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Central-Verein-Zeitung · 1930-06-27 · 26 (27.6.1930) · p. Seite 348

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
26 (27.6.1930)
Date
1930-06-27
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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34$ Literarische Spaziergänge. Von Sr. Ludwig Holländer. Die in großem Maße auf den Markt kommenden Bücher, welche mittelbar oder unmittelbar mit dem Arbeitsgebiet des Centralvereins im Zusammenhang stehen, werden in Zukunft, soweit es sich nicht um ganz besonders wichtige und grundsätzliche Neuerscheinungen handelt, von uns zur Unterrichtung unserer Leser in kurzen Zeitabständen, unter Betonung des wesentlichen Inhalts, hier ausgeführt und gewürdigt werden. Dabei handelt es sich nicht so sehr um die kritische Würdigung der Einzelheiten, die der Fachpresse überlassen bleiben muß, sondern um eine Vermittlung von Kenntnis über Wesen und Inhalt bedeutsamer Neilerscheinungen. l. Allgemeine Literatur. Paul Wilfisch-Roulin: „V erhandlungs - t e ch n i k ", 200 Ratschläge über die Kunst, mit Erfolg zu verhandeln. Verlag für Wirtschaft und Verkehr. Stuttgart und Wien. 1929. Für Ortsgruppenvorsitzende, die in der Leitung von Verhandlungen noch nicht gewandt sind, bietet das Werk sachlich viele gutbegründete Ratschläge. „Wende u n d S ch a u Des Kösener Jahrbuchs erster Jahrgang. 1930. Im Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt a. M. Im Gegensatz zu manchen recht unerfreulichen Eröffnungen der Deutschen Burschenschaft bietet dieses Werk durch seine weltanschaulichen Darlegungen reichen Nutzen. Insbesondere schildert Studiendirektor Theodor Den ecke das geistige Wesen der deutschen Korps und weist nach, daß Rassen- und Klassenhaß für alle Zeiten den Prinzipien der Korps widersprechen. Auf Wilhelm Schaffers herrliche Studie „Der romantische Mensch" mag noch besonders hingewiesen werden. Leider stehen auch hier Theorie und Praxis sehr häufig in einem nicht überbrückbaren Gegensatz. Rudolf Palgen: „Die Meltau s ch a u - u u g Henri B e r g so n s". Verlag: Priebatschs Buchhandlung, Breslau. Vergson als besonders bedeutender jüdischer Philosoph beansprucht auch heute noch, sein Ruhm ist etwas abgeblaßt, eine wesentliche und entscheidende Stellung in der Philosophie. Viele von uns sprechen vom Elan vital und von der Erneuerung, die Bergson dem Weltverstehen gegeben hat. Sie wissen meist nicht, was Bergson wirklich denkt und unter dem „Elan vital" versteht. In diesem Buch werden sie in die Bergsonsche Welt eingesührt. Es darf auch nicht vergessen werden, daß diese Studie erhebliche Vorkenntnis voraussetzt. Eine volkstümliche Einführung bietet sie nicht. 2. Geschichtliche und volkskundliche Werke. L. Levy-Bruhl: „D i e S e e l e d e r P r i m i - t i v e n". Verlag: W. Braumüller. Wien 1930. Dieses zum ersten Male in einer guten deutschen Übersetzung vorliegende Werk über die Primitiven — nämlich die Mitglieder der niedrigsten Gesellschaft, die wir kennen — bietet für uns alle, welche sich mit der Frage der Solidarität der Mitglieder einer sozialen Gruppe untereinander befassen, bedeutsame und grundsätzliche Studien. Hermann Kantorowicz: „T er G e i st der e n g l i s ch e n P o l i t i k u n d d a s G e s p e n st der Einkreisung Deutschlands". 1929. Verlag: Ernst Rowohlt, Berlin. Das Werk wird empfohlen, weil es in ausführlichen Aufsätzen über die Sachlichkeit zur Parteinahme für den Gegner die geschichtlichen Wurzeln der englischen Humanität und den Schutz der Schwachen in eingehender Belehrung aufzeigt. Ausgezeichnet auch für unsere Denker, Schriftsteller und Redner. Godehard Josef Ebers: „ K a t h o l i s ch e Staatslehre und Volksdeutsche Politik ", 1929. Herder u. Co., G. m. b. H., Verlagsbuchhandlung, Freiburg i. B. Grundsätzlich sind in dieser reichhaltigen Aufsatzsammlung, deren vornehme Sachlichkeit betont werden muß, die Studien über den Nationalsozialismus, über die Katholiken unb den Volksstaat von Weimar und über Volkstum und Staat. Gerade den letzten Beitrag von Professor Eibel sollten sich die Völkischen aller Richtungen einmal ansehen. S. M. von Propper: „Was nicht in die Z e i t u n g k a m". 1929. Frankfurter Societätsdruckerei G. m. b. H., Frankfurt a. M. Das Buch ist deswegen von Bedeutung, weil es den Beweis erbringt, daß Stöckers Hand in starkem Maße in der Vorbereitung und Durchmm ■■ Paradies des nördlichen Schwarz waldes. Weltberühmter Herzürnt Nervenkurort» Bevorzugte Sommerfrische. Ideales Luft- und Sonnenbad. 12000 Kurfremde. Bildtührer durch den. Kurverem. an denen jüdischer Religionsunterricht erteilt wird; dies hat der Minister ausdrücklich zugesagt. 3. Für die pädagogische Ausbildung der Volltheologen wird heute gleichfalls gesorgt. In Breslau (ähnlich m. W. auch in Berlin), bildet Pädagogik einen Prüfungsgegenstand bei der Rabbinerprüfung; niemand wird zu den akademischen Anschlußprüfungen zugelassen, der nicht den Nachweis praktisch - Pädagogischer Ausbildung erbracht hat. Heiiiemanii. Ai-Tagung in Dresden. Die aus allen Teilen des Reiches besuchte Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Jüdischliberalen Jugendvereine Deutschlands wurde am 14. Juni mit einem Festgottesdienst eingeleitet. Nachmittags fand die Aussprache der Delegierten, abends die Generalaussprache mit dem einleitenden Referat von Landgerichtsrat Dr. Lilie n t h a l (Berlin) über „Jugend und Gemeinde" statt. Am Vormittag des 15. Juni veranstaltete die Berliner Reformjugend eine Weihestunde. Daran schloß sich eine öffentliche Kundgebung an, in der Redakteur Bruno W o y d a (Berlin) über „Lebensnähe der Religion" sprach. Das bemerkenswerteste Ergebnis der Tagung war die Aufnahme der Berliner Reformjugend in die „Arge", die Dachorganisation der Jli-Bünde. Die Zahl der Vorstandsmitglieder der „Arge" wurde von fünf auf neun bzw. zehn erhöht. Der Vorstand setzt sich nunmehr wie folgt Zusammen: Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, Frankfurt (1. Vorsitzender), Landgerichtsrat Dr. Lilienthal, Berlin (2. Vorsitzender), Werner Hochheimer, Frankfurt (Kassenwart), Hella Lion, Frankfurt (Schriftführerin); zu Beisitzern wurden gewählt: Vulkan '(Breslau), Kellermann (Berlin), Dr. Werner Rosenberg (Berlin), Hadra (Magdeburg), Gandersheim (Frankfurt) und Neidner (Breslau). Die Generalaussprache konnte weder zu einer Klärung der angeschnittenen Probleme ' (Steuerung der sozialen Not, Heranziehung von Jugendlichen aus Mischehen, Verhältnis der jungen zur älteren Generation, jüdischer Liberalismus und Politik usw.) noch Zu einem Beschluß führen. In der Diskussion wurde von fast allen Rednern die Zugehörigkeit zum deutschen Judentum als selbstverständlich vorausgesetzt. Dabei wurde mehrfach hervorgehoben, daß der C e n t r a l v e r e i n und sein I u g e n d a u s sch u ß bedeutende positive Arbeit hierfür leisten. Die Tagung hinkerließ den Eindruck, daß trotz der noch bestehenden Unklarheiten eine große Anzahl junger Kräfte mit ehrlichem Willen am Werke ist, dem Jndifserentismus im Judentum zu steuern und wahres, lebensnahes, religiöses Leben auf der im Gesamkliberalismus verankerten Grundlage zu schaffen. 1186 Baer (Frankfurt a. M.). Empfehlenswerte Unterrichtsanstalten und Pensionate Hamburger Haushaltungsschule und Pensionat Regina Bachrach Ausbildung in alten praktischen Fächern; aus Wunsch mit Examensabschluß — Gesellschaftliche, wissenschaftliche und sprachliche Fortbildung — Aufnahme für berufstätige junge Mädchen — Ausführlicher Prospekt auf Wunsch — Ia Referenzen Hamburg, jetzt ICiosteraiiee 14 Telephon Merkur 3173 / Billa mit allen zeitgemäßen Einrichtungen — jedem modernen Anspruch genügend. 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