hitler zu machen, ist Eure Pflicht unserem armen geknechteten Volke gegenüber. Schließt Euch zusammen zu zielbewußter Arbeit in dieser Organisation. Gebt uns Eure Anschriften bekannt, fordert Richtlinien und Aufnahmescheine. Keine Berufsschule, keine Fachschule,. keine Werkschule ohne eine Zelte unserer Organisation. Die Berliner Iungarbeiterschaft der Faust und der Stirn muß u u s e r werden. Der Kampf entbrennt nun auch auf dieser Front. Der Sieg muß unser sein! Kämpft mit gegen Reaktion und Marrismus, für Freiheit und Brot. Jugendgenossen! hinein in die BerufsschulzeAeu-Orgamsation der Berliner Hitler-Jugend! gez. Rolf Botz Leiter der B. S. O. gez. Robert Gavewolr Gauführer der H. I. Gau B. B. O.

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