Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 16 (18.4.1930)
- Date
- 1930-04-18
- Page
- Seite 215 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Religion in jedem, der innerhalb seiner Grenzen lebt, entfacht und stärkt! Vielen, die ich hier wiedersah, hat sich diese Erkenntnis zwingend mitgeteilt, und meinen stärksten Eindruck verdanke ich der Beobachtung dieser Tatsache. Als Sozialist mutz ich eine derartige Entwicklung beklagen, als Juden ergreift sie mich mit Gewalt." Eine äußerst anziehende Schilderung des sozusagen religiösen Einbruchs in die Gedankenwelt des Chaluz, eine Schilderung, in die ein aufschlußreicher Besuch beim Oberrabbiner K u k verflochten ist. Hans Much, der Hamburger Arzt, der ja auf vielen Gebieten literarisch und wissenschaftlich arbeitet, hat seine Sammlung von Briefen aus den Jahren 1913 und 1914 „Rings um Jerusalem" benannt. Es ist aber ein sehr weiter Ring um Jerusaleni Zu Ziehen, wenn der Titel gerechtfertigt sein soll. Aegypten ist einbegriffen und Kleinasien. Much ist ein begeisterter Liebhaber des Orients, seiner Farben, seiner Menschen, seiner Bauten — Prächtige Abbildungen bilden den Schluß des Buches —, seiner Gebräuche. Ein Arzt, der eine seine Feder führt, ein Arzt, in dem ein stattliches Stück echten Künstlertums steckt. Aber auch ein streitbarer Arzt, der — er ist wichtiger Tuberkuloseforschungen halber in Jerusalem gewesen — den Kollegen in der Heimat gern eins auszahlt. Er liest sich anregend, wir wandern gern an seiner Hand durchs Morgenland. Ein paar ziselierte Beschreibungen: Bethlehem, das Tote Meer —, nach Galiläa ein Besuch bei Ostjordanbeduinen. Kulturgeschichtlich interessant in dem Abschnitt „Ex Oriente lux“. Wichtiges — hier kann nur der Arzt urteilen — über die Tuberkulösen in Palästina. In „Alt und Neu" eine kurze Würdigung des Zionismus von 1913, dessen Ausbreitung in Palästina er als sicher hinstellt. Er, der Kunstfreund, lobpreist die Schönheit des arabischen Dorfes und feuert die Einwanderer an, das schöne Land, das seine eigenen Gesetze hat, nicht durch Bauten „in rohestem europäischen Maurermeisterstil" zu verunzieren. Ernst Klippels „Wanderungen im Heiligen Lande" bieten eine gewaltige Fülle von Wissenstatsachen geschichtlicher und volkskundlicher Natur. Sie zeichnen das Palästina der Vorkriegszeit. Nach der geschichtlichen Seite ist manches überholt. Von Wert und Reiz sind vor allem des Verfassers, keines Judenfreundes, der im Arabischen sich genau auskennt und als vornehmer Mohammedaner oder als Beduine im Lande umherstreift, Berichte über mohammedanische Heiligtümer, über Sitten und Gebräuche. Er besuchte, was damals lebensgefährlich tvar, die Gräber der Patriarchen in Hebron, nicht nur die Moschee darüber, sondern die unterirdischen Gewölbe. Am steinernen Grabe Abrahams, also nicht am Scheingrabe oben in der Moschee, will er die hebräische (!) Schrift: „Dies ist das Grab Abrahams, unseres Vaters, mit dem der Friede sei", gelesen haben. Eingehende Berichte über seine Besuche bei Beduinen und Dörflern nur ihren Eß- und Umgangsgewohnheiten verdienen das Nachlesen, nicht minder auch eine ausführliche Beschreibung von Totenklage und Totentanz, Bestattungen, denen er in Essalt beiwohnte. Dr. Paulus S ch a r p f f s, eines evangeiischen Missionars, Buch macht nicht den Anspruch, Neues, Grundstürzendes auszusagen. Doch ist es mit großer Belesenheit geschrieben und keineswegs nur mit so abgebrauchten Touristen- WL erzielen Sie nur mit einer Markenkamera. wieVoigtfänder, Zern Ikon etc.Wir liefern jede Kamera ohne Auf schlag, ohne Zinsen. mit ^Anzahlung, Rest 3-6 Monatsraten. Großer Photokatalog kostenlos. . Jede Kamera 5 Tage zur Ansicht. Deutschland» oroBics Pfioio Spctiai Haus PHOTO-PBRST NÜRNBERG Ö23 loremeiplaiz 15 Anzeigen für die nächste Nummer 17 der „C. V.- Zeitung“ vom 25. April müssen bis zum 19. April aufgegeben sein. 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