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Central-Verein-Zeitung · 1930-05-23 · 21 (23.5.1930) · p. Seite 280

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
21 (23.5.1930)
Date
1930-05-23
Page
Seite 280 (sequence 13)
Language
German
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280 Lodbad TSK. MMMWMMSS Preisen das Beste au Unterkunft und Verpflegung. jüdischen Geistes in den Kreisen der Jugend herbeiführen. Den Judenfeinden könnten es die Juden freilich niemals recht machen, aber die Juden sollten die Siedlungsarbeit als einen der Wege betrachten, den Antisemiten die Scheingründe für ihren Vorwand ZU nehmen, daß der Jude nie praktische Arbeit leiste. _ J. 8. Das Chad Gadjo im Film. Vor einem literarisch und filmtechnisch interessierten Publikum zeigte die Pinschewer-Film A.-G. im Berliner Marmorhaus vier von ihr geschaffene Marionetten- Tonfilme. Unter den recht gut gelungenen Versuchen verdient an dieser Stelle besonders der erste hervorgehoben zu werden: die kurze tonsilmische Gestaltung des alten jüdischen Sinngedichtes, das in die Pessach-Hagada Aufnahme gefunden hat, das Chad Gadjo. Wie in einem lebendgewordenen Bilderbuch rollen die bekannten Schicksale vor uns ab, die sich im Wechsel von Schuld und Vergeltung an den Kauf und Tod des Lämmchens anknüpfen. Eine stimmungsvolle Musik nach alten Motiven und die von Herrn T r i e s ch bald klangvoll, bald rührend gesprochenen Worte des alten Liedes gaben die tönende Umrahmung ab. Mit kindhaft-einfachen Mitteln, aber eindringlich in der bildlichen Wirkung ist so ein Stück jüdischer Poesie lebendig geworden, das bisher Jahr um Jahr bis zu seiner Erweckung für wenige Stunden flimmern mußte. E. J. ß. Der Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands läßt sein Verbandsorgan „Der Jüdische Handwerker", Zeitschrift für Handwerk und Gewerbe, in neuer, den Anforderungen des heutigen Geschmacks entsprechender Aufmachung erscheinen. Das geschmackvoll ausgestattete Maiheft weist besonders auf den vom 25. bis 27. Mai in Köln stattfindenden 9. ordentlichen Verbandstag hin. In einem Artikel „Liebe Verbandsbrüder im Reich!" ladet der Vorsitzende, Louis G o l d b e r g, alle Mitglieder zu dieser wichtigen Tagung herzlichst ein. Wir gratulieren der Ortsgruppe Köln des Centralvereins zu ihrem fünfundzwanzigjährigen Bestehen und wünschen der Tagung einen guten Verlauf. Dem Andenken Leopold Nosenows. In Leopold R o f e n o w , der n m 1 0. M a i hochbetagt im 82. Lebensjahre g e - st o r b e n ist, hat das Berliner V ü r g e r t u nt einen seiner hervorragendsten Vertreter verloren. Denn Nosenow, der in jungen Jahren aus seiner westprenßischen Heimat Strasburg nach Berlin übersiedelte und hier eine Rahmen- und Leistenfabrik begründete, fühlte sich bewußt als ein Repräsentant jener Volksschicht, aus deren Reihen sich die besten Vorkämpfer für den sozialen Aufstieg der Arbeiterbevölkerung rekrutierten. In seinem schlichten Wesen wurde er so auch eine der typischen Gestalten des Berliner Judentums der Vorkriegszeit, das der Reichshauptstadt so viele führende Männer beschert hat. Aufrechter Bürgerstolz, unbestechliche Rechtlichkeit, gepaart mit seltenem Weitblick und einem warmen Mitempfinden für die Rot und das Elend der Bedrückten, mußten Rosenow bald aus vielen Gebieten der Staats¬ und der Kommunalpolitik an führende Stelle bringen. Von 1894 bis 1918 war er Stadtverordneter, als Führer der Neuen Linken trat er stets für den sozialen Fortschritt ein. Nach der Revolution wählte man ihn zum Stadtr a t der alten Stadt Berlin, nach der Bildung von Groß-Berlin zum Stadtrat im Bezirk Mitte, welches Amt er bis zur Erreichung der Altersgrenze im Jahre 1926 innehatte. Im gleichen Jahr wurde er in Anerkennung seiner Verdienste zum Stadtältesten ernannt. In seiner dreißigjährigen Tätigkeit für die Stadt Berlin hat er viele Einrichtungen geschaffen, die heute als selbstverständliche Institutionen einer Gemeinde gehören: die Kindergärten und die Berufs- und Fachschulen. Daneben wirkte Rosenow als Abgeordneter im Preußischen Landtag, in dem er 1903 als Nachfolger Virchows einzog. Hier war es, wo er um die Gleichberechtigung der Frau und die Selbstverwaltung der Städte als ein Mann des Freisinns und des Fortschritts im wahrsten'Sinne des Wortes kämpfte. Erinnert man noch an die Tatsache, daß Nosenow es war, der die Große Berliner Gewerbeausstellung mit ins Leben rief, und daß er zu den Gründern der Berliner Handelskammer gehörte, dann vollendet sich sein Bild als das eines wahrhaften Patriarchen. Dem Centralverein gehörte Leopold N o s e - n o w getreu seiner Lebensauffassung seit Jahrzehnten an. Wir betrauern in ihm einen treuen Ratgeber und Freund; sein Andenken wird in unseren Reihen fortleben. Geheimer Kommerzienrat Hermann Zrenkel 80 Jahre alt. Am 21. Mai vollendete ein hervorragender Führer der deutschen Wirtschaft, das Mitglied des Zentralausschusses der Reichsbank, Geheimer Kommerzienrat Hermann Frenkel, sein 80. Lebensjahr. Seit 52 Jahren ist Hermann Frenkel, der aus Danzig gebürtig ist, Mitinhaber des alten Berliner Bankhauses Jacquier n. Securius. Der Jubilar, der zu den Vertretern des vornehmen Bankiertyps alten Schlages gehört, bekleidet im. Kreise seiner Berufskollegen eine große Zahl von Ehrenämtern. Er ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Berliner Privatbankfirmen und stellvertretender Vorsitzender des Centralverbandes des Deutschen Bank- und Vankiergewerbes, Mitglied der Industrie- und Handelskarnmer zu Berlin, sowie des Börsenvorstandes. Die Interessen feiner Bank nimmt Geheimrat Frenkel im Aussichtsrat zahlreicher industrieller Gesellschaften wahr. Wir wünschen Eeheimrat Frenkel, der ein treues Mitglied des Centralvereins ist, noch ungezählte Jahre segensreichen Schaffens für das Ansehen der deutschen Wirtschaft in der Welt. •*ar Über 500 Millionen Eier werden jährlich durch Garantol frisch erhalten. Sichern auch Sie sich gute und billige Wintereier, indem Sie solche jetzt bei billigen Preisen einlegen, jedoch nur in dem altbewährten Garantol, dem laut gerichtlichen Aussagen besten Eierkonservierungsmittel. Kleinste Packung für 120 Eier 50 Pf. Erhältlich in Drogerien, Apotheken und Kolonialwarengeschäften. Hildesheim L/H. ßj O Jff'""" fabrik / £ Zervelat-, Salami-, Koch- und Krakauer Wurst in unübertroffener Güte. tetitototab Empfehle in meinen bekannt guten IwJ Qualitäten zu herabgesetzten Preisen: äPfd.M. Zungen -Schwartemagen 1,60 Kalbsleberwurst.1,20 KrakauerWürstchen,dick 1,40 KraKauerWürstcöen.dönn 1,60 Bratwürstchen.0,60 Ochsenfett (geschmolzen) 0,60 ä Pf d. M. 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