Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 21 (23.5.1930)
- Date
- 1930-05-23
- Page
- Seite 279 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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27g Deutschen Theaters ganz besonders schöpferisch entfaltet. Aber es ist dabei wichtig, sich den vollen Unterschied des Typus Brahm von dem Typus Reinhardt klar Zu machen. Der kleine, vor allen Dingen kluge, unerschütterlich ruhige, zähe Gelehrte fand genau so gut einen Weg zu seiner leidenschaftlich geliebten deutschen Schaubühne wie der von hundert Phantasiegeschichten bewegte Schauspieler, der auf der Galerie des Wiener Burg- Theaters seine künstlerischen Ideale entwickelt hatte. Es ist nichts törichter als jene bequeme Art, den jüdischen Typus zu vereinheitlichen. In den allerverschiedensten Variationen drängt sich auch hier ein Menschentum von verwandten Grunddispositionen zu tätiger Mitarbeit ins Licht der wahlverwandten deutschen Kultur. Niemand, der guten Willens ist, wird aus der Liste der Männer, die sich um Klärung und Verklärung des deutschen Lebens im letzten Menschenalter wohl verdient gemacht und die Deutschlands Ruhm in die große Welt hinausgetragen haben, den Namen Max Reinhardt streichen können. Um Professor Gessenbergs Professorentitel. Eine Antwort des preußischen Kultusministeriums. Am 27. März d. I. hatten die nationalsozialistischen preußischen Landtagsabgeordneten K u b e, Dr. Ley und Kaufmann (Elberfeld) an das Preußische Staatsministerium die Anfrage gerichtet, wer dem im Preußischen Kultusministeriupr beschäftigten Professor Leo Kestenberg den Profefsorentitel verliehen hat, ferner ob es wahr ist, daß Herr Kestenberg die Ernennungsurkunde selbst unterzeichnet hat, schließlich, ob sich in Preußen kein evangelischer oder katholischer Sachverständiger für Kirchen- und Schulmusik der christlichen Schule fand. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Dr. Grimme, antwortet nunmehr darauf wie folgt: Frage 1: Der Ministerialrat Kestenberg ist seinerzeit zum planmäßigen Professor der Staatlichen akademischen HochsäMle sür Musik in Berlin-Charlottenbnrg ernannt worden. Frage 2: Nein. Frage 3: Die Auswahl erlag dem Ermessen der Staatsregierung. Zusttzrat Hugo Strohmann gestorben. Am letzten Sonnabend verschied plötzlich im 71. Lebensjahre das Mitglied unseres Hauptvorstandes, Justizrat Dr. Hugo Straßmann, Berlin. Hugo Straßmanns, des angesehenen und beliebten Anwalts, Interessen gingen über den Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit weit hinaus und erstreckten sich vielfach auf zahlreiche Gebiete jüdischen und allgemeinen Vereinslebens. So nahm er sich der Interessen seiner Posener Landsleute und ihrer Heimatvereine an, so widmete er sich dem angesehenen Freundeskreise des Brüdervereins, in dem er lange Jahre an leitender Stelle tätig war. Im B. C. (Burschenkonvent) war sein Name von gutem Ruf. Im Centralverein vertrat er bei aller Anhänglichkeit an den Glauben der Väter stets mannhaft und eindeutig die deutschen Gesichtspunkte unserer Arbeit. Seine Ausführungen im Hauptvorstand wurden achtungsvoll ausgenommen, sein Rat geschätzt. Ihm war der Kampf gegen den Judenhaß im wesentlichen eine deutsche Aufgabe, und es schmerzte ihn tief, daß er, der sich wie zahllose andere Juden in Deutschland als Deutscher fühlte, so Gelbe Raucherzahne. »,JH benutze seit Jahren die Chlorodont-Zahnpaste und bin mit der Verwendung derselben sehr zufrieden. Trotzdem ich ein Kettenraucher bin, sino meine Zähne stets blendend weiß. Auch fehlt mir kein einziger Zahn, sodaß ich behaupte, nur „Chlorodont" erhält meine Zähne gesund." H. Grunenberg, München. — Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mk. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont- Verkaufsstellen zu haben. traurige Zeiten häßlicher Verkennung und Verleumdung durchmachen mußte. Mit uns führte er ausrecht und kampfbereit trotz allem unseren Kampf für Recht und Gerechtigkeit. Müische Siedlung in Deutschland. Alle großen jüdischen Organisationen Deutschlands hatten zürn 19. Mai eine Einladung an führende Persönlichkeiten ergehen lassen, um einen Bericht über den Stand der jüdischen Siedlungsarbeit in Deutschland durch den „Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland E. V." (RIS) entgegenzunehrnen. Der RIS bezweckt die Förderung der Ausbildung und Ansiedlung jüdischer Landwirte und Gärtner in Deutschland und die Förderung bestehender jüdischer landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kleinbetriebe durch die gemeinnützige Siedlungsgesellschast „Die jüdische Landarbeit G. m. b. H.". Der Vorsitzende des Reichsbundes sür jüdische Siedlung, Dr. Leo L ö w e n st e i n, gab eine Ueberficht über die bisherige Entwicklung der Siedlungsarbeit. Durch den Erwerb und die Inbetriebnahme des großen, zur Siedlung besonders geeigneten Gutes Groß-Gaglow bei Kottbus sei nunmehr der Zeitpunkt gekommen, an die Oeffentlichkeit heranzutreten und diese zur Bereitstellung der notwendigen Mittel sür die Siedlungsarbeit aufzufordern. Hierauf sprach 'Professor Dr. Franz - Oppenheimer, der alte Vorkämpfer der Siedlungsarbeit in Deutschland, vom politischen und volkswirtschaftlichen Standpunkte aus über Notwendigkeit und Aussichten der Berufsumschichtung der Juden unter besonderer Berücksichtigung von Landwirtschaft und Handwerk. Als Uebel der Zeit bezeichnete er die „Verstadtlichung der Menschen vom Lande". Er nannte das Gut Neu-Gaglow ein neues Modell sür die Entwicklung der Siedlungsarbeit. Die Preußische Negierung und die Berliner Jüdische Gemeinde unterstützen in großzügiger Weise dieses Werk. Solche Siedlungsarbeit werde auch eine Neubelebung des BERNHARD BAUCH PELZMODEN MÜNCHEN TELEPHON 91540/41 BRIENNERSTR. 8 Matthes & Ebel Mäbendorfer Porzellanfabrik und Malereien Die Taßrißfür g[| Gescßenßartißef Gegr. 1882 Kuttner 2., verbesserte Auflage. 80 Seifen, broschiert 1,60 M. mit einem Vorwort von Ministerialrat Dr. Beyer. 32 Seifen, 0,50 M, der Religion Israels "Pfrtv ‘Winden# SßfntUw PM68 iS Alleinige Inseraten-Annahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a. d. 9-, Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln a. Rh. Leipzig, Magdeburg, Mannheim München Nürnberg, Stettin, Stuttgart, Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.